{"id":887,"date":"2005-06-10T07:56:49","date_gmt":"2005-06-10T05:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=887"},"modified":"2005-06-10T16:17:23","modified_gmt":"2005-06-10T14:17:23","slug":"the-hitchhikers-guide-to-the-galaxy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=887","title":{"rendered":"The Hitchhiker&#8217;s Guide to the Galaxy"},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.ankegroener.de\/Bilder\/hitchhikers_guide.jpg' alt='' \/><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0371724\/\">The Hitchhiker&#8217;s Guide to the Galaxy<\/a> (Per Anhalter durch die Galaxis, USA\/UK 2005, 109 min)<\/p>\n<p>Darsteller: Martin Freeman, Sam Rockwell, Mos Def, Zooey Deschanel, Alan Rickman, Bill Nighy, John Malkovich, Helen Mirren, Stephen Fry, Thomas Lennon<br \/>\nMusik: Joby Talbot<br \/>\nKamera: Igor Jadue-Lillo<br \/>\nDrehbuch: Douglas Adams &#038; Karey Kirkpatrick (nach dem Roman von Douglas Adams)<br \/>\nRegie: Garth Jennings<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.movie-list.com\/trailers.php?id=hitchhikersguidetothegalaxy\">Trailer<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/hitchhikers.movies.go.com\/\">Offizielle Seite<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>The Hitchhiker&#8217;s Guide to the Galaxy<\/em> handelt von Arthur Dent, einem Menschen, dessen Heimatplanet, die Erde, wie wir sie alle kennen und lieben, eines Tages ohne gro\u00dfe Vorwarnung gesprengt wird, um f\u00fcr eine Hyperraumumgehungsstra\u00dfe Platz zu machen. Kurz bevor seine Welt in die Luft gejagt wird, erz\u00e4hlt ihm sein bester Freund Ford Prefect, dass er ein Au\u00dferirdischer sei, danach landen sie auf einem Vogonenschiff und m\u00fcssen sich miese Gedichte anh\u00f6ren, bis sie schlie\u00dflich mit dem Pr\u00e4sidenten der Galaxis, Zaphod Beeblebrox, und seiner menschlichen Gespielin Trillian auf seinem Schiff, der Heart of Gold, nach Magrathea fliegen und &#8230; ach egal, kennt ja eh jeder, die Geschichte. Und das ist auch genau das Problem des Films: Wenn man die wundervollen Werke von Douglas Adams (mach&#8217;s gut und danke f\u00fcr die B\u00fccher) kennt, ist der Film nur ein kleiner Versuch einer Bebilderung einer \u00fcbersprudelnden Fantasie und kann dieser einfach nicht gerecht werden. Wenn man die B\u00fccher allerdings nicht kennt, ist <em>Hitchhiker<\/em> ein halbwegs ertr\u00e4glicher, weil sch\u00f6n schr\u00e4ger Film.<\/p>\n<p>Der Film hat eine seltsame Geschichte, die Spa\u00df macht, weil sie stets \u00fcberrascht und sich einen Schei\u00df um sinnvolle Handlungsstr\u00e4nge k\u00fcmmert (wozu will John Malkovich, der aussah wie der junge Elton John, diese komische Knarre haben, und wieso kann Zaphod einfach einen seiner K\u00f6pfe als Pfand dalassen?). Der Film w\u00fcrde allerdings noch mehr Spa\u00df machen, wenn sein Timing etwas besser w\u00e4re. Viele Szenen f\u00fchlen sich f\u00fcrchterlich langatmig an: Immer, wenn die Vogonen im Bild waren, habe ich im Kopf auf Vorspulen geschaltet, und als Trillian Arthur sch\u00f6n ausf\u00fchrlich die K\u00fcche der Heart of Gold zeigt, habe ich h\u00f6rbar gelangweilt geschnauft. Und mit mir der Rest des Kinos. Daf\u00fcr habe ich allerdings die Besatzung als Wollp\u00fcppchen und das vertonte Delfinballett am Anfang in h\u00f6chstem Ma\u00dfe entz\u00fcckend gefunden. Derartige Scherze h\u00e4tte ich mir mehr gew\u00fcnscht, um der Skurrilit\u00e4t der Vorlage ein wenig mehr Rechnung zu tragen.<\/p>\n<p>Ich hatte im Vorfeld Bedenken, dass der gro\u00dfartige Wortwitz des Buches komplett verloren geht, denn das gehen verbale Vorlagen meistens, wenn man das Medium wechselt und pl\u00f6tzlich eher in Bildern erz\u00e4hlen will. <em>Hitchhiker<\/em> behilft sich hier mit einem simplen Trick: ein Off-Erz\u00e4hler (Stephen Fry, gewohnt nonchalant) ist quasi die Stimme des Guide, des Buches, das Weltraumreisenden alles, aber auch wirklich alles \u00fcber das Universum und seine Bewohner erz\u00e4hlt. Vor allem nat\u00fcrlich, dass man niemals sein Handtuch vergessen sollte. So flie\u00dfen in die recht schlichte Handlung des Films immerhin viele kleine, sehr h\u00fcbsch bebilderte Anekdoten ein, die auch das Lesen der B\u00fccher so unterhaltsam gemacht haben: wie sich der Pangalaktische Donnergurgler anf\u00fchlt zum Beispiel oder wieso der Guide erfolgreicher ist als die Encyclopedia Britannica. Ich habe zwar meine Lieblingsstelle vermisst (\u201eSteck deinen Kopf in ein Schwein\u201c), aber man kann ja nicht alles haben.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich hat jeder andere Vorstellungen von den Figuren oder den Settings, die einem im Buch begegnen. Ich pers\u00f6nlich fand die Heart of Gold im Film sehr billig, Mos Def als Ford Prefect nicht britisch genug (ich habe noch eine schwache Erinnerung an den Ford aus der uralten BBC-Serie), und Marvin ging leider gar nicht. Trotz der wundervoll n\u00f6ligen Stimme von Alan Rickman, der es hinkriegt, dass man Marvin \u2013 wie im Buch \u2013 st\u00e4ndig eine reinhauen m\u00f6chte, passt sein knuffig-rundliches \u00c4u\u00dferes \u00fcberhaupt nicht zum depressiv-melancholischen Roboter, den ich in meinem Kopf hatte. Daf\u00fcr ist Sam Rockwell als Beeblebrox gro\u00dfe Klasse: \u00fcberdreht, arrogant-charmant, st\u00e4ndig die Jacketkronen bleckend \u2013 wundervoll. Zooey Deschanel als Trillian und Martin Freeman als Arthur bleiben leider etwas blass, wobei sie einfach auch ein wenig vom Drehbuch im Stich gelassen werden. Ihre Funktion ist eben die des heimatlosen Liebesp\u00e4rchens, und das f\u00fchlt sich im ganzen galaktischen Irrsinn einfach zu menschlich und fast popelig an. Immer, wenn die beiden sich schmachtende Blicke zugeworfen oder, viel schlimmer, \u00fcber ihre Gef\u00fchle geredet haben, habe ich ein bisschen darauf gehofft, dass die Vogonen besser zielen w\u00fcrden und dem Heiteitei ein Ende bereiten.<\/p>\n<p>Mir ist \u00fcbrigens erst w\u00e4hrend des Films aufgefallen, dass ich mir den Supercomputer Deep Thought (ja, genau, der mit der 42) nie richtig vorgestellt hatte. Seine Visualisierung fand ich recht nett, vor allem seinen kleinen goldenen Fernseher, auf dem Zeichentrickfilme liefen. Mein Lieblingsmoment kam allerdings erst ziemlich zum Schluss in der Werkstatt von Slartibartfast, wo mir wirklich ein Schauer \u00fcber den R\u00fccken gelaufen ist. Abgesehen von der schieren Gr\u00f6\u00dfe des Raums und der Geschwindigkeit, mit der Arthur und der Planetendesigner durch die Fabrik fliegen, waren das Bilder, die ich mir den ganzen Film lang gew\u00fcnscht h\u00e4tte: v\u00f6llig absurd und doch so wundersch\u00f6n.<\/p>\n<p>Wenn der Film es auch nicht geschafft hat, mir soviel Spa\u00df zu machen wie die B\u00fccher \u2013 eins hat er dennoch hingekriegt: dass ich mit Arthur und Trillian zuerst um die gute, alte Erde getrauert und mich dann wie bl\u00f6de gefreut habe, als sie wieder da war. Als ich pl\u00f6tzlich unseren Planeten in der Version 2.0 gesehen habe und Slartibartfasts M\u00e4nnern dabei zuschauen durfte, wie sie Ayers Rock seine charakteristische Farbe verleihen, W\u00fcsten aufsch\u00fctten und den Himalaya hochziehen \u2013 da habe ich schon ein wenig Ehrfurcht vor der Sch\u00f6nheit unseres kleinen Himmelsk\u00f6rpers gesp\u00fcrt. Und so bin ich etwas zwiegespalten auf <em>The Hitchhiker&#8217;s Guide to the Galaxy<\/em> gekommen: ein bisschen entt\u00e4uscht, weil sich der Film \u00fcber weite Strecken viel zu normal angef\u00fchlt hat. Ein bisschen gelangweilt, weil er nicht gen\u00fcgend Tempo gehabt hat. Aber auch ein bisschen mit der Welt und ihren Macken vers\u00f6hnt. Wir haben schlie\u00dflich nur die eine. Auch wenn wir nur Teile des gro\u00dfen, gro\u00dfen Experiments sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Hitchhiker&#8217;s Guide to the Galaxy (Per Anhalter durch die Galaxis, USA\/UK 2005, 109 min) Darsteller: Martin Freeman, Sam Rockwell, Mos Def, Zooey Deschanel, Alan Rickman, Bill Nighy, John Malkovich, Helen Mirren, Stephen Fry, Thomas Lennon Musik: Joby Talbot Kamera: Igor Jadue-Lillo Drehbuch: Douglas Adams &#038; Karey Kirkpatrick (nach dem Roman von Douglas Adams) Regie: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-887","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=887"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/887\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}