{"id":7258,"date":"2010-03-02T08:43:18","date_gmt":"2010-03-02T06:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=7258"},"modified":"2010-03-02T08:43:18","modified_gmt":"2010-03-02T06:43:18","slug":"tagebuchbloggen-01-03-2010-%e2%80%93-die-2-jahre-edition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=7258","title":{"rendered":"Tagebuchbloggen 01.03.2010 \u2013<br> Die 2-Jahre-Edition"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. M\u00e4rz 2008 habe ich mich <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=2353\">selbst\u00e4ndig gemacht<\/a>. Kommt mir immer noch vor, als ob das erst ein paar Monate her ist, aber wow, es sind schon zwei Jahre. In denen ich genau das gemacht habe, was ich vorher als Festangestellte auch gemacht habe, aber daf\u00fcr jetzt zu f\u00fcr mich angenehmeren Konditionen. Kann ich also locker weiterempfehlen, dieses \u201eselbst\u00e4ndig\u201c. (Au\u00dfer wenn Kunden daraus \u201eselbstst\u00e4ndig\u201c machen wollen. Ja, ich wei\u00df, dass der Duden das auch abnickt, aber mit dem Ding habe ich seit der Rechtschreibreform sowieso nen ganzen H\u00fchnerstall zu rupfen.)<\/p>\n<p>Ich hatte das Gl\u00fcck, gleich im ersten Jahr der Freiberuflichkeit ewig lange am St\u00fcck gebucht zu werden und das auch noch in Berlin. Neue Stadt, neue Agentur \u2013 und dazu alte Kollegen, denn wie ich damals, glaube ich, schon mal schrieb, sind Autowerber eine sehr inzestu\u00f6se Sippe, die von Automarke zu Automarke bzw. Agentur zu Agentur ziehen, aber im Prinzip immer das gleiche mit den gleichen Kollegen macht: sch\u00f6ne Anzeigen, Filme und Kataloge, in denen es um tolle Karren geht. <\/p>\n<p>Nach Jahren Audi und Mercedes-Benz habe ich dann fast ein Jahr BMW gemacht. Wollte ich schon ewig, weil ich auch ewig einen BMW fahren wollte und inzwischen ja auch schon ewig einen fahre. (Wenn der R\u00fccken es zul\u00e4sst. Der olle Rocky liegt eben doch tiefer als Oma Gr\u00f6ner es manchmal gerne h\u00e4tte. Aber den geb ich nicht her, selbst wenn er nur in der Garage steht. Einen 3er BMW, Baujahr 88, in champagner-metallic, der gerade mal 65.000 runter hat und immer anstandslos T\u00dcV kriegt, gibt \u2013\u00a0man \u2013 nicht \u2013\u00a0her. Aber ich schweife ab.)<\/p>\n<p>Nach fast einem Jahr Berlin hat mich dann eine andere Agentur in Hamburg auch gleich f\u00fcr mehrere Monate in Beschlag genommen. Diesmal durfte ich auf Volkswagen arbeiten, was sich lustig angef\u00fchlt hat, denn Audi \u2013 \u201emeine\u201c Marke, die kenne ich einfach am besten \u2013 geh\u00f6rt zu Volkswagen, weswegen sich einige technische Begriffe gleichen, andere aber so gar nicht. Das ist mir ja schon bei Mercedes und BMW aufgefallen: Viele Marken haben \u00e4hnliche Technologien, nennen sie aber nat\u00fcrlich anders. Also muss man im Kopf irgendwann quattro, 4MATIC und xDrive auseinanderhalten, wenn man \u00fcber Allradantrieb schreibt, oder MMI, COMAND APS und iDrive, wenn es um die Schaltzentrale im Innenraum geht, mit der man den ganzen modernen Firlefanz wie Klimaanlage oder CD-Player bedienen kann. (Rocky hat nix davon. Er hat ein Radio ohne Kassettendeck und ne Heizung mit genau zwei Einstellungen:  zu hei\u00df oder zu kalt. It builds character.)<\/p>\n<p>Der Sommer 2009 war dann ein bisschen mau, was vielleicht noch eine Auswirkung der Finanzkrise war, von der ich bis dahin \u00fcberhaupt nichts mitbekommen hatte. In der Zeit habe ich viel Kleinkram gemacht und vor allem viel auf dem Sofa rumgelegen, was ich genauso toll finde wie \u00fcber Autos zu schreiben. Und weil ich als Streber nat\u00fcrlich mein Geld brav zusammengehalten habe, wie es mir alle Freien immer wieder erz\u00e4hlt haben \u2013\u00a0spare in der Zeit, dann hast du, wenn du auf dem Sofa rumliegen willst oder musst \u2013, lie\u00df sich die Zeit auch prima \u00fcberstehen. Ich habe zwar alle drei Tage den Kerl vollgejammert \u2013 \u201eIch werde nie wieder gebucht! Ich muss meine Eltern um mein Erbteil anbetteln!\u201c \u2013, aber dann kam eben doch immer noch irgendwas in irgendeiner Agentur oder von irgendeinem, der mich von irgendwoher kannte. Wie immer. Auch das haben mir alle Freien erz\u00e4hlt. Es kommt immer irgendwas.<\/p>\n<p>Und seit letzten August bin ich wieder in der Agentur, in der ich bereits zweimal als Festangestellte gearbeitet habe. Hat sich also nicht viel ge\u00e4ndert, au\u00dfer dass ich mich als Freie weitaus wohler f\u00fchle als als Angestellte. Denn das, wovor ich mich anfangs gef\u00fcrchtet hatte \u2013\u00a0die Deadline am Horizont, das Wissen, dass ich eben \u201enur\u201c vier Wochen irgendwo bin anstatt open end \u2013, ist genau das, was mir inzwischen sehr wichtig geworden ist. Ich muss mich \u00fcber nix lange \u00e4rgern, mir geht kein Kollege wirklich auf die Nerven, weil ich wei\u00df, dass ich nicht mehr lange hier bin. (Nebenbei geht mir ja eh nie ein Kollege auf die Nerven, ist klar. Wir sind ja alle ohne Ausnahme immer und \u00fcberall nette Menschen.)<\/p>\n<p>Es ist also alles ungef\u00e4hr so geworden, wie ich mir gew\u00fcnscht habe. Und das freut mich immer sehr, wenn ich mir die Zeit nehme, dar\u00fcber nachzudenken. Was ich selten tue, denn mein Status ist f\u00fcr mich inzwischen nichts Besonderes mehr. Ich sto\u00dfe jetzt mir mir selber an und mit meinem Macbook und im Geiste mit meiner Steuerberaterin und der KSK und eher weniger mit den diversen fehlinformierten Menschen bei der Arbeitsagentur, die es aber trotzdem irgendwann hingekriegt haben, mir einen Gr\u00fcndungszuschuss zu spendieren. Auf die n\u00e4chsten zwei Jahre. Mindestens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. M\u00e4rz 2008 habe ich mich selbst\u00e4ndig gemacht. Kommt mir immer noch vor, als ob das erst ein paar Monate her ist, aber wow, es sind schon zwei Jahre. In denen ich genau das gemacht habe, was ich vorher als Festangestellte auch gemacht habe, aber daf\u00fcr jetzt zu f\u00fcr mich angenehmeren Konditionen. 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