Deep Throat

(Haha, gotcha.)

Eine Online-Ausstellung der Originaldokumente der Watergate-Affäre: Notizbücher von Woodward und Bernstein, die Scans aus der Washington Post, Leserbriefe. Außerdem verschiedene Drafts des Films mit Dustin Hoffman und Robert Redford, All the President’s Men (Die Unbestechlichen), und Notizen von Woodward/Bernstein zu ihrem Buch The Final Days. Via Marie.

Die Dokumente erinnern mich ein bisschen an meine alte Kino-Zeit im Filmfestspielhaus Hannover (Gott hab es selig). Ich habe Anfang der 90er als Kartenabreißerin angefangen, dann habe ich Popcorn vertickt, dann die Kinokarten, dann habe ich Vorführen gelernt, dann die Buchhaltung, und als meine Chefin ihr Babyjahr gemacht hat, war das Kino plötzlich mein Kino und ich offiziell Theaterleiterassistentin. Vulgo: Cheffe. Die Frau, die Stundenpläne machte und Gehalt auszahlte, die die UFA-Zentrale in Hamburg mit Bettelbriefen um mehr Originalversionen nervte („die Kunst! Die Kunst! Wir reden doch hier nicht über Geld!“ Little did I know) und die ihren Angestellten, die eben noch ihre Kollegen waren, jetzt leider verbieten musste, sich nach Feierabend noch im Bierlager zu bedienen. Oder wenn sie es tun, dann doch bitte dafür zu sorgen, dass die Bestände morgens wieder vollzählig sind, bevor Frau Gröner die Inventur macht und einen Herzkasper kriegt, weil 20 Flaschen Warsteiner fehlen.

Der Film JFK von Oliver Stone war einer, der mir in Erinnerung geblieben ist. Nicht nur, weil ich keine Lust auf die doofe Pause hatte, die der Verleih gerne haben wollte und ich deswegen den kompletten Film, anstatt ihn auf zwei Rollen zu verteilen, auf eine einzige Rolle aufgespult habe, die natürlich ausgerechnet am Samstag in der 20-Uhr-Vorstellung einen Abgang gemacht hat, woraufhin ich 400 Freikarten ausstellen musste.

Zur Erklärung: Filme kommen in einzelnen so genannten Akten im Kino an. Jeder Akt ist in einer dieser schicken metallenen Filmdosen und beinhaltet ungefähr 20 Minuten Film. Der Vorführer setzt sich Mittwoch Abend bzw. Nacht hin und spult die einzelnen Akte auf eine Rolle bzw. einen Metallring mit ungefähr 40 cm Durchmesser, in den dann eine Spule gesetzt wird, durch die der Film zum Projektor läuft. Die einzelnen Akte werden zusammengeklebt; dass ein so genannter Aktwechsel stattfindet, merkt der aufmerksame Zuschauer daran, dass oben in der rechten Ecke des Bildes die Wechselzeichen aufblinken (Dreieck, Kreis etc). Die sind ein Überbleibsel aus der Zeit, als noch mit zwei Projektoren gleichzeitig gefahren wurde. Das heißt, die Filme wurden eben nicht auf eine Rolle gespult, sondern in einem Projektor wurde Akt 1 gestartet, während im zweiten Projektor Akt 2 wartete. Sobald die Zeichen aufleuchteten, wusste der Vorführer, wann er den zweiten Projektor zu starten hatte, wann er die Blende zu öffnen hatte usw., um eine reibungslose „Überblendung“ hinzukriegen.

Dass ein Aktwechsel stattfindet, merkt man auch gerne mal am ruckeligen Bild bzw. dem unguten Gefühl, dass gerade eine Sekunde Film fehlt. Denn die Filmkopie wird von Theater zu Theater weitergereicht, was bedeutet: Nach dem Abspielen des Films muss er natürlich wieder in einzelne Akte zerlegt werden. Der Vorführer setzt sich also nochmal an sein Tischchen und spult aus der großen Filmrolle soviel Film ab, bis er die untrügliche Klebestelle in der Hand hält, die die Akte verbindet, und trennt sie wieder. Das kann man schick mit der Schere machen; das kann man aber auch schnell mal auseinanderreißen. Dabei reißt man manchmal ein Bildchen zuviel ab, und wenn das 24 Vorführer hintereinander machen, fehlen 24 Bilder und damit eine Sekunde Film. Und wenn der Film schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und gerne mal auf Festivals oder in irgendwelchen Programmkino-Spätschienen läuft wie zum Beispiel Birdy, dann passiert es auch mal, dass Frau Gröner an der Kasse ihres Kinos ein Schild aufstellen musste, auf dem sinngemäß stand: „Das Ende, das Sie in Birdy sehen, ist nicht wirklich das Ende. Wenn Sie den Film noch nicht kennen, kommen Sie bitte nach der Vorstellung an die Kasse und lassen sich erzählen, wie er ausgeht.“

Wer Birdy kennt, erinnert sich: Matthew Modine glaubt, er könne fliegen. Er steht auf einem Dach, und hinter ihm steht Nicholas Cage, der ihn anfleht, nicht über die Kante zu springen, weil Matt ganz eventuell vielleicht doch nicht fliegen könne. Matthew nickt – und springt. Und da war die Kopie, die wir hatten, zu Ende. Beziehungsweise der Abspann fing an. In jeder anderen Kopie kommen dazwischen noch zehn Sekunden Film, in denen wir sehen, dass Matthew zwei Meter tiefer auf einem Dachvorsprung landet und somit nicht das Zeitliche segnet. Wir haben also brav den Besuchern das Ende erzählt, und ich habe der Columbia einen Brief geschrieben, in dem ich darum bat, diese Kopie doch bitte einfach wegzuschmeißen. Oder wenigstens für einen neuen letzten Akt zu sorgen. Was auch kein guter Plan ist, denn natürlich wird eine Kopie komplett vom filmischen Original gezogen und nicht jeder einzelne Akt. Das heißt, die Kopien sind in sich geschlossen, können sich aber von anderen Kopien unterscheiden, zum Beispiel in der Helligkeit oder der Farbigkeit. Das merkt man auch gerne mal daran, wenn das Bild nach einem Aktwechsel plötzlich grünlicher aussieht. Dann hat man eine von den Kopien erwischt, in die nachträglich ein Akt eingesetzt wurde.

Zurück zur großen Spule bzw. dem Ring, auf dem der Film aufgespult wurde. Der Anfang des Film befindet sich in der Mitte, direkt auf dem Ring. Jeder weitere Akt kommt dahinter, das heißt, das Ende des Films liegt ganz außen. Die große Filmrolle ist nämlich nicht senkrecht in einem Projektor, wie wir das von kleinen Rollen im Heimkino kennen, sondern eine fertige Filmrolle hat ungefähr einen Durchmesser von einem knappen Meter und liegt waagerecht auf einem so genannten Teller. Jedenfalls bei den Projektoren, die wir damals hatten (hier gibt’s ein paar Fotos des Philips-Projektors und der Teller). Das bedeutet, je länger der Film läuft, desto weniger Film liegt auf dem Teller. Was eigentlich kein Problem ist, außer der Film ist so lang wie JFK – dann liegen ungefähr eine halbe Stunde vor Schluss nur noch fünf Zentimeter Plastik ganz außen am Rand des Tellers, der sich nicht gleichmäßig dreht, sondern ruckartig (Trägheit des Auges, Grundlagen der Filmprojektion, you know the deal), was dazu führt, dass der Filmrest immer instabiler wird. Und irgendwann, wenn die Filmgötter nicht gnädig sind, rutscht der Filmrest einfach so vom Teller anstatt brav durch den Projektor zu laufen. Und dabei fällt er nicht einfach auf den Fußboden vom Vorführraum, was schon nervig genug gewesen wäre, nein, er wickelt sich dabei auch noch ungefähr hundertmal um den Arm, der die (bei uns) drei Teller miteinander verbindet. Deswegen bestand auch keine Chance, den Filmabend für das 20-Uhr-Publikum zu retten, und deswegen gab es Freikarten en masse. Und Frau Gröner hat zwei Stunden damit zugebracht, den Filmrest immer wieder um den Arm zurückzuwickeln, um ihn nicht allzuoft zerreißen zu müssen und damit Klebestellen zu produzieren, die, wie wir ja ein paar Absätze weiter oben gelernt haben, DAS BÖSE sind.

(Irgendwann schreibe ich auch noch in aller tragischen Ausführlichkeit die Geschichte auf, wie mir mal die komplette West Side Story vom Ring gerutscht ist, als ich den Film von der Senkrechten (Transport von einem Vorführraum in den anderen) in die Waagerechte (auf den Teller) bringen wollte und wie ich dann einen ganzen Nachmittag in einem 40 Grad heißen Vorführraum damit zugebracht habe, fünf Kilometer Film per Hand wieder auf den verdammten Ring zu kriegen, aber dafür habe ich gerade keine Kraft. Die Erinnerung allein macht mich sehr, sehr müde.)

Denn eigentlich wollte ich folgendes erzählen: Damals gab es in Hannover noch das Amerika-Haus, das inzwischen, soweit ich weiß, irgendwelchen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen ist. Damals stand es noch und war für mich altem Ami-Fan ein Quell der Freude. Es gab Bücher und Videos im Original, man konnte sich durch sämtliche Vorlesungsverzeichnisse amerikanischer Unis wühlen (remember: Anfang der 90er. Nix Internet), man konnte amerikanische Zeitschriften lesen oder auch nur der schönen Sprache der Angestellten zuhören.

Als JFK anlief, haben wir zusammen mit dem Amerika-Haus eine kleine Ausstellung im Kino veranstaltet. Wir hatten ein Original einer amerikanischen Zeitung im Schaukasten, die über den Kennedy-Mord 1963 berichtete. Wir hatten verschiedene Bücher zum Thema, die man sich anschauen konnte, und an einem Wochenende hat der Leiter des Amerika-Hauses einen Vortrag darüber gehalten, welchen Effekt die Ermordung des Präsidenten auf ihn persönlich und sein Umfeld gehabt hat. Für mich war diese Zusammenarbeit sehr spannend, weil dadurch aus einem Film plötzlich ein Zeitdokument wurde bzw. ein fiktiver Film wurde in einen realen Zusammenhang gesetzt. Er bekam plötzlich eine Bedeutung, die über pure Unterhaltung hinausging. Man mag von der Theorie, die dem Film zugrunde liegt, halten, was man will. Aber für mich ist JFK immer noch mehr als ein bisschen Zelluloid auf einer Rolle. Für mich ist er ein Dokument, das wir im Kino mit weiteren Dokumenten angereichert haben.

Und wenn ich mir jetzt die alten Ausschnitte aus der Washington Post anschaue, stellt sich wieder dieses Gefühl ein, das ich damals hatte, als ich die Zeitung zum Kennedy-Mord betrachtet habe. Das Gefühl, man wäre dabei gewesen. Nur durch einen Zeitungsausschnitt. Oder einen Film.

(Edit: Mehr Filmfestspielhauserinnerungen hier.)

21 Antworten:

  1. Besten Dank für den Einblick ins Kinogeschäft!
    War sehr interessant. Und ich gestehe, die Vorstellung von tausendmaligem Abwickeln durch Frau Gröner bösartigerweise genossen zu haben. Aber zu meiner Verteidigung: Wenn sich Bindegarn um einen Knoter in einer Großballenpresse wickelt, macht das auch keinen Spaß.

    (Für Watergate an sich bin ich leider zu jung).

    Schönen Gruß
    Texas-Jim

  2. Ich habe es in den letzten Tagen nicht verfolgen können: Ist denn nun bekannt, wer der geheimnisvolle Informant damals war? Gibt es ja mittlerweile ähnlich viele Theorien wie zum Kennedy-Attentat.
    Zum Kino-Vorführer: Damals in meiner Zeit in Göttingen war das einer der heißbegehrtesten Studijobs überhaupt. Eine freie Stelle wurde eigentlich nur weitervererbt an beste Freunde. Leider kannte ich nie die richtigen Menschen.

  3. Solch “Ãœberbleibsel aus der Zeit, als noch mit zwei Projektoren gleichzeitig gefahren wurde” gibt es in den Kommunalen Kinos noch recht viele.
    Zum Beispiel auch in unserem Kino in Mannheim, im Cinema-Quadrat.
    Da merkt man erst, was den Unterschied zwischen einem guten und erfahrenen Filmvorführer und einem weniger guten und erfahrenen ausmacht. Das Überblenden ist die grosse Kunst.

  4. Webloglesen bildet doch ungemein. Danke für die tiefen Einblicke!

  5. Hat Spass gemacht zu lesen. Gerne hätte ich Birdy auch mal in Deinem Kino gesehen. Da kommt es ja auch darauf an wie das Ende erzählt wird. Obwohl ich auch froh bin den Film auch direkt nach Fimstart und mit echtem Ende gesehen zu haben.

  6. “Das kann man schick mit der Schere machen; das kann man aber auch schnell mal auseinanderreißen.”
    Mit der Schere? Man muß doch nur den Klebestreifen lösen, fertig. Wenn bei uns jemand mit einer Schere am Film rummacht gibts rote Ohren.

  7. Ach ja, gute, qualitätsbewusste Filmvorführer gibt es doch viel zu wenige. Und dem Publikum ist es egal. Meistens bin ich der, der nach mehrmaligem »Schärfe!« und »Bildstrich!« rufen (Ich weiß, das die Vorführkabine relativ schalldicht ist, aber man hofft immer.) dann doch raus rennt, um den Vorführer zu schütteln. Ich finde, ein Kinobesuch kostet zu viel Geld, um sich durch die Schlafmützigkeit eines anderen den Genuss mildern zu lassen.

    Vor vielen Jahren sah ich beinahe »Rattle and Hum«. Naja, ich hörte etwas und sah nur Schemen. So etwas von unscharf. Also raus aus dem Provinzkinosaal und rein in den Provinzkinofilmvorführraum. Dort saß ein junger Mann auf dem Boden. Walkman auf den Ohren und kein Blick für seine Arbeit. Nach mehrmaligen Anrufen reagierte dieses garantiert vorführscheinfreie Kind:

    »Sie dürfen hier nicht rein!«
    «Der Film ist unscharf!«
    »Das kann gar nicht sein.« (kein Blick hinaus zur Kontrolle)
    Ob er denn nicht trotzdem scharfstellen könne? (manchmal bin ich zu lange höflich)
    Das Kind blickt aus dem Fenster, lächelt plötzlich weise und verkündete:
    »Das ist ein Schwarzweißfilm!«
    »Äh..ja..und…?«
    »Schwarzweißfilme werden nie ganz scharf!«

    Zum Kassenhäuschen zu gehen, der dortigen Chefin mit Anzeige zu drohen, wenn nicht sofort das Kind aus dem Vorführraum verschwindet, den Eintritt zurückzufordern und wutschnaubend das Kino zu verlassen war dann eine leichte Übung.

    Misslungen ist mir die gleiche Aktion vor zwei Jahren im ekelhaften Münchner Popkorntempel Mathäser. Dort war der Film auch unscharf, irgendwann kam eine junge Dame in den Saal, starrte auf die Leinwand, bestätigte auch, dass es nicht ganz scharf war, schüttelte ungläubig den Kopf und meinte, das hätte sie noch nie gesehen. Abhilfe konnte sie leider keine schaffen. Dank immenser Schlangen vor allen Kassen hatte ich dann auch keine Lust mehr, den Eintritt zurückzufordern.

    Dafür gibt es das gute Arri-Kino in München. Die stellen – unter anderem – auch Kinoprojektoren her und sind aus dem Grunde schon erpicht in ihrem “Werkskino” ein perfektes Bild zu haben. Und dem ist dann auch immer so. Wie schön.

  8. @ Zettel: Sorry, einen Schritt im Koppe übersprungen. Wenn der Klebestreifen sich nicht lösen ließ – aus welchen Gründen auch immer –, hab ich die Schere genommen. (Oder die Klebepresse? Hatte die nicht auch irgendwo so ein Cutter-Teil? Ist schon so lange her. Jedenfalls war ich keiner von den Reißern. Und ich kenne ein paar von denen.)

  9. ach, analoge nostalgie. schön.

  10. Wer ist Deep Throat?
    Die Frage nach dem (den?) Quellen der Watergate-Skandal-Enthüller wird wieder aktuell, nachdem „dem Vernehmen nach“ der Informant im Sterben liegt. Denn erst nach dessen Tod wollen die beiden Ikonen des investigativen Journalismus, Woodward und Bernste…

  11. “Die einzelnen Akte werden zusammengeklebt…”

    Ich hatte EXOTICA (Miramax, 1994) in den USA im Kino gesehen. Und dann nochmals mit Freunden in Deutschland. Jetzt weiß ich endlich, warum die Handlungsstränge im deutschen Kino so gänzlich anders waren…

  12. Hey, dann war ich ja öfter mal Dein Kino-Gast!

  13. Vielen Dank für den Hintergrund!
    Im Augsburger Thalia (im Gegensatz zu in Hamburg ein Kino) gab es in den Vorführräumen ganz vorne einen Schaltkasten für die Feineinstellung. In den nachmittäglichen OV-Vorstellungen (Studentenleben!) war ich oft die einzige oder eine der wenigen Zuschauer. Und stellte mir einfach an dem Kästchen den Film scharf oder die Lautstärke nach meinem Geschmack.
    Wie ein Vorführraum aussieht, weiß ich aus dem löblichen Programmkino Liliom in Augsburg: Er ragt in die angeschlossene Kneipe hinein und ist rundum verglast.

  14. Ist mir auch schon passiert. Einige Filme kommen leider ohne Start- und Endbänder. Da kann man als Filmvorführer leider nur hoffen, dass die Akte wenigstens in der richtigen Reihenfolge verpackt sind, denn leider werden die Anschlußbilder oft abgeschnitten (siehe oben). Manchmal hat man ja Glück und es sitzt jemand im Kino der den Film schon kennt, dann kann man das im Überblendbetrieb leicht ändern. Kinos die ihre Filme zusammenkleben haben da natülich die Arschlochkarte gezogen. Da läßt sich auf die Schnelle nix mehr ändern.

  15. Jetzt kann ich mir auch ungefähr vorstellen, wie es dazu kam, dass vor einigen Jahren ein Film ab der Mitte urplötzlich mit dem Ende des Filmes kopfüber und rückwärts in Richtung Filmmitte weiterlief. Sehr verwirrend aber ungemein erheiternd, nachdem der Film an sich eine echte Enttäuschung darstellte. Dankeschön für die Hintergrundinfos – und die Erinnerung, JFK noch einmal anzuschauen!

  16. Ich sah vor einiger Zeit eine Doku über ein paar sehr skurrile New Yorker Filmfreaks. Einer sah sich in bestimmten Kinos nur Filme an, wenn auch bestimmte Vorführer am Arbeiten waren. Bezeichnend.

  17. Ja, sowas hab ich auch mal erlebt…brüllend laut, dann halt irgendwann selbst hingegangen und leiser gedreht…natürlich haben die später gesagt, das hätte ich nicht tun dürfen…aber sonst wären die Leute rausgerannt…

    Am Vorführraum hing ein Cartoon, wo der ganze Saal “schärfer, schärfer” brüllt, während der Vorführer seine runtergefallene Brille sucht…

    Ja, das Kino Breitwand war was Besonderes (ist es immer noch, in Seefeld).

    Wolf

  18. Uh – böse Erinnerungen. Ich war mal Filmvorführer im Atlantis in Bonn. Damals hatten wir keine Teller, sondern Rollen. Auf die gingen, wenn man den Film straff aufzog geeeerade mal so 130 min. Da war Schluss. “The Fisher King” hatte aber so um die 140, paßte also nie auf eine Rolle, aber eine Pause wollte ich nun auch nicht einlegen. Naja, der Film rutschte immer runter und das Ende sah am Ende so aus wie ein mit Pattex zusammengeklebter Super8 Film.

    Sehr lustig beim Film zusammenkleben ist auch, wenn der Film von einem Vorführer kommt, der zum Versand a) nicht die Originalboxen genommen hat und b) die Enden der Akte so auseinander geschnitten hat, dass sie immer mit dem letzten Bild enden. Normalerweise schneidet man den Film so auseinander, dass zB das letzte Bild des letzten Frames vom zweiten Akt auch das erste vom dritten ist, so dass man die Kontinuität hat. Denn Aktwechsel sind meistens auch Szenenwechsel mit anderen Schauspielern. Wenn ein Volldepp das nicht gemacht hat steht man dann da, hat den Film nicht gesehen und keinen blassen Schimmer, wie die Reihenfolge der Akte zwischen dem ersten Akt (Anfangstitel) und dem letzten (Endtitel) ist. Also schneidet man das erstmal so nach Gefühl, schaut sich den Film an und fragt sich, ob das wirklich so verworren gemeint ist, oder ob man die Akte falsch zusammen geschnitten hat. Wer einmal auf diese Weise einen Lars von Trier Film zusammen gefummelt hat, weiß was ich meine.

  19. sehr interessant, das filmgeschreibsel. ein freund von mir war mal, wie sagt man, projektor (…) in einem kino und hat hie und da kurze ausschnitte aus filmen mitgebracht. so vier fünf bilder. das waren ja dann erst zwei zehntelssekunden…
    die zeichen oben rechts sind mir auch schon aufgefallen. und was ich oft sehe, dass die anfänge oder enden der akte jeweils zerkratzt sind. so kündet so ein wechsel auch durch schlechter werdende bildqualität an.

  20. […] noch Lust auf weitere Eindrücke bekommen hat, dem empfehle ich sich noch die Artikel “Deep Throat” und “Filmfestspielhaus, die zweite“, trotz der teilweise etwas fragwürdigen […]

  21. […] meine All-Time-Favorits auf ihrem Blog: natürlich die gesammelten Filmkritiken, die Beiträge Deep Throat und Filmfestspielhaus, die zweite, nicht zu vergessen die FAQ und … ach, stöbert selbst dort […]