Vielen Dank für die nette Geburtstagspost. Oder den, kann man lesen, wie man will.

Ich zieh nach Österreich. Nur der Sprache wegen. (Der Claim! Der Claim! Ich kann nicht mehr.)

Hallo, Spiegel-Online-Leser: Der Blogeintrag zu den Tagebuchhölzern meines Opas ist hier.

Mein iPhone will per Autokorrektur aus Blog immer blöd machen.

Ich bin sehr selten mit Malte einer Meinung, aber diesmal dann doch und zwar total.

Danke für die vielen Glückwünsche per Mail, Twitter, SMS, Xing (haha), Telefon und face-time. Neben Blümchen, vier French Dunnies, der Ulrike-Meinhof-Biografie und der IT Crowd auf DVD, die ich von netten Menschen bekommen habe, habe ich mir selbst noch ein nachträgliches Geschenk gemacht: Ich habe gefühlte drei Stunden von einem Date mit Viggo Mortensen geträumt (mit Knutschen!). Ich erinnere mich an eine blitzende Gläserbatterie bei Kerzenlicht in einer gemütlichen, riesigen Küche, an ein schummeriges Kino, das nur Plakate in schwarzweiß hatte, an einen Buchladen, in dem wir gestöbert haben und an ein paar Zigaretten auf seinem Balkon mit Blick über das nächtliche New York. Falls irgendwer mich mal auf ein date to remember ausführen will – das wäre die Benchmark. Außerdem habe ich auf englisch geträumt, was mir meines Wissens noch nie passiert ist (“While you were shooting The Lord of the Rings with the boys …”). Und netterweise haben wir uns direkt vor dem Weckerklingeln verabschiedet, so dass ich nicht unhöflich von den Nachrichten unterbrochen wurde.

Warum der Mann allerdings über seinem groben, grauen Anzug, der hervorragend zu seinem strubbeligen Aussehen gepasst hat, die ganze Zeit einen pinkfarbenen Flauschbademantel getragen hat, weiß ich auch nicht.

Enjoy the silence

Hallo, liebe SZ-online-Leser. Warum ich keine Kommentare (mehr) habe, steht hier. In etwas längerer Ausführung als nur der eine Satz im verlinkten Artikel. Lustig, dass dieses Thema gerade so aktuell ist; ich habe mich das letzte Mal Ende 2005 großartig mit Kommentaren beschäftigt und finde es komisch, dass jetzt auch andere darüber nachdenken (Spreeblick, Niggemeier).

Das hier ist ein persönliches Blog. Ich decke keine Skandale auf, ich gebe keine lustigen Tipps zur Suchmaschinenoptimierung und ich will auch nicht den Journalismus revolutionieren, verbessern oder sonst was mit ihm machen. Ich möchte einfach nur schreiben. Wer’s mag, darf gerne mitlesen, wer’s nicht mag, darf gerne weiterklicken. Aber ich brauche eben nicht für jeden Zweizeiler Feedback. Und auch nicht für die 200-Zeiler. Wer mir unbedingt ganz wahnwitzig dringend etwas mitteilen möchte, schreibt mir eine E-Mail. Was dazu führt, dass ich fast nur noch gehaltvolle Rückmeldungen bekomme oder Post, die sich über das freut, was ich schreibe.

Ich glaube nicht, dass es das Wesen eines Weblogs ist, eine Kommentarfunktion zu haben, und ich glaube auch nicht, dass jeder User ein Recht darauf hat, immer und dauernd etwas sagen zu dürfen. Ich genieße inzwischen Seiten, die Kommentare vorsortieren oder bewerten; ich nutze z.B. bei Salon.com grundsätzlich die Editor’s-Choice-Funktion, die mir nur die Kommentare liefert, die den Artikel sinnvoll ergänzen, und mir 100 weitere Me-too-Sätze, Beleidigungen, Sexismus (gerade bei „Frauenthemen“ immer gerne genommen), themenfremdes Geseier oder kaum entzifferbares Spackentum erspart. Noch eher verzichte ich allerdings darauf, Leserreaktionen zu lesen, weil ich ganz zufrieden damit bin, nur die Stimme des Autors zu hören. Ich lese Salon wegen der Artikel, nicht wegen der Kommentare. Und genauso geht es mir bei den meisten Weblogs, die ich lese.

Seit ich keine Kommentare mehr zulasse, hat sich auch mein eigenes Kommentarverhalten geändert. Denn ich habe zu meinem eigenen Entsetzen festgestellt, dass ich zum Schluss genau die gleiche banale Grütze unter viele Artikel gesetzt habe, die mich an manchen meiner eigenen Kommentatoren genervt hat. Inzwischen lese ich wieder viel mehr anstatt mir schon beim Überfliegen der Zeilen eines anderen darüber Gedanken zu machen, was ich wohl dazu sagen könnte.

Ich kommentiere fast nur noch in Blogs, deren Betreiber ich kenne oder die ich schon so lange lese/die mich schon so lange lesen, dass ich das Gefühl habe, sie zu kennen. Dort ist die offene Kommentarfunktion für mich eine Art Watercooler Talk, bei dem man sich kurz austauscht und dann weitergeht. Aber auch in diesen Blogs schreibe ich nicht unter jeden Artikel irgendwas, sondern habe mir inzwischen angewöhnt, meistens stumm zu nicken, den Kopf zu schütteln oder mir anderweitig meine Gedanken zu machen, ohne sie zwingend dem Blogbetreiber mitteilen zu müssen.

Und selbst mein Bloggen hat sich verändert. Die ganzen Nichtigkeiten sind zu Twitter ausgelagert worden, wo sie sich sehr, sehr wohlfühlen inmitten einer Horde weiterer Nichtigkeiten. Und die Dinge, über die ich schreibe, sind inzwischen auch deutlicher vorsortiert als früher. Ich muss nicht jedes Buch, das ich lese, und jeden Film, den ich sehe, und jeden Sonnenuntergang, den ich genieße, beschreiben, rezensieren, kommentieren. Vieles nehme ich einfach hin – und behalte es ganz für mich. Schweigend.

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Herzliche Glückwünsche nach Berlin und in die Nachbarschaft.

Der Ausstellungskatalog aus Frankfurt lag im Briefkasten. Darin ist mein Blogeintrag abgebildet, die Tagebuchhölzer von Opa und ein großes Foto von ihm, wie er eine Holzmiete aufschichtet.

Ich flenne gerade ein bisschen und male mir mit Schrecken aus, wie das sein wird, wenn die ganze Familie Gröner vor dem Schaukasten steht.

(Taschentücher einpacken.)

Amüsantes, intimes, schönes Interview mit Rolando Villazón aus der Zeit.

ZEIT: Sie beschreiben Ihre Stimme immer als ein wildes Pferd.

Villazón: Von dem ich verlange, dass es seine wilden Seiten behält und gleichzeitig mir gehorcht. Wenn ich sage: rechtsrum, dann muss es rechtsrum gehen. Mein Ideal ist, dass wir zu einem Zentauren verschmelzen, man sieht nicht mehr, wo der Mensch beginnt und wo das Pferd. Und jetzt war es so, dass mein Pferd gekränkt war. Ich musste sein Vertrauen wieder zurückgewinnen. Der Arzt sagte: Du brauchst fünf Wochen Pause. Und ich kam nach Hause und sagte: Ich brauche fünf Monate Pause. Die Stille ist Teil der Musik. Am Ende habe ich wieder etwas Zucker in meine Hand gelegt und fast geweint, als das Pferd zurückkam und mir wieder aus der Hand fraß. (…)

Villazón: Singen und Literatur, das waren meine Leidenschaften von Anfang an. Ich hatte immer das Gefühl, dass man mit der Literatur die Seele der Menschen viel direkter ansprechen kann.

ZEIT: Was suchen Sie in der Literatur?

Villazón: Vergnügen. Früher hätte ich gesagt: Erkenntnis. Weisheit. Tatsache aber ist, dass ich all das vergesse, wenn ich lese. Auch wenn ich immer eifrig unterstreiche.

ZEIT: Was unterstreichen Sie?

Villazón: Dinge, mit denen ich einverstanden bin, und Dinge, mit denen ich nicht einverstanden bin. Aber im Grunde ist es eine Art von Besitznahme des Buches, ich muss Bücher fühlen, ich muss sie riechen, sie mit Kaffee beflecken, dann wird das Buch zu meinem Freund. Ich spreche mit den Büchern, ich diskutiere mit ihnen. Deshalb hasse ich auch Schmuckausgaben und gebundene Ausgaben. Ich liebe Taschenbücher. (…)

Villazón: Meine Frau sagte: „Ich glaube, dass in dir ein großes Potenzial steckt, aber du stellst dir selbst ein Bein. Um das Beste aus dir herauszuholen, solltest du das tun.“ Ich sagte: „Nein!“ Und bin einen Monat später doch hingegangen. Zu Alejandro Radchik – mehr als seinen Namen weiß ich über ihn nicht, wie es sich für einen freudianischen Analytiker gehört. Ich hoffe nur, dass wir eines Tages zu einem Ende kommen.

ZEIT: Wenn sogar Woody Allen zu einem Ende gekommen ist, sollten Sie das auch schaffen.

Villazón: Und das Ergebnis war, dass er seine Adoptivtochter geheiratet hat, ohne Gewissensbisse zu haben! Wissen Sie, man sagt: Wenn eine Eidechse zum Analytiker geht, dann kommt sie nicht als Krokodil raus, sondern als analysierte Eidechse!“

I’m in love with a robot. Und ich nerve meine Umgebung seit Wochen mit einem gequietschen „Woooaaaalllliiiiii!“

“If you don’t speak French by the way, all that was fucking funny.”

(Danke, Gerd)

“This is your life!”

Ich bin gerade total auf dem (Auto-)Biografien-Trip. Ich habe zwar schon früher ab und zu Bücher über das Leben anderer Leute gelesen, aber im Moment les ich nix anderes.

Die ersten zwei Biografien, an die ich mich erinnere, waren über Truman Capote und Ernest Hemingway. Beim Hemingway weiß ich sogar noch, wo ich sie gelesen habe, nämlich ca. 1992 auf einer Nilkreuzfahrt. Die ganzen schönen Stops an Tempeln, Pyramiden und Irrsinn wie Abu Simbel haben mich in jeder Sekunde begeistert, aber die Fahrten dazwischen fand ich irgendwann eher dröge. Wüste, Dörfchen, Wüste, Palmen, Wüste, Esel … okay, hab’s kapiert. Da les ich doch zwischendurch lieber was.

Dank einer Bertelsmann-Buchclub-Mitgliedschaft (file under: Als Anke sich noch von wildfremden Menschen in Fußgängerzonen aufhalten ließ) stehen auch die Autobiografien von Hella von Sinnen und Michael Jackson in meinem Regal. Hella fand ich sehr nett (the only gay in the village), an Herrn Jackson habe ich keinerlei Erinnerungen.

Die Richard-Wagner-Biografie habe ich in Bayreuth dabeigehabt, die von Billy Wilder hat mir mein Papa mal geschenkt, die Autobiografie von Jehan Sadat meine Mutter, die von Camryn Manheim hab ich wegen des Titels gekauft und geliebt (Wake up, I’m fat!), die von Bill Clinton war grottenlangweilig, während die von Hillary sehr spannend war.

Ebenfalls gut weglesen ließen sich die selbst verfassten Lebensgeschichten von Jane Fonda und Marcel Reich-Ranicki. Im letzten Jahr habe ich mich dann endlich an die Hitler-Biografie von Fest gewagt, die mich auch über ein halbes Jahr beschäftigt hat. Ich musste das Buch ab und zu mal weglegen, um was zu lesen, was bessere Laune macht, bin seitdem aber völlig gierig nach Nachschub.

Direkt nach dem Gröfaz habe ich die Biografie über Romy Schneider von Michael Jürgs gelesen – was keine gute Idee war. Fest hat einen ganz eigenen, sehr lesbaren Stil, während Jürgs’ Buch wie eine billige Stern-Serie klingt (vielleicht war es das sogar mal, keine Ahnung). Zwischen reinen Beschreibkapiteln („Dann hat Romy diesen Film gedreht und mit jenem Mann geschlafen“) hat er total peinliche Einschübe gepackt, die von einer Journalistin handeln, die nach Romys Tod nach Spuren ihres Lebens sucht. Ging gar nicht.

Gestern hatte ich dann die Biografie über Winifred Wagner von Brigitte Hamann durch. Ließ sich sehr gut lesen und hat mein Wagner-Bild sehr verdichtet. Ich glaube, jetzt les ich den Gregor-Dellin noch mal. Und vielleicht endlich mal die Cosima-Tagebücher.

In meinem Regal warten noch ein paar (Auto-)Biografien auf mich, die ich vor ewigen Zeiten mal gekauft, aber bisher noch nicht gelesen habe. Zum Beispiel Willy Brandt, Franz-Josef Strauß, Thomas Mann, Marlene Dietrich, Bertha von Suttner und Frank Beyer. Lenin und David Ben Gurion hab ich meinen Eltern aus dem Regal geklaut, aber sonst noch nicht weiter angefasst. Im Regal stand auch noch das eher anstrengende Holt Hartmann vom Himmel!das hab ich allerdings gelesen. Bei Mein Kampf (zählt das als Autobiografie?) habe ich aber nach 80 Seiten abgeschenkt.

Die Biografien über J.R.R. Tolkien und Paul Bowles lagen mal in einem dieser berüchtigten Zweitausendeins-Pakete („20 Bücher für 10 Mark“) und werden von mir wohl nie gelesen werden. Dafür war die von Dieter Bohlen sehr unterhaltsam. Kann ich leider nicht anders sagen.

Und auf dem Wunschzettel lungern bereits Ulrike Meinhof, nochmal Romy Schneider (diesmal von Alice Schwarzer), Richard Nixon und Wolfgang Amadeus Mozart rum.

Hoffentlich bucht mich so schnell niemand.

Sich selbständig zu machen, scheint gerade in zu sein: Bitte besuchen Sie Frau Häufler (oder ihr schickes Blog affectionista).

Der bisherige Lieblingstweet dieses Monats kommt von Maike.