Was schön war, Sonntag, 24. September 2017 – Wahldienst

Okay, dass der Wecker um kurz nach 6 klingelte, war nicht ganz so schön, aber ohne Dusche oder Frühstück wollte ich dann doch nicht im Wahllokal auflaufen. Dort war ich pünktlich um 7.30 Uhr; mein Wahlort war in einer Grundschule, wo sich noch sechs andere Wahllokale befanden, was den ganzen Tag dazu führte, dass die Leute im falschen Raum landeten – trotz liebevoller Auszeichnung. Aber dafür sind wir ja da – Leuten den Weg zur Urne zu weisen, notfalls mit der Ansage „Da müssen’S zwei Räume weiter.“

What happens in the Wahllokal stays in the Wahllokal, daher verblogge ich hier keine besonderen Vorkommnisse oder Eigenarten der Wählenden, die ich aber durchaus interessiert beobachten konnte. Vielleicht nur ein Hinweis für die nächste Bundestagswahl: Wir brauchen euren Perso nicht, die Wahlbenachrichtigung reicht, wir finden euch dann schon im Wählerverzeichnis. Oder andersrum: Wenn ihr eure Wahlbenachrichtigung verschlampt hat, reicht auch der Perso zum Wählen, wir finden euch dann schon im Wählerverzeichnis. Wir nehmen auch Führerscheine oder Reisepässe, hauptsache, ihr steht auf unserer unbestechlichen Liste.

Und noch was: Wenn ihr euch Briefwahlunterlagen zuschicken lasst, dann benutzt die doch auch einfach und kommt nicht mit ihnen ins Wahllokal. Falls ihr das doch tut, dann bringt bitte alles mit, denn wir behalten euren Wahlschein ein (während ihr die Wahlbenachrichtigung für die Urnenwahl wieder zurückkriegt und selbst wegschmeißen dürft), und ihr dürft die lustigen bunten Umschläge vor unseren Augen zerreißen, damit ihr sie nicht doch irgendwo einwerft. Falls ihr eure Unterlagen irre spät kriegt und glaubt, die olle Post schafft das nicht mehr zum Wahltermin – alleine in München gab es fünf (glaube ich) Briefkästen, in die ihr auch am Wahltag noch eure Briefwahlunterlagen einwerfen konntet und die dann um 18 Uhr geleert wurden. Einer davon stand am Rathaus am Marienplatz, also superzentral und für alle bequem zu erreichen. Fragen Sie Ihre freundlichen Wahlhelfer*innen bei der nächsten Wahl danach und haltet nicht die Schlange mit den netten Urnenwähler*innen auf.

Wir hatten bei uns im Lokal wirklich nur freundliche Wahlhelferinnen. Das fand anscheinend auch ein Wähler, der uns morgens Croissants und Kaffee vorbeibrachte. Das Kreisverwaltungsreferat hatte in die Urne nicht nur die Wahlunterlagen gelegt, sondern auch einen Riesenberg an kleinen Gummibärtütchen, von denen wir einige verzehrten und den Rest an Kinder verteilten – und an die Wähler Nummer 100, 200 usw. Ich bin kurz nach Wähler 350 bzw. gegen 13 Uhr nach Hause gegangen und kam um kurz vor 18 Uhr wieder, um beim Auszählen zu helfen. Wir hatten bei uns im Lokal eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent, weswegen wir den ganzen Tag gut beschäftigt waren. Das Auszählen hat problemlos geklappt – und was noch viel wichtiger war: die Computerunterstützung auch. Für München wurde für diese Wahl eine eigene Software entwickelt, die wir gestern erstmals im Einsatz erprobten. Das System lief fehlerfrei und bis auf eine etwas dusselige Menüführung problemlos; das Hantieren mit Taschenrechnern und 700 Notizzetteln entfiel, die Schnellmeldung wurde von uns gegen kurz nach 20 Uhr elektronisch verschickt. Da wir praktischerweise richtig gezählt hatten – Anzahl der Stimmzettel stimmte mit der der erfassten Wählenden überein – und wir auch sonst recht flink waren, hatten wir die, wenn ich mich richtig erinnere, 666 Stimmzettel in gut zwei Stunden ausgezählt, alles in entspannter, unhektischer Atmosphäre. Mit den Damen würde ich gerne noch einmal zusammenarbeiten, da gab es kein nerviges Rumquatschen, keine wollte Chef spielen, wir arbeiteten konzentriert und professionell, obwohl wir natürlich alles Laien waren.

Bei uns im Stadtbezirk ist nach Zweitstimmen die CSU stärkste Kraft, dann folgen die Grünen, die FDP, die SPD und die Linken. Die AfD landete bei uns auf Platz 6, aber ich frage mich wirklich, warum in einem gut situierten, teils bürgerlichen, teils studentischen Viertel immer noch fünf Prozent der Wählenden meinen, sie müssten diesen menschenverachtenden, populistischen, demokratiefeindlichen Arschlöchern ihre Stimme geben. Darüber tröstet mich auch meine Ehrenurkunde nicht hinweg, die das Innenministerium gestern erstmals springen ließ. (Neben den Gummibärchen.)

Was schön war, Samstag, 23. September 2017 – Endlich Wiesn




Und ich hab heute Wahldienst und muss um 7.30 Uhr im Wahllokal sein. Ganz dumme Terminierung des Wiesn-Tisches! (Oder der Bundestagswahl.)

Was schön war, Freitag, 22. September 2017 – Studienausweis

Nachdem ich letzte Woche in der Studierendenkanzlei (die noch Studentenkanzlei heißt, was mich immer irritiert, denn unser Studentenwerk heißt schon Studierendenwerk) erfahren hatte, was mir noch zur Umschreibung in den Promotionsstudiengang fehlte, leitete ich das alles diese Woche in die Wege, um gestern wieder vor der Studierendenkanzlei (ich benutze einfach diesen Namen, fertig) zu sitzen und darauf zu warten, dass meine Nummer aufgerufen wird. Währenddessen las ich weiter im Buch über die Entstehung des Terrorismus; ich las den hervorragenden Forschungsstand und die Begriffsdiskussion und merke mir dieses Buch hiermit für meine eigene Diss vor, in der ich ja auch einen Forschungsstand schreiben werde. Das kann ich zwar inzwischen meiner Meinung nach ganz prima, aber der her war wirklich äußerst nachvollziehbar und führte sehr gut zum Thema hin. Auch die Erläuterung der Quellen- und Literaturgrundlagen gefiel mir sehr.

Nach gut einer halben Stunde Wartezeit setzte sich ein junger Mann neben mich, der als einziger in der langen Schlange telefonierte. Leider konnte ich ihn nicht ganz ausblenden, weswegen ich das Buch, das doch etwas Konzentration erfordert, seufzend zuklappte und stattdessen Twitter und Instagram leerlas, die weitaus weniger Hirnschmalz brauchen. Nach einer weiteren Viertelstunde war meine Nummer dann dran, ich ging in Zimmer 1, wo ich erfuhr, dass ich für mein Anliegen gar nicht hätte warten müssen und wurde in Zimmer 2 geschickt. Dort sagte ich mein Sprüchlein von letzter Woche auf – „Ich habe im Sommersemester meine Masterprüfung hier an der LMU bestanden und würde mich gerne in den Promotionsstudiengang einschreiben“ –, zeigte meinen Studiausweis vor, die Dame überprüfte, ob ich meinen Semesterbeitrag entrichtet hätte, dann guckte sie sich die Promotionszulassung an und behielt eine Kopie da, und dann druckte sie mir meinen neuen Ausweis und die ganzen Immatrikulationsnachweise und Firlefanz aus, den man halt in jedem Semester bekommt.

Ich war seit Tagen darauf gespannt, was da jetzt statt B.A. oder M.A. draufstehen würde. Jetzt weiß ich’s.

Toastbrot nach „Auf die Hand“

Dieses Buch hatte mir Kai mal geschenkt; ich selbst hätte es mir nicht gekauft, weil ich meinte, für Sandwichbeläge kein Kochbuch zu brauchen. Seit gestern weiß ich aber, wie gut das Geschenk war, denn in ihm verbirgt sich ein sogenannter Wunderteig, aus dem man Toastbrot, Burger Buns und Hot-Dog-Brötchen basteln kann. Die beiden letzten habe ich noch nicht probiert, das Toastbrot ist aber von Jetzt auf Gleich in meine Rezeptsammlung integriert worden. Bei nächsten Mal mache ich dann auch alles nach Vorschrift; gestern passierten mir mehrere Missgeschicke, aber das Brot ist trotzdem klasse geworden. Scheint ein Idiotenteig zu sein.

450 g Mehl, Type 405 mit
50 g Maisgries mischen. Ich hatte nur Weizengrieß, das scheint auch zu funktionieren. In den Mehlberg eine mindestens faustgroße Mulde drücken.

150 ml lauwarmes Wasser mit
50 ml lauwarmer Milch und
40 g Zucker mischen.
1/2 Würfel Hefe darin auflösen. Ich ahne, warum mein Brot so irre aufgegangen ist; ich Hirn habe „40 g Hefe“ statt „40 g Zucker“ gelesen und einen ganzen Hefewürfel (42 g) verwendet. Macht das mal nach – ich hatte noch nie eine so volle Schüssel mit aufgegangenem Teig.

Den Hefebrei in die Mulde gießen, mit Mehl von der Seite bedecken und zugedeckt an einem warmen Ort 30 Minuten lang gehen lassen.

Nach 20 Minuten im lauwarmen Bad habe ich die Schüssel dann doch lieber in den leicht geöffneten Backofen gestellt, der gerade von 50 Grad wieder abkühlte – und Butter und Eier für gleich noch dazu.

In den Teig nun
2 zimmerwarme Eier,
80 g weiche Butter sowie
5 g Salz geben. Mit den Knethaken des Mixers in fünf Minuten zu einem glatten Teig kneten. Mit bemehlten Händen zu einer Kugel formen und weitere 30 Minuten abgedeckt im Warmen gehen lassen.

Das hat bei mir nur ansatzweise funktioniert. Der Teig war auch nach fünf Minuten Kneten äußerst flüssig. Ich habe mich daran erinnert, wie ungefähr ein Hefezopfteig sich anfühlt und aussieht und habe dementsprechend Mehl nachgekippt, bis der Teig so gerade formbar war. Das wabbelige Eliptoid habe ich noch mit etwas Mehl bedeckt, dann die Schüssel wieder abgedeckt und in den geöffneten, weiterhin abgeschalteten Ofen gestellt. Nach 30 Minuten kam mir ein Teigberg bisher ungeahnter Größe entgegen, was ich ziemlich super fand. Hefeteige sind die totalen Diven, aber ich liebe sie dafür.

Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und in sechs Teile teilen. Daraus Kugeln formen und mit der Naht nach unten in eine gebutterte Kastenform legen. Ich kriege nie gleiche Teile hin, weswegen mein Brot eher wie eine impressionistische Hügellandschaft aussieht. Das Kunstwerk weitere 30 Minuten gehen lassen, angeblich zugedeckt, aber das habe ich vergessen.

1 EL Sahne mit
1 Eigelb verquirlen und die Oberfläche bepinseln. Das Brot bei 180 Grad für 45 Minuten backen und danach die Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Das Brot erst vollständig ausgekühlt aus der Form nehmen.

Derartige Ansagen sind bei mir immer vergebens. Ich habe das Brot selbstverständlich noch lauwarm aus der Form geklopft und mit Butter und Lemon Curd bestrichen, den man prima zubereiten kann, während das Brot geht. Die erste, fluffig-dicke Scheibe habe ich noch im Stehen genossen.

Gestern war das Brot zu weich, um wirklich dünne Scheiben abzuschneiden; heute, nach einer Nacht im Kühlschrank, in Plastikfolie gewickelt, ist es fester geworden. Laut Buch hält es sich so eine Woche. Aber so lange wird es eh nicht überleben.

Tagebuch, Mittwoch, 20. September 2017 – Küchentag

Nach dem langen Fußballabend vorgestern den gestellten Wecker ignoriert und ausgeschlafen. Danach aber auch nicht wirklich in die Gänge gekommen; anstatt brav ins ZI zu fahren, saß ich am heimischen Schreibtisch und recherchierte eher unmotiviert meinem Diss-Thema hinterher. Schließlich gab ich es auf und blätterte stattdessen in Kochbüchern, nachdem ich noch flugs eine Akquisemail losgeschickt hatte, die spontan nötig war. Mit meinem Einkaufszettel in der Hosentasche ging ich zum Supermarkt, wo ich erstmal Geld abhob – und dann gleich noch einmal, weil mir einfiel, dass wir ja am Samstag einen Wiesntisch haben, für den man etwas Bargeld mitbringen sollte. Ich war dieses Jahr noch gar nicht auf dem Oktoberfest, was mich doch wuschiger macht als ich dachte. Jetzt rächt sich mein winziger Freundeskreis hier vor Ort – ich bin kurz davor, einfach alleine hinzugehen, mich schön mit einem Buch in die Ochsenbraterei zu setzen und mir eine gemütliche Mittagsmaß zu gönnen.

Vom Einkaufen zurück, bereitete ich zunächst einen Krautsalat zu. Den habe ich bisher immer aus dem bayerischen Kochbuch gemacht und natürlich Speck hineingeworfen. Gestern testete ich die Version aus Deutschland vegetarisch, wo Apfel und Nüsse zum Kraut kommen. Abends gönnte ich mir aus dem gleichen Buch eine Kartoffelcremesuppe mit angebratenen Pfifferlingen, die ganz hervorragend war. Leider bemerkte ich den total überraschend gekommenen Herbstbeginn, denn es war zu dunkel, um noch anständige Bilder fürs Blog zu machen. Aber für Instagram hat’s gereicht; auf dieser Plattform habe ich null Ehrgeiz für tolle Bilder, da werfe ich einfach nur Zeug rein.

FAZ gelesen, beim Kochen Spotify gehört und dieses schöne Stück im Mix der Woche gehabt, abends Fußball geschaut und mit F. noch ein Gläschen Weißwein genossen, der auch schon in der Kartoffelsuppe gelandet war.

Was schön war, Dienstag, 19. September 2017 – Flutlichtspiel

Die englischen Wochen sorgten dafür, dass F., eine weitere Münchner Mitfahrerin und ich uns gestern abend (statt Samstagnachmittags) in den Zug nach Augsburg setzen, um uns ein bisschen Fuppes zu gönnen. Im Feierabendpendlerzug gondelten wir westwärts, erwischten am Bahnhof gleich eine angenehm leere Tram und waren um halb acht am Stadion.

Das Augsburger Stadion, die WWK-Arena, ist eigentlich ein grober Klotz, also genau mein Ding, denn den Brutalismus mag ich sehr gerne. Allerdings vor allem im Verbund mit anderen Architekturstilen – eine ganze Stadt à la Blade Runner würde mich vermutlich wahnsinnig machen, aber als punktueller Hingucker zwischen den ganzen feinen Altbauten und glatten Stahl- und Glaslangweilern mag ich grobe Klötze halt gern. Die Arena steht in Augsburg auf freier Wiese, und als ich sie das erste Mal sah, verliebte ich mich sofort in sie. Kein Schnickschnack, keine verkleidete Fassade, man sah nur Streben und die Schüssel, in der innen die Ränge sitzen, das war’s. Form follows function und albert nicht rum. (Wobei ich ja bekanntermaßen nichts gegen Arenen habe, bei denen die Form außergewöhnlich ist.)

Für diese Saison hat sich die Arena etwas aufgerüscht; der Sponsor zahlte eine Verkleidung aus einem metallenen Strebewerk, das mit Leuchtstäben durchsetzt war. Das konnte man in den vergangenen Wochen schon sehen, aber die Beleuchtung wurde gestern erstmals eingesetzt. Als Besucherin der Allianz-Arena, deren komplette Fassade aus Leuchtelementen besteht und damit einen sehr kraftvollen Punkt macht, war ich von den Augsburger Lichtlein ein bisschen enttäuscht.

Außerdem musste ich mir sagen lassen, dass die Dienstags- und Mittwochsspiele ab dieser Saison nicht mehr um 20 Uhr, sondern erst um halb neun anfingen. Wir hatten also eine lockere Stunde Zeit, um die traditionelle Stadionwurst zu genießen, aber ich richtete mich nölig darauf ein, noch später als gedacht wieder in München zu sein. Ähnlich dachten wohl auch viele Leipziger; der Gästeblock war äußerst spärlich gefüllt. Außerdem machte ich mir nun Sorgen um meinen Liebling in Augsburg (neben dem Kasperl und der Wurst), dem Kid’s Club, der vor dem Spiel zur Vereinshymne durchs Stadion zieht und dem man gefälligst zuwinkt, wenn er vorbeikommt. (Es rührt mich immer noch.) Müssen die ganzen lieben Kleinen nicht schon längst im Bett sein? So war es auch: Ein stark ausgedünnter Kinderklub drehte seine Runde, aber er war da, ich winkte und war gerührt.

Die Nordwand im Stadion packte dann lustige Ballons aus, die sie zusammen mit den Fahnen schwenkten. Ich sinnierte innerlich vor mich hin: „Die langgestreckten Elemente greifen ikonografisch die Lichtstreben der Fassade auf und schaffen so einen sichtbaren Zusammenhang zwischen Außen- und Innenteil der Arena.“ Die fünf Jahre Kunstgeschichtsstudium haben sich total gelohnt.

Dann war keine Zeit mehr zum Sinnieren, es wurde gebrüllt und schon nach wenigen Minuten gejubelt, als Augsburg mit 1:0 in Führung ging. Diese Führung wurde dann mit allem, was diese Mannschaft hat, über die 90 Minuten gerettet, und wir traten sehr zufrieden den Heimweg an.

Nach dem Spiel leuchtete die Arena einheitlich in grün, was alle Besucher*innen ein bisschen ungesund aussehen ließ; es gefiel mir aber besser als das Rotgrünweiß der Vereinsfarben, das zu punktuell war, um wirklich ein großes Bild zu zeichnen. (Hier halfen übrigens noch grüne Strahler nach, die auf die Arena gerichtet waren.)

Bis heute abend ist Augsburg Tabellendritter, was völlig irre ist. In so ziemlich allen Saisonprognosen setzten die Expert*innen den FCA auf den letzten Platz und sahen ihn als klaren Absteiger. Im Moment fühlt sich das sehr anders an, aber, yay, Fußballersprech: Die Saison ist noch lang.

Ich habe mich gefreut, RB Leipzig mal live zu sehen. Ja, über Leipzig kann man sehr viel meckern (Transferpolitik, Marketingklub etc.), aber so ganz kann ich das Gefühl nicht abschütteln, dass es schön ist, auch im Osten wieder einen Erstligaverein zu haben. Zudem hat RB in der letzten Saison richtig schönen Fußball gespielt, den ich mir durchaus öfter angeschaut habe. Von diesem schönen Fußball war gestern allerdings nichts zu sehen, weil Augsburg halt Augsburg war. Die Mannschaft ist offensiv nicht stark genug, um selbst das Spiel zu machen, also nutzt das Team individuelle Fähigkeiten und eine beeindruckende mannschaftliche Geschlossenheit, um stattdessen das Spiel des Gegners zu Kleinholz zu machen. So ziemlich jeder Spielzug wird gestört, und das hat gegen Leipzig, dessen Stärke das elegante, fließende und schnelle Passspiel ist, gestern sehr gut geklappt. Wieder kein schönes Spiel, aber das erwarte ich beim FCA auch gar nicht mehr. Stattdessen freue ich mich hier über gefühlt bedingungslosen Einsatz für das Team. Also das, was man manchmal beim FC Bayern vermisst, weil jeder Spieler eine eigene Agenda hat. Ich finde es sehr spannend, allmählich unterschiedliche Spielweisen identifizieren zu können, weil ich jetzt regelmäßiger im Stadion bin als vorher bei Bayern. Auch wenn ich dafür erst gegen 1 Uhr im Bettchen war.

(Dritter! Alter!)

Tagebuch, Sonntag/Montag, 17./18. September 2017 – Hans-guck-nicht-in-die-Luft

In der Nacht von Samstag auf Sonntag schlief ich herrlich tief und fest, merkte aber beim Aufstehen, dass ich mir irgendwas im Nacken gezerrt hatte – oder was auch immer da physisch passieren kann im Nacken- und Schulterbereich. Es führte jedenfalls dazu, dass es äußerst unangenehm war, den Kopf in den Nacken zu legen oder ihn seitwärts zu drehen. Nach unten gucken konnte ich allerdings prima und schmerzfrei, was schön war, denn so konnte ich Kaffee und Kürbissuppe zubereiten und vor allem: lesen. Das ist seit Jahren meine Horrorvorstellung: irgendwas ist mit den Augen, ich kann nicht mehr lesen, oder was mit den Händen, ich kann nicht mehr schreiben. Alle anderen körperlichen Einschränkungen kommen mir irgendwie machbar vor, aber Augen und Hände sollen bitte bis zur Stunde meines Todes möglichst gut funktionieren. Sagte die Dame mit minus 4,5 Dioptrien links und einem in der Kindheit angebrochenen linken kleinen Finger, der nicht ganz richtig wieder zusammengewachsen ist. Oh, Moment, alles, was mit Essen zusammenhängt, soll bitte auch funktionieren, Kiefer, Zunge, Speiseröhre, Magen, Verdauungstrakt. Ich kann mir kein gutes Leben ohne gutes Essen mehr vorstellen, das möchte ich bitte auch noch ein paar Jahrzehnte genießen dürfen. Danke, Universum.

Ich verbrachte den Sonntag neben Lesen und Kürbissuppe schlürfen damit, alle 30 Minuten mein geliebtes Körnerkissen in den Backofen zu legen, um es aufzuheizen und es mir danach in den Nacken zu legen.

Einschub: Als meine beste Freundin letzte Woche hier war, gingen wir mit den jeweiligen Partner*innen essen, und ihre Frau fragte mich, ob ich Hamburg vermissen würde. So direkt hatte ich mir diese Frage noch nicht gestellt, ich überlegte kurz und konnte dann sagen: Nein, ich vermisse Hamburg nicht. Ich vermisse meine engen Freund*innen, die blöderweise alle dort wohnen, und ich vermisse immer noch unsere riesige Altbauwohnung, aber die Stadt an sich oder mein Leben dort vermisse ich nicht. Das fand ich schön, das überzeugt sagen zu können.

Zurück zum Körnerkissen: Ich vermisse die Mikrowelle in unser riesigen Altbauwohnung! OMG vermisse ich diese Mikrowelle! Ich hatte selbst nie eine, weil ich wirklich nicht wüsste, was ich in ihr zubereiten sollte, was nicht auch auf dem Herd geht, aber ich habe gelernt: Körnerkissen werden in ihr in lächerlichen drei Minuten brüllend heiß und halten die Wärme mindestens eine Stunde. In meinem blöden Backofen dauert es eine halbe Stunde, bis das Kissen die gewünschte Temperatur hat, und dann ist es wiederum nach einer halben Stunde schon wieder abgekühlt. Das hat mich Sonntag sehr genervt, aber ich bin immer noch nicht bereit, mir so einen blöden Klotz zu kaufen, der nur Platz in meiner Küche wegnimmt und den ich eigentlich nur brauche, wenn mir mein Nacken oder mein Rücken weh tun, was sie netterweise nicht sehr oft tun. Aber wenn sie weh tun, lungere ich jedes Mal wieder auf Elektromarktwebsites rum, um die kleinste und billigste Mikrowelle rauszufinden, die ich nur dazu benutzen würde, mein Körnerkissen heiß zu kriegen.

Gestern ging es dem Nacken weitaus besser, auch wenn die Nacht etwas anstrengend war, denn Liegen war leider nicht ganz schmerzfrei, trotz Tablette und Körnerkissen. Ganz weg war die Verspannung noch nicht, weswegen ich gestern nicht wie geplant im ZI saß und lustige Dinge aus der NS-Zeit nachlas, sondern auf dem Sofa blieb und andere lustige Dinge las. Ich begann ein Buch aus der Stabi von Carola Dietze, bei der ich noch im Bachelor (VOR HUNDERT JAHREN!) eine Vorlesung hatte, die auf diesem Buch (ihrer Habil) beruhte: Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858-1866. Sie geht davon aus, dass Terrorismus mehr ist als nur politisch motivierte Gewalt, sondern ein Phänomen, das erst entstand, als der Gewalt mediale Aufmerksamkeit geschenkt werden konnte, was vor dem 19. Jahrhundert nur eingeschränkt, wenn überhaupt, möglich gewesen war. Mich persönlich interessieren im Buch die USA; damit werde ich vermutlich anfangen. Was mich an dem Buch außerordentlich freut: Die Dame schreibt trotz wissenschaftlichem Anspruch äußerst verständlich und lesenswert, wovon ihr euch in der verlinkten Leseprobe gerne überzeugen könnt.

Kürbiscremesuppe

Gestern stellte ich entsetzt fest, dass ich mein Standardrezept für Kürbissuppe noch gar nicht verbloggt habe, obwohl ich es seit vier Jahren in jedem Herbst raushole. Es stammt natürlich aus Deutschland vegetarisch, meinem Lieblingskochbuch. (Es gibt in diesem Buch kein Rezept, das nicht funktioniert oder nicht schmeckt.) Das Rezept kommt ohne Zutaten wie Ingwer oder Karotten oder Orangen aus, die Suppe schmeckt halt nach Kürbis – aber durch so lustige Dinge wie Sternanis, einem winzigen Schuss Essig und der knusprigen Einlage aus Mandeln und Kürbiskernen keineswegs langweilig. Ich habe mich an Kürbis in jedem Herbst meist recht schnell sattgegessen, aber diese Suppe geht immer.

Für vier Personen.

1 kg Hokkaidokürbis waschen, vierteln, die Kerne entfernen, das Fruchtfleisch in grobe Würfel schneiden.
1 große Kartoffel (ca. 150 g) schälen und grob würfeln.
1 Zwiebel und
1 Apfel (geschält) ebenfalls grob würfeln. Hier dürfte schon klar werden, warum ich das Rezept so mag. Kein Fitzelkram.

Den Würfelberg in
1 EL Butter andünsten und
1 Sternanis dazugeben. Mit
800 ml Gemüsebrühe und
200 ml Sahne ablöschen, mit
1 EL flüssigem Honig,
Salz und
Pfeffer würzen. 25 Minuten offen köcheln lassen.

Währenddessen in einer Pfanne
50 g Kürbiskerne und
50 g Mandelblättchen (oder wie ich es mache: soviel wie man will) in
1 EL Sonnenblumenöl goldbraun rösten. Mit
Salz würzen. Wichtig! Das ist quasi mein Lieblingsteil. Das knackt nachher herrlich würzig.

Den Sternanis entfernen, die Suppe mit dem Pürierstab in die gewünschte Konsistenz bringen, eventuell mit
1–2 EL Apfelessig abschmecken. (Mir reicht meist ein Esslöffel.) Die Suppe mit einem Klecks saure Sahne und dem Kürbiskernmandelmix servieren.

Das Süppchen funktioniert auch mit Milch statt mit Sahne, wie ich gestern feststellen konnte, als meine Sahne mich schmählich im Stich ließ. Nimmt sich farblich oder konsistenzmäßig fast nichts. Das Bild hier im Eintrag ist schon älter, gestern sah mein Süppchen so aus.

Links vom Sonntag, 17. September 2017

Journal Samstag, 16. September 2017 – Wahlhilfeschulung

Die Kaltmamsell beschreibt sehr schön, wie sie sich bei und nach der Wahlhelfer*innen-Schulung fühlte. Das deckt sich sehr mit meinen Gefühlen, die ich bei der Schulung hatte; ich konnte sie aber nicht so gut in Worte fassen, meine eigene Schilderung kam mir viel zu staatstragend vor, ich löschte sie wieder. Aber jetzt bei der Lektüre des Blogeintrags nebenan fiel mir wieder ein, wie „staatsbürgerlich“ auch ich mich gefühlt hatte. Unser Leiter wies mehrfach darauf hin, welch hohes demokratisches Gut wir mit unserer Arbeit unterstützen und verteidigen. Und auch er beschrieb, wie bei der Kaltmamsell anscheinend auch, dass unsere Arbeit öffentlich ist. Wer uns zugucken möchte, wie wir Stimmen auszählen, hat das Recht dazu. (Bringt uns was zu essen mit!)

Was mir vor allem im Gedächtnis geblieben ist – und was ich auch in den öffentlich einsehbaren Schulungsunterlagen noch mal nachlesen werde – ist, dass unsere Hauptaufgabe darin besteht, Menschen wählen zu lassen. Alles andere ist zweitrangig; worum es geht, ist, allen Menschen die Wahl zu ermöglichen. München hat seine Wahlbezirke teilweise neu eingeteilt, um möglichst alle Wahllokale komplett barrierefrei zu machen. Wir bekamen erzählt, wie die Wahl zum Beispiel für Körperbehinderte möglich ist, die den Weg bis zur Wahlkabine aus irgendwelchen Gründen doch nicht zurücklegen könnten (ausgefallene Fahrstühle etc.) und wie wir anderen behilflich sein können, ohne das Wahlgeheimnis zu verletzen.

Apropos Wahlgeheimnis: Selfies mit dem Wahlzettel sind untersagt, denn sie verletzen das Wahlgeheimnis. Ja, auch wenn man das selbst erledigt. Also lasst das bitte.

Das schöne Spiel im neoliberalen Zeitalter

Tim vom historischen Blog „Ausnahmezustand Neuzeit“ schrieb mir eine Mail, dass er meinen Quellenangaben-Post zu den Fanprotesten im Stadion gelesen habe – ob für mich sein Rückblick auf die Entfremdung zwischen Fans und DFB aus zeithistorischer Perspektive auch interessant wäre? Ist er, danke für den Hinweis.

„Der Fußball in den letzten 25 bis 30 Jahren ist ein Paradebeispiel dafür, welche Entwicklungschancen und welche Problematiken eine entfesselte Wachstumsorientierung mit sich bringt. Wachstum an sich und vielleicht nicht einmal die ungleiche Mittelverteilung sind schädlich, kleine und große Vereine hat es schon immer gegeben. Höchst problematisch sind die schier exponentielle, rasende Entwicklung, die dadurch entstehenden riesigen Größenunterschiede und die fehlenden Korrekturmechanismen.“

The First White President

Ta-Nehisi Coates schreibt über die Wahl Trumps. Ja, das haben wir alles schon durchexerziert, aber Coates weist auf den seiner Meinung nach wichtigsten Faktor hin: Er wurde durch Weiße gewählt, die genau das als wichtigstes Kriterium ansehen. Coates scheut sich nicht, diese Tatsache sehr unangenehm zu formulieren.

„For Trump, it almost seems that the fact of Obama, the fact of a black president, insulted him personally. The insult intensified when Obama and Seth Meyers publicly humiliated him at the White House Correspondents’ Dinner in 2011. But the bloody heirloom ensures the last laugh. Replacing Obama is not enough—Trump has made the negation of Obama’s legacy the foundation of his own. And this too is whiteness. “Race is an idea, not a fact,” the historian Nell Irvin Painter has written, and essential to the construct of a “white race” is the idea of not being a nigger. Before Barack Obama, niggers could be manufactured out of Sister Souljahs, Willie Hortons, and Dusky Sallys. But Donald Trump arrived in the wake of something more potent—an entire nigger presidency with nigger health care, nigger climate accords, and nigger justice reform, all of which could be targeted for destruction or redemption, thus reifying the idea of being white. Trump truly is something new—the first president whose entire political existence hinges on the fact of a black president. And so it will not suffice to say that Trump is a white man like all the others who rose to become president. He must be called by his rightful honorific—America’s first white president.“

Coates schrieb schon öfter für den Atlantic über dieses Thema. Ein Artikel, den ich schon mal verlinkt hatte, ist The Case for Reparations, der den systemischen Rassismus in den USA darlegt. Falls ihr keine Lust habt, diesen sehr langen Artikel online zu lesen – das geht jetzt auch auf Papier. Coates neuestes Buch We Were Eight Years in Power: An American Tragedy enthält acht Essays aus den Jahren der Obama-Regierung.

Heidnischer Kuchen und andere Köstlichkeiten des Mittelalters. Ein kulinarischer Selbstversuch in zwei Akten

Das klingt nach einem spannenden, lehrreichen und leckeren Seminar: Studierende recherchieren mittelalterliche Rezepte und kochen sie in einem Kloster nach.

„Wir hatten in der Übung viel über den Einfluss des Christentums – über Brot und Wein – im Hinblick auf den täglichen Speiseplan gesprochen. Daher passte es gut, dass die drei Studenten zunächst als Grundlage ihres Menüs ein Brotrezept entwarfen. Dafür verwendeten sie Weizenmehl, Salz, Hefe und Salbei. War das wirklich mittelalterlich? Wir diskutierten über die Zutaten. Wie nah war man damit am Brot der bäuerlichen Bevölkerung? Warum wurde Weizen und nicht Roggen verwendet, so ein Einwand des Plenums. Hefe ist zwar bereits Bestandteil des althochdeutschen Wortschatzes, doch hat man es im Mittelalter tatsächlich schon als Triebmittel für Brot verwendet? Und was war mit dem Salz?

Es zeigten sich bereits hier Schwierigkeiten bei der Reproduktion mittelalterlicher Speisen. Welche soziale Gruppe möchte man abbilden? Welche Zeit und welche Region des Mittelalters soll kulinarisch reproduziert werden? Da vor dem 14. Jahrhundert Kochbücher nicht greifbar sind – vom antiken Kochbuch des römischen Gourmets Apicius einmal abgesehen – und diese dann der Oberschicht entstammen, war klar, dass eher eine ‚Herrenspeise‘ präsentiert werden sollte. Dies lag auch darin begründet, dass beispielsweise der Auftraggeber des Buches von guter Speise – Autor oder Schreiber sind unbekannt – zum Patriziat der Stadt Würzburg gehörte. Die Entscheidung fiel daher zugunsten des Weizens, des Salzes und auch der Hefe aus.

Die Idee mit dem Salbei entstammte der Lektüre des Capitulare de villis (Krongüterverordnung Karls des Großen, ca. 790er-Jahre), das wir in einer der vorangegangenen Sitzungen gelesen hatten. Freilich wären hier noch mehr Kräuter denkbar gewesen. Das Kapitular führt immerhin etwa 70 Kräuter auf, wenn auch nicht alle davon als Küchenkräuter verwendet wurden. Es stand den Studierenden jedoch frei, nach eigenem Gusto zu entscheiden und möglicherweise ist der heutige, im Vergleich zum Mittelalter eher zaghafte Umgang mit Gewürzen ein weiterer Faktor bei der Entscheidung gewesen.“

Ich konnte nach der Lektüre des unterhaltsamen Blogeintrags meine Küche, meinen Herd und meinen Supermarkt um einiges mehr würdigen als vorher.

Was schön war, Mittwoch, 13. September 2017 – Post von der Uni

Der neue Lebensabschnitt kann jetzt offiziell losgehen.

Was schön war, Sonntag bis Dienstag, 10. bis 12. September 2017 – Ruhetage

Letzte Woche meldete sich mein Kreislauf mit ein bisschen Rumwimmern. Ich ignorierte das gekonnt wie ich seit Wochen ignoriere, einfach mal weniger tun zu können und kurz durchzuschnaufen und auf fette fünf Jahre Studium zurückzublicken, denn ich musste ja schließlich nach Abgabe der Masterarbeit Bewerbungen schreiben, Akquise machen, Promotionszeug zusammensammeln, über die Dissertation nachdenken, dann waren auch endlich die ganzen Arzttermine dran, die ich während der MA-Arbeit geschoben hatte und so weiter und so’n Zeug. Letzte Woche dachte mein Körper sich dann aber endlich: ICH MÖCHTE MAL KURZ EINE PAUSE HABEN, DAS IST OKAY, DAS DARFST DU JETZT, ECHT! Und so wimmerte mein Kreislauf und ich nutze Wärmflaschen und Pfefferminztee, musste aber natürlich trotzdem zu einem Vorstellungsgespräch, in einen Biergarten und in ein Fußballstadion. Aber ab Sonntag fuhr ich bewusst alles runter, trank weiterhin Tee, verabredete mich Montag zu einem entspannten Frühstück am eigenen Küchentisch, denn die beste Freundin war halt noch in der Stadt, ließ das Diss-Thema ruhen und versuchte, mal nichts zu denken und mir über nichts Sorgen zu machen. (Haha.)

Das musste anscheinend mal sein, und das tat auch sehr gut, einfach mal nur an die Decke zu gucken. Der Kreislauf ist wieder okay, und mein Bauch hat auch eine Entscheidung nach dem enervierenden Diss-Gespräch letzte Woche getroffen. Die lasse ich jetzt auch ein paar Tage rumliegen und an die Decke gucken und dann machen wir uns gaaanz laaangsam auf den Weg zum Doktorhut. Aber heute ist auch noch Ruhetag.

Was schön war, Samstag, 9. September 2017 – Quellenangaben

F. und ich setzten uns mittags in charmanter Begleitung in den Zug nach Augsburg, um das Spiel gegen den 1. FC Köln anzuschauen. Ich mach’s mal kurz: Der FCA gewann mit 3:0, und alle Tore schoss Alfred Finnbogason, dessen Name mein neues Trikot ziert.

Ich fühlte mich schon länger im Stadion unterdressed, so nur mit Schal bzw. im Sommer nicht mal damit, daher musste jetzt endlich ein Trikot her. Eigentlich wollte ich es ohne Spielernamen haben, aber wenn man den weglässt, steht auch der Vereinsname nicht auf der Rückseite, was ich völlig blöd finde. Also musste ich mich für einen der Herren entscheiden und wählte mithilfe von F., der alle Namen der Mannschaft runterbetete, den Herrn Finnbogason. Den hatte ich sogar schon mal außerhalb von Augsburg spielen sehen, nämlich beim EM-Qualifikationsspiel der Niederlande gegen Island, bei dem wir 2015 in Amsterdam waren. Und natürlich hatte ich deswegen auch so ein bisschen Island bei der EM im letzten Jahr die Däumchen gedrückt. Hu!

Was ich neben dem Spiel noch spannend fand: Ein Tweet, den ich beim Einlauf der beiden Mannschaften gemacht hatte, ging ziemlich steil und ist bis heute über einhundertmal retweetet worden – von Fans vieler unterschiedlicher Mannschaften, soweit das anhand der Twitter-Bio erkennbar ist, aus den Ligen 1 bis 4. Der DFB hat es anscheinend geschafft, diverse Kurven so richtig anzupissen; die Proteste laufen seit Wochen. In Minute 50 des Spiels kam es zum bereits von den anderen Spieltagen und aus anderen Stadien bekannten Wechselgesang zwischen den beiden Fankurven: „Scheiß-DFB!“

Wenn ihr das Foto anklickt, erkennt ihr auf den Spruchbändern nicht nur die Texte, sondern auch, in rot, die Medien, aus denen die Texte stammen, denn es sind Zitate. Dank dieser Quellenangaben kann ich euch hier eine kleine Leseliste hinstellen, die verdeutlicht, worum es den Fans geht. Danke, FCA-Nordwand.

„Korruption ist weiterhin ein Kernkonzept“, Deutschlandfunk, 11.3.2017

„Der Fußball macht sich selbst kaputt“, Die Zeit, 9.5.2017

Gewerkschaft rechnet mit 7000 Toten bis zur WM, Die Welt, 18.12.2015

Beim DFB geht es zu wie in einer Bananenrepublik, Die Welt, 22.10.2015

Den Tagesschau-Link habe ich nicht finden können, aber es geht um die WM-Vergabe nach Deutschland 2006; hier andere Links der Tagesschau.

DFB soll Hinweise auf Korruption vertuscht haben, Süddeutsche Zeitung, 27.1.2016

DFB soll Hinweise auf Korruption vertuscht haben, Die Zeit, 28.1.2016 (bezieht sich auf den SZ-Artikel)

Beim letzten Plakat bin ich mir nicht sicher, ich tippe auf Kaiser der Korruption, die tageszeitung, 14.9.2016.

Neben all den genannten Kritikpunkten nervt es mich persönlich zunehmend, dass man als Stadiongängerin nur noch TV-Kulisse ist – und sein soll. Die Kurven sollen Stimmung machen und hübsche, kamerafreundliche Choreos produzieren, aber ansonsten bitte die Klappe halten. Falls etwas nicht genehm ist, werden gerne Kollektivstrafen ausgesprochen, die manchmal schwer nachzuvollziehen sind. Und selbst wenn es nachvollziehbar ist, dass Strafen ausgesprochen werden müssen (Flaschenwürfe auf Gästefans oder ähnliches gehen selbstverständlich überhaupt nicht), dann ist die Sperrung einer ganzen Kurve für 25.000 Fans, von denen sich vielleicht zehn daneben benommen haben, schlicht überdimensioniert.

Was mich auch nervt, ist die hysterische Berichterstattung über derartige Vorfälle. Ich habe mich noch nie in einem Stadion unsicher gefühlt, und ich bin ein totaler Schisser bei Menschenmengen. Jetzt am Samstag sind wir mit einer Hochschwangeren ins Stadion gegangen, die sich im 8. Monat nur wegen ihres Bäuchleins ausnahmsweise für einen Sitzplatz entschieden hatte, ansonsten hätte sie wie immer in der Kurve gestanden. Nein, Pyro braucht kein Mensch, ja, das Zeug ist gefährlich, und jeder, der den Scheiß wirft, darf gerne rausfliegen. Aber wenn man manche Berichte liest, könnte man glauben, in den Stadien wäre jede*r Zuschauer*in quasi konstant gefährdet, und irgendwelche Ultras hätten 70.000 in ihrer Gewalt. Das ist schlicht Quatsch. In Augsburg gibt es einen ganzen Familienblock, der auch immer gut gefüllt ist; neben mir auf der Gegengerade saß ein Opa mit seinem geschätzt dreijährigen Enkel auf dem Schoß, und auch in der Allianz-Arena sehe ich dauernd Eltern mit kleinen Kindern. Und trotzdem hält sich das Gerücht, dass alle Menschen, die zum Fußball gehen, entweder dauerbesoffene Asos mit kurzer Lunte oder stets in Gefahr sind.

Nochmal zur TV-Kulisse. Wie egal dem DFB die Fans sind, die sich teilweise auf lange Auswärtsfahrten machen, zeigen die neuen Anstoßzeiten. Ein Bundesligaspiel am Montagabend ist kompletter Quatsch für jeden Fan, der danach noch irgendwie nach Hause muss, wenn er oder sie Pech hat, durch die halbe Republik. (Ja, ich weiß, in der 2. Liga gibt es diese Zeit schon länger, und auch dort finde ich sie dämlich.) In dieser Saison gibt es erstmals in der 1. Liga bis zu sieben Anstoßzeiten. Bisher wurde Freitags um 20.30, Samstag um 15.30 und 18.30 und am Sonntag um 15.30 und 17.30 Uhr angestoßen. Nun kommen noch einige Spiele am Sonntag um 13.30 dazu – hey, Prime Time in Asien – und eben die Montagsspiele (nicht an jedem Spieltag). Mir fällt kein anderer Grund für diese weiteren Termine ein als: noch mehr Möglichkeiten, Werbung zu schalten. Der Fernsehzuschauer ist dem DFB gefühlt wichtiger als die ganzen Stadiongänger*innen, und das kotzt mich an. Daher kann ich so ziemlich jeden Protest verstehen.

Aber: Es gibt Anzeichen, dass der DFB sich auf die Fans zubewegt: Präsident Grindel signalisierte in einem offenen Brief, dass er auf Kollektivstrafen verzichten will. Klingt erstmal gut, aber ich glaube immer noch nicht an einen großen Gesinnungswandel. Ich denke, dass der DFB schlicht sein schönes, sauberes Produkt in Gefahr sieht.

Tagebuch, Dienstag bis Freitag, 5. bis 8. September 2017

Was nicht so schön war:

– ein Termin bei meiner Hausärztin, die seit Jahren an meinen Schilddrüsenwerten rumdoktert. Bei mir wurde vor Ewigkeiten Hashimoto diagnostiziert, und seitdem ich Schilddrüsenhormone nehme, geht es mir weitaus besser als jemals zuvor. Bis dahin dachte ich, ich sei halt lethargisch, müde, undiszipliniert und traurig. Bis ich begann, Medikamente zu nehmen, und auf einmal war ich dermaßen besser gelaunt, dass ich mich kaum wiedererkannte. Dass sich mein Leben in den letzten Jahren derart drastisch verändert hat und ich – was viel wichtiger ist – damit klarkomme, liegt meiner Meinung nach auch an den Hormonen.

Trotzdem sind meine Schilddrüsenwerte gerade nicht so okay und mein Stoffwechsel ist seit Monaten total im Keller – O-Ton Ärztin: „Selbst wenn Sie gar nichts essen, würden Sie nicht abnehmen.“ Das will ich ja auch gar nicht, weswegen es mich wahnsinnig macht, dass die Dame neuerdings trotzdem davon anfängt, obwohl das ja, laut ihren eigenen Worten, kaum bis gar nicht möglich ist. Eigentlich fühle ich mich seit Jahren bei ihr wohl, weil sie mich mit dem Thema in Ruhe lässt, aber diese Woche wollte sie mir irgendwelche Ergänzungsprodukte verschreiben, die „slim“ oder sowas im Titel hatten, was mich sehr überrumpelt hat. Online schaffe ich es, jede Diskussion um richtige oder falsche Ernährung oder was irgendwer sich jetzt gerade darunter vorstellt, weiträumig zu umgehen und blocke und mute auch sehr freigiebig bei Dickenwitzen und Clean-Eating-Scheiß. Offline wirft mich sowas doch immer noch sehr aus der Bahn, wie ich feststellen musste.

– ein Termin bei meiner Masterprüferin, deren Gutachten mich zwar sehr gefreut hat, die aber sehr lange mit mir mein Diss-Thema (bei einem anderen Dozenten) auseinandergenommen hat. Eigentlich war das ein 10-Minuten-Termin, aber ich kam erst nach einer Stunde wieder aus dem Raum mit einem sehr großen Fragezeichen über dem Kopf. Sie hatte ein paar schlimme Killer-Argumente gegen meine bisherige Idee, dafür aber auch eine tolle neue Fragestellung. Darüber grübele ich seit Dienstag und weiß gerade nicht so recht, was ich machen soll. Außer mich vier Wochen in der ZI-Bibliothek einzuschließen, worauf es vermutlich ab Montag hinauslaufen wird.

Ich fand es sehr spannend, wie mich verschiedene Dozent*innen wahrnehmen. Sie kennt mich, laut Eigenaussage, als jemand, die sich nicht mit gängigen Forschungsmeinungen zufrieden gibt, sondern immer nach Gegenargumenten sucht, um dann zu einer eigenständigen, neuen Meinung zu kommen; ich lese halt keine zwei Kataloge, sondern 20 und pflüge durch die ganze Bibliothek, um zu meinem Schluss zu kommen. Sie kennt mich auch als jemand, die sich eher mit zeitgenössischer Kunst beschäftigt. Mein Doktorvater kennt mich hingegen als jemand, die nicht nur eine Quelle auswertet, sondern fünf, und nicht nur in einem Archiv sucht, sondern in zehn; er kennt mich als jemand, die gerne mit Originalen arbeitet und eben in der NS-Kunst zuhause ist. Ich wusste selbst nicht, dass ich diese zwei Seelen habe, aber sobald die Dozentin dieses Thema erwähnte, fiel mir auf, dass das absolut richtig ist.

Was schön war:

– die Reaktion von F., als ich ihm das Gespräch mit der Dozentin mailte, auch um für mich selbst alle Punkte festzuhalten:

– ein gutes Vorstellungsgespräch in einer kleinen, netten Agentur gehabt. Ich hatte seit 2004 kein Vorstellungsgespräch mehr und war ein paar Tage lang nervöser als nötig. Das verflog aber, sobald ich im Konfi saß und sich alles wieder vertraut nach Werbung angefühlt hat. Im Gegensatz zu Kunstgeschichte weiß ich da nämlich, was ich kann und dass ich gut bin.

– auf dem Nachhauseweg einen Blick auf die Isar geworfen und mir erstmals überlegt, ob ich mich mit den Lauftights mal hierher trauen oder weiterhin geschützt hinter Friedhofsmauern rumwalken sollte. Dicke Menschen beim Sport irritieren einige Idioten sehr, und ich möchte einfach keine Scheißsprüche abkriegen. Aber am Fluss langlaufen! Das wäre so schön!

– Vorfreude auf die Wiesn mit Stargast am Tisch!

– einen Abend im Lieblingsbiergarten mit der besten Freundin aus Hamburg und ihrer Frau, die sehr spontan in München auftauchten. Gelernt, dass es 0,33-l-Bierkrüge gibt, was ich sofort instagrammen und twittern musste. Seitdem weiß ich, dass man diese Form „Rentnerhalbe“ nennt. In Bayern – oder München, was weiß denn ich, ich lerne das ja alles immer noch – bestellt man eine Halbe (ich) oder Hoibe (Menschen, die baierisch sprechen, also nicht ich, NIEMALS ICH), wenn man 0,5 haben will.

Eben auf Twitter nannte jemand das Krüglein ein Degustationsglas. Sehr gelacht.

Masterarbeit „Auseinandersetzung und Aneignung. NS-Thematik im Frühwerk von Anselm Kiefer und Markus Lüpertz“

Da ist das gute Stück endlich. Ich habe gestern das Gutachten eingesehen, das mich sehr gefreut hat, wie natürlich auch die Note; ich erwähnte die 1,0 ja bereits. Jetzt mit Abstand fallen mir natürlich wieder tausend Sachen ein, die ich noch hätte erwähnen können, aber ach, die olle Wissenschaft ist ja nie fertig.

Ich mag die Arbeit trotzdem immer noch sehr – vielleicht liest sie ja sogar der/die eine oder andere unter euch. Deswegen steht sie hier nämlich. Das Abbildungsverzeichnis steht hier, dann müsst ihr nicht dauernd wild rumscrollen.

Ich wünsche viel Spaß – oder: viele Erkenntnisse – beim Lesen.

Was schön war, Montag, 4. September 2017

Mein kluges Köpfchen für dumm verkaufen.

Wenn ich tagsüber nicht aus dem Haus muss, also am eigenen Schreibtisch arbeite, hole ich morgens immer die FAZ aus dem Briefkasten, aus dem ich sie sonst ziehe, wenn ich halt raus muss, ins ZI, in die Bibliothek usw. Das heißt, ich schlüpfe nach dem Duschen nicht in meine üblichen In-den-Tag-starten-Klamotten, in denen ich frühstücke, blogge und rumlungere, bevor ich aus dem Haus gehe, also die Hose mit dem Gummizug und die Shirts, in denen ich nicht mehr gesehen werden will, die aber so herrlich bequem und schlumpfig sind. Dazu: keine Socken, kein BH. Statt nun in diesem sehr privaten Aufzug auf dem Sofa Kaffee zu trinken, ziehe ich an Home-Office-Tagen die Jeans an, ein anständiges Oberteil, Socken und Schuhe (kein BH, soviel Luxus muss sein) und stapfe nach unten, um meine Zeitung zu holen. Da ich fünf Stockwerke überwinden muss und ich somit die Chance habe, gefühlt 40 Leuten begegnen zu können, möchte ich wenigstens halbwegs vorzeigbar aussehen. Wenn ich mit der Zeitung wieder in der Wohnung bin, wird die Ausgehklamotte mit der Rumschlumpfklamotte vertauscht und es geht mit Kaffee – und Zeitung – aufs Sofa.

Wenn ich morgens allerdings walken gehe, kann ich meinen Kopf immer davon überzeugen, dass er diesen ganzen Aufwand gar nicht betreiben musste. Ich musste nicht die anständigen Klamotten anziehen, um runterzugehen, denn ich bin ja schon unten, wie praktisch, da kann ich gleich die Zeitung mitnehmen. Ich freue mich ernsthaft beim Walken darüber, die Zeitung nicht extra aus dem Briefkasten holen zu müssen. Dass ich dafür eine Stunde durch die Gegend stratze, scheint mein Kopf als weniger nervig zu empfinden, als noch vor dem Frühstück eine Jeans anziehen zu müssen. Vielleicht liegt es daran, dass meine Sportklamotten ähnlich bequem sind wie meine Schlumpfklamotten.

Unsere Hofkatze.

Seit ich hier wohne, lungert im Hof meist irgendeine Katze rum. Früher war es eine kleine graue mit längerem Pelz, die aber sehr mager war und eines Tages nicht mehr wiederkam. Seit einigen Monaten sehe ich eine deutlich feistere weiße Katze mit roten Flecken, die zunächst etwas scheu in der Hofecke saß, dann gerne mal mitten drin, und inzwischen maunzt sie einen an, wenn man es wagt, an ihr vorbeizugehen, ohne sie zu streicheln. Ich ahne, dass sie zu irgendwem im Haus gehört, aber ich weiß es nicht. Ich bin ihr neulich mehrere Male im Treppenhaus begegnet, das jetzt anscheinend auch zu ihrem Revier gehört, und einmal saß sie im Fahrradkeller fest, als ich mein Rad holte. Ich achtete darauf, dass sie draußen war, bevor ich die Tür wieder schloss und sah ihr zu, wie sie durch die weit auseinanderstehenden Gitterstäbe des Hoftors auf die Straße lief.

Vorgestern sah ich sie aus einer Hofeinfahrt gegenüber kommen. Sie lief auf dem Radweg direkt an den parkenden Autos entlang; wir hatten den gleichen Weg, daher ging ich ihr solange es ging hinterher und achtete darauf, wie sie sich bewegte. Nach dem Radweg bog sie auf den Fußweg, wo sie immer an den Häuserwänden langlief. Irgendwann verschwand sie in einer Einfahrt.

Und gestern begegnete ich ihr, als ich eine Mülltüte in einem unserer zwei Container entsorgen wollte. Ich öffnete vorsichtig den einen, während sie oben auf dem zweiten thronte und mir zusah. Ich entfernte mich ein wenig, um sie nicht zu stören, woraufhin sie vom Container aufs Garagendach sprang und dort oben herumspazierte. Seitdem bin ich der Meinung, dass sie eine Reinkarnation der roten Zora ist, die ihr Revier auskundschaftet, sich aber brav an Verkehrsregeln und Umgangsformen hält.

Ein Lob vom Prüfungsamt.

Vormittags war ich mal wieder im Promotionsbüro des Prüfungsamtes, um die Unterlagen für eine Promotionszusage abzugeben. Die werden jetzt durchgesehen, dann kriege ich hoffentlich die Zusage, und mit der kann ich mich dann in der Studierendenkanzlei einschreiben, um weiterhin mein geliebtes Semesterticket zu haben. Der wichtigste Grund für eine Promotion. Ist klar.

Ich hatte mich auf unserer Website natürlich brav informiert, was man alles anschleppen musste, stand nun mit einem Berg an Originalen und Kopien im Büro und fragte die betreuende Dame, was sie denn als erstes haben möchte.

„Erstmal den Antrag auf Annahme zur Promotion.“

„Hab ich da.“

„Dann die Betreuungszusage.“

„Hab ich.“

„Dann ihr Bachelor- und ihr Masterzeugnis.“

Ich zeigte die Originale vor und gab die Kopien ab, die als „gesehen“ oder ähnlich gestempelt wurden.

„Dann das Führungszeugnis.“

Original, Kopie, Stempel.

„Dann den Lebenslauf.“

Den hatte ich zwar auch zweimal ausgedruckt, aber das war natürlich überflüssig. Sie nahm einen Ausdruck, ich unterschrieb ihn.

„Und zum Schluss den Personalausweis. Haben Sie den auch kopiert?“

„Äh, nee. Dürfen Sie aber gerne.“

Dame kopierte.

„Gut. Dann schicken wir Ihnen die Promotionsberechtigung zu. Danke für die gute Vorbereitung. Schönen Tag noch.“

„Danke gleichfalls.“

Ich hatte sicherheitshalber noch alle Transcripts of Records dabei, meine Studienverläufe aus Bremen und Hannover aus den 1990ern, die ich für die legendäre Immatrikulation gebraucht hatte, und sogar noch mein Abizeugnis, DENN MAN WEISS JA NIE, aber die brauchte ich netterweise nicht. Trotzdem: Sichthüllen-Mentalität wins again.