Tagebuchbloggen 06./07.02.2010 (Cranberry-Scones, Rotkohlsalat, Zwiebeltarte)

scones

Cranberry-Scones gebacken. Mehrmals, weil lecker. Schmecken auch mit schnöder Butter statt mit clotted cream. Zum Rezept bitte zu delicious:days und alles religiös befolgen. Vor allem den Tipp „Ausstecher nicht drehen, weil die Scones dann unterschiedlich aufgehen“. Jepp.

Für den schönen stoffigen Hintergrund bedanken Sie sich bitte bei Frau coolcat, denn das ist die Rückseite meines Quilts, auf der die Reste der kleinteiligen Stoffquadrate auf der Vorderseite gelandet sind. Unter anderem ein langes Stück in rotweißgepunktet. Perfekt.

rotkohlsalat

Einen Rotkohl zu warmem Salat verarbeitet. Im Originalrezept sind Rosinen, aber die mögen wir beide nicht. Daher gab’s bei uns frei nach Schnauze (und weil der Rechner im Wohnzimmer stand und ich keine Lust hatte, ihn in die Küche zu schleppen, um die Maßeinheiten mitzukriegen, weil auch der Akku gerade leer war und ich dann noch das Netzteil aus dem Arbeitszimmer, und ach, mein Leben ist ja manchmal so anstrengend):

– eine dem eigenen Gusto angemessene Portion Rotkohl in Streifen schneiden
– ein, zwei Zwiebeln oder Schalotten und ein, zwei Knoblauchzehen in Olivenöl andünsten
– den Rotkohl dazuwerfen, Salz drüber und einen ordentlichen Schuss Balsamico
– ebenfalls in die Pfanne: getrockneter Rosmarin. Bei uns waren es Kräuter der Provence.

Das ganze ein paar Minütchen vor sich hinköcheln lassen, bis der Rotkohl etwas weicher, aber nicht matschig geworden ist. Noch ein paar Sonnenblumenkerne und bröckchenweise Fetakäse drüber, fertig.

Für mich war das wieder ein umwerfendes Geschmackserlebnis, weil ich nie auf die Idee gekommen wäre, mediterrane Kräuter über sowas – für mich – Deutsches wie Rotkohl zu werfen. Und es passt mal wieder alles so gut zusammen, was mich auch immer überrascht: die Süße der Sonnenblumenkerne, der herbe Essig, der frische Feta, der knackige, milde Rotkohl – toll.

zwiebeltarte

Zwiebeltartelettes gemacht. „Gebacken“ kann man bei Tiefkühlblätterteig ja kaum sagen, aber irgendwo ist dann auch ne Schmerzgrenze, was das Selbermachen angeht.

Im Rezept klingt es so, als sei die Kombi Blätterteig – angeröstete Zwiebeln – Käse eine Offenbarung sondergleichen. Vielleicht war ich deshalb ein bisschen enttäuscht vom Endergebnis, denn das kleine Törtchen schmeckte nicht wie das achte Weltwunder, sondern nach Blätterteig, Zwiebeln und Käse. Not that there’s anything wrong with that. Ich bin ja ganz bei dem Twitterer/der Twittererin, der/die mal schrieb, alles im Leben lasse sich dadurch verbessern, dass man es mit Käse überbacke. Aber ich hatte dann doch etwas mehr Zing erwartet.

Nicht falsch verstehen, die Tarte ist lecker, aber auch nur mit was Frischem nebenan zu ertragen. Bei uns war es eine wilde Mischung aus irgendeinem fitzeligen grünen Salat, dessen Name mir egal ist, Radicchio, Chicoree und Rotkohl. Das Dressing bestand aus Rotweinessig, Rapsöl, Ahornsirup und natürlich Salz und Pfeffer. Und weil ich endlich den Makroaufnahmeknopf bei meiner Digicam entdeckt habe, konnte ich mal etwas näher rangehen ans Futter. Leider seht ihr deshalb weder meine grau-umrandeten Lieblingsteller noch das total kunstvoll verkleckste Dressing. Aber zum ersten Mal finde ich ein Fressfoto wirklich schön.

Und ich hoffe, das Grünzeug ist eine späte Genugtuung für Frau Lu, der ich immer vorgejammert habe, dass Salat doof und langweilig sei und der ich jetzt recht geben muss: Wenn man mehrere Sorten zusammenwirft, schmeckt das ziemlich lecker.

Und wenn die Colts jetzt noch den Super Bowl gewonnen hätten, wäre es ein perfektes Wochenende gewesen. Snif.

SUPER BOWL SUNDAY!

manning

If filmmakers directed the Super Bowl. Via Don Dahlmanns Gezwitscher.

Ich bin bereit. Um kurz vor Mitternacht geht es los, morgen hab ich frei, nachher back ich noch Zwiebelkuchen, und alles sportlich Wissenswerte und ein Live-Blog gibt es im Laufe des Tages bei allesaussersport. GO, COLTS!

Die 100 liebsten Bücher der ZDF-Zuschauer

Die Liste hatte ich schon mal im Blog, allerdings vor Jahren und auch nur die ersten 50. Bei denen copypaste ich mal, was noch stimmt und ergänze bei Bedarf. Die letzten 50 sind frisch geschrieben, gelesene sind gefettet. Via Vorspeisenplatte.

1. Der Herr der Ringe, J. R. R Tolkien

Glaub ich nicht, dass die Bücher so beliebt ist. Die lesen nur Jungs in der Pubertät und Mädels, die Viggo im Film toll finden. (Nachtrag: Den ersten Band auf Deutsch gelesen und für doof befunden. Im Zuge der Verfilmung alle auf Englisch gelesen und für anstrengend befunden.)

2. Die Bibel

Einmal komplett durch (Die gute Nachricht). Ich habe mehrere Bibeln im Schrank, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, und vergleiche ganz gerne, wie was wo klingt.

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

Angefangen, weggelegt.

4. Das Parfum, Patrick Süskind

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry

Damals als Kind fand ich’s toll. Seit das Buch aber für jede esoterische Bewegung und jeden Lebenshilfe-Wälzer herhalten muss, mag ich es irgendwie nicht mehr so. Aber da kann Herr Saint-Exupéry natürlich nix für.

6. Buddenbrooks, Thomas Mann

Oh ja. Habe ich in der Zeit gelesen, als ich Dauergast in unserer Schulbibliothek war. Im Zuge meiner „Ich lese jetzt mal viel altes Zeug zu den neuen Comics“-Phase gucke ich seit Wochen nach oben. Wenn ich in meiner Lieblingssofaecke sitze, habe ich die Buddenbrooks und den Zauberberg genau im Blick. Hm. Ja, ich glaub, ich fang die nochmal an.

buecherregal

Da machen wir doch gleich mal ein bequemes Beweis-iPhone-Foto von (Blogcontent generieren, ohne sich zu bewegen. Toll). So sieht’s aus, wenn ich nach links gucke. Da oben, im zweiten Regal links außen, das blaue Buch sind die Buddenbrooks, das weiße daneben ist der Zauberberg. Die violette Breitseite im Fach darunter ist alles Proust. Und die Comics dürfen auf Augenhöhe stehen.

7. Der Medicus, Noah Gordon

Angefangen, weggelegt. Und letztes Jahr, nachdem ich die ausgeblichene Schwarte bei vier Umzügen im Gepäck hatte, weggeschmissen.

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

Ich schrub 2004: „Hat mir mein Kerl gestern geliehen. Irgendwo habe ich in den letzten Tagen gelesen, dass Karasek es als „überspanntes Erbauungsbuch“ bezeichnet hat. Dann wollen wir mal schauen.“

Bitte beachten Sie, dass ich damals den Kerl noch „meinen“ Kerl genannt habe, ich frischverliebtes Ding, ich. Den Alchemisten hab ich bis heute nicht gelesen, aber dafür liegt jetzt auf meinen Nachttisch das Buch über 100 Jahre FC St. Pauli, das ich dem Kerl geschenkt habe, der aber nicht dazu kommt, es zu lesen. Dann les ich das halt.

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, J. K. Rowling

Auf Englisch und gerne.

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

Den Film fand ich gut.

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

Jepp, schönes Teil. Gewagtes Thema, wunderbar erzählt.

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe

Konnte ich zu Abiturzeiten fast auswendig. Den zweiten Teil habe ich allerdings bis heute nicht geschafft, trotz (oder wegen) Königs Erläuterungen in der freien Hand.

(Nachtrag: Dafür freue ich mich jetzt auf die Flix’sche Version, die es in der FAZ schon zu lesen gab. Aber mich hat das Format wahnsinnig gemacht; ich will das alles auf einmal lesen und nicht in Häppchen.)

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

Nach 2004 gelesen und eher so naja gefunden.

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen

Jane Austen wurde mir im Anglistik-Studium ein wenig verleidet, und ich habe mich mit ihr bis heute nicht recht anfreunden können.

18. Der Name der Rose, Umberto Eco

Erst den Film gesehen, dann das Buch gelesen. Mir hat beides sehr gut gefallen, auch wenn ich danach kein einziges Werk von Eco mehr durchgekriegt habe. Foucault’sches Pendel, anyone?

19. Illuminati, Dan Brown

Och jo, las sich gut weg.

20. Effi Briest, Theodor Fontane

Schullektüre. Ich mag Fontane nicht so wahnsinnig gerne; er kommt mir immer sehr preußisch-korrekt rüber. Manchmal hätte ich gerne ein bisschen unpassende Leidenschaft. Aber vielleicht habe ich ihn auch völlig falsch in Erinnerung. Ging’s bei Effi Briest nicht genau darum? Öhm …

(Nachtrag: Ich werde dem Herrn noch eine zweite Chance geben, jetzt wo ich so viel über das Kaiserreich gelesen habe. Mal sehen, ob historisches Hintergrundwissen spröde Romane besser werden lässt.)

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, J. K. Rowling

Auf Englisch.

22. Der Zauberberg, Thomas Mann

Mein zweitliebster Mann. Ich habe mich nach dem Buch sehr, sehr krank gefühlt und muss bei jedem Geräusch, das meine Lunge nach fünf Stockwerken zu Fuß macht, an dieses Buch denken. Es war eben ein sehr intensives Leseerlebnis, das noch lange nachgehallt hat. Die Verfilmung von Schlöndorff mit Spitznase Christoph Eichhorn ist übrigens auch zu empfehlen, alleine wegens seines fiebrigen Monologs, mit dem er Silvester der Chauchat seine Liebe gesteht.

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

Der erste fiktive Mann, in den ich mich mit 13 hemmungslos verknallt habe: Rhett Butler. Ich war von dem Buch überhaupt nicht mehr wegzukriegen und hätte am Ende am liebsten gleich nochmal von vorne angefangen. Ich habe es bis heute mehrmals in Deutsch und Englisch gelesen. Und beim Film heule ich standesgemäß die letzte Viertelstunde komplett durch.

24. Siddharta, Hermann Hesse

Noch nicht gelesen. Hesse ist bei mir eher Glückssache. Mein erster war Unterm Rad, und den fand ich gut. (Auch fünf Jahre später noch nicht gelesen. Wird wohl nix mehr.)

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

Näh, ging gar nicht. Verschroben-verschwafeltes Geblubber … aber ich hab fast 100 Seiten durchgehalten, obwohl ich schon nach einer das Gefühl hatte, dass dieses Buch nicht mein Freund werden wird.

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende

Ich mochte Momo lieber, aber ich hab auch dieses Buch gern gelesen. Ist allerdings schon ewig her.

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

Hab ich in China im Urlaub gelesen, während im Hintergrund MTV Asia gerade Cryin’ von Aerosmith rauf- und runtergedudelt hat.

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

Muss als Mädchen wohl sein, dass man irgendwann Marion liest. Die Nebel von Avalon habe ich sowohl auf Deutsch (geschenkt gekriegt) und auf Englisch (selbst erstanden). Ich muss gestehen, dass ich das Teil bis heute bis 2004 sehr gerne lese. Ist eben so schön pseudofeministischer Mystikquatsch, der sich gut im Urlaub und an langen Wochenenden lesen lässt. Obwohl ich erstens sonst überhaupt kein Fantasy mag und zweitens als Buch, das ich immer wieder lese, viel lieber Colleen McColloughs Tim vorschlage. Das ist dann allerdings nur noch Herzschmerz und Mädchenkram ohne Feen und Zauberei. In der ersten Verfilmung hat übrigens Mel Gibson den geistig zurückgebliebenen Tim gespielt. Mit 14 fand ich es unglaublich ergreifend, heute halte ich den Film vor Gackern keine halbe Stunde durch.

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

Ich mag den Stil von Herrn Lenz. Diese fast gefühllose Distanz, die trotzdem sehr emotional wirkt, hat mir sehr gefallen. Ist aber auch schon 20 Jahre her, dass ich es gelesen habe.

32. Die Glut, Sándor Márai

Habe ich inzwischen gelesen und fand es gut.

33. Homo faber, Max Frisch

Verdammt gute Schullektüre. War mein erster Frisch, aber nicht mein liebster. Das ist bis heute Andorra. Und irgendwann kriege ich auch noch Mein Name sei Gantenbein durch.

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny

Habe ich gelesen und auch weiterempfohlen, kann mich im Moment aber nur schwer erinnern. Ging’s da um diesen Matrosenjungen?

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

Schöner Film.

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez

Angefangen, weggelegt.

37. Owen Meany, John Irving

Habe ich nicht gelesen. Nach Garp, Hotel New Hampshire und der Mittelgewichtsehe war mein Bedarf an Irving gedeckt. Mir fällt gerade auf, dass es Schriftsteller gibt, von denen man alles lesen will und andere, die man mochte, von denen man aber trotzdem irgendwie irgendwann genug hat. Als ob man sich überfressen hätte.

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder

Im Krankenhaus angefangen zu lesen. Vielleicht lag’s am Krankenhaus, aber ich mochte es nicht. Nach 50 Seiten in die Tonne.

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams

Oh ja. Komplett. Meine erste Begegnung mit Science Fiction. Mit 13 auf deutsch gelesen, 15 Jahre später dann auf Englisch. Ich lache bis heute über „Steck dein Kopf in ein Schwein“, und ich leide mit jedem männlichen Wesen, das den unglücklichen Namen „Marvin“ trägt. Und gibt es bitte einen cooleren Bandnamen als „Desaster Area“?

40. Die Wand, Marlen Haushofer

Inzwischen gelesen. Sehr intensive Stimmung, sehr gutes Buch.

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse

Soll ja der beste Hesse sein. Hat bei mir nicht funktioniert. Schon mindestens fünfmal angefangen und nie durchgehalten.

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

Im Studium auf Englisch gelesen und bedauert, dass die gute Frau Harper nicht noch mehr geschrieben hat.

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass

Mein Lieblingsbeispiel für „Da war der Film besser als das Buch“. Was zum Henker sollte der dritte Teil im Buch? Ich will doch gar nicht wissen, dass Oskarchen jetzt Steinmetz wird.

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque

Ja, gelesen, lange her, weiß ich nicht mehr. Hat mir bestimmt pflichtschuldig gefallen.

50. Der Schwarm, Frank Schätzing

Inzwischen gelesen und für gut befunden.

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling

Auf Englisch gelesen.

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan

56. Der Fänger im Roggen, J.D. Salinger

Mitten in der Pubertät auf Deutsch gelesen. Ich traue mich nicht, es nochmal im Original zu lesen. Das tut Pubertätsbüchern ja nie gut.

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

Ja, gerade erst nach 20 Jahren Pause wieder mal genossen.

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren

Bis heute meine Standardantwort auf den FAZ-Fragebogen: Wer ist Ihre Heldin in der Literatur?

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

Steht im Regal und sieht gelesen aus. Kann mich überhaupt nicht daran erinnern.

62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo Tolstoi

Ha! (Ja, billiger Triumph, dicke Bücher bezwungen zu haben, ich weiß.)

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse

68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher

69. Harry Potter und der Feuerkelch, J. K. Rowling

Auf Englisch.

70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult

Ja, ich muss zugeben, den Schmachtfetzen hab ich auch gelesen. Aber der war so doof, den fand ich nicht mal in der hormongeschwängerten Pubertät gut.

72. Jauche und Levkojen, Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen

Auf Englisch.

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt

76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

(Nie gehört. Weder Titel noch Verfasserin. Ts.)

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May

Oh ja. Papa hat bergeweise May im Schrank, und nach den totaaaal tollen Filmen mit Schnuffel Pierre Brice musste ich natürlich auch mal die Bücher lesen. Ich erinnere mich dunkel an drei Winnetous und noch ein, zwei Bände, aber ich weiß nicht mehr, welche das waren.

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë

Peinlicherweise nie gelesen. Aber den Kate-Bush-Song finde ich toll.

84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell

Auf Deutsch und auf Englisch. Weder in der Schule noch im Studium.

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy

87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johannes Mario Simmel

Siehe May. Papa hat alles. Ich mochte Simmel, ich mochte vor allem die Titel der Bücher, die mich dazu verlockt haben, sie aufzuschlagen. Und Jimmy ging zum Regenbogen. Lieb Vaterland magst ruhig sein. Bis zur bitteren Neige. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow

93. Schachnovelle, Stefan Zweig

Schullektüre und perfekter Anfixer. Habe danach viel Zweig gelesen, ist aber auch schon 20 Jahre her.

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

Die Kempowskis hatte Mama im Bücherregal. Auch alle weggelesen, die da waren. Komischerweise danach nie wieder.

95. Anna Karenina, Leo Tolstoi

Gelesen, als ich im Kino gearbeitet habe. Zwischen den Vorstellungen hat man ne Menge Zeit.

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski

Erst vor ein paar Jahren gelesen. Bzw. mich durchgequält. War gar nicht mein Ding, aber ich wollte es einfach durchlesen.

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas

Schönes Ding. Keine Verfilmung kommt an das Buch ran.

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

Im Studium auf Englisch gelesen.

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

Tagebuchbloggen 05.02.2010

Heute mal die Badezimmer-Edition:

Seit die Haare wieder kurz sind und ich Schaumfestiger in sie reinschmiere, den ich abends natürlich nicht auskämme oder rauswasche, sehe ich morgens direkt nach dem Aufstehen aus wie Calvin. Meh. Gibt schlimmere Looks.

Meine neue Bodylotion kommt aus dem Body Shop. Davor hatte ich was fies Vanilliges von Lush, aber das fühlte sich so an (und roch vor allem danach), als ob ich ein Mini Milk auf dem Körper verteile. Die Body-Shop-Lotion duftet laut Aufdruck nach „Dewberry“, womit ich beim Kauf nix anfangen konnte und auch tagelang vergessen habe, danach zu googeln. Es riecht natürlich nur irgendwie obstig, daher ist der Duft kein Anhaltspunkt. Dafür LEO: eine dewberry ist eine Kratzbeere, anscheinend eine Art Brombeere, die ja bekanntlich blackberry heißt. Das weiß ich, seit ich damals im Kino als Eisverkäuferin gearbeitet habe und für die englischsprachigen Gäste – denn wir hatten ja immer mindestens eine OV im Programm – das damals neue, tolle Schöller-Brombeereis verkaufen wollte. (Das ich übrigens auch in Mengen selber gegessen habe.)

Meine Zahnpasta suche ich spontan aus, hauptsache nicht scharf und wenn möglich bunt. Jedenfalls bis vor ein paar Tagen. Denn meine Prophylaxe-Tante hat mir bei der letzten Zahnreinigung eine Webseite empfohlen, auf der man nachgucken kann, was für Stoffe in Zahnpasta enthalten sind – und in vielem mehr. Ich geb den Tipp mal weiter: codecheck.info.

Tagebuchbloggen 04.02.2010

Da sitze ich so im zweiten Bus zur Arbeit (nicht der, in dem die Zeitungstante mit den spitzen Ellenbogen war) und guck so nach draußen und denk so, ach, denk ich so, guck an, wie’s dir gerade geht, der Schnee ist toll und die Stadt ist schön leise und du hast eine neue MP3-Sammlung auf dem iPhone, die dir gerade charmant die Fahrzeit verkürzt, und du hast ein spannendes Buch im Rucksack, womit du die Mittagspause rumbringst, und du bist seit Monaten in der Lieblingsagentur für den Lieblingskunden gebucht und dir gefallen deine Klamotten und du trägst seit Ewigkeiten mal wieder lange Ohrringe und ein buntes Tuch und der Rücken tut nicht weh und nachher wird wieder gekocht und am Kerl rumgeschnuffelt und dann gibt’s American Idol und die Daily Show und im Regal warten dutzende von DVDs und Büchern und Comics und auf Twitter schreiben Leute lustiges Zeug, das dich zum Lachen bringt und du kriegst nette E-Mails und kannst Wein online ordern und Kunst und noch mehr Bücher und noch mehr Klamotten, in denen du dich endlich mal wieder wohlfühlst und selbst die Zahl auf der Waage ist gerade irgendwie egal, weil sie nicht mehr so bestimmend ist, vielmehr ist die Speisekammer bestimmend, weil in der gutes Zeug liegt und weil du dir jeden Abend deine Lunchbox fertig machst mit Vollkornbrot und haufenweise Gemüse und nem Stück gutem Käse und Biojogurt und dich da täglich drüber freuen kannst, dass sich das auf einmal nicht mehr nach Diät und Kalorienzählen anfühlt, sondern nach Genuss und Selbstbestimmung, ohne Selbsthass, ohne Selbstekel, ohne Selbstzweifel und das fühlt sich so neu und toll und wunderbar an, und dann spielt das iPhone dein Lieblingslied und es schneit weiter leise vor sich hin und du gehst ohne Rückenschmerzen zur Arbeit und alles ist gut.

Alles ist gut.

Digitalistin und stolz darauf.

Facts about Projection

“This is a short film about my job as a Projectionist. I am quite proud of this film, mostly because I’m so proud of my job – it seems like a fulfilment of my childhood romantic notions of what I wanted to be when I grew up.”

Facts About Projection from Studiocanoe on Vimeo.

Via Weltraumaffe, der netterweise auf meine beiden Einträge über Filmprojektion verlinkt hat.

Tagebuchbloggen 03.02.2010

Achtung, unFASSbar aufregende Geschichte aus dem Hamburger Nahverkehr. Tagebuchbloggen at its best.

(Hier ein bisschen Musik für die Menschen, denen Busfahren egal ist. Achtung, der Link wird denen, die Adam gestern im Blog total doof fanden, auch nicht gefallen. Aber alle, die Adam doof finden, sind voll selber doof, tausendmal doof und immer einen mehr und mit meinen Förmchen dürft ihr auch nicht mehr spielen und außerdem ist Dschanniehn jetzt meine beste Freundin.)

Ich spiele morgens an der Haltestelle immer russisches Busroulette. Bei mir fahren zwei Linien im Fünf-Minuten-Takt vorbei, und die sind immer berufsverkehrmäßig gefüllt: nicht so, dass man keine Luft mehr kriegt, aber gut ausgelastet. An unserer Dritte-Welt-Haltestelle steht leider noch keiner von diesen elektronischen Anzeigern, die mir sagen könnten, in wievielen Minuten der nächste Bus kommt; daher verlasse ich mich da auf mein Glück und die Tatsache, dass ich eh immer fünf Minuten zu früh aus dem Haus gehe – außer, wenn ich bei Farmville viel ernten muss. So habe ich die Zeit und Gelassenheit, einen total überfüllten Bus an mir vorbeiziehen zu lassen, weil ich ahne, dass der nächste in 30 Sekunden um die Kurve kommt. Wenn der Fünf-Minuten-Takt mal wieder den Bach runtergegangen ist, was er eigentlich dauernd tut.

So doof war ich gestern auch.

Und das, obwohl ich schon beim Zähneputzen gemerkt habe, dass die Straßen etwas voller bzw. eisiger als sonst sind, denn die Verkehrstante auf NDR2 hat länger fürs Ablesen der ganzen SCHNEEKATASTROPHEN gebraucht als meine elektrische Zahnbürste für ihre Arbeit. (Die gibt mir nach zwei Minuten ein Zeichen, dass sie keine Lust mehr hat, und ihrem Drängeln gebe ich natürlich brav nach.)

Jedenfalls habe ich den Bus um circa 8.20 Uhr an mir vorbeiziehen lassen, weil mir der zu voll war. Und dann habe ich die nächsten 25 Minuten damit zugebracht, auf den nächsten Bus zu warten, während um mich herum die Haltestelle voller und voller wurde. Als dann der erste Bus kam, konnte der dann natürlich auch kaum die Türen öffnen, weil er völlig zugepackt mit Menschen war. Den habe ich also ignoriert und den zweiten genommen, der direkt hintendran kam. Ein weiterer Bus war noch nicht zu sehen, daher habe ich mich an die Tür gequetscht – nur um beim Losfahren hinten aus dem Busfenster den dritten Bus zu sehen, der meine Haltestelle anfuhr, an der ich ja nicht mehr stand.

Ich also, Fuchs und eh zu spät im Flöz, an der nächsten Haltestelle wieder raus und in den fast leeren Bus gestiegen, um mich eines Sitzplatzes zu erfreuen. Und als der Bus an der nächsten Haltestelle hielt, habe ich noch zwei weitere Busse gesehen, die sich ebenso leer an meinen Bus anschlossen.

Das war’s. Keine Pointe. Mein Leben ist ein langer ruhiger Fluss, und Busfahren zurzeit das einzige, worüber ich bloggen kann.

Und über die letzte Staffel Lost, die vorgestern in den USA gestartet ist und tollerweise seit gestern bereits im Original im iTunes-Store zu haben ist. Gleich angeguckt – und wie nach jeder Folge bibbernd und „Ohgottohgottohgott“ murmelnd auf dem Sofa gesessen.

Bonustrack:

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Tagebuchbloggen 02.02.2010

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Es wird mal wieder Zeit für SCHNUCKELALARM! Neuester Celebrity Crush: Adam Lambert. Ich gebe zu, er hat einen gewissen Monchichi-Charme, und außerdem ist er für die Damenwelt leider völlig verloren, aber das hat mich bei Kevin Spacey ja auch nicht gestört. Dafür kann Herr Lambert singen. Deswegen ist er auch Zweiter in der letzten Staffel von American Idol geworden; böse Zungen behaupten, dass, wenn er vielleicht nicht ganz so offen … äh … you know … dass er dann vielleicht sogar gewonnen hätte statt Langweiler Kris Allen, weil dann der bible belt theoretisch, ganz vielleicht, eventuell für ihn angerufen hätte. Wurst. Schnuckel singt jetzt. Achtung, Mainstreamkram und nur für Leute erträglich, die, wie ich, Queen immer noch für das beste seit geschnitten Schoko-Croissants mit Zuckerguss und Liebesperlen halten.

Meine liebste Idol-Performance: Mad World von Tears for Fears in der Gary-Jules-Version.

Seine zweite Single Whataya want from me auf VH1, wo ich auch als Nicht-US-Bürger gucken darf, vielen Dank, yes, I’m talking to you, MTV. Und um Adams Frage zu beantworten: Your apartment and your books, was sonst, Hase.

Time for miracles auf MTV.de, in dem sie Schnuckiputz ganz böse totgepostet haben.

For Your Entertainment ist die erste Single, leider längst nicht der beste Song auf dem Album, das übrigens vom Glamfaktor hält, was das Cover verspricht.

Und auf ganz YouTube gibt’s nur pixeligen Dreck, sonst hätte ich hier ein bisschen was eingebunden.

Tagebuchbloggen 01.02.2010

Viele schöne Tipps für Chemiebücher gekriegt, um die ich hier gebettelt hatte.

Zum Beispiel von Thomas, der mich auf ein inzwischen vergriffenes Werk aufmerksam gemacht hat: Der große Augenblick in der Chemie von Erich H. Heimann, von dem es auch eine Leseprobe als pdf gibt.

Sven weist mich auf den Wälzer (genau mein Ding!) Chemie: – eine lebendige und anschauliche Einführung von Richard E. Dickerson und Irving Geis hin. Zu diesem Buch spuckt Amazon gleich lustige Hinweise aus, zum Beispiel auf Die Ordnung der Stoffe: Ein Streifzug durch die Welt der chemischen Elemente von Ulf von Rauchhaupt. Auch mal gebuchmerkt.

Und dann hat sich noch Christa gemeldet – eine Chemielehrerin, wenn ich die Mail richtig verstanden habe. Sie hat mir 7000 Jahre Chemie von Otto Krätz empfohlen, das ich lustigerweise schon selbst ergoogelt hatte, weil es anscheinend eher über Geschichte als über lustigbunte Experimente berichtet. Herr Krätz ist „Chemiker, Historiker, Buchautor (…), war Hauptabteilungsleiter am Deutschen Museum in München und ist seit 1993 Honorarprofessor für Geschichte der Chemie an der Universität Stuttgart.“ Passt.

Für mehr Fakten empfiehlt sie das Taschenbuch der Chemie von Werner Schröter, Karl-Heinz Lautenschläger, Joachim Teschner und Hildegard Bibrack, das mich allerdings beim Blick ins Buch sehr einschüchtert. Ich glaube, ich bleibe erstmal bei der Historie, ehe ich mich an das Buch rantraue. (Ein Taschenbuch mit 858 Seiten macht mir Angst. Außer wenn „Tolstoi“ vorne draufsteht.)

Ein weiterer Tipp schlägt den Bogen zwischen Chemie und Backen: Eckart von Due Baristi empfiehlt mir die Bücher von Rose Levy Beranbaum, weil die Dame anscheinend nicht nur Rezepte auf Lager hat, sondern auch immer erklärt, warum jetzt wieviel von was irgendwo reinmuss und was damit passiert.

Vielen Dank an alle Mailschreiber und -schreiberinnen.

Tagebuchbloggen 30./31.01.2010

Wochenende. Viel Tee getrunken. (Ich trinke neuerdings Tee.) Endlich In the Valley of Elah gesehen, den es damals zum Deutschlandstart nur synchronisiert in Hamburg gab, und immer, wenn ich in meiner Lieblingsvideothek nach ihm geguckt habe, war er ausgeliehen. Samstag lief er auf Sky im Zweikanalton, und ich fand ihn sehr, sehr gut.

Gekocht: Satay-Hähnchen mit Erdnusssauce. Sehr underwhelmed gewesen, weil ich beim Huhn nur den Ingwer geschmeckt habe, obwohl der nur in homöopathischen Dosen in der Marinade war. Die Erdnusssauce war auch eher die Richtung „Kann man machen“: tat nicht weh, war aber auch kein Erlebnis. (Ich höre mich gerade wie Calvin an, der von seinem Leben einen Sound- und Laugh Track erwartet, damit es sich spannender anfühlt, ich weiß.)

Beim Nachkochen festgestellt: Ich kenne niemanden von den Leuten, die mir da tolle Rezepte aufschreiben; es ist also ein bisschen so wie Buch- oder Filmempfehlungen von völlig Fremden zu vertrauen. Aber: Bei diesen beiden Kategorien habe ich über die Jahre Blogs gesammelt, von deren Verfassern und Verfasserinnen ich weiß, dass ihr Geschmack mit meinem meist kompatibel ist. Diese Blogs muss ich beim Kochen erst suchen.

Erdnusszeug-Bookmark bei delicious gelöscht. Gehe wieder auf die Suche nach einer tollen Erdnusssauce plus Marinade. Immerhin mit dem Wissen im Hinterkopf: kein Ingwer. Weniger Zitrone. Mehr Sojasauce vielleicht?

Gebacken: Zitronen-Rosmarin-Kekse. Bitte hier entlang zum Rezept.

Zitronen-Rosmarin-Kekse

Lu hatte mir zu Weihnachten ein kleines Tütchen Rosmarinkekse geschickt, das sich bei uns nur sehr kurze Zeit gehalten hat, denn die Kekse waren sehr lecker. Ich Trantüte habe es bisher in jeder Mail vergessen, mal nach dem Rezept zu fragen, und daher war ich doppelt erfreut, über Tastespotting dieses Rezept gefunden zu haben. Klingt einfach. Mach ich nach.

Bei amerikanischen Rezepten werden die Mengen gerne in cups angegeben. Ich habe mir seit Jahren angewöhnt, für eine cup meine hässliche Uli-Stein-Tasse zu benutzen, die mir meine liebreizende Schwester mal in sicherlich guter Absicht geschenkt hat. Damit habe ich auch immer meine geliebten Brownies gebacken – eigentlich war das das einzige, was ich regelmäßig gebacken habe –, von denen bisher jeder, der sie probiert hat, das Rezept haben wollte. Ich bin immer davon ausgegangen, dass eine cup 250 g bzw. ml entspricht. Laut dem schlauen Internet sind’s eher 240 g/ml. Und meine tolle Uli-Stein-Tasse fasst – ich hab’s inzwischen nachgemessen – ca. 180 g/ml. Heißt: Meine Brownies schmecken so toll, weil viel zu viel Butter in ihnen ist.

Zurück zu den Keksen: Ich weiß also jetzt, dass meine cup nicht der Rezept-cup entspricht, aber ich ignoriere das einfach. Wenn das Missverhältnis bei Brownies das Endergebnis so lecker werden lässt, gilt das auch für alles andere. (Milchmädchengröner.)

zit_ros1

200 g Butter
ca. 140 g Zucker

zu lustigen Streuseln rühren (der Schock, als ich erfahren habe, dass die tollen Streusel auf Streuselkuchen bloß Zucker und Butter und keine kleinen Zauberwerke sind!), dann

1 Ei
1 TL Vanilleextakt (braucht kein Mensch, schmeckt man eh nicht)
1 Msp Salz

dazuquirlen. Dann: Rosmarin. Bis gestern war ich der Meinung, wir hätten einen tollen, frischen Rosmarintopf im Esszimmer stehen, den ich auch immer gaaanz vorsichtig gegossen habe, aber als ich gestern ein paar Nadeln abzupfen wollte, kam mir der halbe Topf entgegen. Wir haben dann also jetzt getrockneten Rosmarin in Mengen zur Verfügung. Falls ihr gerade welchen braucht. Come on over.

Ebenfalls in die Schüssel dürfen

1 TL (theoretisch) frischer Rosmarin, fein gehackt
2 TL geriebene Zitronenschale
400 g Mehl

Bei mir war’s mindestens die doppelte Menge Zitrone, eine ganze, um genauer zu sein, Zitrone kann man ja gar nicht genug in irgendwas reinhauen. Mehl: 2 1/4 Uli-Stein-Tassen.

Das ganze kurz durchmixen, bis der Klumpen an den Mixern hängt, dann den Glump auf die extremst bemehlte Arbeitsfläche plumpsen lassen. Der Teig sieht aus und fühlt sich an wie Kartoffelbrei. Das ist genau der Grund, warum ich so selten Mürbeteigkekse zu Weihnachten backe, dieser klebrige Schleim ist echt nix für mich.

Möglichst effizient zwei Rollen daraus formen, ca. vier Zentimeter Durchmesser, je nachdem, wie groß man seine Kekse haben will. Die beiden Rollen auf Backpapier für mindestens eine Stunde ins Gefrierfach legen. Dann in circa ein Zentimeter dicke Kekse schneiden, in den auf 190° vorgeheizten Backofen schieben und ihnen zugucken, bis die Ränder allmählich braun werden. Im Originalrezept heißt es 15 Minuten, bei mir waren es fast 30.

Die Kekse schmecken sehr fein und bröseln auch ziemlich kleinteilig im Mund rum. Bei meinem Mischungsverhältnis ist die Zitrone natürlich das vordergründige Aroma, aber der Rosmarin guckt ganz zum Schluss noch mal um die Ecke. Passen hervorragend zum gediegenen Nachmittagstee – natürlich stilvoll serviert.

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Morgen im Programm: Wir basteln uns aus Tonpapier eine total natürlich aussehende Hohlkehle.

In the Valley of Elah

Tommy Lee Jones spielt einen Militärveteranen, der darüber informiert wird, dass sein Sohn Mike, der gerade aus dem Irak wiedergekommen ist, auf seinem Stützpunkt vermisst wird. Er fährt in das kleine Nest, das zur Basis gehört und in dem die Soldaten ihren Sold in Strip-Clubs und Fast-Food-Läden lassen, und beginnt auf eigene Faust nach Mike zu suchen. Relativ schnell wird klar, dass er ermordet wurde. Die Militärpolizei in Form von Jason Patric und der örtliche Sheriff (Charlize Theron) streiten sich noch ein wenig darum, wer jetzt zuständig ist, während Jones schon ahnt, wie das Verbrechen passiert sein könnte.

In the Valley of Elah (Im Tal von Elah) beginnt als klassisches „Wer war’s?“, wird aber immer mehr zu einer Anklage an das Militär: was es mit seinen Soldaten und Soldatinnen in Kriegsgebieten macht, wie wenig psychologische Unterstützung sie bekommen und wie alleine sie sind, wenn ihr Dienst vorbei ist. Elah ist relativ wortkarg und bildet die Einsamkeit des kleinen Fleckchens in Amerika und seiner Bewohner sehr gut ab. Im Zentrum steht aber immer Tommy Lee Jones, der mit extrem sparsamer Mimik und Modulation so viel transportiert, eine so dichte Figur kreiert, dass man sich wünscht, der Film wäre länger, die Zeit von Vater und Sohn wäre noch nicht vorbei, und wir könnten sie noch weiter begleiten und ihnen zusehen, wie alles wieder gut wird. Wird es natürlich nicht, und das letzte Bild im Film – so vorhersehbar es ist –, macht die ganze Hilflosigkeit der Kriegsmaschinerie und aller derer, die in ihr sind, sehr drastisch sichtbar.

Bücher 2010 – Januar

buecher_jan10

(Bitte beachten Sie das total gewollte Schattenspiel im Bild, das nicht von meinem dicken Kopf kommt, sondern von der Sessellehne, damit ich einen weißen Hintergrund habe. Den man ja auch total toll sieht auf dem Bild. Mpf. Auf die Leseliste für Februar: Knipsen für Dummys.)

Volker Ullrich – Die nervöse Großmacht 1871–1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs

Knapp 50 Jahre auf 600 Seiten unterzubringen, ist nicht einfach. Vor allem, wenn es nicht „nur“ um die Politik des Kaiserreichs bzw. überhaupt erst einmal seine Entstehung geht, sondern auch um Kultur, Alltagsleben, des Entstehen von Parteien, Gewerkschaften, Vereinen; Bildung, Frauen in der Männergesellschaft, Militarismus undsoweiterundsofort … Ich fand das Buch sehr aufschlussreich, aber in vielen Belangen nicht aufschlussreich genug. Viele Themen werden nur angerissen bzw. das Buch bleibt an der Oberfläche – wie gesagt, bei gerade 600 Seiten ist das nicht anders möglich, aber ich habe bei fast jedem Thema gedacht, da hätte ich jetzt gerne noch mehr darüber gewusst. Insofern ist Die nervöse Großmacht eher ein Sprungbrett für weiterführende Literatur, aber ein guter, weil kompakter Einstieg in das Thema. (Und ich hatte noch nie was von der Bagdadbahn gehört!)

David YurkovichDeath by Chocolate: Redux

Äh … also: Da ist ein Besitzer eines Schokoladenladens, der in die Schweiz eingeladen wird, um sich anzugucken, wie Schokolade hergestellt wird. In der Fabrik wird ihm klar, dass er umgebracht werden soll, woraufhin er sich in einen Bottich mit Schokolade stürzt, in dem schon ein Alien gefangengehalten wird, aus dem Schokolade gemacht wird, das sich jetzt mit ihm verbindet, und als der Mann wieder aus dem Bottich klettert, ist er aus Schokolade und kann alles andere auch in Schokolade verwandeln, was das FBI etwas nervös macht, und dann gibt’s noch einen Subplot mit einem Hund aus dem All, der sprechen kann und unbedingt Ernest Hemingway kennenlernen will. Äh. Ja. Oder anders: tolles Buch. Die Zeichnungen sind großartig – schwarzweiß, sehr grafisch, kantig, sieht aus wie nöliger Linoldruck. Und bei aller Seltsamkeit ergibt die Geschichte sogar irgendeinen Sinn. Hat sich wenigstens so angefühlt. So wie aus einem fremdartigen Film zu kommen, wo man sonst nur Amipopcornzeug guckt. So wie das Hirn mal durchgewischt zu kriegen. Gleich nochmal lesen.

Warren Ellis/Darick Robertson – Transmetropolitan 3: Year of the Bastard

Bisher mein liebster Transmetropolitan, weil er sich keinen Durchhänger leistet wie die ersten beiden Bände, die mir zwar auch gut gefallen haben, wo einem aber irgendwann die ziellos schlechte Laune von Spider Jerusalem auf den Keks gegangen ist. In Year hat sie ein Ziel: Es geht um die Kandidatenkür zur Präsidentschaftswahl, Spider braucht mal wieder eine neue Assistentin, und berechtigterweise findet er die Welt größtenteils zum Kotzen. Mit hat das Tempo sehr gut gefallen, das einen schönen Rhythmus findet zwischen Raserei und Einsicht, und ich mag immer noch Bilder und Tonfall der Serie.

Marguerite Abouet/Clément Oubrerie (Kai Wilksen, Übers.) – Aya

Aya erzählt die Geschichte von drei Freundinnen von der Elfenbeinküste 1978. Vornehmlich geht’s um Jungs, ums Ausgehen, um die Familie, aber auch um Träume, die von der vorgezeichneten weiblichen Karriere abweichen. Denn Aya hat so gar keine Lust, sich nur einen Ehemann zu suchen, sondern will Ärztin werden und kann es überhaupt nicht leiden, wenn ihr wildfremde Männer auf der Straße hinterherpfeifen. Sowohl für die Autorin Abouet (die von der Elfenbeinküste stammt) als auch für den Zeichner Oubrerie ist es der erste Comic, was man dem Buch aber nicht anmerkt. Sehr stimmungsvolle Bilder und absolut treffende Dialoge, bei denen der Übersetzer netterweise ein paar französisch-ivorische Eigenheiten ins Deutsche mitgenommen hat, was die Atmosphäre sehr schön ergänzt. So beenden die Jugendlichen ihre Sätze gerne mit „dêh“ (ich nehme an, ein Äquivalent zu „ey“ oder „Alder“), und ich kenne jetzt gleich drei wohlwollende Begriffe für einen schönen Hintern. Und auch wegen des Satzes „Halt dein großes Maul, es sieht aus wie ein Kuharsch“ kaufe ich mir die zwei Nachfolgebände mit Freude.

(Leseprobe bei Carlsen Graphic Novels und als Bonustrack das Weblog von Monsieur Oubrerie)

Stendhal (Arthur Schurig, Übers.) – Die Kartause von Parma

Nun ja. Meisterwerk, sagen zum Beispiel Honoré de Balzac und Gustave Flaubert und das Internet. Ich fand es – tschuldigung – sehr plüschig. Es geht um Fabrizio del Dongo, einen italienischen Edelmann zur Zeit der napoleonischen Kriege. Als Jungspund reitet er mal eben so von Parma nach Waterloo, weil er dringend an einer Schlacht teilnehmen will, was in Italien nicht ganz so gerne gesehen wird, weswegen ihn seine reichen Verwandten bei der Kirche unterbringen, wo aus ihm was Anständiges werden soll. Stattdessen verknallt er sich in eine kleine Schauspielerin, während sich seine Tante in ihn verknallt, die aber mit einem Fürsten (Grafen? Baron? Ich kann mir sowas nie merken) verheiratet ist, obwohl sie zusätzlich noch einen anderen Fürsten/Grafen/Baron total schnuffig findet. Dann ersticht Fabrizio in Selbstverteidigung einen Nebenbuhler, landet im Gefängnis, woraus ihn diverse Damen befreien wollen, was höfische Intrigen und Passfälschungen noch und nöcher nach sich zieht. Hach. Alles sehr straff erzählt, keine Widerworte, Handlung los und durchgaloppiert. Mein Germanistikstudium ist zu lange her (deswegen hatte ich die Kartause auch überhaupt im Regal; wir haben damals Rot und Schwarz von Stendhal gelesen, und anscheinend hätte ich die Kartause auch lesen sollen, bin aber vorher zu den Historikern gewechselt), um das Buch anständig würdigen zu können. So kann ich nur sagen: liest sich nett weg, fühlt sich an wie ein gut gelaunter Film, dauert aber im Endeffekt zu lange. Entschuldigung, Herr Stendhal. Entschuldigung, Germanisten.

(Kompletter Text beim Projekt Gutenberg auf spiegel.de)

Brian Azzarello/Marcelo Frusin – Hellblazer: Good Intentions

Die Hauptfigur in Hellblazer, der Herr Constantine, ist sicherlich ein spannender Charakter, und mir hat auch die allgemeine, düstere Atmosphäre gefallen, die einen konstant in Ungewissheit hält, wo die Reise hingeht. Trotzdem fand ich Good Intentions eher naja. Hauptnörgelpunkt ist mal wieder das offensichtliche Ungleichgewicht beim Maß der Bekleidung an Männlein und Weiblein, was mir schlicht auf den Zeiger geht. (Deswegen bin ich auch immer noch nölig auf das affige Tom-Ford-Vanity-Fair-Cover, aber das nur sehr nebenbei.) Und obwohl mich die Geschichte mit ihrem Südstaatenslang, ihrem hohen Schwarzanteil in den Zeichnungen und sehr hübschen Zeitsprüngen teilweise faszinieren konnte (und mich an meine liebste X-Files-Folge erinnert hat), hat mich der Band eher kaltgelassen. Trotzdem geb ich der Serie noch eine Chance, weil ich, wie gesagt, die Atmo sehr gerne mochte.

Brian K. Vaughan/Pia Guerra – Y: The Last Man – Unmanned

Im Sommer 2002 zerstört ein Virus (?) alle Wesen auf der Welt, die mit einem Y-Chromosom geboren wurden – heißt: Plötzlich gibt es nur noch Frauen. Ganz Gallien? Nein, ein junger Mann namens Yorick und sein Kapuzineräffchen haben überlebt, warum auch immer. Sie machen sich auf den Weg nach Washington, wo Yoricks Mutter Kongressabgeordnete ist, obwohl Yorick eigentlich nach Australien will, wo seine Freundin gerade Urlaub macht. Dann gibt’s noch eine israelische Soldatin, eine Agentin, die einem Amulett hinterhergejagt ist, bevor sie jetzt von der Präsidentin zu Yoricks Bodyguard „befördert“ wird und eine Bande von Amazonen, die das ziemlich klasse finden, dass die Kerle alle weg sind, jetzt aber allen Frauen klarmachen wollen, wie das so geht mit dem „wahren“ Frau-Sein. So ganz hat mich The Last Man nicht überzeugt, weil die Story dauernd hin- und hertaumelt zwischen lustig, beklemmend und doof (wieso sind die Amazonen so zickig – ist doch jetzt alles so, wie’s ihrer Meinung nach sein soll?), aber ich muss trotzdem dringend wissen, wie es weitergeht. Nächster Band ist schon auf der Merkliste.

(Leseprobe bei amazon.de)

Maximilian Buddenbohm – Zwei, drei, vier. Wie ich eine Familie wurde

Hachschön. Das Blog des Verfassers ist ja auch immer hachschön und eins der wenigen Blogs, das ich nicht trotz, sondern gerade wegen des Kindercontents lese. Was ich ja sonst eher belanglos und egal finde. Merlix kriegt es aber hin, aus jeder Situation eine Pointe zu machen, und die sitzt auch immer und guckt nicht einfach eben so kurz mal rein, nein, die passt und bleibt, und ich musste im Buch auf so gut wie jeder Seite laut auflachen, genau wie ich im Blog immer lachen muss. Einige Geschichten kannte ich schon; völlig egal, ich lese sie immer wieder gerne. Hachschöne Empfehlung. Gleich ein Exemplar an die Patenkindseltern verschenkt.

(Für das absolut lieblose Cover kriegt der Verlag allerdings hiermit eine böse Rüge. Sieht aus wie auf dem Schulklo an die Tür geeddingt. Da gehen wir bitte nochmal bei, ja?)

Mike Mignola/John Byrne – Hellboy 1: Seed of Destruction

Der erste Hellboy-Paperback, mit dem die Saga beginnt. Ich hatte letztes Jahr schon zwei Folgebände gelesen, die mir sehr gut gefallen haben, die aber nun mit dem Fundament von Seed noch besser werden. Wir erfahren, wie Hellboy auf die Erde gelangt ist, was das Projekt Ragna Rok ist, um das es auch in den Folgebänden geht, wir lernen Gut und Böse und ganz Böse kennen. Ich bin immer mehr vom Höllenjungen fasziniert, von dieser seltsamen und unwiderstehlichen Mischung aus allen Fabeln, Märchen und Sagen dieser Welt und realen Dingen wie Nazis, Spionen und der üblichen menschlichen Hybris. Die Zeichnungen finde ich absolut begeisternd, die Storys sind zwar krude, aber ergeben doch irgendwie einen Sinn, und ich muss jetzt aufhören zu schreiben und sofort den nächsten Band anfangen.

(Leseprobe bei amazon.de)

Mike Mignola – Hellboy 3: The Chained Coffin and Others

Ein Sammelband an kurzen Geschichten, die fast alle auf Legenden und lokalen folk tales beruhen, und Hellboy ist eben auch irgendwie dabei. Nur eine Geschichte bringt den großen Handlungsbogen von Hellboy und seinen Kollegen vom Bureau for Paranormal Research and Defense voran, aber jede einzelne liest sich toll und lässt sich noch toller angucken. Ich bin der Serie inzwischen völlig verfallen. Ich liebe den Tonfall, der zwischen heroisch-gruselig und locker-aus-der-Hüfte schwankt, und ich kann mich an dem Rot, mit dem Hellboy gezeichnet ist, einfach nicht sattsehen.

Mike Mignola – Hellboy 4: The Right Hand of Doom

Wieder erstmal ein kleines Sammelsurium an Geschichten (darunter die zweiseitige Story Pancakes, die mich minutenlang hat hysterisch kichern lassen), und dann geht’s dem roten Jungen ans Eingemachte. Zuerst erfährt der Leser, was es eigentlich mit Hellboys rechter Hand aus Stein auf sich hat – und dann, warum er überhaupt auf der Erde ist. Zum ersten Mal geht die Saga etwas näher ran und gibt Hellboy einen runderen Charakter. Den habe ich bisher nicht vermisst, aber jetzt, wo er da ist, mag ich die Figur noch lieber. Wenn das überhaupt geht. Weiterhin große Empfehlung.

(Leseprobe bei amazon.de – mit den beiden Pancakes-Seiten)

Mike Mignola – Hellboy 6: Strange Places

Bisher der beste Hellboy. Strange Places besteht aus zwei längeren Geschichten, The Third Wish und The Island. In Island gehen die höllischen Pferde ein bisschen mit dem Verfasser durch; es geht um verfluchte Seeleute, die alten Mayas, Stonehenge und die spanische Inquisition – und vor allem, woher Hellboy kommt und was sein Lebenszweck auf dieser Erde und in dieser Zeit ist. Ich fand die Geschichte in ihrer Gesamtheit befriedigend, aber ich muss zugeben, dass ich mittendrin im ganzen Getümmel der Charaktere ein bisschen den Überblick verloren habe. Aber bei Lord of the Rings hab ich auch erst beim fünften Angucken kapiert, worum’s wirklich ging. Ich les die Story also einfach nochmal.

Wish allerdings hat mich umgehauen. Mignola verwebt afrikanische Sagen mit Hans Christian Andersens kleiner Meerjungfrau und wirft noch ne Runde von seinem üblichen Monsterzeug dazu, und heraus kommt eine zutiefst traurige Geschichte über Wünsche und ihre Erfüllung und Familienbande und Traditionen, die im Guten wie im Bösen weitergeführt werden. Über die Bilder sag ich jetzt gar nichts mehr, ich fang ja eh bloß wieder an zu sabbern. Und hier passt auch von der Story alles, und ich kauf jetzt die restlichen Hellboy-Bände, die mir noch fehlen und weine, weil ich sie erst jetzt entdecke. (Und ganz eventuell guck ich mir mal die Filme an. Aber eher nicht.)

(Leseprobe bei amazon.de)

Leo Tolstoi (Werner Bergengruen, Übers.) – Krieg und Frieden

Monumental. (Lange über das Adjektiv da eben nachgedacht.) Und schön. Und groß. Und episch. Und herzzerreißend. Und vielschichtig. Leider einige frauenfeindliche Stellen drin (à la „Frauen sind doof, haben kleine Hirne und darin geht’s nur um Heiraten und/oder die Bibel“), die mich genervt haben, und ja, natürlich weiß ich, dass das Buch schon einen Hauch älter ist und diese dusselige Annahme, Frauen hätten leere, hübsche Köpfchen, damals relativ weit verbreitet war, aber es geht mir trotzdem auf den Zeiger, weil der Rest des Werks so zeitlos ist und so viel in sich trägt, so viel Einsicht über das menschliche Wesen, so viele schlaue und schöne Sätze über das Innenleben einer Seele und die Hoffnungen auf Glück und was Glaube bedeutet und Patriotismus und Familiensinn. Alles da, alles hervorragend und stimmig übersetzt, viel Tee dazu trinken und sich zwei Wochen nicht mehr vom Sofa bewegen. Ein wunderbares Buch. Bis auf die blöden Stellen eben. Habe sehr traurig von diesen vielen Seiten Abschied genommen.

Schokomuffins mit Schokoschlotz

ankegroener: Heutiges Vorhaben: Satayspieße (ohne Spieße) mit Erdnusssauce. Mein Leben ist ein Ponyhof.

_Lu: @ankegroener :auch wenn ich hier durchs Rheinland gurke, ich LES DAS ALLES MIT! :)

ankegroener: @_Lu You woke the beast.

muffin

Ich backe seit Tagen Muffins. Ja, ich weiß, Lu wollte mir eigentlich gutes und gesundes Essen beibringen, das hat sie ja auch, aber dummerweise habe ich beim Kochen gemerkt, dass auch Backen ne ganz töfte Sache ist. Und deswegen backe ich seit Tagen Muffins.

Google hat mir ein Rezept für Apfelmuffins ausgespuckt, das recht lecker war. Das war vorgestern. Gestern dachte ich mir während des sturzlangweiligen HSV-Spiels, ach, die Birnen müssten ja auch noch weg, bevor sie vergammeln, zack, während der Halbzeit mal eben ein Blech in den Ofen gehauen. Und heute kam dann die Krönung: Schokomuffins.

Die habe ich nach diesem Rezept hergestellt, das ich etwas vereinfacht habe, was die Maße angeht. Also nix mit 113 Gramm Butter – 100 tun’s auch. Und hiermit eröffne ich den ersten Rezeptpost in diesem Blog mit eigenem Fressfoto. Das habt ihr jetzt davon.

100 g Butter
200 g Zucker
2 Eier

in eine Schüssel geben und schaumig schlagen. In einer weiteren Schüssel

100 g Mehl (Typ 405)
1 TL Backpulver
1 Prise Natron
1 Prise Salz
40 g entölten Kakao

mischen, ohne dabei die Küche zuzustauben. Die trockenen Zutaten langsam zur Zuckereierfettmasse hinzugeben, schön weitermixen und wenn alles hübsch gleichmäßig aussieht, noch

120 ml Milch

dazukippen. Davor möglichst den Mixer von der höchsten Stufe runterschalten, denn sonst ist man nicht nur kakaobestäubt, sondern jetzt auch noch milchverspritzt. Ich nehme an, den Müttern unter uns wird das aber nix ausmachen.

Den Ofen auf 190° vorheizen, den leckeren Schlotz – oder das, was nach dem „Ich probier mal nen Teelöffel“ noch übrig geblieben ist – auf zwölf Muffinförmchen verteilen, ca. 25 Minuten backen, fertig.

Ich habe noch ein paar Schokostückchen in die Masse geworfen, was aber nicht nötig gewesen wäre. Die Muffins sind wunderbar flauschig und locker und schokoladig, da stören die Bröckchen das kuschelige Beisammensein nur. Meine sind außerdem auf den Boden abgesunken, weswegen ich erst die Papierförmchen von den Muffins gelöst, dann den Muffin gegessen und dann das Förmchen ausgeleckt habe. Nicht sehr damenhaft, aber wir sind ja unter uns. Ist von der Einsaugefahr ungefähr gleichzusetzen mit nem Ikea-Hotdog.

Ich wollte der Glasur oder dem Frosting trotz des ersten Fehlschlags noch eine Chance geben. Bis jetzt habe ich bei Muffins nie irgendeinen Klecks oben drauf vermisst, aber ich dachte, wenn alle das so machen, mach ich das mal nach. Die Schokobuttercreme aus dem verlinkten Rezept ist auch un-fass-bar lecker und schokoladig und butterig, aber meiner Meinung nach hat sie nix auf einem Muffin verloren. Ich erzähl euch trotzdem mal, wie ich sie gemacht habe, denn auch hier habe ich das Originalrezept ein wenig runtergedummt.

80 g Zucker
2 Eiweiß

miteinander vermixen. Dann – laut Rezept teelöffelweise, geht aber auch in zwei, drei Brocken –

150 g zimmerwarme Butter

dazurühren. Wie gut, dass ich einen neuen Mixer habe, denn bis aus Butter Buttercreme geworden ist, vergehen schon gerne mal zehn, 15 Minuten. In der Zeit habe ich ein bisschen im Internet gelesen, das ich mit der linken Hand navigiert habe, während die rechte damit beschäftigt war, den Mixer in der Schüssel zu bewegen, die ich mir zwischen die Beine geklemmt hatte. (Nein, ich will keine Küchenmaschine. Ich mag Mamas alte Rührschüsseln aus Plastik UND ICH HAB EINEN NEUEN MIXER.)

Wenn die Masse nicht mehr grobkörnig aussieht, sondern sich wie durch Zauberhand (UND EINEN NEUEN MIXER) in eine cremige Creme voller Cremigkeit verwandelt hat, noch

50 g geschmolzene, bittere Schokolade

unterrühren. Im Rezept steht was von 100 g; 50 tun’s für den Geschmack auch, allerdings ist die Creme dann nicht ganz so schick tiefbraun. Eher so Billigsonnenbankbraun.

Wenn die Muffins ein bisschen abgekühlt sind, kann man die Creme auf den Muffins verteilen. Nach dem Dekorieren schleppt man dann zwei Muffins ins Wohnzimmer, holt Omis Kaffeegeschirr aus dem Schrank, guckt sich die Muffins auf einer Untertasse an, auf einem Teller und bleibt dann doch bei der ovalen Platte. Die fotografiert man dann zehnmal auf dem dunkelbraunen Tisch, wobei man fünfmal irgendwas Blödes im Hintergrund übersieht und dreimal nicht scharfstellt. Dann noch fünfmal auf dem weißen Sessel, obwohl man schon ahnt, dass das nicht so toll aussieht. Aber wir sind ja neu hier. Dann beschäftigt man sich noch ne Runde mit dem Ausschneidewerkzeug im Photoshop, weil das das einzige Werkzeug ist, das man kennt, und dann kocht man sich eine Runde grünen Tee mit Orangenblüten, tippt im Wordpress rum und klickt auf „Publish“.

Und während man das alles gemacht hat, hat der Kerl wahrscheinlich die anderen Muffins schon weggehauen. Muss ich wohl noch ein Blech machen.

Nebenbei: Das Fleisch für die Satay-Spieße mariniert natürlich seit Stunden vor sich hin. Ist klar.