Dienstag, 6. Januar 2026 – Neue CD
Ich erwähnte bereits, dass F. mir drei CDs zu Weihnachten geschenkt hatte; die eine mit sämtlichen Werken für Cello und Klavier von Bohuslav Martinů hörte ich gestern erstmals aufmerksam durch. Ich lege euch hiermit die Cello-Sonate Nr. 3 (1952) ans Herz und frage alle Musikexpert*innen an den Empfangsgeräten: Gibt es einen Begriff für den Übergang aus weiß der Geier welchen Tonarten zu diesem satten Akkord, wie es hier bei Nummer 1 und knapp vor Nummer 2 auf dem Notenblatt zu hören ist? Oder hier im zweiten Satz meines Lieblingsstücks, dem Cello-Konzert Nr. 1, zum Beispiel bei Minute 15:51? Ich meine, es ist kein reiner C-Dur-Akkord, aber meine Notenlesekenntnisse sind gefühlt alle von vor Jahrzehnten.
Ich verbinde mit Martinů immer diese dramatische Auflösung, in der alles zusammenkommt und sich einig ist und alles gut wird. Diese bestimmte Klangfarbe, die gefühlt mehr ist als ein simpler Dur-Akkord, kriegt er warum auch immer in meinen Ohren unnachahmlich hin, und sobald einer dieser Akkorde erklingt, stellen sich meine Nackenhaare auf und es fühlt sich an, als ob mir die Welt den Kopf tätschelt.
Der zweite Satz des 1. Cello-Konzerts ist mein Favorit für die Tage, an denen ich und alles um mich rum mal runterkommen muss; er steckt voller dieser Akkorde. Der Satz fängt hier an und dauert gute zehn Minuten. Vielleicht habt ihr ja heute dooferweise so einen Tag. Aber keine Bange, Martinů ist für euch da.