Tagebuch Mittwoch, 24. Oktober 2018 – Eher nö

Doofer Tag, aus verschiedenen Gründen. Mag ich nicht aufschreiben. Aber hey, zwei Regale zusammengebaut und ein bisschen Geld verdient.

Tagebuch Dienstag, 23. Oktober 2018 – Basteltag

Jetzt, wo ich hier schon fast fünf Wochen wohne (wo-hoo!), werden die Baustellen nach und nach kleiner. Dank F.s scharfem Verstand konnte der eine Wandschrank so organisiert werden, dass ich an immerhin das meiste rankomme, ohne schreien zu müssen. Der zweite war noch work in progress. Ich hatte in ihn erstmal alles Zeug geworfen, das nicht im Weg rumliegen sollte, aber noch einen festen Platz braucht, unter anderem meine Putzkiste, die beim besten Willen nicht mehr in den ersten Schrank passte, obwohl sie thematisch dort angedockt wäre, wo auch Wäscheständer, Bügelbrett, Besen und Kehrblech stehen. (Don’t judge.) Dieser zweite Schrank musste also erstmal leer werden, und dazu brauchte ich einen neuen Schrank, nämlich einen schmalen, hohen fürs Bad, denn bis jetzt waren Handtücher und Badutensilien der Hauptinhalt.

Ich dachte lange, vermutlich zu lange darüber nach, ob ich jetzt wieder online bei Ikea bestellen oder hinfahren und es mir liefern lassen sollte. Online-Vorteile: bis auf Annahme der Lieferung kein echter Aufwand. Nachteil: dauert zehn Tage. Hinfahren-Vorteile: alles am gleichen Tag da. Nachteil: Man muss die fies schweren Pakete aus den Regalen ziehen und steht ewig an der Kasse. Da mir die Putzkiste aber seit Wochen auf den Zeiger geht, entschied ich mich für Hinfahren und Paketezerren.

Noch ein Wort zu Ikea: Mir ist erst bei diesem Umzug aufgefallen, dass ich seit 30 Jahren in Ikeamöbeln wohne. Bis auf wenige Ausnahmen (Omas Schrank und Esstisch, derzeit leider noch bei meinen Eltern; Designerlampen, ebenfalls dort; Riesencouch und Schlafsofa; hervorragender Schreibtischstuhl) stammt meine komplette Einrichtung vom Schweden. Und so hübsch ich Biedermeierstühlchen oder Bauhausmöbel finde – ich will nicht mit ihnen wohnen. Ich mag anscheinend seit mehreren Jahrzehnten den schlichten Stil, den Ikea anbietet, auch wenn ich damit so dermaßen im Mainstream liege wie es mainstreamiger nicht mehr geht. Passt schon.

Am Hauptbahnhof konnte ich einem asiatischen Geschäftsmann den Weg zur Flughafen-S-Bahn weisen („right track, wrong train“), wartete dann gefühlt 20 Minuten auf meine eigene S-Bahn, weil es wieder irgendeinen Knoten beim MVV gab, aber ich hatte ja ein Buch dabei und keine Eile. In der Bahn setzten sich nach wenigen Stationen ein kleiner Junge mit seiner Mutter und (vermutlich) Oma auf den gegenüberliegenden Vierersitz. Der Junge saß am Fenster und blubberte vor sich hin, bis er auf einmal richtig laut wurde: „Mamaaa, guck maaaal!“ Die Mutter schaute hinaus und meinte wissend-andächtig: „Ein Kran!“ Und der kleine Junge, noch andächtiger, als hätte er die Pyramiden oder die Chinesische Mauer entdeckt: „Ein Kraaaaan.“

Den Rest der Fahrt versuchte ich mit Kinderaugen zu sehen und bestaunte (stumm) eine Altmetalldeponie, Fußgängerbrücken über Gleisen und ein riesiges violettes Blumenfeld.

Bei Ikea arbeitete ich dann brav meinen langen Einkaufszettel ab, von Großkram zu Kleinkram, und der einzige Ausrutscher (KEINE SERVIETTEN! KEINE KERZEN!) war eine zweite Garnitur meiner Lieblingsbettwäsche.

An der Kasse stellte ich mich zielstrebig hinter eine Dame, die, wie auch immer, zwei Einkaufswagen voller Zeug erstand. Ich konnte leider nicht gucken, wie sie die beiden Wägen gleichzeitig schieben konnte, denn dann war die flinke Kassendame schon bei mir und meinem Wägelchen. Den Badschrank, der einer der Gründe für meine Fahrt hierher gewesen war, musste ich in der SB-Halle bestellen und konnte ihn nach der Kasse abholen. Bzw. erstmal wartete ich wieder, aber ich hatte ja ein Buch dabei und keine Eile. Als ich auch den Schrank auf dem Wagen hatte, rollte ich zur Speditionskasse und bat um Lieferung zu mir. Dass der Kram noch am selben Tag ankommt, war mir klar, aber der freundliche Herr an der Kasse meinte: „Die Jungs sind gerade beim Beladen und können dann sofort zu Ihnen.“ Ich meinte, mit Bus und S-Bahn bräuchte ich mindestens eine Stunde bis Zuhause, worauf er meinte, der LKW auch. Die Jungs würden sich vorher per Handy melden, das ginge schon.

Und so hatte ich auf einmal keine Zeit mehr, aber die Öffi-Göttinnen hatten nach dem Schluckauf heute morgen wieder alles im Griff: Der Bus fuhr bei Ikea vor, als ich gerade zwei Minuten gewartet hatte, auf die S-Bahn wartete ich dann nochmal drei Minuten, und für die letzten drei Stationen U-Bahn vier. Fußweg nach Hause nochmal drei, und gerade als ich zuhause ankam, klingelte das Handy. Ich konnte bis zum Eintreffen der Jungs noch Kartoffeln, Zwiebeln und Paprika fürs Mittagessen vorbereiten, die Lieferung war in fünf Minuten bei mir oben, und nach einer ordentlichen Stärkung begann ich mit dem ersten Schrank. Für den brauchte ich dann doch etwas länger als geplant; ich hatte gehofft, noch etwas mehr wegarbeiten zu können, aber gut, immerhin einer von dreien. Ich rollerte ihn mit dem Rollbrett von F., mit dem ich seit Wochen gut gelaunt Dinge durch die Gegend schiebe, weil das so viel Spaß macht, vom Arbeitszimmer ins Bad, stellte ihn auf, wischte ihn kurz ab, wunderte mich wie bei vielen Ikeamöbeln, dass sie in einem Zimmer perfekt stehen und im nächsten wackeln, legte etwas unter das eine Schrankbeinchen, damit er nicht mehr wackelte, räumte Zeug aus dem Wandschrank in ihn – und als gloriosen Tagesabschluss die Putzkiste in den nun deutlich geleerten Wandschrank.

Ich wollte mich dann darüber freuen, wie ereignis- und arbeitsreich mein Tag gewesen war, bis mir einfiel, dass ich nur Geld ausgegeben und keins verdient hatte, was mich manchmal immer noch beunruhigt, aber zwei Kundenmails machten das ein bisschen wieder wett.

Mit Belohnungsspezi auf der Couch Bayern in Athen zugeguckt, aber schon fast weggedämmert. Mit Buch ins Bett und sofort eingeschlafen.

Tagebuch Montag, 22. Oktober 2018 – Nichts Neues

Normaler Arbeitstag, 7 Uhr raus, duschen, Cappuccino (mittelprächtiger Milchschaum), ein paar Minuten ohne alle technischen Dinge auf dem Sofa zum Kaffeetrinken und Rausgucken, ab spätestens 9 am Schreibtisch (IM ARBEITSZIMMER! ES IST IMMER NOCH SO TOLL!). Fies ist allerdings: Das Haus nebenan wird gestrichen. Ich denke seit Wochen, whoa, ein Riesengerüst, nur um am Dach rumzuflicken, aber nein, wenn das Ding schon mal steht, werden eben auch fünf Stockwerke plus Dachgeschoss verschönert. Ich habe vom Schreibtisch aus einen Logenplatz und war gestern deshalb arg abgelenkt, weil es sehr spannend war, Handwerkern beim perfekten Abkleben von Fenstern und Balkontüren zuzugucken. Die Farbeimer stehen auch schon auf den verschiedenen Stockwerken, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und wette mit mir selbst, welche Farbe es sein wird. Jetzt gerade ist es ein dreckiges Grünbeige, das kann eigentlich nur besser werden.

Zum Mittag den restlichen Pizzateig von vorgestern verarbeitet, damit ist der Mozzarella dann auch alle.

Nachmittags weitergetippt und nach Feierabend versucht, eine Lampe zu finden, die a) gut aussieht, b) bezahlbar ist und vor allem c) über dem Esstisch (aka Küchentisch) nicht so tief hängt, dass man sein Gegenüber nicht mehr sieht. Anscheinend gibt es nur noch Lampen für Altbauten. Oder mir gefallen nur noch Lampen für Altbauten, grrr. Innerlich habe ich mich auch von meiner Traumschreibtischlampe verabschiedet, die im Prinzip ein Fußballstadion ausleuchten könnte, aber genau so was hätte ich für den langen Winter sehr gerne. Ist im Moment aber nicht finanzierbar. Ästhetisch würden mir die filigranen Lampen aus dem ZI natürlich besser gefallen, aber die beleuchten nur sehr punktuell den Schreibtisch vor mir und ich lehne mich manchmal gerne zurück mit einem Buch auf dem Bauch, was ich dann im mummeligen Halbdunkel nicht mehr lesen kann. Daher die Flaklampe. Aber egal, ist ja eh nicht drin.

Die letzte Folge The Bold Type geguckt und die Mädels schon beim Abspann vermisst. Dann noch drei Folgen Maniac, nach denen ich immer noch nicht weiß, ob ich die Serie mag oder nicht. Mit Hanns-Josef Ortheil vom Sofa ins Bett gewechselt.

Ortheils Berlinreise ist ein sehr später Druck eines Reisetagebuchs, das er als Zwölfjähriger 1964 schrieb. Ich mag es bis jetzt sehr gerne, denn es liest sich wie eine unbedarfte Zeitkapsel. Manchmal nervt mich eben diese kindliche Unbedarftheit etwas, aber das verzeihe ich dem Buch, weil es mich auf Details aufmerksam macht, die ich in den großen Geschichtsüberblickswerken nicht finde. Und manchmal muss ich einfach sehr grinsen.

„Die Berliner haben viel mehr Zeit als zum Beispiel die Kölner. Sie frühstücken mindestens eine Stunde, und jede Unterhaltung dauert ebenfalls mindestens eine Stunde. Zu einer solchen Unterhaltung setzt man sich zusammen und redet im Kreis, und der Lauteste redet am längsten. Damit die Unterhaltung richtig läuft, wird viel Bier getrunken, und der Lauteste raucht am meisten. Geht die Unterhaltung zu Ende, verabredet man sich gleich für die nächste. So verbrauchen die Berliner mehr Zeit als andere Menschen, die einfach nicht soviel Zeit haben. Die Berliner haben aber mehr Zeit, weil sie auf einer Insel leben und nicht leicht weg können. Insulaner haben mehr Zeit als Nicht-Insulaner, das ist klar. Ich würde nicht besonders gern ein Insulaner sein, aber die Berliner sind sehr gerne Insulaner und sogar stolz darauf, es zu sein. Das Insulaner-Sein ist eben etwas Besonderes, und die Berliner sind gerne etwas Besonderes. Die Kölner dagegen sind nichts Besonderes, sondern einfach nur Kölner. Das reicht.“

Hanns-Josef Ortheil: Die Berlinreise. Roman eines Nachgeborenen, München 2014, S. 68/69.

The Myth of Whiteness in Classical Sculpture

In den vatikanischen Museen habe ich eine Statue gesehen, die teilweise bemalt war, das war schon sehr spektakulär. Aber im Artikel aus den New Yorker geht es auch um eine aktuelle Auseinandersetzung. Ich will nicht „Debatte“ sagen, wenn es um Vorurteile vs. Wissenschaft geht.

„Lately, this obscure academic debate about ancient sculpture has taken on an unexpected moral and political urgency. Last year, a University of Iowa classics professor, Sarah Bond, published two essays, one in the online arts journal Hyperallergic and one in Forbes, arguing that it was time we all accepted that ancient sculpture was not pure white—and neither were the people of the ancient world. One false notion, she said, had reinforced the other. For classical scholars, it is a given that the Roman Empire—which, at its height, stretched from North Africa to Scotland—was ethnically diverse. In the Forbes essay, Bond notes, “Although Romans generally differentiated people on their cultural and ethnic background rather than the color of their skin, ancient sources do occasionally mention skin tone and artists tried to convey the color of their flesh.” Depictions of darker skin can be seen on ancient vases, in small terra-cotta figures, and in the Fayum portraits, a remarkable trove of naturalistic paintings from the imperial Roman province of Egypt, which are among the few paintings on wood that survive from that period. These near-life-size portraits, which were painted on funerary objects, present their subjects with an array of skin tones, from olive green to deep brown, testifying to a complex intermingling of Greek, Roman, and local Egyptian populations. (The Fayum portraits have been widely dispersed among museums.)

Bond told me that she’d been moved to write her essays when a racist group, Identity Evropa, started putting up posters on college campuses, including Iowa’s, that presented classical white marble statues as emblems of white nationalism. After the publication of her essays, she received a stream of hate messages online. She is not the only classicist who has been targeted by the so-called alt-right. Some white supremacists have been drawn to classical studies out of a desire to affirm what they imagine to be an unblemished lineage of white Western culture extending back to ancient Greece. When they are told that their understanding of classical history is flawed, they often get testy.

Earlier this year, the BBC and Netflix broadcast “Troy: Fall of a City,” a miniseries in which the Homeric hero Achilles is played by a British actor of Ghanaian descent. The casting decision elicited a backlash in right-wing publications. Online commenters insisted that the “real” Achilles was blond-haired and blue-eyed, and that someone with skin as dark as the actor’s surely would have been a slave. It’s true that Homer describes the hair of Achilles as xanthos, a word often used to characterize objects that we would call yellow, but Achilles is fictional, so imaginative license in casting seems perfectly acceptable. Moreover, several scholars explained online that, though ancient Greeks and Romans certainly noticed skin color, they did not practice systematic racism. They owned slaves, but this population was drawn from a wide range of conquered peoples, including Gauls and Germans.

Nor did the Greeks conceive of race the way we do. Some of the ancients’ racial theories were derived from the Hippocratic idea of the humors. Rebecca Futo Kennedy, a classicist at Denison University, who writes on race and ethnicity, told me, “Cold weather made you stupid but also courageous, so that was what people from the Far North were supposed to be like. And the people they called Ethiopians were thought of as very smart but cowardly. It comes out of the medical tradition. In the North, you have plenty of thick blood. Whereas, in the South, you’re being desiccated by the sun, and you have to think about how to conserve your blood.” Pale skin on a woman was considered a sign of beauty and refinement, because it showed that she was privileged enough not to have to work outdoors. But a man with pale skin was considered unmasculine: bronzed skin was associated with the heroes who fought on battlefields and competed as athletes, naked, in amphitheatres.“

Democracy and its discontents

Esquire schreibt über Francis „End of History“ Fukuyama, der notgedrungen seine Meinung über den Sieg der Demokratie ändern muss. Oder nicht?

„A minor aspect of every geopolitical crisis since then has been the ritualized use of Fukuyama’s name as a piñata in the prestige media, asserting some variant of “The End of the End of History.” But the underlying trend of the succeeding years was a continuous expansion of democracy. Between 1975 and 2005, the number of electoral democracies increased from around 35 to 110 and overall gross domestic product grew by a factor of four.

In the mid-2000s, however, that trend began to reverse itself and the world went into what Fukuyama calls a “democratic recession.” China and Russia have grown more authoritarian and assertive. Hungary, Turkey, Thailand, and Poland have regressed toward increasingly illiberal democracy. The Arab Spring descended into civil war throughout the Middle East. Anti-immigrant and anti–European Union parties gained strength in Germany, Austria, France, the Netherlands, even Sweden. And in 2016, Britain voted to leave the EU, and Donald Trump, running on an explicitly nativist platform, was elected president.

“The world is not moving toward greater democracy or converging toward greater openness,” Fukuyama conceded. “But it’s still too early to tell whether this is just a glitch akin to a market correction or some kind of permanent state of affairs. . . . People still would rather live in a prosperous, well-governed country than in Guatemala or Nepal or Zimbabwe, and so long as that’s the case, there will continue to be a lot of grassroots pressure for the institutions that produce stable, rich countries.”“

(via Arts & Letters Daily)

Was schön war, Samstag/Sonntag, 20./21. Oktober 2018 – Wochenende

Den Vormittag verbrachte ich dankbar im Internet, denn das erzählte mir, wie man ein Bügeleisen entkalkt. Meins ist mindestens zwanzig Jahre alt und ich ahne, dass es auch so lange schon Kalk ansetzen kann. Da ich aber Mittags einen wichtigen Termin hatte, wollte ich endlich mal wieder Bügelwäsche ohne weiße Krümelchen darauf produzieren und füllte deshalb mein Bügeleisen mit einem Wasser-Essig-Gemisch (ich innerlich so: „DER GUTE WEISSWEINESSIG VON GÖLLES!“), ließ es rumdampfen und einwirken und dann nochmal rumdampfen und bügelte erst nach gefühlt zwei Stunden die erste dunkle Bluse – aber ohne weiße Krümel, ha! Danke, Internet.

Vor dem Mittagstermin war ich etwas nervös, denn ich war erstmals auf einer Feier von F.s Familie. Solche Veranstaltungen sind nie meins – zu viele Leute, zu viel Small Talk –, aber das war entspannter als ich dachte. Wir aßen und tranken sehr gut im Aumeister (ich Apfelschorle, ich war noch nicht in Stimmung für Helles oder Wein), dann gingen wir im Englischen Garten spazieren, und zum Abschluss gab es natürlich noch Kaffee und Kuchen, wie sich das halt gehört. Beim Spaziergang war ich vom Herbstlaub sehr fasziniert (#nofilter) und hätte dieses Motiv jetzt gerne als Bettwäsche.

Ich fand die Gegensätze zwischen den Feiern meiner Familie und dieser hier sehr spannend, traf nette Menschen und fühlte mich auch rundum wohl. Als ich aber zuhause ankam, wurde ich von einer Sekunde auf die andere bleiern müde; nach gut sechs Stunden bestem Benehmen in Kundenklamotten wollte ich nur in Schlumpfklamotten bierrülpsend auf der Couch wegdämmern. Aber ich guckte stattdessen die Sportschau, weil ich das Heimspiel von Augsburg gegen Leipzig leider versäumen musste; die SMS von einer unserer Mitstadiongängerinnen an F: „Habt nix verpasst“ half aber bei der Trauerarbeit. Direkt nach der Sportschau kam F. vorbei, und ich schloss für zehn Minuten die Äuglein, bevor ich mich aufraffte, um vielleicht noch ein kleines Getränk am Küchentisch zu mir zu nehmen, bevor wir um zehn ins Bett wollten.

Ähem.

Davor gab’s schon ein Fläschchen Fräulein Hu von meinem neuen Lieblingsweingut Wechsler, die ich inzwischen sogar lieber trinke als den Le 7, aber trotzdem werde ich mir für die letzte Flasche einen besonderen Anlass überlegen. Silvester oder so. Was richtig Ausgefallenes!

Das war sehr schön, mal wieder stundenlang gemeinsam rumzusitzen und einfach zu reden, keine Termine, nichts, was wirklich dringend besprochen werden muss, einfach nur in der Gegend rumreden. (Und trinken.) Ich mag solche Abende so gerne!

Gemeinsam sehr spät eingeschlafen.

Sonntag blieb der Wecker aus, wir waren trotzdem halbwegs früh wach, und F. musste auch kurz nach Hause für einen Winztermin. Ich holte mir derweil Croissants und bereitete Cappuccino für mich zu.

Gegen Mittag kam F. wieder rum und wir machten uns auf den Weg für einen kleinen Spaziergang: Wir wollten uns die Kirche St. Sebastian anschauen. Wir schlenderten dazu die Hiltenspergerstraße entlang, blieben kurz staunend am Glockenturm der Kreuzkirche stehen, entdeckten schön gestaltete Hausnummern und Fassadenreliefs und bewunderten dann schließlich St. Sebastian von innen und außen. Ich stellte fest, dass ich doch nicht bei allen biblischen Bilddarstellungen sattelfest war – die Geschichte bzw. den Psalm vom guten Hirten habe ich lieber mal kurz nachgeschlagen –, freute mich aber über eine ungewohnt ungeschmückte katholische Kirche.

Danach bummelten wir durch den Luitpoldpark, schauten Menschen beim Sport, beim Lesen und beim Pokemonfangen zu und ließen uns dann von der Tram (TRAMFAHREN!) in die Nähe des Ballabeni chauffieren, wo wir das vermutlich letzte Eis der Saison genossen, denn der Laden schließt nächstes Wochenende für den Winter. In einer Galerie daneben entdeckten wir Kunstwerke mit Büchern, die uns beiden gefielen; die werden wir uns nochmal anschauen müssen, wenn die Galerie geöffnet ist. Satt und zufrieden gingen wir zu St. Markus, wo eine Ausstellung lief, deren Plakat wir auf dem Weg zu St. Sebastian an einer Litfasssäule gesehen hatten, Das Prinzip Apfelbaum, wo Menschen über ihre Lebensphilosophie und ihren Nachlass sinnieren und fotografisch porträtiert wurden. Die Fotos von Bettina Flitner gefielen mir erwartungsgemäß sehr gut, die von den Abgebildeten selbst erdachten Ideen dahinter fand ich aber meist sehr blass. Spannend fand ich, dass sich ausgerechnet die zwei Berufspolitiker Richard von Weizsäcker und Egon Bahr am uneitelsten in Szene gesetzt hatten. (Bei Reinhold Messner musste ich arg mit den Augen rollen.)

F. wollte ein Nickerchen machen, ich Serien gucken, das taten wir dann auch, bis wir uns um 17 Uhr nochmal auf ein Stück Kuchen mit Nilgiritee trafen, natürlich von Omis Teegeschirr, über das ich mich immer, immer, immer freue. Dann musste F. leider gehen, Termine, Termine, immer beschäftigt der Mann, während ich Pizzateig ansetzte, die Geschirrspülmaschine einräumte, noch ein bisschen in der Wohnung grundpuschelte, damit sie irgendwann mal fertiggepuschelt ist, bevor ich recht zeitig mit einem Buch im Bett verschwand.

Das war, auch durch die nach gefühlt längerer Pause viele gemeinsame Zeit mit F., ein sehr schönes Wochenende. Gerne wieder.

Tagebuch Freitag, 19. Oktober 2018 – Semesterbeginn

Gemeinsam aufgewacht, endlich mal wieder. Das war schön.

Der Herr lungerte noch länger im Bett rum, während ich mit dem ersten Weckerklingeln (aka iPhone-Weckton) aus dem Bett hüpfte, alle Fenster aufriss, die Espressomaschine anschaltete, mich duschte und eincremte, um dann in die Hausklamotten zu schlüpfen (Shirts, in denen ich nicht mehr vor die Tür gehe plus Leggings) und meinen üblichen Cappuccino zubereitete. Fürs interne Tagebuch: perfekter Milchschaum! Dann saß ich, auch schon wie üblich (aka seit vier Wochen) auf meinem Schlafsofa im Arbeitszimmer und guckte über den Balkon ins Grüne, das allmählich herbstbunt wurde.

Als der Herr dann auch endlich mal los musste, setzte ich mich an den Schreibtisch, um einen Text per Mail zu versenden, den ich gerne vormittags loswerden wollte, falls der Kunde seine Korrekturen noch am Nachmittag anbringen wollte. (Wollte er nicht.) Danach fuhr ich zur Hausärztin, um meine regelmäßig einzunehmenden Medikamente abzuholen.

Im Kopf formulierte ich hier einige launige Bemerkungen zum Altwerden und zu Zipperleins vor, aber die kamen mir schon im Kopf falsch vor. Ja, ich werde älter (netterweise, darf gerne noch ein paar Jahrzehnte weitergehen, danke!), ja, das merke ich auch körperlich. Aber eigentlich wurde mir mal wieder klar, dass ich mich sehr wohl und innerhalb meiner Parameter gesund fühle. Ich freue mich immer noch darüber, dass ich die viele körperliche Arbeit, die mit dem Umzug, der Grundreinigung und dem Streichen von zwei Wohnungen verbunden war, hervorragend weggesteckt habe, wo ich früher Rückenschmerzen hatte, wenn ich nur zwei Bücher zuviel hochgehoben hatte. Ich freue mich auch darüber, dass ich meinen Körper jetzt bewusst wahrnehme, aber ohne ihn fürchterlich zu finden, ganz im Gegenteil. Ich weiß ihn zu würdigen und alles, was er für mich tut. Ich weiß inzwischen auch, was ihm gut tut, und anscheinend ist meine Taktik, auf ihn aufzupassen, ihn halbwegs regelmäßig zu bewegen, aber ansonsten mit Wärmflaschen statt mit Hanteln zu arbeiten, für mich das richtige. (Das mag für dich ganz anders sein.)

Auf dem Rückweg von der Hausärztin zur U-Bahn-Station kommt man an einer Feuerwache vorbei, wohin gestern gleich mehrere Einsatzfahrzeuge zurückkehrten. Die Tore öffneten sich und ein Mann stand auf dem Gehweg und gestikulierte, weswegen alle Fußgänger*innen inklusive mir automatisch stehenblieben, damit die Fahrzeuge einfahren konnten. Fühlte sich ein bisschen an wie wieder in einem Auto zu sitzen, wo man Notarztfahrzeugen auch Platz macht, nur netter.

Die U-Bahn fuhr mich zum Schweinchenbau, dem rosa getünchten LMU-Gebäude an der Giselastraße, wo die erste Vorlesung des Semesters auf mich wartete. Der Gastdozent, bei dem ich im Sommer die Eichhörnchenvorlesung so genossen hatte, ist noch ein weiteres Semester bei uns und erzählt dieses Mal etwas über den Beginn der Kunst der Moderne. Ich kopiere mal aus dem Vorlesungsverzeichnis: „Ziel ist es nicht, einen Kanon der ‚wichtigsten‘ Werke zu erstellen oder einen repräsentativen Überblick zu liefern. Vielmehr soll in jeder Sitzung anhand eines Fallbeispiels jeweils ein Thema erörtert werden, das als spezifisch für die Moderne bzw. die moderne Kunst angesehen werden kann, wie z.B. die öffentliche Kunstausstellung, Abstraktion, Materialität, die neuen Medien, die Globalisierung oder die künstlerische Auseinandersetzung mit Krieg und Holocaust.“

Den Hörsaal musste ich erst suchen, den kannte ich noch nicht, ich wusste nicht mal, dass der Schweinchenbau Vorlesungssäle hatte. Wie bereits dutzende Male vorher freute ich mich über den Online-Raumfinder und war auch sofort am richtigen Ort, wo ich allerdings nölig feststellte, dass die üblichen Klappstühle ziemlich unbequem waren. Aus der Einführungssitzung nahm ich ein paar Literaturtipps mit und den für mich neuen Hinweis darauf, dass sich die Bildformate in der Moderne änderten. Wo vorher (also ungefähr vor der Französischen Revolution, damit fangen wir an) der Adel und die Kirche die größten Auftraggeber für Künstler*innen gewesen waren, die auch entsprechend Platz für riesige Bilder hatten, leisteten sich nun auch Bürger*innen Kunst, die aber deutlich geringere Flächen bespielen konnten. Dementsprechend wurde nun viel kleinformatiger gemalt. Der Dozent wies auf den bestverdienendsten Maler des 19. Jahrhunderts hin – „quasi der damalige Gerhard Richter“ –, von dem ich noch nie gehört hatte, Ernest Meissonier, der sich genau auf solche Formate spezialisiert hatte und nun historische Begebenheiten, die eigentlich riesengroß gemalt wurden, im Wohnzimmerformat anbot.

Der Dozent wies auch darauf hin, dass seine Vorlesung eine Einführungsvorlesung sei, höhrere Semester würden das vermutlich alles schon kennen, aber da er ein Fachmann für das Frankreich des 19. Jahrhunderts ist, von dem ich vor Cézanne im Prinzip überhaupt keine Ahnung habe, werde ich vermutlich trotzdem wiederkommen. (Den gestern erwähnten Kostümstreit kannte ich zum Beispiel noch nicht. Zack, schon wieder was gelernt. Toll.) Wenigstens die Sitzung zu Kriegsdenkmälern will ich sehen, denn genau darüber habe ich im Zuge der Masterarbeit einiges gelesen, von dem quasi nichts in der Arbeit gelandet ist, weil es nicht passte. Aber ich fand es sehr interessant zu lernen, wie Kriegstoten nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gedacht wurde – vor allem, weil einige Opfer auch Täter waren. Die Diskussion führen wir heute noch: Wie gedenkt man Wehrmachtsangehörigen?

Nach der Uni war ich sehr hungrig und warf mir einen Salat zusammen, den ich mit frisch gekauften Butterbrezn genoss. Dabei freute ich mich schon wieder (ich freute mich gestern quasi den ganzen Tag über irgendwas), denn ich durfte feststellen, dass Gemüse in meinem neuen Kühlschrank wirklich deutlich länger frisch bleibt als in meinem alten. Ein guter Kauf!

Der Nachmittag war dann wieder Schreibtischzeit. Im Kopf vermisste ich eine Art Warentrenner für meine ganzen Tätigkeiten – das Mittagessen hatte nicht ganz gereicht, mein Uni-Hoch zu verscheuchen, aber ich musste mich jetzt einbremsen und wieder brav Dinge texten, die anderen gefallen sollen und nicht mir.

Abends mit Nutellabrot auf der Couch rumgelungert und die FAZ der letzten Woche teilnachgelesen. Den Politikteil hatte ich jeden Tag geschafft, das Feuilleton wurde jetzt nachgeholt, die Wirtschaft überflogen, Finanzen und Sport kamen gleich ins Altpapier.

“Massiv geschlampt”: CSU will Landtagswahl teilweise neu auszählen lassen

Der Artikel zeigt ganz gut auf, warum auch meine Wahlnacht deutlich länger war als sie hätte sein müssen.

„Am Donnerstag hatte [der Münchner Stimmkreisleiter und Kreisverwaltungsreferent Thomas] Böhle, nachdem sein Haus zuvor tagelang abgewiegelt hatte, in der Süddeutschen Zeitung eingeräumt, dass es in 40 bis 50 Wahllokalen zu Pannen bei der Übertragung gekommen sei. Deshalb habe die Stadt die fehlenden Daten einzelner Wahllokale geschätzt, und zwar auf Basis der Landtagswahl 2013 und mathematischer Hochrechnungen.

Diese Zahlen gingen in die Schnellmeldungen für das vorläufige Endergebnis ein. Für die entscheidenden amtlichen Zahlen habe man die Schätzungen durch die tatsächlichen Zahlen ersetzt. Das sei auch schon bei anderen Wahlen vorgekommen. Da die Grünen diesmal aber ein außerordentlich gutes Ergebnis erzielten, lagen die Schätzungen ziemlich weit daneben. Das Gesamtergebnis in München veränderte sich um bis zu einen Prozentpunkt nach unten und oben, einzelne Kandidaten verloren oder gewannen mehrere hundert Stimmen.“

Küchen an die Front! Wie der Lieferessen-Boom die Gastronomie verändert

HolyEats schaut sich an, wie Lieferservices nicht nur Lokale, sondern auch das Stadtbild verändern.

„Bei vielen unabhängigen Gastronomen gehört eine solche Anpassung der Abläufe im Restaurant an die Bedürfnisse zwei grundlegend verschiedener Zielgruppen (Gäste bzw. Kunden) bislang eher zu den Ausnahmen. In der Systemgastronomie etabliert sie sich dagegen in rasantem Tempo als neuer Standard. Um Online-Bestellungen noch effizienter abwickeln zu können hat die amerikanische Mexican-Grill-Kette Chipotle schon vor längerer Zeit so genannte „second make lines“ in ihren Schnellrestaurants getestet – separate Küchenplätze, an denen ausschließlich Bestellungen zubereitet werden, die für Abholung und Lieferung bestimmt sind. Das hat so gut geklappt, dass die Zubereitungsseparées inzwischen in allen Restaurants installiert sind, die dafür Platz bieten.

Auf Bildschirmen über den Küchenplätzen werden die eingehenden Bestellungen automatisch nach ihrer Zubereitungsreihenfolge geordnet. Damit lässt sich auch genau timen, wann die von Kunden per App vorbestellten Essen in die Abholregale („pick-up shelves“) eingestellt werden können, die Chipotle u.a. in New York City in einigen Restaurants testet.

Die deutsche Schnellnudelkette Vapiano ist noch ein Stück konsequenter und baut in ihre Restaurants inzwischen eigene „Take Away“-Schalter ein. Die sind (nicht immer, aber in der Regel) vom klassischen Restaurant getrennt und verfügen über einen separaten Eingang, an den Selbstabholer und Lieferkuriere gelotst werden können – was vor allem zu Stoßzeiten eine deutliche Entlastung des ohnehin schon wuseligen Restaurantbetriebs bedeutet. Wie bei Chipotle werden die Gerichte dort an separaten Kochstationen zubereitet. Sozusagen Showkochen für Lieferando und Foodora.“

(via @Supermarktblog)

Tagebuch Donnerstag, 18. Oktober 2018 – Schreiben, essen, schreiben, essen, zwischendurch ein bisschen Tee aus Omis schöner alter Teekanne

Die Überschrift sagt alles. Das war mein Tag.

Na gut.

Morgens endlich mal wieder richtig schönen Milchschaum produziert. Ich habe keine Ahnung, was ich mache, ich weiß nicht, an was es liegt, dass es manchmal luftige Plörre und manchmal cremige Perfektion ist, aber mein Ehrgeiz hat auf diesem Gebiet sehr nachgelassen. Es schmeckt immer, und das ist super.

Für Geld getextet. Und wie immer wenn ich das tue, steht eine Kanne Tee neben mir. Beziehungsweise: stand neben mir. Denn jetzt habe ich ja EIN ARBEITSZIMMER (über das ich mal mit meinen Steuerberater reden sollte, wie das schlaue Lektorgirl gestern am Telefon feststellte) und da kann die Teekanne nun schön hinter mir auf dem Sideboard stehen und mein Rechner ist sicherer vor Spritzern. Auch die Teetasse steht schön weit weg. Ich mag das sehr.

Mittags ging ich ein wenig spazieren, um auf dem Rückweg noch einzukaufen. Leider fand ich keine Steinpilze, aber auch mit Champignons schmeckt diese Kleinigkeit hervorragend. Pilze in ordentlich Öl anbraten aka fast frittieren, ein frisches Eigelb dazu, Meersalz, Pfeffer, Petersilie, fertig. (Das Bild zeigt natürlich wieder nur die hübsche Instaportion, gegessen habe ich die doppelte Menge.)

Dann wieder getextet. Tee war irgendwann alle, danach gab’s Wasser, denn auf zwei Kannen hatte ich keine Lust.

Abends eine Runde Carbonara gemacht, Speck musste weg, und mein Kopf will wirklich immer das gleiche essen, wenn Speck im Haus ist: Carbonara. Es ist aber auch zu geil. Dazu mit F. ein Fläschchen französischen Rotwein geleert, bei dem ich mich die ganze Zeit gefragt habe, woher der kam: selbstgekauft? Mitbringsel? Was macht ein französischer Rotwein bei mir, wo ich doch sonst Österreich und Italien leerkaufe?

Tagebuch Mittwoch, 17. Oktober 2018 – Letztes Biergartenbier

Schreibtischtage geben fürs Blog weitaus weniger her als Archiv- oder Bibliothekstage, aber da müssen wir jetzt gemeinsam durch. Also: Normaler Tag, mieser Milchschaum, dafür erstmals so fies getampert, dass die Espressomaschine kaum IRGENDWAS rausgekriegt hat. Schmeckte aber großartig.

Vormittags einen Job beendet, den ich am Vortag begonnen hatte. Also „beendet“ wie in: Ich warte jetzt auf Feedback. Zum Mittagessen gab’s gnadenlos eine Leberkässemmel, denn die kräftigt ja bekanntermaßen, ist gesund und bekömmlich und heilt vermutlich auch Krebs. Ich bin seit der Wahlnacht immer noch angeschlagen, fühle mich matschig, will eigentlich um 16 Uhr ins Bett gehen, gähne stattdessen noch ein paar Stunden vor mich hin, falle um 23 Uhr um und schlafe so fest wie selten bis 7 durch. Ich gebe zu, das Durchschlafen ist toller als das ewige Wachliegen vor und während des Umzugs, aber da war ich gefühlt nie so erschlagen wie jetzt gerade. Anscheinend bin ich zu alt (oder zu memmig) geworden für konzentriertes Arbeiten am Abend bzw. in der Nacht.

Nachmittags einen zweiten Job begonnen, für den ich aber noch ein paar mehr Infos brauche, deswegen ist das eher Vorarbeit („ins Blaue texten“) als ernsthafte Copy. He, beim letzten Satz fiel mir der hübsche Zusammenhang zwischen „in Blaue texten“ und meinem neuen Arbeitszimmer auf. Alles richtig gemacht.

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#fromwhereiwork (Team Det. #mainzelmännchen)

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Noch schnell ein Käsebrot geschmiert, denn abends war ich mit dem ehemaligen Mitbewohner im Biergarten verabredet auf die vermutlich letzte Maß der Saison. Es wird in München gerade schon um kurz vor halb sieben dunkel, weswegen der Biergarten auch gegen 7 die letzte Runde anklingelte, was sich völlig absurd anfühlte. Mir ging es aber magentechnisch nicht ganz so gut (OMG VIELLEICHT VERTRAGE ICH KEINEN LEBERKÄS MEHR?), weswegen ich schon nach nicht mal einer Radlermaß und gegen halb acht schlappmachte. Wir fuhren in meine Wohnung, die der Herr noch nicht gesehen hatte und ließen den Abend am Küchentisch ausklingen (ich bei Wasser, unfassbar).

Melissa McCarthy Wants to Cheer You Up

Ein wie ich finde gelungenes Porträt von Taffy Brodesser-Akner über die wundervolle Melissa McCarthy. Ich bin immer etwas hin- und hergerissen, wenn man die Stimme der Autorin oder des Autors durchhört, aber hier fand ich es gut zu lesen und sinnvoll für die Story. (Die Kommentare sind sich da nicht so einig.)

„Originally, we were scheduled to go to a rage room, which, I think, is a place where you can beat things to death in a disturbing, passive-aggressive cry for help. Neither of us had ever been to one, but honestly, by the time it was suggested to me, it sounded like the cure of and for the century. I’ll probably never know. The local rage room was open for only 15 minutes on a Thursday, which we all found strange because, considering the state of the world, a rage room should maybe be open around the clock as a public service. (“You need to have them like Starbucks,” McCarthy told me later.)

Her publicist tried, but ultimately the rage room wouldn’t open early, not even for Melissa McCarthy, and she called to tell me that we would be changing to indoor sky diving at the iFly at Universal Studios. “I hope you see the metaphor here,” her publicist said to me. “She’s flying, she’s up high, she’s soaring.” I nodded and dutifully wrote this down. […]

A tall, athletic man who worked for iFly led us to change into purple jumpsuits that were made out of some environment-defiant mixture of nylon and other proprietary materials and forced us to watch an instructional video about all the safety and fun we were going to have. McCarthy was excited. I tried to be, too, but truthfully, I was still kind of bummed. A rage room! I could really find my way through a rage metaphor right now. I asked her why she wanted to do it in the first place. Was she as angry as the rest of us? She said it sounded fun. I asked her how she chose indoor sky diving as a runner-up. Was she ready to jet off and leave this earth and colonize another planet and start over like the rest of us? No, she said. The rage room was closed and this also sounded fun. I blinked.

I sat on deck, watching her take her turn. It had been a long time since I’d participated in an overt magazine stunt whose purpose was to set a scene for the opening paragraph of a story, to crystallize and illuminate a person for the reader and create a metaphor through which to weave a story — it’s just not done anymore. And I didn’t want to waste time flying just because it’s fun when we had a lot to talk about: The way the world has changed comedy, the grave wounds that make somebody go into this weird profession.

I looked from my notebook to the tube to my notebook to the tube, and yeah, I guess she was flying, she was up high, she was soaring. Then I noticed her face beneath her helmet: Her mouth and eyes open as round as her dimples, her face an expression of unmitigated wonder and joy, and there beyond the glass, I noticed for the first time just what a good time she seemed to be having.“

Tagebuch Dienstag, 16. Oktober 2018 – Schreibtischtag

Pünktlich um 7 aufgestanden, geduscht (die Farbdusche! Immer wieder ein Kracher!), auf dem Lieblingsplatz (Sofa am Balkonfenster) den üblichen Morgencappuccino getrunken (mieser Milchschaum), am Schreibtisch gearbeitet, in der Mittagspause einen Burger gegessen, weil arg hungrig, FAZ gelesen (musste noch ein bisschen vom Montag nachholen), den Nachmittag weiter am Schreibtisch verbracht, weswegen ich auch die zweite freiwillige Vorlesung im Semester ausfallen lassen musste (Geld geht jetzt wieder vor Bildung), abends nur noch ein Salamibrot, viel Wasser getrunken, eingeschlafen, sobald ich im Bett lag.

In der FAZ stand am Montag ein langer Artikel, der leider nur gegen Geld im Archiv abrufbar ist. Montags gönnt sich der Laden immer eine ganze Seite für Gastbeiträge, die gerne historische Themen behandeln, weswegen ich mich immer auf die Montagsausgabe freue. Dieses Mal ging es um Veränderungen in der Wirtschaft in der Zeit um 1968, ich zitiere mal den Untertitel des Artikels „Die Ressource Mensch“ von Bernhard Dietz: „Für die Unternehmen war ‚1968‘ eine mediale und politische Provokation. Zunächst reagierten sie mit kämpferischer Rhetorik nach außen, zunehmend aber auch mit Dialogbereitschaft, professionalisierter Öffentlichkeitsarbeit und schließlich mit Absorption von Kritik und Reformbereitschaft.“

Der Artikel beginnt mit der Feststellung, dass „1968“ gerne als Metapher für gesellschaftliche Umbrüche genutzt wird, die sich „im Bereich des Politischen, der Bildung oder in der Sphäre des Privaten“ ereignet haben, während aber die „Wirtschafts- und Arbeitswelt“ kaum beachtet werde. „Wenn aber ‚1968‘ im Kern eine Revolte gegen traditionelle Autorität und Hierarchie war und es letzlich darum ging, individuelle Freiheitsspielräume zu erkämpfen und neue Lebensstile zu erproben, dann liegt es auf der Hand, auch nach den Auswirkungen der Revolte auf die Unternehmen oder – allgemeiner gesagt – auf die westdeutsche Wirtschaft zu fragen. Allgemein gefragt: Mit welchen Strategien gelang es dem westdeutschen Kapitalismus, die Akzeptanz des Ordnungsmodells der ‚Sozialen Marktwirtschaft‘ aufrechtzuerhalten?“

Dietz beschreibt den Quasi-Neubeginn der westdeutschen Wirtschaft nach Kriegsende, deren Entwicklung sich mit der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung deckt – kurze Auseinandersetzung mit den Jahren 1933–45, dann gefälliges Ignorieren bis Verdrängen: „Mussten sich die Unternehmer in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch den Vorwurf gefallen lassen, Handlanger des NS-Systems gewesen zu zu sein, waren sie zu Beginn der 1950er Jahre schon bald unersetzbare Garanten für Prosperität und Stabilität. Geschickt inszenierten sie sich als ‚Kapitäne des Wirtschaftswunders‘, als ‚geborene Unternehmer‘, die dank harter Arbeit und einer gehörigen Spur Genialität den Wiederaufbau nach dem Kreig erfolgreich gesteuert hatten.“

„Zum Ende der 1960er Jahre wichen aber Selbstgewissheit und Zuversicht ersten Zweifeln und schießlich einer wachsenden Unsicherheit. Die Wirtschaftskrise 1966/67 hatte gezeigt, dass das kontinuierliche und ungebremste Wachstum vorbei war.“ Gleichzeitig änderten sich Öffentlichkeit und Berichterstattung über Wirtschaftsthemen. Dietz benennt die Fernsehsendungen Report und Panorama sowie Günter Wallraffs „Industriereportagen“, die 1966 erstmals erschienen. Ab den 1970er Jahren kritisierten auch Wirtschaftsmagazine wie Capital oder das Manager Magazin autoritäre Führungsstile und publizierten „Missmanagement-Geschichten“. Auch die Politik veränderte sich: „‚Wirtschaftsdemokratie‘ war seit dem Antritt der sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt im September 1969 offizielles Regierungsprogramm.“

Was mich überraschte: „Die Auseinandersetzung [der Wirtschaft] mit den Kapitalimuskritikern begann auf dem Feld der politischen Sprache. Der theorielastigen Argumentation der Studenten fühlten sich viele Wirtschaftsführer unterlegen.“ Woraufhin das Deutsche Industrie-Institut (seit 1973 Institut der deutschen Wirtschaft) inhaltliche und rhetorische Schulungen begann, damit die alten Kapitäne den Jungen ihren Mao um die Ohren hauen konnten. „Kurse wie ‚Marxismus für Manager‘ befriedigten ein zu Beginn der 1970er Jahre sprunghaft gestiegenes Bildungsbedürfnis in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft.“

Seit den 1970er Jahren änderte sich aber auch der Führungsstil vieler Unternehmen, das mittlere Management bekam mehr Bedeutung, „verhaltensökonomische und motivationspsychologische Ansätze“ hatten Konjunktur. Anders ausgedrückt: Es sollten beim Arbeitnehmer ständig neue Bedürfnisse geweckt werden, damit dieser sich entfalten könne – im für das Unternehmen produktiven Sinn natürlich. Dietz zitert das Buch „Führungspsychologie für Vorgesetzte“ von 1973: „Dabei handelt es sich keineswegs um Zwang oder Manipulation, sondern darum, zu erreichen, dass der Mitarbeiter in seiner Aufgabe aufgeht und sich mit ihr identifiziert.“

Die Frage der Identifikation mit dem Arbeitgeber ist für mich eine sehr spannende, denn genau das werfe ich gerade uns Marketinghanseln gerne vor: Die Agentur stellt hübsche Obstteller und eine teure Espressomaschine auf, veranstaltet üppige Weihnachtsfeiern und wir duzen uns alle auch mit den Chefs, aber dafür wird insgeheim erwartet, 60 Stunden statt der bezahlten 40 zu arbeiten, weil wir ja alle dicke Freunde sind. Nee, sind wir nicht, und deswegen mache ich um 18 Uhr Feierabend. Dietz: „Wer kooperative Führung und ‚Selbsterfüllung‘ als höchstes Ziel der eigenen Management- und Personalpolitik anbieten konnte, brauchte den Vorwurf der ‚Entfremdung‘ der Arbeit [ihr habt alle Marx erkannt, gell?] nicht zu fürchten. Entsprechend ließ sich so auch gegen die Notwendigkeit von gewerkschaftlicher Organisation auf betrieblicher Ebene argumentieren. Gewerkschaften waren in dieser Perspektive dann nur für überbetriebliche Belange in der Tarifpolitik und als Sozialpartner relevant. In Zeiten von immer weiter gehenden Mitbestimmungsforderungen war dies für die Unternehmen eine interessante Perspektive.“

Erst in den 1980er Jahren änderte sich laut Dietz wirklich etwas, die 35-Stunden-Woche kam, genau wie „flexible Lösungen zur Arbeitszeit“, die als „personalpolitische Antwort auf die Bedürfnisse zu mehr Individualitätsentfaltung und Autonomie in der Arbeit“ genutzt wurden. Und damit schließt der Artikel, dessen Schluss ich euch mal komplett abtippe, weil er eine Frage beantwortet, die ich mir beim Lesen auch gestellt habe, Stichwort Selbstausbeutung, Hobby als Beruf und Instagram-Influencer:

„Haben also die 1968er die autoritären Verhältnisse in den deutschen Unternehmen geschleift? Und haben sie darüber hinaus mit ihren Forderungen nach Entfaltung des Individuums und nach Selbstverwirklichung langfristig sogar das sozialkulturelle Fundament für den Neoliberalismus geschaffen? Sine sie gar die unfreiwilligen Ahnherren der zwanzig Jahre alten Influencerin, die heute als ‚unternehmerisches Selbst‘ im Zeichen der Selbstentfaltung schon ihr morgendliches Frühstück über die sozialen Medien vermarktet? Solche in der Soziologie populären Thesen sind anregend, aber entschieden einzuschränken. Empirisch belegbar ist: Die Kapitalismuskritik der 1968er forderte die Unternehmen heraus und sorgte für umfangreiche und vielfältige Investitionen vor allem im Bereich der Führungskräfteausbildung. Aber erst im Zusammenspiel mit medienhistorischen Veränderungen, mit politischem Reformdruck zu mehr ‚Wirtschaftsdemokratie‘ und mit dem Generationenkonflikt in der westdeutschen Wirtschaft kam es zu einem graduellen Verlust des Vertrauens in den westdeutschen Kapitalismus. Die alten Überzeugungs- und Legitimationsstrategien (Elite, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder) kamen um 1970 in eine Krise, und es bedurfte neuer Leitbilder, die um kooperative Führung, gesellschaftliche Verantwortung und Kreativität kreisten.

Dass aber um 1970 autoritäre Führungsstile oder das ‚Genie‘ des Unternehmers generell als nicht mehr ausreichend betrachtet wruden, hatte vor allem ökonomische Gründe: zum einen den seit den frühen 1960er Jahren voranschreitenden Prozess der Professionalisierung von Unternehmensführung, durch den Autorität eingehegt und formalisiert wurde; zum anderen den mit der Wirtschaftskrise von 1966/67 einsetzenden Paradigmenwechsel in der deutschen Industrie. In einer angebotsorientierten Konsumwirtschaft wurde Kreativität zur überlebenswichtigen Ressource, um in einem gesättigten Markt weiter Produkte zu verkaufen.

Daher zielten die neuen Managementtechniken darauf, die bisherigen als starr empfundenen – also kreativitätshemmenden – Ordnungen und Hierarchien aufzubrechen und neue unkonventionelle, motivierende und produktive Situationen zu schaffen. Der um 1970 geborene ‚neue Geist des Kapitalismus‘, dem wir die moderne Arbeitswelt mit ihren flachen Hierarchien, Kooperationen, Teams, Projekten und Netzwerken verdanken, hatte also nicht einen, sondern viele Väter [und Mütter, ähem]. Das ‚1968‘ der Manager gehört zweifelsfrei dazu.“

Das Thema finde ich spannend, ich werde mir mal den von Dietz mitherausgegebenen Tagungsband Wertewandel in der Wirtschaft und Arbeitswelt (2016) ausleihen und weiterlesen. Wenn ihr noch weitere Buchtipps zu Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik für mich habt, gerne her damit.

(Alle Zitate: Dietz, Bernhard: „Die Ressource Mensch“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2018, S. 6.)

Tagebuch Montag, 15. Oktober 2018 – Matschbirne

Ich wollte mir Montag bewusst einen freien Tag gönnen, weil der Wahlsonntag so arbeitsreich war (und aus Gründen noch arbeitsreicher als vorher geahnt). Das war nötiger als ich dachte: Ich wachte zwar schon um 7 auf, wurde aber den halben Tag nicht richtig wach und fühlte mich, als ob ich die Nacht durchgefeiert hätte. Das hatte ich schon lange nicht mehr, dieses Matschkopfgefühl. Anscheinend sind über sechs Stunden konzentriertes Arbeiten mit Ärgerinseln bis halb ein Uhr morgens doch anstrengender als gedacht.

Ich schenkte mir gleich die erste freiwillige Vorlesung in diesem neuen Semester um 12 Uhr, aber am frühen Nachmittag hatte ich ein berufliches Meeting, für das ich vor die Tür musste. Das war doch ganz schön, durch das warme München zu spazieren, ein gutes Briefing zu bekommen und erfreuliche Jobaussichten zu hören. Danach war aber wirklich alle Energie aufgebraucht und ich bekam Kopfschmerzen. Statt zu kochen holte ich mir zwei Semmeln mit viel Körnerkram und vom Lieblingsmetzger schönen Schinken, was ich mit bergeweise Cherrytomaten und Gurkenscheiben verzehrte, während ich bei ein paar Folgen The Bold Type auf Amazon Prime wegdämmerte.

Die Serie habe ich erst vor wenigen Tagen entdeckt und finde sie trotz Schwächen ganz reizvoll. Es geht um drei Damen Mitte 20, die bei einem fiktiven Frauenmagazin angestellt sind, eine als Autorin, eine als Social-Media-Chefin (Führungsrolle! Sehr schön) und eine als Assistentin, die aber noch andere Karrierewünsche hat. Die Serie schafft es, sehr aktuelle Herausforderungen gut abzubilden, auch wenn natürlich (bis jetzt jedenfalls) alles immer irgendwie gut ausgeht, sei es ein Shitstorm online oder Beziehungskrempel. Ich bin zwar jedesmal irritiert davon, dass die unglaublich attraktiven Frauen mit langen Wimpern und Lippenstift aufwachen und trotz ihres angeblich winzigen Budgets zum Leben in jeder Szene neue Klamotten tragen, aber das kann ich der Serie verzeihen, denn die Dialoge klingen für mich gut und die drei Hauptcharaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Und, Pluspunkt, wenn ich richtig aufgepasst habe, war in acht Folgen das Thema Essen, Körper, Diät oder generell das eigene Aussehen noch nie Thema.

Tagebuch Sonntag, 14. Oktober 2018 – Wahlhilfe

Mein Wecker klingelte bereits um 6 und zwar nicht, weil ich Sport treiben, sondern weil ich in Ruhe frühstücken und Kaffee trinken wollte, bevor ich mich um 7.15 Uhr ins Wahllokal aufmachte, um dort Wahlhilfe zu leisten. Ab 7.30 Uhr wuselten wir zu fünft in einer Grundschule herum, um uns noch geschätzt acht weitere Wahlräume (sehr praktisch – wenn irgendwo eine Schere fehlt, geht man nach nebenan). Wir entsiegelten die Urnen, in denen unser ganzes Arbeitsmaterial lag: die Stimmzettel natürlich (erstmal kontrollieren, ob es auch die richtigen sind), aber auch Siegel, um die Urnen wieder zu versiegeln, Stifte und Aushänge für die Wahlkabinen („Bitte nur einzeln eintreten“), Tesafilm, um diese Aushänge anzubringen und so weiter. Mich interessierte zunächst das Wählerverzeichnis, denn als Schriftführerin war das die Unterlage, in der ich meinen halben Arbeitstag rummalen würde bzw. die Wähler und Wählerinnen abhakte, die mir ihre Wahlbenachrichtigung vor die Nase hielten. Dort fand ich auch die Log-in-Daten für den Laptop, mit dem in München, wie auch schon bei der letzten Bundestagswahl, der Tag und die Stimmauszählung dokumentiert wurde.

Was anders war: Es gab nicht nur einen Stimmzettel, sondern vier (Land- und Bezirkstagswahlen), und zwei davon waren ungefähr einen Quadratmeter groß. Ich ahne, dass die Schlangen vor den Wahlräumen, über die gestern viel getwittert und geschrieben wurde, auch deshalb so lang waren, weil die Leute sich ganz in Ruhe den ganzen Riemen durchgelesen haben. Irgendwann wiesen wir die Wartenden auf unsere ausgehängten Muster hin, an denen sie sich schon mal vorab orientierten konnten, weil die Schlange gefühlt nie wirklich kürzer war oder sogar abbrach. Bei der Bundestagswahl konnten wir durchaus zwischendurch mal aufs Klo gehen, die von Wählenden mitgebrachten Crossaints oder Kaffees verzehren, aber hier musste man sich die wenigen Minuten sehr erkämpfen und ein Kollege oder eine Kollegin musste den eigenen Job kurz übernehmen, weil immer jemand wählen wollte. Was super ist! (Das sahen wir beim Auszählen am späten Abend natürlich irgendwann alle anders, sorry dafür, liebe Wählenden. Immer schön weiterwählen.)

Auch neu: Eine Radioreporterin von B2 begleitete uns eine gute Stunde lang, nahm O-Töne davon auf, wie wir mit den fitzeligen Siegeln kämpften oder eine Kollegin verzweifelt den Kloschlüssel suchte, der doch bei den anderen Wahlen immer hier so schön an der Wand gehangen hatte. Sie stellte uns auch Fragen, falls wir Zeit hatten, und ich hoffe, ich habe keinen komplett übermüdeten Quatsch von mir gegeben. Ich habe das Stück (noch) nicht online gefunden. (Edit: Danke an Heiko, der mir den Link zugeschickt hat. Müsste noch eine Woche lang hörbar sein, der kleine Schnipsel.)

Ich selbst wählte kurz vor meiner Ablösung in genau dem Lokal, in dem ich auch Wahldienst hatte, wie praktisch. Der Schichtwechsel war fliegend, ich war die letzte aus unserer Truppe, die ging, und wir versammelten uns abends um kurz vor 18 Uhr wieder, um das Auszählen zu beginnen.

Hiervon verschweige ich im Blog mal das meiste, aber die Kurzfassung: Bei der Schulung hatte uns der Leiter gesagt, wenn wir richtig gut seien, könnten wir gegen 20 Uhr mit allem durch sein. Das haben wir ihm schon damals nicht geglaubt, denn die niedliche Bundestagswahl mit ihrem einen Zettel, den wir nur zweimal nach Erst- und Zweitstimme sortieren und dann auszählen mussten, hatte uns bis um diese Zeit beschäftigt. Gestern waren es, wie gesagt, vier Zettel, und die beiden großen waren ein einziger Schmerz im Arsch. Alleine das Sortieren war deutlich mehr Arbeit als bei normal großen Zetteln. Man konnte nicht einfach mal einen Schwung an die Kollegin auf der anderen Tischseite rüberreichen, sondern musste durch den ganzen Raum gehen, weil die Dinger so viel Platz einnahmen. Man rannte sich ständig um, denn wir waren zu zehnt, worüber ich sehr dankbar war; mit den üblichen sieben Bundestagswahlhanseln wären wir vermutlich erst um 3 Uhr morgens zuhause gewesen. Und dann das Auszählen der einzelnen Stimmen. Für die Parteien war das halbwegs einfach, aber auf den beiden großen Zetteln gab es pro Partei teilweise 50 Direktkandidat*innen, die alle einzeln aufgelistet werden mussten. Nur für die Grünen – wie in großen Teilen Münchens auch bei uns die mit Abstand stärkste Kraft – brauchten wir eine Stunde pro großem Zettel.

Für mich als Schriftführerin gab es noch ein weiteres, sehr großes Ärgernis, das mich den ganzen Abend beschäftigte und irritierte und was ebenfalls dazu führte, dass das Zählen sehr lange dauerte, aber darüber blogge ich nicht. Drei Beisitzer*innen schickten wir gegen halb 12 nach Hause, wir anderen saßen noch bis halb eins und dokumentierten unser Wahlergebnis. Erst dann konnte eine der netten Beisitzerinnen die Wahltasche mit Ergebnis, Wählerverzeichnis und Zeug wegbringen, während wir anderen die Arbeitsmaterialien und sortierte Stimmzettel wieder in die Urnen verpackten, auf die der arme Hausmeister unserer Schule schon müde wartete.

Neben dem unhandlichen Zeug, das wir stundenlang in den Händen hatten, nervten natürlich auch die fiesen Kinderstühle, und ich spürte sowohl meine Füße als auch meine Lendenwirbelsäule etwas, als ich nach Hause schlich. Ich war zu aufgedreht, um sofort zu schlafen, lungerte noch ein bisschen auf Twitter herum, trank all das Wasser, was ich im Wahllokal nicht getrunken hatte, weil ich nicht gedacht hätte, es zu brauchen und deswegen nichts dabeigehabt hatte, und schlief dann fest und traumlos bis kurz vor 7. Einmal nicht den Wecker gestellt – scheint dem inneren Wachhund aber inzwischen auch egal zu sein.

Zitronen-Frischkäse-Torte

Ich habe mal wieder zu meinem ältesten Backbuch gegriffen, das 1993 erschienen ist; hier ist die Ausgabe mit Blick ins Buch von 2005, das noch ziemlich genauso aussieht. Das mache ich gerne, wenn ich Basisrezepte nachkochen oder -backen will, weil eben genau diese in diesem Buch bzw. dem Koch-Äquivalent stehen – das Kartoffelgratin-Rezept aus letzterem Buch ist von keinem anderen übertroffen worden, das ich in den letzten zehn Jahren ausprobiert habe. Generell gilt bei beiden: kein Schnickschnack, aber immer gut. So wie dieses kleine Törtchen, das recht schnell und simpel in der Zubereitung ist und dann einfach nur noch im Kühlschrank festwerden muss. Mein neuer Kühlschrank hat das in zwei Stunden geschafft, yay!

Wer dieses Rezept mit dem von der Philadelphia-Website vergleichen will: klick! Hier: mehr Gelatine, drüben: mehr Frischkäse, etwas mehr Butter, 10 g weniger Zucker und vor allem Jogurt statt Sahne. Geschmacklich mochte ich diese Version lieber, weil sie einerseits etwas lockerer ist (klar: Sahne), aber das liegt auch daran, dass Zitrone immer gegen alles gewinnt.

Für eine Springform mit 24 Zentimetern Durchmesser.

150 g Löffelbiskuits (ca. 15 Stück) zerbröseln. Bei mir passiert das immer nur grob, weil ich so ungerne mit meinem Nudelholz auf Dingen rumkloppe.
100 g Butter schmelzen. Butter mit Biskuitbröseln vermischen und auf dem Boden der Springform gleichmäßig festdrücken. Im Kühlschrank parken.

10 Blatt weiße Gelatine in kaltem Wasser einweichen. (Ich hatte nur noch neun, haben auch gereicht.)

250 g Frischkäse mit
80 g Zucker und
Saft und Schale von zwei Bio-Zitronen glattrühren.

500 ml Sahne steifschlagen.

Die Gelatine ausdrücken, dann in einer Metallschüssel in kochendes Wasser halten und umrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Unter die Frischkäsemasse ziehen. Die Sahne unterheben, alles in die Springform geben und glattstreichen. Die Torte im Kühlschrank festwerden lassen. Fürs Foto mit Zitronenscheiben belegen, die man dann aber nicht mitessen muss. Ähem.

Flammkuchen

Wieder ein Rezept, das ich mir nur notiere, damit ich nicht dauernd googeln muss. Untenstehendes Rezept ist für den klassischen Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln, der Teig funktioniert aber auch hervorragend für weitere Beläge wie Äpfel und Zwiebeln (Rezept aus Deutschland vegetarisch) oder sogar süß wie Äpfel mit Zimt und Zucker. Zunächst dachte ich, das Olivenöl würde beim süßen Flammkuchen stören, aber das schmeckt man nicht durch. Wer ganz sicher gehen will, nimmt Sonnenblumenöl.

Der Flammkuchen darf ruhig noch länger im Ofen bleiben als bei mir, dann wird er knuspriger und gebräunter. Ich mag ihn eher so halbknusprig.

Für zwei Flammkuchen.

15 g frische Hefe mit
1 Prise Zucker in
150 ml lauwarmem Wasser auflösen. Zehn Minuten rumstehen lassen.

In einer Schüssel
250 g Mehl, Type 405, mit
1 TL Salz und
4 EL Olivenöl vermischen. Das Hefewasser dazugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Notfalls etwas mehr Mehl dazugeben. Den Teig zu einer Kugel formen und in einer abgedeckten Schüssel für eine Stunde gehen lassen. Bei mir waren es zwei, ich hatte dann doch später Hunger als gedacht. Aber dem Hefeteig ist das netterweise egal. Der kann übrigens auch prima im Kühlschrank rumliegen, falls ihr nur einen Flammkuchen essen möchtet und den nächsten morgen.

Den Teig dünn ausrollen und mit ein paar Löffeln Crème fraîche oder saurer Sahne bestreichen. Gewürfelten Speck und in Ringe oder Scheiben geschnittene Zwiebeln drauf und alles im auf 225 Grad vorgeheizten Ofen auf der untersten Schiene für 12 bis 15 Minuten backen. Wer mag, streut noch Schnittlauch darüber. Sofort servieren.

Falls ihr lieber Äpfel und Zwiebeln und einen Hauch Käse dazu möchtet:

Ein Ei mit 100 g Frischkäse und 40 g geriebenem Bergkäse vermischen. Mit schwarzem Pfeffer würzen. Eine rote Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Einen Apfel schälen, entkernen und in Ringe oder dünne Scheiben schneiden. Die Frischkäsemischung auf den ausgerollten Teig geben und mit Apfel- und Zwiebelscheiben belegen, mit Salz und Pfeffer würzen, wie oben angegeben backen.

Für die süßen Flammkuchen:

Ein paar Löffel Frischkäse mit Zitronensaft, Zimt und Zucker vermischen und auf den Teig streichen. Einen Apfel pro Flammkuchen entkernen (schälen ist nicht unbedingt nötig), in dünne Scheiben schneiden und den Flammkuchen damit belegen. Wer’s mag (ich immer), streut noch ein bisschen Zimt und Zucker auf die Äpfel; das geht aber auch nach dem Backen noch.

Geschmortes Paprikagemüse

Schmeckt zu Nudeln und Reis, aber noch besser mit einem Schuss Rotweinessig als Antipasto mit Ziegenfrischkäse auf gerösteten Brot. So esse ich das jedenfalls seit Tagen. Mal wieder ein Rezept aus Deutschland vegetarisch.

800 g rote und gelbe Paprika (bei mir nur rote) mit einem Sparschäler schälen. (Beim ersten Versuch hatte ich das vergessen, schmeckt auch.) Boden, Deckel und Trennwände entfernen, Paprika entkernen und in grobe Stücke oder Streifen schneiden.

1–2 rote Zwiebeln achteln.

1 Knoblauchzehe fein hacken, mit
1 EL rosenscharfem Paprikapulver,
1 TL edelsüßem Paprikapulver,
1 EL Tomatenmark und
1 EL Honig vermischen.

Zwiebeln und Paprika in heißem Sonnenblumenöl für fünf Minuten anbraten. Danach die Tomatenmarkmischung für eine Minute mitbraten. Alles mit 500 ml Gemüsebrühe ablöschen und offen für circa 15 Minuten dicklich einkochen. Mit Salz würzen.

Was schön war, Mittwoch, 10. Oktober 2018 – Farbmeditation

Saturn und Hermes hatten mir angekündigt, meinen Kühlschrank zwischen 7 und 11 Uhr anzuliefern. Ich stellte quengelig den Wecker auf 6, denn der Abend vorher war etwas länger geworden als geplant, weswegen meine übliche Aufstehzeit von 7 echt nett gewesen wäre, aber was tut man nicht alles für ein großes Elektrogerät.

Natürlich war ich noch vor dem Wecker wach und stand um 5.30 Uhr auf, duschte im Dunklen und dachte dann, hey, Sonnenaufgang angucken, während ich Kaffee trinke. Ich setzte mich auf meinen neuen Lieblingsplatz, das Schlafsofa gegenüber vom Schreibtisch im blauen Arbeitszimmer, von wo ich über den Balkon in die Weite gucken kann, trank Kaffee … und wartete, bis mir gegen 6 Uhr einfiel, dass die Sonne erst nach 7 aufgeht. Also guckte ich sinnlos ins Dunkle, fand es aber trotzdem sehr schön und machte mich irgendwann tagfertig, ging nach unten zum Briefkasten, um die Zeitung zu holen, und merkte oben, dass ich um 6.37 Uhr einen Handyanruf erhalten hatte. Das waren wohl die Lieferjungs, die sich ankündigen wollten. Die Online-Sendungsverfolgung erzählte was von 9 bis 9.10 Uhr als Lieferfenster, aber ich wartete nun noch gespannter. Um 7.15 Uhr klingelte es dann auch ernsthaft – quasi mit dem Sonnenaufgang – und ich hörte zwei Herren zu, wie sie meinen Kühlschrank vier Stockwerke nach oben wuchteten.

Eigentlich gebe ich immer so fünf Euro Trinkgeld pro Nase, hatte aber entsetzt festgestellt, dass der nette Bierabend mein Portemonnaie etwas geflöht hatte – ich hatte nur noch einen Fünfer und einen Zwanziger im Haus. Als ich die Herren so komplett außer Atem, aber trotzdem noch höflich grüßend vor mir sah, tauschte ich den Schein in der Hosentasche ganz schnell aus.

Ich hatte zudem einen Türanschlagswechsel geordert, wir stellten nun aber gemeinsam fest, dass es sinnvoller wäre, darauf zu verzichten. Die Order wurde online rückgängig gemacht, die Herren stellten das Gerät schnell auf, gaben noch ein paar Tipps und bekamen dementsprechend den Zwanziger zugesteckt, über den sie sich offensichtlich freuten, was mich wiederum freute.

Dann war es halb 8 und ich fühlte mich, als hätte ich die Nacht durchgemacht, obwohl ich noch nichts erledigt hatte außer zu duschen und rumzusitzen. Auch den Rest des Tages fühlte ich mich irgendwie gläsern und dünnhäutig, nicht im Sinne von angreifbar und nah am Wasser, aber halt so, als ob einem Schlaf fehlt, man aber gar nicht müde ist. Ich hatte nichts Dringendes mehr in der Wohnung zu basteln, und ich wusste, der nächste Job würde heute auf meinem Tisch landen, weswegen ich mir gestern bewusst eine Auszeit von allem nahm. Ich las viel, ging spazieren, kaufte ein, räumte die Einkäufe knurrend noch in den alten Kühlschrank, denn der neue musste erstmal rumstehen, bevor ich ihn anschalten durfte, und dann musste er rumstehen, bevor man Dinge in ihn reinwirft, aber abends räumte ich dann um und staunte über den irrwitzig vielen Platz, den ich auf einmal in Augenhöhe hatte.

Das Schönste am Tag war die Stunde im Schlafzimmer, die ich nachmittags dort verbrachte. Irgendwann war ich wirklich bettreif und erinnerte mich selbst daran, dass ich nicht krumm und schief auf dem Sofa wegnicken müsste wie in den letzten Jahren, sondern dass ich wieder ein herrliches Bett hatte, das auf mich wartete.

Die Tür vom Schlafzimmer zum Arbeitszimmer ist immer offen, auch nachts, weil ich das schön finde, in einen weiteren Raum gucken zu können. So legte ich mich ins Bett, und sobald ich lag, merkte ich, dass ich gar nicht schlafen wollte. Stattdessen lag ich eine Stunde nur rum und guckte kopfleer in die Gegend. Ich besah mir meine dunkelgraue Schlafzimmerwand und behaupte, im richtigen Licht doch einen bräunlichen Unterton zu entdecken, der für mich eigentlich der Kaufgrund für diese Farbe gewesen war. Ich erfreute mich am Lotto-Kunstdruck auf den weißen Kommoden, obwohl ich ihn vermutlich demnächst für einen noch zu rahmenden Leo von Welden austausche, eine Lithografie, die mir die Künstlertochter geschenkt hatte und die ein christliches Motiv zeigt, also das Sujet, das ich von ihm am liebsten mag. Dann schaute ich durch die strahlend weiße Tür ins blaue Arbeitszimmer, das im warmen Südlicht vor sich hinleuchtete, dann wieder zurück zum kühlen Graubraun, dem hellen Fußboden, der offenen Tür in den Flur. Es fühlte sich meditativ und zufrieden an, ich war sehr ruhig und still und merkte einfach nur, wie gut es mir gerade ging. Das war sehr schön – zu merken, wie gut es einem geht und dass gerade alles in Ordnung ist.

Tagebuch Dienstag, 9. Oktober 2018 – Alltag

Morgens Zeug in den Keller geschleppt. Jetzt steht nichts mehr vom Umzug oder der Farbenschlacht in meiner Wohnung, bei dem ich immer, wenn ich es sehe, denke: „Ach ja, das musst du noch runterbringen.“

Zwei leere Spezi-Kisten zum Supermarkt getragen, die der dortige Pfandautomat nicht erkennen wollte. Die freundliche Kassiererin zog aus dem Lager eine gleichwertige Bierkiste – „Versuchen Sie’s mal damit“ –, aber auch das ging nicht. „Dann machen wir das nachher handschriftlich an der Kasse, ich kenn Sie ja.“

Brotteig angesetzt, immer wieder das Weizenbrot. Irgendwann traue ich mich noch an die anderen Rezepte im Buch, aber das hier gelingt halt so gut wie immer. Sieht nicht immer so hübsch aus, schmeckt aber stets.

Einen Schwung Klamotten zum Altkleidercontainer geradelt. Ich hatte in Erinnerung, dass am Alten nördlichen Friedhof einer steht, aber das waren Container für Kunststoffe und Zeug. Netterweise wusste dieses Interweb, wo der nächste Container für mich war und genau dorthin fuhr ich dann auch.

Über zwei Stunden mit dem Schwesterherz telefoniert, viel erfahren.

Berufliche Mails geschrieben und gelesen, ebensolche Telefonate geführt, neues Job-Dokument angelegt.

Mit meinem Wahlvorstand für den nächsten Sonntag telefoniert, ob ich Früh- oder Spätschicht machen soll. Habe die gewünschte Frühschicht bekommen. So kann ich ein kleines Nachmittagsschläfchen in den Tag einbauen – eine Ruhezeit, die man als Kind nie zu würdigen wusste –, um dann frisch und erholt zum Stimmenauszählen wieder ins Wahllokal aka die Wahlgrundschule zu gehen.

Den Abend in äußerst charmanter Gesellschaft bei einigen kleinen Bieren verbracht.