Blood Diamond

Opulent fotografiert, ziemlich spannend, aber im Endeffekt dann doch bloß heiße Luft. Leonardo DiCaprio tut so, als sei er ein knallharter Diamantenschmuggler in Sierra Leone, die zarte Jennifer Connelly, als sei sie eine toughe Kriegsreporterin mit Moral – und beide scheitern mit Karacho. Djimon Hounsou hat mich mehr überzeugt als Fischer, der von Rebellen entführt wird und als Sklave nach Diamanten suchen muss. Beim Überfall der Rebellen auf sein Dorf wird seine Familie in alle Winde verstreut; nach und nach erfahren wir, dass seine Frau und Kinder in einem Flüchtlingslager festgehalten werden, aus dem sie nicht herausgelassen werden, weil sich vielleicht auch Rebellen unter den Flüchtlingen verstecken. Hounsous Sohn allerdings ist inzwischen ein zugekiffter Kindersoldat und zieht mit den Rebellen durch die Gegend.

Das sind die Zutaten für Blood Diamond: Im Prinzip eine hübsche Mischung, um unsere Wohlstandsaugen mal wieder auf den schwarzen Kontinent zu lenken. Das Problem ist aber gerade diese Mischung. Hätte die Story vom blutigen Diamantenhandel nicht gereicht? Nein, da heult im Kino noch keiner, also packen wir noch großäugige Negerkinder mit riesigen Gewehren dazu, eine blasse Amerikanerin, der ich keine Sekunde geglaubt habe, dass sie a) relativ unbeschwert durch Kriegsgebiete huscht, ohne dabei auch nur verschwitzt auszusehen und b) sich wirklich in den muffigen DiCaprio verknallt, und eben diesen sehr weißen DiCaprio mit unentschlossenem Südafrika-Akzent, der den Buschmännern mal zeigt, wie der Hase so läuft.

Blood Diamond fühlt sich ganz fürchterlich nach Kolonialkino an, und gerade die letzte halbe Stunde ist so dermaßen auf Happy End gezimmert, dass mir fast die Augen geblutet haben. Die ganze Zeit lang sehe ich ein Elend nach dem anderen, und zum Schluss entdeckt der Schmuggler seine Heldenseele und der arme Fischer ändert eine ganze Industrie im Handumdrehen? Ach, komm.