The Blind Side

The Blind Side (Blind Side – Die große Chance) erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte von Michael Oher, der seit 2009 bei den Baltimore Ravens Profi-Football spielt. Als eines von zwölf Kindern einer cracksüchtigen Mutter hatte er eine Kindheit und Jugend, die ihren Namen wahrscheinlich nicht wirklich verdient hat. Ein Bekannter bringt ihn auf einer Privatschule unter, indem er seine sportlichen Talente auslobt, die sich damals rein auf seine Körpergröße und -breite beschränkten. Mithilfe aufmerksamer Lehrer_innen schafft es Oher, halbwegs im Unterricht mitzukommen. Seine häusliche Situation ist allerdings nicht ganz so rosig: Als sein Bekannter ihn irgendwann vor die Tür setzen muss, schläft er in Waschsalons, in denen er seine zwei Shirts und Hosen immer wieder wäscht. Eines Nachts läuft er frierend durch die Straßen, als Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock, für diese Rolle Oscar-prämiert), deren zwei Kinder auf die gleiche Schule wie Oher gehen und ihn kennen, mit der gesamten Familie an ihm vorbeifährt – dann anhält, ihn fragt, ob er einen Platz zum Schlafen habe und ihn kurzerhand mit nach Hause nimmt. Wobei „nach Hause“ bedeutet, in eine riesige Villa, denn sie und Gatte Tuohy besitzen dutzende von Fastfood-Restaurants und sind deshalb nicht ganz arm.

Spätestens hier ahnt man, wohin die Reise geht, wenn man sich nicht vorher sowieso schon den Wikipedia-Artikel zu Oher durchgelesen hat. Und wenn die Geschichte eben nur das wäre – eine Geschichte –, wäre sie fies schmalzig und komplett unglaubwürdig. Aber sie ist wahr: Aus dem für dumm gehaltenen Jugendlichen wird ein guter Schüler und College-Student, der schließlich in der NFL spielt.

The Blind Side erzählt die Story sehr geradeaus und überraschungsarm, lässt sich aber trotzdem sehr gut weggucken. Mehr dann aber auch nicht, denn der Film lebt eben von seiner Geschichte und nicht von wilden Kameratechniken oder einem tollen Soundtrack. Bullock ist kaum wiederzuerkennen als äußerst resolute Soccer-Mom, die hier eher Football-Mom ist, die den armen Coach von der Seitenlinie aus anbrüllt, wie er ihren Sohn zu trainieren habe und schließlich selbst aufs Spielfeld marschiert, um Oher zu erklären, was ein Offensive Tackle eigentlich so macht. Ihre Attitüde – ich weiß, was gut für euch ist, ob ihr wollt oder nicht – ist extrem anstrengend, aber hat ja anscheinend Früchte getragen (was sie nicht weniger anstrengend macht). Ich mochte allerdings die Gradlinigkeit der knallharten Oberfläche, die gnadenlos alle Gefühle bzw. Sentimentalitäten unterdrückt. Und der Film wird seiner Figur auch zum Schluss beim tränigen Finale nicht untreu: Auch hier darf Bullock weiter knarzig sein und muss nicht doch typisch-weiblich anfangen, vor allen zu flennen und große Reden zu schwingen. Ihre Tränen sind privat, und das ist auch gut so, und manchmal sind wenige Worte besser als die üblichen Floskeln in XXL.

Der Bechdel-Test:

1. Es müssen mindestens zwei Frauen mitspielen, die
2. miteinander reden
3. und zwar über etwas anderes als Männer.

1. Leigh Anne, ihre Tochter, diverse Lehrerinnen, die Mutter von Michael Oher und eine Angestellte der NAACP, die allerdings nicht mit anderen Frauen redet, sondern nur mit Oher.
2./3. Leigh Anne redet logischerweise mit ihrer Tochter; sie spricht auch mit Ohers biologischer Mutter, die Lehrerinnen sprechen ebenfalls über ihn, was ich aber nicht als „über Männer reden“ bezeichnen würde. In die Kategorie fällt nur „Oh, er hat so schöne blaue Augen, ob er mich auf ein Kaltgetränk einlädt, wenn ich ihn lang genug anlächele?“

Bechdel-Test bestanden? Ja.

Surrogates

Der Film wird in meiner Erinnerung etwas Besonderes bleiben, denn er ist der erste, den ich mir aufs iPad geladen habe, um im Zug was wegzugucken zu haben. Doof, dass es so ein Gegrütze war.

Surrogates (Surrogates – Mein zweites Ich) beruht auf einem Comic, den ich nach dem Film mal entspannt vom Wunschzettel genommen habe. Die Grundidee ist allerdings nicht doof: In einer nicht allzu fernen Zukunft kann sich jeder ein Surrogate leisten, einen Roboter, den man per Gedankenübertragung steuert, während man entspannt zuhause rumliegt – während das Surrogate draußen den Job erledigt, die Wäsche aus der Reinigung abholt und einkauft, aber auch auf Partys geht und mit wildfremden anderen Surrogates rumknutscht. Das Spannende: Den Surrogates kann nichts passieren, sie sind so gut wie unzerstörbar. Und: Sie entsprechen einem seltsamen Idealbild, das der Besitzer von sich hat. Als ich zum ersten Mal Bruce Willis gesehen habe, musste ich wirklich lachen, so glattgepostet und rosig sah der Mann aus. Er sah allerdings auch kaum noch menschlich aus, sondern eher wie Barbies Ken, und alle Surrogates um ihn herum auch. Nur glatte, belanglose Figürchen, während die Besitzer zuhause liegen und altern und ihr Leben von ihrem zweiten Ich leben lassen.

Natürlich gibt es zu dieser wunderbaren Zukunftsvision einen Gegenentwurf: Eine kleine Gruppe „Radikaler“ weigert sich, den Surrogate-Quatsch mitzumachen und lebt in einem selbstgewählten Reservat, in dem hochentwickelte Technik verboten ist. Und ich habe mich auf einmal viel wohler gefühlt, als „echte“ Menschen zu sehen waren, mit Pickel, Bartstoppeln, verwuschelten Haaren und einem Wohlstandsbäuchlein überm Hosenbund.

Die Story ist leider ziemlich vernachlässigenswert, weil man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, sich vor den Plastikfressen zu gruseln. Ein Bösling entwickelt eine Waffe, mit der er Surrogates zerstören kann – und die dummerweise den Menschen dahinter auch gleich erledigt. Bruce ist der Cop, der den Fall lösen soll, was er natürlich tut, er ist schließlich Bruce, und zum Schluss haben wir alle was gelernt. Naja.

Der Bechdel-Test:

1. Es müssen mindestens zwei Frauen mitspielen, die
2. miteinander reden
3. und zwar über etwas anderes als Männer.

1. Es spielen ein paar wenige Frauen mit: Bruce hat eine weibliche Kollegin, die mit ihm den Fall klären muss, und er ist verheiratet.
2. Wenn ich mich richtig erinnere, reden die wenigen Frauen im Film nicht miteinander.

Bechdel-Test bestanden? Nein.

LeseHILFE!

Das schönste Lesezeichen der Welt heißt help!, und ich habe es bei Beton & Garten gefunden.

Buchtipp

Stevan Paul schreibt über Den Tagen mehr Leben geben von Dörte Schipper. Das Sachbuch erzählt vom ehemaligen Sternekoch Ruprecht Schmidt, der Menschen im Hospiz ihre eventuell letzte Mahlzeit serviert.

Mündliche Mutprobe

Ich war neulich zum zweiten Mal im Trific, unter anderem, um die Erdbeeren endlich mal halbwegs scharf zu fotografieren, denn die habe ich natürlich nochmal gegessen. Außerdem habe ich so endlich Christian kennengelernt, auf dessen schönes Bloglayout ihr gerade alle schaut (alle außer den DRÜCKEBERGERN AUS DEM FEED!), Frau Monalisa und hammwanich mit charmanter Begleitung. Little Jamie und Isa kannte ich schon, aber das macht das Treffen ja noch netter.

Ich habe mich sofort auf den Gelben Muskateller gestürzt und dann todesmutig eine Vorspeise mit Tintenfisch bestellt, dem ich bisher immer weiträumig ausgewichen bin. Tintenfisch ist so ein Viech, bei dem ich mich wirklich frage, wie jemals wer auf die Idee gekommen ist, das essen zu wollen. Ist da mal ein Oktopus in einem Fischerboot gelandet und Herr oder Frau Fischer haben sich gedacht, ach guck mal, gleich acht Arme, da werden endlich mal alle satt und vorportioniert isses auch schon, oder was?

Im Zuge meiner neuen Liebe zum Kochen und Genießen habe ich mir aber vorgenommen, nicht immer die sichere Bank von der Karte zu bestellen – also das Zeug, das ich kenne –, sondern auch mal irgendwas, was ich noch nie gegessen habe. Diesmal also Tintenfisch. Der genaue Name der Vorspeise war Risotto mit Calamaretti, Erbsen und Spargelpesto und hat, wie alles in dem Laden, grandios geschmeckt. Ich hatte mir unter Calamaretti naiv kleine Stücke von Tintenfisch vorgestellt, die nicht mehr erkennen lassen, von was sie abgeschnitten wurden. Auf dem Teller lagen dann allerdings drei winzige Kraken und warteten darauf, in meinen Mund zu wandern, worauf ich meinen neuen kulinarischen Mut doch ein bisschen in die Ecke werfen und ein Käsebrot bestellen wollte.

Aber wer nicht wagt, der wird nicht satt. Also nicht lange darüber nachgedacht, wieviele Beinchen da gerade über meine Zunge wandern, rein damit – und lecker war’s! Weitaus weniger gummiartig als ich gedacht hatte und dazu äußerst schmeckig gewürzt.

Zwei Stühle weiter landete eine andere Vorspeise vor zwei Gästen: Austern. Auch noch nie gegessen, und Isa und ich quietschen dann auch ein wenig memmenhaft rum, was Jamie dazu hinriss, uns gnadenlos eine Auster anzubieten. Ich dachte, wenn ich schon Zeug mit Tentakeln essen kann, kann ich auch Mollusken essen. Die Schale war viel schwerer als ich erwartet hatte, und sie roch sehr frisch und salzig. Und so hat die Auster dann auch geschmeckt: ein bisschen wie schales Meerwasser, aber nicht langweilig oder unangenehm. Auch hier: kein Glibber, kein Gummi, einfach ein neues Essgefühl und ein einzigartiger Geruch in der Nase.

Ich werde beim nächsten Mal nicht unbedingt die Fischplatte Surprise ordern, aber ich war mal wieder sehr dankbar für ein paar neue Erfahrungen. Auch wenn ich nach der Auster relativ schnell einen großen Schluck Wein genommen habe. Und jetzt, nach dem Tippen, nehm ich noch einen, denn wie mir die Wikipedia verraten hat – im Gegensatz zur edlen Spenderin der Auster –, war die Muschel noch lebendig. Jetzt hab ich tagelang ein schlechtes Gewissen. (Und kann nie wieder über die Deppen beim Dschungelduell lästern, die lebendige Kakerlaken essen.)

He, Werbe-Arschlöcher!

Wegen „lustigen“ Spots wie diesen hasst uns der Rest der Welt. Und in diesem Fall möchte ich als Autowerberin sagen: vollkommen zu Recht. Was für eine unsägliche Scheiße, Gewalt gegen Frauen als total crazy-cool darzustellen. Wer immer den Rotz gedreht hat – ihr seid widerlich. Mit Sternchen.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die Macher (_innen?) im Kämmerlein gesessen haben und sich gedacht haben, he, jetzt sorgen wir mal für Aufmerksamkeit und brechen Tabus, total toll, du. Das Dumme ist nur: Gewalt gegen Frauen ist leider kein Tabu. Sie passiert dauernd und überall. Und deswegen geht mir der Film noch mehr auf den Zeiger.

(Ich weiß nicht, woher der Spot kommt, aber von VW ist er nicht.)

Edit nach einigen Mails: Ja, ich ahne, dass der Spot nicht von Profis ist, weil ja auch schön „Bewerbung für Hochschule“ drübersteht, aber ich nehme doch an, dass die Nasen in die Werbung wollen, sonst hätten sie ja ein Bild gemalt oder ein Gedicht geschrieben oder was Kleines geklöppelt. Bitte kommt nicht zu uns. Geht woanders hin. Ganz weit weg.

Edit, 15.06. Der Spot wurde anscheinend von YouTube entfernt. Ist mir sehr recht.

Comic-Salon Erlangen

Das Blog „Graphic Novel“ hat ein paar schöne Links zum gerade beendeten Comic-Salon Erlangen und seinen Preisträger_innen gesammelt.

United States of Tara

In United States of Tara spielt die wunderbare Toni Colette die Hauptrolle – bzw. gleich mehrere. Sie ist nicht nur Tara, sondern auch deren alters. Sie ist eine multiple Persönlichkeit, und deswegen darf sie nicht nur ihre Drehbuchzeiten aufsagen, sondern auch die von Alice, einer immer akkurat aussehenden Hausfrau aus den 50ern, T., einer ungefähr 16 Jahre alte Rotzgöre, und Buck, einem Vietnamveteranen mit Trucker-Cap, Kippe im Mund und Südstaatenakzent. Mit diesen (vorerst) vier Leuten leben Taras Ehemann und die beiden pubertierenden Kinder, was logischerweise nicht immer ganz einfach ist, wenn man nie weiß, wer einem morgens am Frühstückstisch gegenübersitzt.

Die ersten drei, vier Folgen sind ein bisschen nervig und man fragt sich die ganze Zeit, warum die Dame nicht einfach ihre Medikamente nimmt, dann hätte die Familie nämlich die ganzen Probleme nicht. (Ja, gut, dann gäbe es die Serie nicht, logisch. Trotzdem.) Nach und nach wird aber klar, warum Tara sich nicht zudröhnt – sie weiß einfach nicht, was ihr passiert ist und warum die alters überhaupt da sind. Die Serie beschäftigt sich nach den angesprochenen nervigen Folgen dann auch eher mit der Suche nach dem Auslöser und der Dynamik, die das innerhalb der Familie hat.

Was mir am besten an Tara gefällt: dass die Serie sich nicht nur auf ihre Hauptperson konzentriert. Ehemann Max (John Corbett) bleibt relativ farblos, aber das Erwachsenenwerden der beiden Kinder ist sehr schön mitanzusehen. Und: Taras Schwester Charmaine (Rosemarie DeWitt), die auch in jeder freien Minuten bei der Familie rumhängt und auf der Suche nach einem Mann, einem Job oder dem Sinn des Lebens ist, ist ein klasse Charakter. Wenn dann auch noch die Eltern der Schwester auftauchen, die Taras Persönlichkeiten für überspannten Quatsch halten und Charmaine damit begrüßen, dass sie doch bitte mal auf ihr Gewicht achten soll, ist die Riege aus der Hölle perfekt.

Tara ist keine Sitcom, hat aber durchaus komische, nein, eher skurrile Momente, was aus der Show auch kein richtiges Drama werden lässt. Ich mag diese seltsame Unbalance, dieses Gefühl, bei fast jeder Szene überhaupt nicht einschätzen zu können, ob sie lustig oder ganz, ganz fürchterlich endet. Schönes Ding.

Knowing

Ich muss gestehen, ich habe die erste halbe Stunde dieses „Films“ verpasst. Als der Kerl und ich von irgendwas anderem zufällig bei Sky auf Knowing gezappt hatten und ich standesgemäß eine Minute über Nicolas Cages Unfähigkeit zu mehr als einem Gesichtsausdruck gelästert hatte, ohne großartig zuzuhören, worum’s überhaupt ging, waren dann da doch ein paar Bilder, die mich den Kerl bitten ließen, mal nicht weiterzuschalten. Netterweise erzählt der Film immer und immer wieder, was man eigentlich schon gesehen hatte, daher mussten wir nicht mal in der Wikipedia nachlesen, was bisher geschah. Nämlich folgendes:

Vor 50 Jahren vergrub eine Schulklasse eine Zeitkapsel, die nun Cages Sohnemann Caleb in die Hand bekommt. Genauer gesagt, einen Brief eines kleinen Mädchens, der aus einer Aneinanderreihung von Zahlen besteht. Wie genau Cage rausbekommt, was die Zahlen bedeuten, weiß ich nicht, aber als wir reinzappten, erkärte er gerade seinem – natürlich – zweifelnden Kollegen, dass die Zahlen Daten und Opferzahlen von Katastrophen seien. Und morgen würden 81 Leute sterben. Kollege schiebt alles auf seelische Überspannung und den Tod von Cages Frau, wir schlauen Zuschauer ahnen natürlich, was kommt, und das kommt dann auch: Am nächsten Tag sitzt Cage im Auto, guckt auf sein Navi, erkennt eine Zahlenfolge wieder, weiß nun, dass diese Zahlen, die er bisher noch nicht identifizieren konnte, Längen- und Breitengrad angeben und springt sofort aus seinem Auto, das in einem Stau steckt. Und fünf Sekunden später können wir einen sehr gekonnt animierten Flugzeugabsturz mitansehen, dessen Verwüstungsschneise sich genau durch Cages Auto zieht. Toll.

Danach gibt’s noch eine weitere, hübsch anzuschauende Katastrophe, Cage macht die Tochter der Verfasserin des Briefes mit den Zahlen ausfindig, deren kleine Tochter genauso seltsam drauf ist wie Caleb (“the whisper people”), die Dialoge werden immer schlimmer, die Hintergrundgeräusche immer unheimlicher und die Story macht immer weniger Sinn, aber irgendwie hat Knowing es doch geschafft, dass ich gespannt war, wie’s weitergeht und mich gleichzeitig darüber aufgeregt habe, wie’s weitergeht. Denn zum Schluss kommt der blödeste aller blöden Kniffe, um aus der Sache rauszukommen, den ich jetzt mal nicht verrate, aber ich möchte nochmal wiederholen, wie blöd der war.

In den letzten drei Minuten des Films wurden dann allerdings gefühlte drei Millionen für Spezialeffekte rausgehauen, was mich ziemlich beeindruckt hat. Sah gut aus, aber ich war schon damit beschäftigt, die üblichen offenen Fragen an den Kerl weiterzugeben: Wieso machen die Leute nie Licht an, wenn sie in düstere Häuser mitten in der Nacht mitten im Wald gehen? Wieso werden Frauenfiguren irgendwann hysterisch und schreien irgendwas im Sinne von DENKT AUCH MAL WER AN DIE KINDER? Und was hatten diese blöden schwarzen Kieselsteine zu bedeuten, die überall unheilvoll rumlagen? Sind das (sag ich nicht) oder Engel und sollen die Kaninchen jetzt wirklich das Christentum symbolisieren und ist das da echt ein Apfelbaum im Paradies und ARE YOU FUCKING KIDDING ME mit diesem Ende?

(Kerl abends beim Zubettgehen: „Oh, hier liegt ja ein schwarzer Kieselstein.“ Kein Wunder, dass ich so scheiße geschlafen habe.)

Wir für Gauck

Hier geht’s zu einer Webseite, die Nico Lumma eingerichtet hat. Wir als Wähler_innen haben zwar bei der Wahl des oder der Bundespräsidenten/in nichts zu sagen, aber man kann ja trotzdem erwähnen, dass uns vielleicht Herr Gauck lieber wäre als Herr Wulff. Mir jedenfalls.

Bananen-Karamell-Kuchen

Ich unterschätze grundsätzlich, wie lange Bananen lecker gelb bleiben, bevor sie doof braun werden. Daher mussten am Wochenende dringend drei große Bananen weg. Die Kochblogsuche führte mich zu diesem wunderbaren Rezept, für das ich auch alle Zutaten im Haus hatte, so dass nur eine Banane püriert mit ein bisschen Zitronensaft und ein paar Walnüssen im Jogurt landete. Aus den anderen beiden wurde das hier:

Aus folgenden Zutaten einen Rührteig herstellen:

100 ml flüssige Butter
100 g Zucker
2 Eier
120 g Mehl
2 Päckchen Vanillezucker
1/2 Päckchen Backpulver

Eine 18-cm-Springform mit Alufolie auskleiden. Bei wirklich, wirklich dichten Springformen kann man sich das sparen, bei allen anderen hat das Karamell die unangenehme Angewohnheit, aus der Form in den Ofen zu laufen. Also: auskleiden.

2 Bananen in Scheiben schneiden und den Boden damit belegen.
1 Zitrone auspressen.

100 g Zucker und
2 EL Wasser

aufkochen, bis der Zucker karamellisiert. Sobald er anfängt, braungolden zu werden, geht es ratzfatz, schnell den Topf vom Herd, den Zitronensaft dazugießen, sich möglichst nicht so wie ich quietschend erschrecken, dass das Karamell bedrohlich aufblubbert, und dann die Sauce über die Bananen geben. Sich wundern, warum das so wenig Karamell ist, bis einem beim Blick aufs Rezept auffällt: 18-Zentimeter-Springform. Gut, dass ich die 26er genommen habe. Gna.

Den Rührteig ebenfalls einfüllen und im auf 180° vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze) 40 Minuten backen. In der Form auskühlen lassen und dann zackig stürzen. Ich habe meine Form nicht mit Alufolie ausgekleidet wie Nathalie; ist trotzdem alles hübsch ordentlich rausgekommen.

Für eine 26er Springform würde ich beim nächsten Mal auf drei Bananen erhöhen und auf 200 ml Karamell. Die Teigmenge würde ich gleich lassen, dann kommen die Bananen noch mehr zur Geltung. Dass es ein nächstes Mal geben wird, ist klar: Der Kuchen ist zwar sehr süß, aber gleichzeitig sehr saftig und unglaublich lecker.

Guardian World Cup Guide

Der Guardian erzählt launig was über alle Teams der WM in Stichworten. Hier steht ihre Einschätzung zu Deutschland, das anscheinend im Viertelfinale rausfliegt. (Say it ain’t so, Joe.)

The Country

Commentators’ kit

The Germans are the world’s greatest proponents of naturism. More than 12 million of the country’s inhabitants – about a fifth of the adult population – visit nudist beaches each year – “And you’d have to say, Chris Waddle, that Germany’s defence was certainly exposed there, heh heh.”

They gave the world

Neanderthal man. The hairy, ape-like prehistoric chap originally lived just outside Cologne. A glance at Oliver Kahn confirms that the genes are still around.

National monument

The efficiency of Germany’s social institutions, infrastructure and economic success has created a nation that is increasingly at ease with itself – it’s not sexy dance music, or looking cool on a scooter, but hey…”

Ich habe in meinem Freundeskreis übrigens niemand, der jemals am FKK-Strand war, aber vielleicht treibe ich mich mit den falschen 80% der Bevölkerung rum.

Es darf geflattrt werden

(Für diese Überschrift komme ich in die Rechtschreibhölle. Die deutsche und die englische.)

Ich freue mich über Mails, die ich zu Einträgen bekomme, in denen mir wildfremde Menschen schreiben, dass sie einer meiner Einträge berührt, bewegt, begeistert oder was auch immer hat, weswegen sie sich hingesetzt haben und sich die Mühe gemacht haben, mir eine Mail zu schreiben.

Genauso freue ich mich über Amazonpäckchen, weil das sogar mit Geldausgeben verbunden ist und nicht nur mit Mühe. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass nicht jeder meiner Leser_innen, der oder die mir was Gutes tun möchte, mal eben zehn Euro oder mehr für ein Buch ausgeben will. Völlig okay, ich selber klicke auch höchst selten auf anderer Leute Wunschzettel. Aber ich habe in den letzten Wochen durchaus auf den einen oder anderen Flattr-Button geklickt, weil ich es schön finde, Anerkennung in dieser Art weiterzugeben.

Ich finde es zwar relativ dreist, dass Flattr sich satte zehn Prozent aller verschickten Summen in die eigene Tasche steckt, aber vielleicht ist das eben der Preis, den es wert ist. Keine Ahnung. Wie Flattr funktioniert, zeigt dieser kurze Film. Oder – ich copypaste hier von Stefan Niggemeier – man liest sich folgenden Absatz durch:

„Flattr ist ein mit viel Sympathie und noch mehr Skepsis begleiteter Versuch, ein einfaches und faires Bezahlsystem für Online-Inhalte zu etablieren. Das Prinzip geht so: Man meldet sich bei Flattr an und legt einen Betrag fest, den man monatlich für Online-Inhalte ausgeben will. Dann klickt man immer dort, wo einem etwas gut gefällt, auf den Flattr-Button. Am Ende des Monats wird die vorher festgelegte Gesamtsumme auf die angeklickten Dinge verteilt. Wer 20 Euro ausgibt und zehnmal etwas geflattrt hat, spendet so je 2 Euro. Bei jemandem, der sich für 10 Euro im Monat entscheidet und hundertmal flattrt, ist jeder Klick auf den Knopf 10 Cent wert.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt kein lästiges Einloggen oder Kreditkarte heraussuchen, sondern nach der Anmeldung nur jeweils einen einfachen Klick. Der Ausdruck der Wertschätzung wird vom unmittelbaren Bezahlvorgang abgekoppelt. Man kann fröhlich durchs Netz ziehen und nach Herzenslust flattrn, ohne sich darum zu sorgen, sein Budget zu überschreiten.“

Stefans Artikel habe ich natürlich auch geflattrt; wenn der Mann schon „meine“ Blogeinträge schreibt. Mal sehen, ob auch bei mir jemand auf den schicken, neuen Button klickt, der so gar nicht ins Layout passt. Und: Mal sehen, ob ich mich so darüber freue wie über nette Mails oder überraschende Päckchen von Amazon. Wenn nicht, fliegt’s wieder raus.

Gratinierte Nudelnester mit Basilikumpesto

Schon gut, schon gut, ich hätte auch „Nudelgratin“ in die Überschrift schreiben können, aber unter einem Nudelgratin stelle ich mir eine behäbige Auflaufform vor mit einem Kilo Nudeln drin und einer Käseschicht nicht unter einem Zentimeter. Und das kommt dem Abendessen von vorgestern nicht sehr nahe.

gratiniertes_nudelnest

Spaghetti oder Capellini (von denen ich dachte, ich hätte sie noch im Haus, als ich meinen Magen seelisch auf dieses Essen eingeschossen hatte – war aber nicht so) bissfest kochen. In einer Schüssel Sahne (halber bis ganzer Becher) mit geriebenem Parmesan (Menge nach Schnauze), Meersalz und schwarzem Pfeffer vermischen. Die Nudeln aus dem Kochwasser in die Sahne-Käse-Mischung umschöpfen; dabei darf gerne ein bisschen Nudelwasser mitkommen. Die ganze Pracht ein paar Minuten stehen lassen. Wem danach die Nudeln zu trocken aussehen, der kann noch etwas Nudelwasser hinzufügen.

Eine Muffinform buttern oder mit Olivenöl auspinseln. (Ich hau mir ja gerne Öl auf die Finger und streiche damit die Form aus, geht schneller und besser als mit einem Pinsel und ich hab weniger abzuwaschen.) Mithilfe von Gabel und Esslöffel kleine Nudelnester drehen und die Muffinform füllen. Ich habe noch ein paar Cherrytomaten von Haut und Kernen befreit und die oben draufgegeben. Man kann natürlich auch noch mehr Parmesan auf die Nester häufen oder ein Stück Käse in ihnen verstecken oder das Pesto, das ich extra serviert habe, gleich auf die Nudeln geben oder oder oder.

Im auf 220° vorgeheizten Ofen solange backen, bis der Käse zerläuft oder die Oberfläche schön gebräunt ist oder wie auch immer ihr die Nester haben wollt. In meinem Ofen sorgen zehn Minuten dafür, dass das Äußere der Nester schön knusprig ist und sie fest genug sind, um heile aus der Form auf den Teller umgesiedelt zu werden; innen sind die Nudeln dagegen noch weich.

Für das Pesto habe ich Basilikum, Pinienkerne, Meersalz und Olivenöl zusammengemörsert. Auf den Parmesan habe ich verzichtet, von dem ist schon genug an den Nudeln gewesen. Der Kerl meinte, er hätte das Pesto nicht gebraucht, aber ich finde die Nester „ohne was dabei“ einen winzigen Hauch zu trocken.

Das nächste Mal mache ich die Formen höchstens viertelvoll, dann müssten mundgerechte Hapsen dabei rauskommen und ich muss nicht mal Besteck abwaschen. Ha!

WM-Planer – in hübsch!

Hier. Gefunden hier.