{"id":9712,"date":"2010-08-16T13:11:13","date_gmt":"2010-08-16T11:11:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=9712"},"modified":"2014-03-11T15:51:44","modified_gmt":"2014-03-11T13:51:44","slug":"uber-kleidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=9712","title":{"rendered":"\u00dcber Kleidung"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8220;Clothes, as I tweeted to a twitter friend, are not camouflage \u2013 no amount of clothing is going to make me look like a thin person. And, you know, I wouldn\u2019t want it to. I want to wear things that make me joyous, things that make me look like ME, things that kick ass. My idea of flattering probably isn\u2019t the mainstream definition (which is more like: slimming) but COME ON. Are we really still stuck in the days of dressing to hide, to diminish, to disappear?<\/p>\n<p>I damn well refuse to participate in that.<\/p>\n<p>Fat people are not invisible, nor should we aspire to be.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Von <a href=\"http:\/\/www.therotund.com\/?p=919\">The Rotund<\/a>. Im Eintrag geht es um ein Cafepress-Shirt einer weiteren dicken Bloggerin, die ausgerechnet vom \u00dcbergr\u00f6\u00dfenhersteller Lane Bryant einen doofen Tweet an die Backe gekriegt hat. Um das Thema ging&#8217;s mir gar nicht, nur um das Statement: Klamotten sind dazu da, damit ich aussehe, wie ICH aussehen will. Nicht um irgendwelchen Idealen zu entsprechen, denen ich eh nicht entsprechen kann. Und niemand hat mir zu sagen, he, du bist zu dick, um irgendwas Bestimmtes anzuziehen. Nein, bin ich nicht. Wenn ich will, laufe ich im Bikini und Leggings durch die Gegend, und unglaublicherweise wird davon die Welt nicht untergehen und du wirst keinen Augenkrebs bekommen.<\/p>\n<p>Seit ich mit meinem K\u00f6rper Frieden geschlossen habe, habe ich das auch mit anderer Menschen K\u00f6rper getan. Ich versuche jeden Tag, meine innere L\u00e4sterschwester in die Verbannung zu schicken. Nicht jeder, der Flipflops tr\u00e4gt, hat pedik\u00fcrte F\u00fc\u00dfe? Egal. Nicht jede, die enge Shirts tr\u00e4gt, hat Gr\u00f6\u00dfe 34? Egal. Es ist egal, nein, es <em>hat<\/em> mir verdammt nochmal egal zu sein, wie der Rest der Welt ruml\u00e4uft. Jede\/r sollte sich so anziehen d\u00fcrfen, wie er oder sie es m\u00f6chte, ohne dass irgendjemand sich auf ein hohes Ross schwingt und meint, er oder sie habe da aber ne ganz andere Meinung zu. Kannst du ja haben, aber: Warum sollte ich auf dich h\u00f6ren? Ich h\u00f6r ja auch nicht auf dich, wenn du mir sagst, dass die B\u00f6hsen Onkelz tolle Musik machen oder Schnecken total lecker sind. Warum sollte ich dann auf dich h\u00f6ren, wenn du mir sagst, dass ich diese engen Hosen nicht tragen kann? Kann ich n\u00e4mlich super, guck mal.<\/p>\n<p>Interessanterweise wird auch das eigene K\u00f6rpergef\u00fchl viel positiver, wenn man sich nicht den ganzen Tag damit besch\u00e4ftigt, bei anderen Menschen Fehler zu finden. Wenn man n\u00e4mlich stattdessen versucht, bei jedem Menschen etwas zu finden, was sch\u00f6n ist, merkt man erstens, dass man immer etwas findet. Und zweitens, wie okay man selbst eigentlich ist. <\/p>\n<p>Und weil ich nach 100 Jahren Kampf gegen mich selbst auch endlich wei\u00df, wie okay ich bin, habe ich am letzten Samstag zu einer Hochzeit etwas getragen, das ich seit meiner Konfirmation im letzten Jahrtausend nicht mehr getragen habe: ein Kleid. Ein langes, tief ausgeschnittenes, auberginenfarbiges Kleid, das gleich mehrere meiner \u201eProblemzonen\u201c (what the FUCKING FUCK?) richtig sch\u00f6n zur Schau stellt. Erstens: meine F\u00fc\u00dfe in den silbernen Sandaletten. Die habe ich seit Jahren in Str\u00fcmpfen und Sneakers versteckt, weil das ja wer eklig finden k\u00f6nnte, so patschige F\u00fc\u00dfe mit so rundlichen Zehen. Und meine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madison-Piercing\">Piercingnarbe<\/a> im Dekollete, die ich auch ewig verdeckt habe, weil das ja wer eklig finden k\u00f6nnte, so Narben. Und das Schlimmste von allen: meine Oberarme, die sich bewegen, wenn sich der Rest von mir bewegt. Sie kennen ja sicher den charmanten Ausdruck \u201eWinkfett\u201c? Genau. Nur mal so nebenbei: Die einzigen beiden Frauen, die ich \u201ekenne\u201c, bei denen das Gewebe der Oberarme sich nicht einen Millimeter bewegt, wenn sich die Frau dazu bewegt, sind Gwyneth Paltrow und Madonna, und die gehen, wenn ich den Klatschmagazinen glauben darf, jeden Tag drei Stunden daf\u00fcr ins Fitnessstudio. D\u00fcrfen sie gerne machen, sie sehen ja auch toll aus, aber ich pers\u00f6nlich lese in diesen drei Stunden lieber ein Buch oder koche leckeres Zeug, mit dem ich Blogleser_innen vergraule. Und deswegen flattern meine \u00c4rmchen lustig rum, wenn ich lustig rumflattere. Und wei\u00dft du was? Das ist okay. Und wenn du das nicht okay findest, dann guck einfach woanders hin. <\/p>\n<p>Es hat, ehrlich gesagt, ein winziges bisschen \u00dcberwindung gekostet, mit nackten F\u00fc\u00dfen und Armen und Ausschnitt aus dem Haus zu gehen (und nebenbei musste ich erstmal ein bisschen \u00fcben, wie man nochmal im Kleid geht und sitzt und wieder aufsteht), aber ich habe mich nach nur wenigen Minuten unfassbar schweinewohl im Kleid und in meiner Haut gef\u00fchlt, dass ich es selbst kaum glauben konnte. Netterweise habe ich auch von so gut wie jedem Menschen auf der Hochzeit, den ich kannte, ein Kompliment gekriegt \u2013 wohl auch, weil alle diese Menschen mich noch nie so gesehen haben. Irgendjemand meinte, ich tr\u00fcge das alles sehr souver\u00e4n und als ob ich noch nie was anderes angehabt habe. Und genauso hat es sich auch angef\u00fchlt. Souver\u00e4n. Und gl\u00fccklich. Und es war schei\u00dfegal, dass im Waschzettel die 52 steht anstatt der gesellschaftlich akzeptablen 38. Souver\u00e4n, Baby. Das machen wir gleich nochmal.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Edit: meine allerliebste und extrem inspirierende Flickr-Gruppe \u2013 die <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/groups\/fatshionista\/\">Fatshionistas<\/a>. Dicke Frauen in tollen Klamotten. Ganz gro\u00df. Im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Clothes, as I tweeted to a twitter friend, are not camouflage \u2013 no amount of clothing is going to make me look like a thin person. And, you know, I wouldn\u2019t want it to. I want to wear things that make me joyous, things that make me look like ME, things that kick ass. 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