Mittwoch, 11. Februar 2026 – Krapfen
Ich wohne in Passau über einer Konditorei, was sonntags super ist, weil immer Kuchen in der Nähe ist. Sonst ist es eher anstrengend, weil ab 2 Uhr morgens gearbeitet wird: Die Backstube ist auch im Haus, und wenn im Sommer – oder wie ich es gerne nenne: ab März – die Fenster geöffnet sind, weil ich es sonst nicht in meiner Saunawohnung aushalte, habe ich ab 2 Uhr morgens Geräuschkulisse. Daran habe ich mich aber im Prinzip gewöhnt, genau wie an die Partypeople, die bis 2 Uhr morgens um die Häuser ziehen und dann den Geräuschestaffelstab an die Bäckerinnung übergeben. Irgendwann bin ich eben müde genug.
Was aber richtig fies ist: Ich habe derzeit auch noch Geruchskulisse. Jetzt gerade zur Faschingszeit wirbt der Laden mit „pfannengebackenen Krapfen”. Sobald ich die Fenster öffne: Duft. Sobald ich morgens in den Fahrstuhl steige: noch mehr Duft, denn aus der Backstube im ersten Stock werden die ganzen Köstlichkeiten ein Stockwerk runter in den Verkaufsraum gefahren. Zu Dutzenden. Zu Hunderten! Und ich stehe im pfannengebackenen Aroma und will die ganze Welt aufessen, obwohl ich gerade gefrühstückt habe.
Gut, dass der Laden nur dann geöffnet hat, wenn ich auf der Burg sitze. Ich bestünde sonst vermutlich inzwischen zu 80 Prozent aus Hefeteig. Mit Hagebuttenfüllung.