Dienstag, 17. Februar 2026 – Wahlunterlagen

Im März sind in Bayern Kommunalwahlen. Als städtische Angestellte muss ich Wahldienst machen; bei der letzten Bundestagswahl gab es genug Leute, die eingeteilt wurden, das heißt, ich konnte in München ins Wahllokal gehen, was ich sehr mag. Ja, Briefwahl ist super, aber ich persönlich gehe lieber irgendwo hin, mache mein Kreuz am Wahltag und, ganz wichtig, werfe meinen Stimmzettel in eine Urne. Ich mag diesen Akt sehr gerne, und deswegen schrieb ich auf die Liste, auf der man sich in Passau am Arbeitsplatz für den Wahldienst eintragen sollte, erneut als Verhinderungsgrund, dass Passau nur mein Zweitwohnsitz sei und ich woanders wählte. Bei der Bundestagswahl ging das als Grund durch, obwohl es nicht wirklich einer ist, aber dieses Mal nicht. Bei der Kommunalwahl wird jede Hand und jedes Auge gebraucht, um die riesigen Zettel mit den 85 Einzelstimmen auszuzählen. Ächz.

Gestern lagen meine Wahlunterlagen im Münchner Briefkasten, die ich mit nach Passau nahm, denn ich fuhr erst gestern wieder gen Osten, nicht schon Sonntag. Gestern war Faschingsdienstag, und die Stadt schenkte uns einen halben freien Tag. Die andere Hälfte konnten wir Überstunden abbummeln und hatten damit frei, um kostümiert durch die Gegend zu laufen und Krapfen zu essen. Oder um zwei Stunden hinter gestern unglaublichen vielen LKW auf der Autobahn zu hängen und anschließend Krapfen zu essen. Und da ich eine effiziente Arbeiterin bin, deren Feierabend heilig ist, hatte ich nur eine Überstunde und muss daher ab heute drei Stunden wieder reinholen. Da kommt mir der Wahldienst sehr recht, denn zack! acht Überstunden. Vermutlich. Jede:r, der:die den Wahlzettel für Kommunalwahlen kennt, ahnt, dass das länger dauernd wird.

In München durfte ich den Bürgermeister wählen (leider kein Gendern nötig bei den Kandidaten, die Aussicht auf Erfolg haben), den Bezirksausschuss meines Wohnviertels und die neuen Stadträt:innen. Da sind die 85 Stimmen, die man lustig kumulieren und panaschieren kann, und ja, ich musste das nochmal ergoogeln. Der letzte Stimmzettel ist ungefähr 150 cm breit, ich fotografierte ihn gestern für einen kleinen Bluesky-Post. Wie ich auch dort schon schrieb: Demokratie ist anstrengend, aber super. Und alternativlos, hint, hint.

Dann werfe ich heute mal meinen Wahlbrief ein und bereite mich seelisch auf das Auszählen von Passauer Stimmen vor. Meine Kollegin, die bei der Bundestagswahl in meinem Wahllokal Dienst hatte, meinte, ich solle mir dicke Socken und notfalls eine Decke mitnehmen, in der Schulaula ziehe es ganz fies.