Hans Magnus Enzensberger im Gespräch mit dem Spiegel:
„Es ist ja kein Zufall, dass es kein Parteiprogramm gibt, in dem nicht auf jeder Seite die soziale Gerechtigkeit beschworen wird. Zwar weiß niemand genau, was damit gemeint ist. Aber die Vorstellung, dass so etwas existieren könnte, ist nicht totzukriegen, obwohl es etwas Derartiges in der zehntausendjährigen Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat, und obwohl jeder weiß, dass es auf der Welt extrem ungerecht zugeht. Das fängt schon damit an, dass der eine schön, der andere hässlich, der eine gesund und der andere krank ist. Trotzdem ist es ein schöner Zug unserer Spezies, dass sie die Ungerechtigkeit nicht einfach resigniert hinnehmen will, auch wenn jeder falsche Prophet sich unsere Träume zunutze macht.“
Um vier Uhr morgens habe ich mich ins Bett gezwungen, sonst wäre ich heute überhaupt nicht agenturfähig gewesen. Ich war auch nur 15 Minuten zu spät, bin dafür aber ungeschminkt und haben einen standesgemäßgen bad hair day. Ejal. Das war’s wert. Ich habe zwar leider die Dankesrede von Präsident Obama (YAY!) nicht live mitgekriegt, sondern sie erst heute morgen online geguckt, aber damit habe ich nur mein nächtliches Treiben konsequent fortgesetzt. Denn ich saß nicht alleine in Berlin in einer Wohnung, die nicht meine ist, sondern habe zwischen BBC, CNN und dem ZDF hin- und hergezappt und war in Begleitung von vielen, vielen Twitterern, einer ständig aktualisierten Election Map der New York Times, habe Blogs verfolgt … ja gut, und ich habe nebenher ein bisschen auf dem iPhone gepokert, wenn CNN mal wieder Werbung gemacht hat oder Anderson Cooper nicht im Bild war. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass ich allein und nerdig war – sondern immer, dass eine ganze Rotte Menschen genauso interessiert/verspackt ist wie ich. Das war grandios.
Und mein home state Indiana könnte es sogar diesmal geschafft haben, die richtige Partei zu wählen. Wäre seit 1964, wenn ich mich nicht irre, das erste Mal.
And now for something completely different.
J’attendrai le suivant, vierminütiger Kurzfilm von Philippe Orreindy. Via nom nom nom.
Die NYT hat den Fahrplan für heute nacht. Mal sehen, wie lange ich wachbleiben kann bzw. wie sehr mich der Fernseher stört, wenn ich auf der Couch entschlummere.
Hasis – würdet ihr mir bitte einen Gefallen tun und diesen community organizer wählen? Die letzten vier bis acht Jahre ist es mir manchmal (zum Schluss eher meist) etwas schwergefallen, euch noch so liebzuhaben wie früher. Also reißt euch zusammen! Indiana, meine zweite Heimat: Ich zähl auf dich!
„FIRST BITE The suspense starts in Indiana. Most polls close at 6 p.m. and others at 7. Indiana is a ruby red state where Mr. Obama has been running closely with Mr. McCain. Be wary of results that do not include Gary, a city with a substantial African-American population. If Mr. Obama wins it, Indiana could be the canary in the coal mine predicting disaster ahead for Mr. McCain.“
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Nachtrag: Gawker hat sogar Landkarten gemalt, damit wir nicht aufbleiben müssen. Wie nett. Via Dons Gezwitscher.
“Friends are nice to each other. They make you feel good about yourself.”
“Yeah … if you’re a smurf!”
Lily und Barney, aus dem Kopf zitiert aus How I Met Your Mother, seit Samstag 3. Staffel in heavy rotation. Musste ich mal eben aus dem Kopf klopfen, damit da wieder Platz für eher bürokompatible Headlines drin ist. (Weiter im Text.)
16 great Twitter moments. Via Twitter (duh!).
„Why White Supremacists Support Barack Obama – How do racists, anti-Semites and all-purpose hate-mongers view the possibility of America’s first black president? Not necessarily the way you think they would.“
Die Esquire hat vier weiße und einen schwarzen Idioten gefragt, wen sie nächste Woche wählen. Via Daniel Erks Gezwitscher.
Wer alles bei NASA twittert.

Glaser, übernehmen Sie!
(Nebenbei auch ein kleines Dokument des Berlinwetters zu Mittagspausenzeit.)
„man weiß zunächst noch sehr genau, wie es war, als man diesen gewaltigen ruck in der körpermitte spürte, etwas gewaltig großes rutschte irgendwo durch und irgendwo rein, und dann kamen die presswehen und dieses gewaltige etwas wurde nach draußen geschoben. der schmerz, den das mit sich bringt, ist nicht in worte fassbar. das heißt nicht, dass er unfassbar schlimm ist – man kann ihn einfach nur nicht erklären. nichts, was ich bisher an schmerz oder körperlichem gefühl kennen gelernt habe, könnte jemandem, der noch nicht geboren hat, vermitteln, wie sich eine presswehe anfühlt.“
Manche Tweets lassen mich kurz innehalten:
„I should stay well-preserved in this cold. I’ll be humankind’s monument here for centuries, eons, until future explorers come for me ;-)“
Tweet von MarsPhoenix.
The Daily Show von gestern abend mit Barack Obama als Gast. (Wow, der Mann ist in den letzten drei Monaten 30 Jahre älter geworden.)
Zweimal Daumenkino: Einmal im fluffigen Musikvideo Squeeze Me von Kraak & Smaak (verdammte Rhapsody-Werbung in der Daily Show online), zum zweiten im Kurzfilm Adjustment von Ian Mackinnon (danke an Mario für den Hinweis). (Noch ne Klammer because I can.)
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Kirk twittert. Die anderen auch, aber die sind langweilig. Die Mad Men twittern auch alle, aber verraten gerne Plotpoints, die ich noch nicht kenne. Daher folge ich nur Kirk. Überall hin.
