„Leider neigt man hierzuland dazu, zuerst mal eine Definition festzulegen und dann die Dinge hineinzubiegen. Umgekehrt ginge das doch viel leichter: Man müßte nur schauen, was es an Blogs gibt und könne daraus dann ableiten, was die Blogosphäre alles ist und kann. Stattdessen formuliert man erst einmal Erwartungen, um dann festzustellen, daß die nicht erfüllt werden und jammert schließlich herum, was die Blogosphäre alles nicht ist, aber sein müßte.“

Mehr bei Andrea.

Ach, daran erinnert mich das Obama-Logo immer!

Peter Nosters Sockhead wechselt in seiner Funktion als Twitter-Icon des Öfteren sein Aussehen. Mein Liebling ist die Chaplin-Socke, aber ich freue mich über jedes neue Aussehen. Überhaupt ist die Socke das einzige Icon, das mich nicht nervt, wenn es sich dauernd ändert.


© Columbia Pictures

Hancock (92 min, USA 2008)

Darsteller: Will Smith, Charlize Theron, Jason Bateman, Jae Head, Eddie Marsan
Kamera: Tobias Schliessler
Musik: John Powell
Drehbuch: Vincent Ngo, Vince Gilligan
Regie: Peter Berg

Trailer

Offizielle Seite

Klassischer Fall von sehr unterhaltsamem Trailer, der auf einen fürchterlichen Film hinweist. Leider, denn – ich kann’s nur nochmal sagen – der Trailer amüsiert mich auch beim 20sten Gucken noch. Während ich beim Film selbst nach einer Stunde kurz davor war, rauszugehen. Und das nur nicht gemacht habe, weil es draußen schon dunkel war und damit mein Plan B – endlich mal mit meiner Digiknipse um den Palast der Republik bzw. seinen Überresten rumzulaufen – auch gestorben war. Toller Abend. Danke, Berlin, ditte nehm ick persönlich, wa?

In Hancock geht es um einen Superhelden, der sich alles andere als super aufführt. Unser aller Schnuffelbär Will Smith rotzt sich durch die erste halbe Stunde, fliegt aus purer schlechter Laune durch Highwayschilder durch anstatt über sie hinweg, hält lieber Züge an und bringt sie zum Engleisen, anstatt das Hindernis auf den Schienen einfach hochzuheben und lässt überhaupt einen total genervten Kerl raushängen, der lieber mit seiner Whiskyflasche versackt als holde Maiden und aufrechte Recken standesgemäß vor den bösen Böslingen zu retten.

Dementsprechend reagiert auch seine Umwelt: Anstatt ihn total toll zu finden, findet sie ihn total blöd und hätte auch nichts dagegen, wenn er seine Heimat Los Angeles gegen New York oder sonstwas eintauschen würde – Hauptsache, er richtet nicht mehr so viel Schaden an.

So weit, so unterhaltsam. Aber dann rettet er ausgerechnet einem PR-Berater das Leben, der zu gut für diese Welt (und diese Branche) ist, und der will sich revanchieren, indem er Hancock auf den rechten Weg eines anständigen Helden zurückführt. Jason Bateman spielt den freundlichen Kerl, der die einsame Nölbacke Hancock mit zu sich nach Hause nimmt, wo wir feststellen, dass Bateman erstens ein klassisch-nerviges Filmkind hat, zweitens einen Hund, der ins Schlafzimmer darf (immer ein filmisches Anzeichen für einen netten Menschen) und drittens ein Model zur Frau, nämlich Charlize Theron. Ab hier kann man sich den Film leider absolut schenken, denn ab jetzt hat die eigentlich sehr clevere Grundidee – wie sähe ein Superheld aus, der nur widerstrebend einer ist? – ausgedient und der Film fängt an, sich nicht entscheiden zu können, wie er weitergehen will.

Ich kann mir richtig vorstellen, wie’s im Produktionsmeeting ausgesehen hat: „Lass uns doch ne Liebesgeschichte reinschreiben.“ „Ja, aber dann brauchen wir noch ne Hauptfigur, und Charlize und Will sind schon teuer genug.“ „Vielleicht ein Selbstfindungsdrama?“ „Nee, zu europäisch.“ „Dann lass uns einen auf Gutmenschentum machen.“ „Wird das nicht langweilig?“ „Dann packen wir einfach noch ne Portion Highlander-inspirierten Blödsinn drauf, der keinen Sinn ergibt, aber dafür ne schöne Blaupause für massig Special Effects ist.“ „Aber dann ist endgültig kein Geld mehr für ne Liebesgeschichte da.“ „Doch, mir fällt da grad was ein … und außerdem hab ich schon ne tolle Szene mit nem Tankwagen und Tornados im Kopf … warte, ich skizzier die mal eben …“

Ich will jetzt nix verspoilern, obwohl ich wahrscheinlich die letzte bin, die diesen Film noch nicht gesehen hat. Ich möchte aber fürs Protokoll anmerken, dass mir die letzten 15 Minuten, die sich wie 150 angefühlt haben, körperliche Schmerzen bereitet haben ob ihrer komplett irrwitzigen Auflösung, ihren Metzelszenen, die das Filmkind immerhin stilecht nur mit großen Augen quittiert und wir sogar glauben können, dass der Kleine nicht lebenslang ne Therapie braucht, und dem soooooo ekligen Schlussbild mit dem Logo und dem Planeten da und überhaupt krieg ich schon beim Schreiben davon schlechte Laune. Hancock verschenkt eine sehr schöne Grundidee – und ich kann beim besten Willen nicht sagen wofür. So grandios waren die Effekte nun auch nicht. Und wenn man die abzieht, bleibt nur die völlig beknackte Story über. Bisschen wenig für einen netten Kinoabend. BERLIN, YOU OWE ME!

Presto – Vorfilm von Wall-E.

Ich gucke anscheinend seit 1979 den Grand Prix (1, 2), allerdings mit einer Pause von 1989 bis 1995 (Die Goldenen Jahre Irlands). Danke, Internet.

Sarah Silverman und Jimmy Kimmel haben sich getrennt. Das Fernsehlexikon weist auf die wunderbare – und einzig passende – Schlagzeile in der Vanity Fair zu diesem Thema hin: Kimmel and Silverman no longer “f***ing”.

Wer mit diesem Eintrag nix anfangen kann, klickt den Link zum Fernsehlexikon, auch wenn er oder sie dann für Wochen wieder diesen fiesen Ohrwurm mit dem Herrn Damon im Kopf hat, den man sehr schwer los wird.

Neueste Theorie: Man ist in einer Stadt angekommen – auch wenn’s nur auf Zeit ist –, wenn man so in die U- oder S-Bahn einsteigt, dass man in der unmittelbaren Nähe des Ausgangs (oder der Treppen dorthin) wieder aussteigt.

Die Strecke Hackescher Markt – Hauptbahnhof hab ich aber sowas von drauf, Baby. Der Alexanderplatz wird mir allerdings noch länger ein Rätsel bleiben. Immerhin weiß ich schon, dass Potsdam anscheinend im Westen Berlins liegt und nicht im Osten, wo ich 5-in-Geografie-in-der-neunten-Klasse-Spack es hingepackt hätte, so dass ich immerhin die richtige Richtung der Bahn erwische. Ist ja auch was.

(Zu mehr komme ich grad nicht hier im Blog. So sorry. Die große Stadt ist so AUFREGEND.)

„Zunächst stieß ich nur auf einen Diener, der mich durch mehrere große Salons hindurch in einen ganz kleinen leeren führte, der schon im blauen Nachmittagschimmer seiner Fenster träumte; ich bleib allein in Gesellschaft von Orchideen, Rosen und Veilchen, die – ähnlich wie Menschen, die gleichzeitig mit einem warten, einen aber nicht kennen – ein Schweigen bewahrten, das durch ihre Eigenart als lebendige Dinge um so eindrucksvoller war, und fröstelnd die Wärme eines glühenden Holzkohlenfeuers auf sich einwirken ließen, das kostbar verwahrt hinter einer Kristallvitrine, in einem weißen Marmorbecken, von Zeit zu Zeit seine gefährlichen Glutrubine niederprasseln ließ.“

Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 2 – Im Schatten junger Mädchenblüte, Suhrkamp 3642, S. 145

„Je ne rencontrais d’abord qu’un valet de pied qui, après m’avoir fait traverser plusieurs grands salons m’introduisait dans un tout petit, vide, que commençait déjà à faire rêver l’après-midi bleu de ses fenêtres; je restais seul en compagnie d’orchidées, de roses et de violettes qui – pareilles à des personnes qui attendent à côté de vous mais ne vous connaissent pas, – gardaient un silence que leur individualité de choses vivantes rendait plus impressionnant et recevaient frileusement la chaleur d’un feu incandescent de charbon, précieusement posé derrière une vitrine de cristal, dans une cuve de marbre blanc où il faisait écrouler de temps à autre ses dangereux rubis.“

A l’ombre des jeunes filles en fleur/A la recherche du temps perdu 2, copypaste aus dem Gutenberg-Projekt

Neu am Leib: filminspirierte T-Shirts von Last Exit to Nowhere. Bisherige Einkäufe: Nostromo und Tyrell Corp. Aber da geht noch was.

Purrrrr … Neues von Simons Katze. (1, 2)

Dieses Jahr (1, 2, 3) haben wir leider keine Karten für Bayreuth gekriegt. Aber egal – dann guck ich mir die Meistersinger eben im Netz an. Mit mieser Akustik über iPod-Kopfhörer. Das ist garantiert nicht im Sinne des Meisters.

Edit: Meine Bestellnummer war die 248. Es müssten also, wenn ich die Berichterstattung korrekt in Erinnerung habe, noch 9.752 Karten zu haben sein.

Emerald Street von Eliza Gilkyson.

Berlin-Splitter

Wie groß sind die Chancen, dass man in Berlin innerhalb von zwei Wochen zweimal den gleichen Taxifahrer hat?

Netterweise nicht der, der mit 85 km/h die Schönhauser Allee runtergebrezelt ist – mit einer sehr verschüchterten Hamburgerin auf dem Rücksitz, die sich fragt, wie man in dieser Stadt freiwillig Radfahrer, Fußgänger oder Mutter/Vater mit Kinderwagen sein kann oder auch einfach nur die Straße überqueren möchte.

***

Der kleine Chinamann in der Nähe vom Gesundbrunnencenter, bei dem wir vor knapp vier Jahren vor der Blogs!-Buchlesung gegessen haben, ist nicht mehr da.

***

Da will man sich, wenn man schon mal hier ist, mit werweißwievielen Berliner Bloggern treffen, ist dann aber doch abends zu müde oder mundfaul und lässt das vorerst – trifft dafür aber jemanden, mit dem man einen Tag vorher in Hamburg Kuchen gegessen hat, in der S-Bahn/Trambahn/mir immer noch egal, wie das Züglein heißt auf dem Weg zur Arbeit.

***

Mittags mal ne Lesepause bei Starbucks einzulegen, ist überraschend entspannend. Mach ich jetzt öfter. Für den Proust muss ich mich zu sehr konzentrieren, aber für den Spiegel reichts.

Endlich krieg ich mal wieder den Spiegel durch. Denn morgens in der S-Bahn/Tram/siehe oben gucke ich lieber doof aus dem Fenster anstatt zu lesen.

***

Halbwegs empfehlenswert, wenn man für kurze Zeit eine Bleibe sucht: T&C Apartments. Bezahlbar, Ikea-eingerichtet … aber dafür liegt dann auch mal ne dicke Spinne in der Ecke oder der Duschschlauch ist so kaputt, dass mehr Wasser aus der Wand kommt als aus dem Duschkopf. War diese Woche jeden Morgen eher Spa-Rundumdusch-Gefühl. Claimvorschlag: Haarewaschen – die letzte Herausforderung.

Ich spreche hiermit eine Fifty/Fifty-Empfehlung aus, weil die Wege zur nächsten Bahnstation teilweise janz schön lang sind, wa? Aber vielleicht bin ich auch einfach nur die Kleinstadtentfernungen aus Hamburg gewöhnt.

***

Die DVD-Auswahl im Saturn am Alexanderplatz ist ein Witz. Jeder Supermarkt hat ne größere Auswahl. Dafür hab ich im Mediamarkt im Alexa die Sissi-Trilogie erstanden. Franz! Sissi! Papili aus Possenhofen!

***

Ich bin grad mal drei Wochen hier und schon von allen Touristen genervt. Wie halten die Einwohner von London, Paris und New York das aus?

***

Der ehemalige Westteil sieht gegenüber dem ehemaligen Ostteil ganz schön verstaubt aus. Zeitmaschine. Als ob man bei Oma zu Besuch ist, bei der es immer ein bisschen muffig riecht.

***

Immer noch nicht im Musical gewesen, im Dom, am Checkpoint Charlie, noch nicht durchs Brandenburger Tor gelaufen. Eigentlich nur gearbeitet und abends ins Bett gefallen. Wie zuhause. Hm. Da geht noch was.

(Ich bin ja noch ein bisschen hier.)

„Instead of patronizing obese patients with a lecture, I try sympathizing with them. Just because something is simple doesn’t make it easy. How do you quit smoking? You just stop smoking. We should just pull out of Iraq. There should be peace in the middle east. People should stop hurting each other and start being nice. All of these are good ideas, but the devil is in the details. Losing weight is a struggle, and it really helps to have people giving you a hand rather than knocking you down.

Don’t get me wrong, I don’t deny the health risk of obesity. I do my best to work on weight loss with my patients. But the idea that their personal worth lies on their BMI is extremely damaging. There are a lot of screwed-up skinny people out there; just look at super-models. It is a lot easier to lose weight when you actually like yourself and want to do something about your health. Our culture of accusation and shame simply makes obese people hate themselves. If you hate yourself, why should you want to take care of your body?

Is obesity a problem? Sure it is. But we need to get off of our self-righteous pulpits. Obese people should not be made into a group of outcasts. The “them” mentality and the finger-wagging are no more than insecure people trying to feel better by putting down others.“

Musings of a Distractible Mind, via The Well (NYT)