Fehlfarben 6: Mixing Pop and Politics – Andy Warhol und Keith Haring

Heute im Programm: zwei Ausstellungen und drei Sauvignon Blancs. Leider ohne Kühlmanschetten, weswegen ihr uns bei 1.40:00 kurz beim kalten-Wein-Nachschenken zuhören müsst dürft.

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00.00:00. Begrüßung, Vorstellungsrunde und Blindverkostung Wein 1.

00.03:00. Unsere erste Ausstellung: Yes!Yes!Yes! Warholmania in Munich im Museum Brandhorst. Wir erwähnen unter anderem die Blotted-Line-Technik, über die ihr hier und hier mehr erfahren könnt.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. Oktober und hat von uns drei Och-jo-kann-man-machen-Daumen nach oben bekommen.

00.38:20. Blindverkostung Wein 2 und Warhol-Fazit.

00.49:50. Ausstellung Nr. 2 hat von uns hingegen drei begeisterte Da-müsst-ihr-bitte-sofort-alle-reingehen-Daumen nach oben bekommen. Wir sahen uns Keith Harings Gegen den Strich in der Hypo-Kunsthalle an. Im Gespräch erwähnen wir Pop Shops, die Keith-Haring-Foundation und deren Twitter-Account.

Die Ausstellung läuft nur noch bis zum 30. August, also Beeilung.

(Ein kleiner persönlicher Exkurs: Die Eva-Hesse-Ausstellung im Januar 2014 hat mir erstmals gezeigt, was Kunst mit mir machen kann – sie kann mir tiefe Ruhe schenken, mich aufwühlen, mich begeistern; alles Dinge, die ich vorher eher mit der Oper, Kinofilmen oder den üblichen weinseligen Abenden mit Freunden verbunden hatte. Keith Haring hat mir eine weitere neue Ebene vermittelt, was Kunst inzwischen mit mir macht: Er hat mich zum Heulen gebracht. Darüber spreche ich auch im Podcast – oder eher: stammele mit wackelnder Stimme rum.

Ich erwähne im Podcast den 30. Jahrestag von Live Aid, der einen Tag vor unserem Podcast war, und den ich auf Twitter gefeiert habe, indem ich den Auftritt von Queen verlinkte. Freddie Mercury war der erste Promi, bei dessen Tod ich geweint habe, und mein kleines Teenagerherz weint ehrlich gesagt noch immer. Keith Haring verbinde ich, genau wie Live Aid, sehr stark mit den 1980er Jahren, den Jahren, in denen ich erwachsen wurde. In den letzten Wochen sah ich zusätzlich eine neue deutsche Serie, die lustigerweise zuerst in den USA ausgestrahlt wird (die erste deutsche Serie mit Untertiteln, wenn ich der Wikipedia glauben darf), bevor sie im Herbst auch bei uns läuft: Deutschland 83. Ich lege sie euch jetzt schon mal ans Herz. Was sie mit Haring und Freddie zu tun hat: Auch sie hat mich sehr unvermittelt wieder in meine damalige Gefühlswelt geworfen. Ich habe die 80er als Jahrzehnt des Hedonismus, aber auch als Jahrzehnt der Bedrohung in Erinnerung. Es vermischen sich Dinge wie Tempo und (wie es die großartige Serie Pop 2000 mal ausdrückte) die Zeit, in der alle Art Direktoren werden wollten, es vermischen sich die Duran-Duran-Cover von Assorted Images, Art of Noise, Schulterpolster und Big Hair mit genau dem Gegenteil des bunten Visualisierens, nämlich der grauen Geheimnistuerei, den zwei Blöcken, die sich unversöhnlich gegenüberstehen, den Verhandlungen über die Stationierung von SS20- und Pershing-II-Raketen, dem konstanten Gefühl der Bedrohung und der Hilflosigkeit gegenüber der Weltpolitik, in der die Bundesrepublik und die DDR anscheinend das geplante Schlachtfeld für WW3 waren. Dieses Gefühl vermittelt Deutschland 83 sehr gut, und in diese, meine Gefühlswelt, die ich nicht wieder abschütteln konnte, stolperten dann der 30. Jahrestag und die Haring-Ausstellung, und beide haben mich mehr fertiggemacht als ich erwartet hatte.

Aber nachdem ich mich ausgeheult hatte, konnte ich launig über Penisse reden. Alles wieder gut.)

01.10:30. Blindverkostung Wein 3.

Bei den Weinen war die Nummer 2 unser klarer Sieger, Florian und ich setzten Wein 1 auf den zweiten Platz, Felix mochte die Nummer 3 am zweitliebsten.

Wein 1: Steinmühle Sauvignon Blanc, Kollwentz, Burgenland/Österreich 2013, 13%, ca. 24 Euro.

Wein 2: Sauvignon Blanc, Old Coach Road, Nelson/Neuseeland 2014, 13%, ca. 8 Euro.

Wein 3: Sauvignon Blanc, Errázuriz, Chile 2014, 13%, ca. 8 Euro (beim Karstadt am Hauptbahnhof).

12 von 12 im Juli

Meine gestrigen 12 von 12 wurden von einem memmigen Kreislauf auf 7 von 12 reduziert. Mein ganzer schöner Tagesplan – für die Tonne.

Ich fühlte mich morgens schon etwas kodderig, dachte aber, so ein, zwei Croissants könnten da helfen. Und der Weg zum Bäcker in frischer Luft auch. Von den Croissants habe ich gerade einen halben geschafft, auch der Kaffee schmeckte nicht so recht. Viel Wasser getrunken.

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Gestern stand der erste Ausstellungsbesuch für unsere neue Ausgabe des Fehlfarben-Podcasts an. Ich las mich kurz ein.

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Immer noch ein bisschen wackelig, aber frohen Mutes (vulgo: ignorant) radelte ich zum Museum Brandhorst.

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Drinnen warteten schon meine Mitstreiter. Wir zückten unsere Notizbücher und begingen die Ausstellung. Nach einer knappen Stunde merkte ich, wie mir kalter Schweiß auf der Stirn stand und ich sehr versucht war, mich an allen Wänden abzustützen, was man in Museen lieber lassen sollte, weil da viel Kunst dran hängt (und die Aufseher im Brandhorst echt nen zackigen Ton am Leib haben). Ich setzte mich auf einen Stuhl, um mir eine Episode aus Andy Warhol’s TV anzugucken, merkte aber: Wenn ich hier sitzen bleibe, rutsche ich ohnmächtig vom Stuhl. Ich muss an die Luft und mich bewegen. Ich verabschiedete mich eilig von meinen Podcastkumpels und wollte nur raus. Dabei musste ich aber erst aus dem Untergeschoss rauf in die Kassenzone und von dort wieder runter ins Untergeschoss, wo mein Rucksack im Schließfach war. Wieder rauf und durch die beknackte Drehtür endlich zum Sauerstoff.

(Exkurs: Drehtüren. Echt jetzt mal. Wer ist jemals auf die Idee gekommen, dass Drehtüren irgendwie komfortabler sind als ALLE ANDEREN TÜREN DIESER WELT? Sind die billiger als Türen, die man so schön altmodisch auf- und zumacht oder auch meine geliebten Schiebetüren, die sich wie von Zauberinnenhand öffnen? Kann ich mir nicht vorstellen. Was sollen sie dann? Man kommt niemals schneller durch als durch ALLE ANDEREN TÜREN DIESER WELT, man kriegt ein winziges bisschen Platzangst in diesen blöden Segmenten, und wenn man zwei, drei Einkaufstüten dabei hat, sind sie noch nerviger. Auch auf Flughäfen: Sowohl in Hamburg als auch in München geht man durch diese seltsamen Drehdinger, die aus zwei Hälften bestehen (gerne noch mit Werbung in einem kleinen Plastiksegment dazwischen. Platzierungen aus der Hölle). Ist der Luftaustausch mit den Dingern irgendwie besser? Ich verstehe es wirklich nicht. Gerade an Flughäfen, wo quasi alle Menschen, die durch die Tür müssen, Koffer hinter sich herziehen, wäre so eine schicke Schiebetür doch eine schnafte, praktische, sinnvolle Sache. Von mir aus hängt einen Vorhang aus Holzperlen vor ein Loch in der Wand, mir egal, aber schafft diese beknackten Drehtüren ab. Exkurs Ende.)

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Das Radeln tat gut, jeder Abstieg an einer Ampel war allerdings doof. Zuhause viel Wasser getrunken und die Reste der Minze vom indonesischen Hähnchensalat mit Limette zu einem Eistee verarbeitet. Nach einem längeren Besuch im Bad (ich erspare euch die Details) ins Bett gefallen. Stunden verdöst, vielleicht auch geschlafen. Wenn wach, viel Wasser getrunken, kurz den Fußballstream angeworfen, selbst bei Bayern weggedöst.

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Eigentlich – ha. Eigentlich! – wollte ich nach dem ersten Museumsbesuch noch mindestens einen zweiten erledigen, dann Französisch lernen, dann meine Steuer machen und dann ins Theater gehen. Davon übrig geblieben ist eine halbe Stunde Französisch. Viel Wasser getrunken.

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Wie ich schon auf Instagram schrieb: Immer schön die erste Person Plural merken, dann haben wir den Wortstamm, an den wir das imparfait hängen können. Die pink markierten Worte sind der imperatif, das gelbe unten das passé composé. (Twittern hilft übrigens wirklich. Il a vécu hab ich jetzt drauf. Von unten nach oben lesen, BONUSBILD:)

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Todesmutig dachte ich dann: Vielleicht sind ein paar Elektrolyte und Vitamine gar nicht schlecht. Den Preis für die Mahlzeit habe ich heute morgen bezahlt.

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Mal sehen, ob ich die Ausstellung heute um 17.30 Uhr schaffe. Jammercontent over.

Indonesischer Hähnchensalat

Im Originalrezept heißt das Ding „Indonesian style“. Ich kenne mich viel zu wenig in asiatischer Küche aus, um zu wissen, ob das hinhaut, aber ich übernehme die Benennung einfach mal.

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Für drei bis vier EsserInnen als Hauptmahlzeit. Hätte ich gestern beim Zubereiten nicht gedacht, aber der Salat sättigt ungemein. Was bedeutet, dass ich mich die nächsten zwei Tage noch von ihm ernähren kann, obwohl wir gestern zu zweit doch so gut vorgearbeitet haben. Das nächste Mal koche ich unbekannte Rezepte wieder wie immer: erstmal die Hälfte machen.

1 Hähnchenbrust (400 bis 500 g) pochieren. Also mit Wasser bedecken, aufkochen, gut zehn Minuten simmern lassen, bis die Brust gekocht ist. Warm oder kalt weiterverarbeiten; ich habe mich für die kalte Variante entschieden. Wer mag, kann das Huhn auch in Brühe pochieren oder das Wasser wenigstens salzen. Muss aber nicht sein, das Dressing ist kräftig genug. Werde ich trotzdem beim nächsten Mal ausprobieren – oder gleich würzigen Räuchertofu statt des geschmacklich eher zurückhaltenden Huhns nehmen und den dann unpochiert zu all dem leckeren Grünzeug unten werfen.

In einer Schüssel
5 g frischen Koriander (das ist ungefähr eine halbe Handvoll),
5 g frische Minze, zerzupft,
1 rote Paprika, in feine Streifen geschnitten,
das Weiße von einem Bund Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten,
1 rote Chili, fein geschnitten (bei mir auch noch entkernt) und
300 g Mungobohnenkeimlinge vermischen. Die Keimlinge waren bei mir aus dem Glas.

Die Hähnchenbrust zerzupfen oder in Streifen schneiden und untermischen. Mit
Salz und
schwarzem Pfeffer würzen.

Für das Dressing
60 ml Limettensaft (das waren bei mir anderthalb ausgepresste Limetten),
80 ml Buttermilch,
2 EL Erdnussbutter (bei mir creamy, crunchy geht auch),
1 EL Fischsauce,
2 TL geriebenen frischen Ingwer,
1 Knoblauchzehe, gepresst, und
1 Prise Cayennepfeffer verrühren – oder noch besser mit dem Schneebesen verquirlen, damit sich die Erdnussbutter wenigstens ansatzweise auflöst. Über den Salat geben.

Zum Anrichten jeden Teller mit
Romanasalat auslegen, den Salat darübergeben und mit
gerösteten Erdnüssen und
dem Grünen der Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten, servieren.

Das Dressing ist relativ sauer, schmeckt aber mit dem Salat zusammen genau richtig. Der wiederum bringt eine ganz leichte Schärfe mit, die durchaus ausbaufähig ist – und das sage ich als absolute Scharf-Memme. Von der Minze habe ich nichts geschmeckt, sie aber auch nicht vermisst. Das nächste Mal nehme ich nur Koriander und davon das Doppelte.

Ein skandinavisches Dankeschön …

… an Katharina, die mich mit Per Pettersons Ich verfluche den Fluss der Zeit (aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger) überraschte. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich auf das Buch gestoßen bin, vermutlich wird es in einem Blog oder beim Perlentaucher empfohlen worden sein. Sobald ich mit Siri Hustvedts The Blazing World durch bin, kommt es dran. Vielen Dank für das Buch und die schöne Widmung – ich habe mich sehr gefreut.

BA-Tagebuch 16. Juni 2015

Frisch vom Drucken und Binden. Eben eine kleine CD-Hülle gebastelt, damit das digitale Exemplar auch noch hübsch aussieht. Zwei Ausfertigungen sind für die Uni, eine kriegt Mama. „Endlich ist das Kind von der Straße!“

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Und jetzt muss ich mich bis morgen zusammenreißen, bis sie im Prüfungsamt abgegeben wird, um nicht noch mal reinzugucken. Denn wenn ich das tue, finde ich garantiert noch einen Rechtschreibfehler, und dann muss ich alles noch mal drucken lassen.

12 von 12 am 12. Juni 2015

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Am Donnerstag abend habe ich einen guten Freund bekocht und einen kleinen Weißwein geöffnet, der Herr brachte einen kleinen Rotwein mit, dann stand da irgendwie noch ein kleiner Nussbrand rum, und irgendwie war plötzlich noch eine kleine Flasche von meinem Lieblingsschaumwein offen. Der Freitag fing dementsprechend etwas später, etwas zäher und mit medikamentöser Hilfe an. (War’s total wert.)

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Ich bereitete mich auf die achtminütige Radfahrt zum Zentralinstitut für Kunstgeschichte vor. Gefühlt reichen bei mir 30 Sekunden in der Sonne, bis ich einen Sonnenbrand habe, daher bin ich sehr vorsichtig.

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Aber gut sehe ich dabei aus, Kinnings!

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Die Glyptothek auf dem Königsplatz, über den ich immer radele, wenn ich zum ZI fahre. Vielleicht fahre ich auch deshalb lieber da hin als in jede andere Bibliothek. Und vielleicht hätte ich meine BA-Arbeit einfach über diesen schönsten aller schönen Plätze in München schreiben sollen, wenn ich ihn doch so großartig finde. Aber das Naheliegende war in diesem Semester ja nicht so meins.

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Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte ist im ehemaligen NSDAP-Verwaltungsgebäude untergebracht und mir ist das jedesmal bewusst, wenn ich im Kellergeschoss rumwühle. Da ist die Architektur deutlicher als in den anderen, mit Bildern und Teppichen aufgehübschten Stockwerken, und dann wird es kurz mulmig. Vielleicht gar nicht schlecht, dass man ab und zu daran erinnert wird, wer hier vor 80 Jahren rumgelaufen ist.

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Hasi finetunen. Wenn ich exzerpiere, notiere ich mir immer brav, woher ich was habe, damit ich beim Schreiben der Arbeit entspannt darauf zurückgreifen kann. Wenn ein Zitat aber über zwei Seiten geht, weiß ich natürlich nicht mehr, wo genau jetzt was stand, und diese zweifelhaften Stellen habe ich gestern noch mal abgeklärt.

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Mein liebster Abguss im ZI: die Nike von Samothrake.

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Nach getaner Arbeit bin ich wieder nach Hause geradelt und habe dabei meine erste Handyaufnahme während der Fahrt gemacht. Ist leider sehr unspektakulär geworden. Da rechts vorne ist ein Gebäude der TU, dessen gewölbte und zerfaserte Fassade ich sehr gerne mag.

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Erstmal Pause machen und die neuen Masterchef-Australia-Folgen weggucken. Ich habe vor Jahren sehr gerne die britische Ausgabe geguckt, bin dann irgendwie ausgestiegen und hatte die Serie vergessen. Als ich in der großen Haderphase mit der BA war und mich irgendwie ablenken wollte, sah ich, dass gerade eine neue Staffel von Masterchef Australia angefangen hatte, klickte rein – und war süchtig. Ich mag die drei Moderatoren sehr gerne, ich mag das Format gerne, ich mag es, dass das Essen im Mittelpunkt steht und nicht die mir total egalen Hintergrundgeschichten der KandidatInnen. Die werden kurz angerissen, aber sie sind nicht der Hauptgrund, warum man für eine/n KandidatIn rootet. Stattdessen verguckt man sich in sein oder ihr Essen und so soll das bei einer Kochshow auch sein.

Aus Spaß habe ich mal in die neuesten Staffeln von Masterchef USA und Canada reingeguckt und die gehen beide gar nicht. Go, Australia!

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Bilder einscannen für Hasi. Wir wollen ja immer was zum Gucken haben in der Kunstgeschichte. Das auf dem Bild ist die Korbinianskapelle in Weihenstephan.

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Abendessen: Hähnchenbrustfilet mit Champignongemüse. Das Fleisch war von gestern (nicht angebraten, natürlich), da hatte ich ein bisschen viel gekauft. Das Gemüse war eine spontane Eingebung beim Einkaufen heute, als ich eigentlich nur zum Karstadt radeln wollte, um Ben & Jerry’s Peanut Butter Cup zu kaufen. Hatten sie aber nicht. Dann musste ich eben Pastrami und Champignons kaufen. Auch gut.

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Auf den wundervollen Erd- und Blaubären (war ein Tippfehler, lass ich jetzt so) liegt ein Klops Häagen Dazs Baileys (na toll, aber Häagen Dazs kann ich fehlerfrei tippen!), und irgendwann muss mir mal jemand beibringen, wie man Nocken formt. Ich bin dafür wirklich zu blöd. (Trotz YouTube!)

Links vom 11. Juni 2015

passagen 2 und 3

Frau Casino schreibt über die Konfirmation ihrer Söhne:

„für die auswahl der bibelsprüche haben offensichtlich alle google bemüht, und auf denselben paar seiten gesucht, alles vielfach vorhanden. es muss mehr gute sätze in der bibel geben, not? furchtlosigkeit und liebe hatten meine beiden, wie viele andere auch.

wie der glauben besser funktioniert als das internet, und schon so lange, weil es ein geschlossener kreis ist, ohne leerstelle für kommentare, gefällt mirs und pageviews. glauben als sich selbst bestätigendes system, ich glaube, und der glaube macht mich sicher, ich mag die eleganz und askese dahinter, das uneitle, wobei das aufgehobensein in einer gruppe beim gottesdienst zb auch etwas gibt. ob es mehr ein wissen ist für die, die vom glauben leben?“

I went Paleo and now I hate everything

Ich lachte:

„Paleo also requires you to give up processed food, refined sugars, and alcohol, which makes sense because those things are wonderful. But you’re also supposed to avoid grains, starches, and natural sweeteners (like honey), and you are supposed to limit your fruit intake. It’s sort of like the Inquisition, but less fun.

In some respects, it’s worked: being Paleo has killed my will to live, so I’m too sad to snack. My abs look pretty damn good, but I suspect that’s from all the nights I spend wracked with sobs because I can’t eat anything fun. I would take a selfie to show you, but this isn’t Facebook and I’m not your misguided teenage niece.“

BA-Update:

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BA-Tagebuch 9. Juni 2015

So. Da wird heute noch mal drübergefeudelt und runtergekürzt, dann lasse ich die Arbeit eine Nacht liegen, dann wird nochmal drübergefeudelt, dann schicke ich sie an die Korrekturleserin, dann trinke ich viel Schnaps und vergesse die Arbeit einen Tag lang, und dann puschele ich noch ein paar Tage, bis aus dem First Draft ein anständiges Dokument geworden ist, das nächsten Dienstag beim Drucker landet.

Hojotoho und ne Buddel voll Rum. Wir haben eine BA-Arbeit.

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BA-Tagebuch 8. Juni 2015

Ich habe einen Kiefer-Sutherland-Film in der Arbeit untergebracht. Ich weiß jetzt, dass im 17. Jahrhundert Architekturmodelle von Hofkonditormeistern nachgebacken wurden. Leo von Klenze war eine noch coolere Sau, als ich dachte („Fuck off, Vitruv!“). Und ich sehe zum ersten Mal seit der BA-Anmeldung die Ziellinie.

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Gestern kam von unerwarteter Seite noch eine Hilfestellung, die ich gerne entgegengenommen habe. Wie alle Hilfestellungen der letzten Wochen kam sie aus dem Internet. Alle Menschen, die mir gerade uneigennützig die Hand entgegenhalten und mir sagen, hier, da liegt was drin, nimm einfach, kenne ich nur aus dem Internet – oder nicht mal daraus. Es haben sich Menschen gemeldet, die anscheinend mein Blog gerne lesen und jetzt was zurückgeben wollen. Es haben sich Menschen gemeldet, die mir auf Twitter folgen und ein paar gute Tipps hatten. Es haben sich Menschen gemeldet, die inzwischen mehr für mich sind als nur Pixel im Browser oder auf Tweetbot. Und alle haben geholfen, weil sie gemerkt haben, dass ich gerade mit etwas nicht klarkomme, mit dem ich seit fünf Semestern eigentlich ganz hervorragend klarkomme. Nur noch mal als Erinnerung für all die Leute, die meinen, das Internet sei ein Ausbund des Bösen und wir werden alle sterben: You’re doing it wrong.

Einer dieser Mehr-als-nur-Pixel-Menschen meinte neulich, ich projiziere quasi bei jeder Arbeit, dass ich mit ihr kämpfe und zum Schluss isses dann doch eine sehr gute Note. Das sehe ich zwar anders, und ich hoffe jetzt nachträglich, dass ich nicht bei jeder Arbeit so rumgejammert habe wie bei der hier. Eigentlich dachte ich, ich hätte euch an dem Spaß teilhaben lassen, den ich mit den ganzen Themen habe, mit der Herausforderung, die sie mir stellen, mit der für mich immer noch neuen und immer wieder tollen Befriedigung, wenn die Arbeit fertig ist und ich sie gerne zum fünfzigsten Mal gelesen habe. Genau darauf hatte ich mich auch bei der BA-Arbeit gefreut: euch mitzunehmen in ein für mich neues Fachgebiet, wie ich es mir erschließe, wie ich daraus eine Frage zimmere, wie ich sie beantworte. Dass daraus jetzt eine Lektion in Demut geworden ist, wie ich sie seit meinem Golf-Platzreifekurs nicht mehr hatte, nehme ich inzwischen mit Zen-hafter Gelassenheit hin. Was bleibt mir übrig.

Inzwischen sind die Panik, überhaupt fertig zu werden, und die Wut, ein Thema bearbeiten zu müssen, das ich eigentlich gar nicht haben wollte, der üblichen Begeisterung gewichen, mit der ich irgendwann jedes Thema beackere (ja, selbst die blöde Altstadt, Neustadt, Vorstadt hatte mich schlussendlich). Jetzt bin ich zwar nölig, weil ich schlicht keine Zeit mehr habe, das mir inzwischen liebgewonnene Thema so zu behandeln, wie es ihm gebührt, aber auch das versuche ich, demütig anzunehmen. Ein paar Tage habe ich ja noch.

Und heute rocke ich den First Draft runter.

BA-Tagebuch 5. Juni 2015

Der elende Mittelteil, der mir vermutlich graue Haare beschert hat, ist bezwungen. Na gut, fast. Ein bisschen puzzele ich noch an ihm rum, aber wer mich kennt, weiß, dass ich an allem noch ein bisschen rumpuzzele, bis mir irgendjemand die Arbeit aus der Hand reißt.

Dieses Mal muss das niemand anders machen, denn die Deadline nähert sich sehr schnell. Mein Abgabetermin ist der 22. Juni – das ist allerdings ein Montag, das heißt, am Tag vorher kann ich nichts mehr machen, nichts drucken oder binden lassen, nix, und ich bin überhaupt keine Freundin davon, irgendwas auf den letzten Drücker zu erledigen.

Am Freitag davor hat das Prüfungsamt geschlossen, da kann ich nichts abgeben. Daher möchte ich meine Arbeit am 18. loswerden, das heißt, ich möchte am 16., spätestens am 17. die Daten zum Drucker schicken. Das heißt wiederum, dass ich am 15. fertig sein muss, damit ich am 16. noch mal über alles rüberlesen kann (bis mir irgendjemand die Arbeit aus der Hand reißt). Ich will meiner geschätzten Korrekturleserin drei Tage Zeit geben, was bedeutet, dass sie am Freitag mein Dokument kriegen sollte. Ich selbst habe mir den Donnerstag als Deadline gesetzt, weil ich eh wieder puzzele und noch ne Nacht drüber schlafen will. Also: Am 11. Juni müssen irgendwie 60.000 Zeichen in meinem Dokument stehen, damit da jemand drüberlesen kann.

Nach den ersten Tagen, an denen ich schrieb wie eine junge Göttin, ging dann in den letzten Tagen kaum was. Ich habe ewig an dem bereits erwähnten Mittelteil rumgefummelt, habe ernsthaft zweimal das Objekt gewechselt, das sowohl aus Stein als auch aus Pixeln vorhanden ist, damit ich es beschreiben kann bzw. habe den Schwerpunkt von einem zum anderen und wieder zurück gewechselt – warum auch immer, vielleicht weil ich noch nicht genug Druck hatte. Jetzt ist Hasi aber wirklich Hasi, es ist liebevoll beschrieben in all seinen architektonischen Ausprägungen, und nebenbei habe ich viel über den Dresdner Zwinger und die Münchner Hauptsynagoge gelernt, die nicht Hasi geworden sind, obwohl ich sie vermutlich noch in irgendwelchen fein ziselierten Nebensätzen unterbringen werde, weil sie mein Argument (digital ist besser) so brav unterstützen und weil es verdammt noch mal Literatur über sie gibt, die ich total toll zitieren kann.

Hasi ist das Kloster Weihenstephan, das nach 1803 im Zuge der Säkularisation fast komplett abgerissen wurde, aber 2003 digital wieder auferstehen durfte. Im verlinkten Wikipedia-Artikel fehlt die Korbinianskapelle, ein, laut meiner Literatur, Kleinod des Barock, das wir leider nicht mehr haben. Sie wurde von Cosmas Damian und Egid Quirin Asam geplant und gebaut, und jeder, der die Jungs kennt, wird darob bittere Zähren vergießen.

(Beim Durchlesen der beiden Wikipedia-Artikel ahne ich, an welchen ich in den Semesterferien endlich mal rumkorrigieren werde. Wir haben durchaus Informationen, wie die Kapelle ausgesehen hat.)

Das ist mir zwar ein bisschen peinlich zuzugeben, aber ich habe in den letzten Tagen einen Schreibbuddy beauftragt, mir ein bisschen Zuckerbrot und Peitsche zu geben. Der Herr gibt mir eine Zeichenzahl vor, die ich gefälligst zu erfüllen habe, und auf einmal geht’s, warum auch immer. Ich habe keine Ahnung, warum das vorher nicht ging; da habe ich mir selbst schließlich auch gesagt, komm, Gröner, heute 5.000 Zeichen, das kriegste hin – habe ich aber tagelang nicht. Gerade als Selbständige bin ich es gewohnt, mir meine Arbeit selbst einteilen zu können, und ich mag diese Freiheit sehr. Hier hat sie mich zum ersten Mal in den Arsch gebissen, und anscheinend brauchte ich einen Impuls von außen, der mich wieder in die Spur bringt.

Die letzten Monate haben sehr vieles auf den Kopf gestellt, was ich als gegeben angesehen habe – vielleicht ist diese Art zu schreiben auch eine Facette von allem, und ich nehme das einfach mal so hin. Anscheinend bringt mir die Uni gerade was fürs Leben bei. Wer hätte es gedacht.

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BA-Tagebuch, die letzten Tage, die sich wie Jahre anfühlten

Eine zähe, unbefriedigende Sauce. Ich muss da noch mal bei, umrühren, abschmecken. Aber, Stand gestern abend: 30.193 Zeichen. Walk on, through the raaaaiiiiin …

Close your eyes and think of the MA.

BA-Tagebuch 29. Mai 2015

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DIE ARCHITEKTIN?

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Grundriss der ehemaligen Hauptsynagoge in München, 1887–1938. (München hatte mal drei.)

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Mein zweiter Vorname ist Eichhörnchen.

BA-Tagebuch 27. Mai 2015

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BA-Tagebuch 26. Mai 2015

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Grellert, Marc: Immaterielle Zeugnisse. Synagogen in Deutschland. Potentiale digitaler Technologien für das Erinnern zerstörter Architektur, Bielefeld 2007, S. 340.

BA-Tagebuch 25. Mai 2015

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