Numb

In Numb (Numb – Leicht daneben) spielt Matthew Perry einen Drehbuchautor, der sich nach einem Joint zuviel plötzlich wie in einer Parallelwelt fühlt: Er spürt sich nicht mehr richtig, er kommt sich vor, als würde er stets träumen, und nach kurzer Zeit findet er auch einen medizinischen Fachausdruck dafür, nämlich depersonalization disorder (was auch immer das auf Deutsch heißen mag). Der Joint war nur ein Auslöser, erzählt ihm sein Psychiater und verschreibt erstmal ein paar Pillen, genau wie der nächste Doc, an den er sich wendet, ohne dass es ihm irgendwie besser geht. Aber dann, tataaa, tritt eine total schräge Frau in sein Leben, in die er sich verliebt und sie sich irgendwie auch in ihn, den seltsamen Menschen, der zudem noch mit seiner Familie hadert und dessen einzige Konstante sein Autorenkollege ist, der ihn immerhin ab und zu vom Golf Channel wegkriegt und in Pitches schleift.

Numb ist mir größtenteils fürchterlich auf die Nerven gegangen, weil ich Psychogequatsche nicht als intelligente Dialoge ansehe und so total crazy Mädels in weißen Kleidchen, die ihre Kerle in Stripbars schleppen, weil’s so unkonventionell ist, einfach nur affig finde. Aber ich war sehr positiv von Schnuffi Perry überrascht, dem ich ja gerne vorwerfe, nix anderes zu sein als die x-te Kopie von Chandler Bing (not that there’s anything wrong with that). Dieses Mal hat er sich sehr, sehr, sehr zurückgehalten, und das tut dem Film ziemlich gut. Der Rest der Welt erscheint als zehnmal „verrückter“ als der eigentliche Patient, und ich fand es sehr schön, Perry mal bei ernsthafter Arbeit zuzugucken anstatt beim Lustigsein. Das rettet Numb aber auch nicht davor, ein total vorhersehbares Ende abzuliefern und dazu auch noch ziemlich zäh zu sein. Aber allein für den kleinen Breakdown von Mary Steenburgen, die eine von Perrys vielen Doktoren spielt, lohnt sich’s dann doch.