Freitag, 30. Januar 2026 – Jobdings und Kleidung
Falls Sie meine Büroaussichten auf Insta hübsch finden und schon ein bisschen in einem Museum gearbeitet haben: good news, denn im Oberhausmuseum ist gerade eine Stelle frei. Hier geht’s zur Ausschreibung. Ich kann das Haus (und die Stadt!) wirklich weiterempfehlen. Bewerbt euch zuhauf!
. . .
Hande postete im letzten Jahr auf Insta des Öfteren ihre Outfits, die ich mir immer gerne ansah. (Überhaupt ist Insta inzwischen für mich Klamotten-Inspo geworden, wer hätte es gedacht. Ich nicht.) In einer Story, wenn ich mich richtig erinnere, verlinkte sie einige Frauen, denen sie für Inspirationen folgt. Eine davon ist Asta, der ich seitdem auch folge. Sie schreibt auf Substack, und über den neuesten Post denke ich gerade nach: „The friendship “Hit Rate” and your style. Why dressing like yourself might be a shortcut to those elusive strong adult friendships.“
Einer der Kerngedanken: Wenn du dich nicht so kleidest, wie du dich fühlst, wie du bist, was dir wichtig ist, schätzen dich alle beim ersten Blick falsch ein. Oder sie bekommen nur einen Teil von dir mit. Daran knabbere ich gerade.
Ich habe immer noch keinen eigenen Stil, ich weiß auch nicht, ob ich jemals einen finde, denn als dicker Mensch war es mir in den letzten Jahren hauptsächlich wichtig, möglichst unauffällig zu sein. Ich bin eh schon sichtbar genug, also soll meine Kleidung mich eher verstecken als präsentieren. Damit meine ich nicht, dass ich in zeltartigen Gewändern rumlaufe, sondern dass ich mir eine Art Uniform zugelegt habe. Auf der Arbeit, in Bibliotheken, in Archiven, wo auch immer ich beruflich unterwegs bin, trage ich Hose, Bluse, Blazer, alles in dunkelblau, hochwertigen, aber unauffälligen Schmuck und dazu, sorry not sorry, bequeme Schuhe, derzeit meist weiße Sneaker, die man inzwischen ja auch zu Anzügen tragen darf. („Darf“, was für ein Quatsch. Man sollte anziehen, was man will und nicht, was man „darf“. Aber so weit bin ich noch nicht.)
Asta spricht lustigerweise in ihrem Post vermutlich ein Outfit wie meins an, wenn sie sagt: „I get the temptation to wear the “mask.” The safe blazer, the “I’m a normal person” sweater, the neutral uniform that lets you blend in at the office or the school run.“
But here’s the problem: If you dress to fit in, you attract people who like the version of you that fits in.You end up with a group of friends who love your “mask,” but they wouldn’t know what to do with the real you. That’s how you end up feeling totally lonely in a room full of people. You’re playing a character, and characters don’t make enduring friends. Real people do.“
In ihrem Post spricht sie auch an, dass es nicht darum geht, ständig aufgebrezelt durch die Gegend zu laufen. Ich mochte die folgenden Beschreibungen ihres Stils: „choice, autonomy, freedom, equality, de-centering men, and the fierce need for self-expression“. Ich bin noch nicht so weit, mich ständig und überall durch Kleidung ausdrücken zu wollen, und so wirklich bin ich auch nicht auf der Suche nach Freund:innen, wenn ich zum Edeka hetze. Außerdem merke ich selbst, dass ich mich mal wieder verändere, wie schon so oft in meinem Leben an verschiedenen Punkten. Mein Job auf der Burg hat viel mit mir gemacht, genau wie die Wochenendbeziehung und dem Ringen nach Zweisamkeit oder Zugehörigkeit. Ich überdenke gerade viel, und da kommen Posts zu „self-expression“ gerade recht. Dass es ausgerechnet über Kleidung gehen soll, kommt für mich jetzt auch überraschend.
Ich hänge sehr an Astas Begriff des „de-centering men“. Denn obwohl ich quasi nur Hosen trage, keine hohen Absätze und noch weniger als nach Freund:innen einen Mann suche, musste ich mir doch eingestehen, dass ich meist brav befolge, was mir jahrzehntelang Frauenzeitschriften vorgebetet haben bzw. was die Kleiderstangen im Internet für Frauen meiner Größe halt hergeben: ein bisschen Ausschnitt zeigen, die weichen, überdurchschnittlich großen Körperteile irgendwie verstecken oder mindestens „vorteilhaft“ (burn it all down) verpacken, nicht noch mehr auffallen als eh schon.
Das ganze Selbstbewusstsein, das mir im vergangenen Jahr unerwartet gewachsen ist, könnte ich aber auch anders kommunizieren als mit dem „safe blazer“, auch wenn ich meinen Offizielle-Termine-Rinaldi-Blazer wirklich über alles liebe, weil er ein schickes Kragendetail hat und halt mal wirklich gut sitzt. Ich screenshotte jedenfalls seit Kurzem lauter lustige Dinge, die mir im Internet über den Weg laufen und gucke mal, was ich damit mache. Dabei stellte ich fest, dass ich öfter Herrenmode für mich festhalte als die für Damen, was aber auch daran liegen könnte, dass ich mich in den Größe-32-Models wirklich nicht wiederfinde. Ja, die Jungs sind auch sehr schlank, aber da geht es irgendwie. Liegt vermutlich an den bequemen Schuhen.
Hier mochte ich ganz simpel die Silhouette, die Akzente von Schmuck und Farbe sowie das Detail der langen Ärmel.

Ich mag generell eher die Details, hier aus der neuen, wunderschönen Haute-Couture-Kollektion von Dior. Ärmel sind überhaupt großartig. Ich musste natürlich an diesen Tizian denken.

Nichts gescreenshottet, nur fünfmal durchgeguckt: die Herbst/Winter-2026-Kollektion von Dries van Noten. Würde ich quasi alles haben wollen.
Ich knabbere noch, das ist kein fertiger Eintrag oder ein abgeschlossener Prozess. Aber das ist ja quasi nichts im Leben.