Sonntag, 11. Januar 2026 – Urlaubsende
Koffer gepackt, Ikea-Tüte beladen, kleine Kühltasche vollgepfercht (immer schön Lebensmittel von einem Ort an den anderen schleppen), Arbeitsrechnertasche umgeschnallt, Rucksack mit Privatrechner und weiterem Zeug bestückt. Ich habe mir eine neue Winterjacke gegönnt und wollte die Handschuhe aus den Taschen der alten in die neue umbetten, als ich dort auch den Schlüssel zum Museum und meinem Büro fand. Das wäre am Montagmorgen in Passau lustig geworden, wenn ich den in München vergessen hätte. Das ist mir gottlob noch nie passiert, einen wichtigen Schlüssel aus der einen Stadt in der anderen vergessen zu haben. Gestern war ich allerdings sehr nah dran.
Das Auto vollgeladen und im Schritttempo durch den Münchner Schneematsch auf die Autobahn geschlichen. Rund um München ist Autobahnfahren immer fürchterlich, finde ich, alles voll und zu viele Spuren, aber sobald man an der blöden Ausfahrt zum Flughafen vorbei und auf der A93 in Richtung Passau ist, wird alles entspannter. Gestern auch, die Straßen waren größtenteils trocken, die Sonne schien, am Sonntag will nie jemand außer mir in die äußerste Ecke der Republik, es ist immer alles frei und lässig.
Trotzdem traurig gewesen. Das war schön, mal wieder drei Wochen am Stück an F. rumkleben zu können. Ich bin anscheinend immer noch nicht der Typ für Wochenendbeziehungen und ich muss gestehen, ich zähle jetzt die Wochenenden runter, bis der Job hier durch ist. Nicht weil mich der Job nervt, sondern die elende Pendelei. Dafür bin ich anscheinend auch nicht der Typ.
Immerhin einen guten Podcast beim Fahren gehört: „Denkangebot“, dieses Mal mit Anne Rabe, deren Buch Die Möglichkeit von Glück ich 2024 zu meinen besten gelesenen Büchern gezählt habe. Im Gespräch geht es auch um die AfD und warum sie zunächst im Gebiet der ehemaligen DDR einen so großen Zulauf gehabt hat. Inzwischen sind die Wahlergebnisse im Westen ähnlich. Für mich besonders interessant: Rabes Schilderungen um Forschung in der und nach der Wende über die DDR. An einem Satz klebe ich noch besonders, ich zitiere sinngemäß: „Dass die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Gesellschaft noch nicht abgeschlossen ist, ist jedem klar. Wieso glauben dann aber viele, dass die Spuren, die die DDR-Diktatur in den Menschen hinterlassen hat, nicht mehr wichtig oder Forschungsthema sind?“ Gute Frage.