{"id":41304,"date":"2024-06-08T12:34:53","date_gmt":"2024-06-08T11:34:53","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=41304"},"modified":"2024-06-08T13:26:48","modified_gmt":"2024-06-08T12:26:48","slug":"mittwoch-bis-freitag-5-bis-7-juni-2024-infrastruktur-geht-your-shit-together","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=41304","title":{"rendered":"Mittwoch bis Freitag, 5. bis 7. Juni 2024 \u2013 Infrastruktur, get your shit together"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag unterrichtete ich wieder im sch\u00f6nen D\u00fcsseldorf, weswegen ich einen Tag vorher anreiste. Dieses Mal fuhr mein Zug aber bis Wuppertal, weil alle Hotels in D\u00fcdo gerade Mondpreise haben wollen: Die <a href=\"https:\/\/www.drupa.com\/\">Drupa<\/a> war nach acht langen Jahren wieder in der Stadt. Diese anscheinend total wichtige Messe findet nur alle vier Jahre statt, fiel 2020 aus (Sie wissen schon), und daher wollen jetzt alle hin. Ich hatte bei der Semesterplanung nat\u00fcrlich nur auf Feiertage geachtet, aber nicht auf Messen, denn die sind ja dauernd, und war daher bei der Hotelbuchung nachhaltig erstaunt. Selbst das schrottige ibis direkt am Hauptbahnhof wollte statt 70 Euro die Nacht nun an die 300, mein sonst gebuchtes Motel One, wenn ich mich richtig erinnere, gleich 400 statt sonst 110. Daher suchte ich nach Hotels in K\u00f6ln, das ist ja um die Ecke, aber dort sah es \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 genauso aus. F. machte mich dann auf das sch\u00f6ne Wuppertal aufmerksam, das vielleicht nicht ganz so auf dem Radar lag. Gut f\u00fcr mich, denn das <a href=\"https:\/\/www.flemings-hotels.com\/hotel-wuppertal-central\/\">Flemings<\/a> verlangte \u201enur\u201c 140 Euro die Nacht und hatte den unschlagbaren Vorteil, direkt am Bahnhof zu sein, von wo mich die S-Bahn in 30 und die Regionalz\u00fcge sogar in nur 20 Minuten an den D\u00fcsseldorfer Hauptbahnhof bringen konnten. Gebucht, in den Zug gestiegen und wegen des bayerischen Hochwasser auch nur mit einer Stunde Versp\u00e4tung angekommen. (Grmpf.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>In Wuppertal bestaunte ich schon vom Hotelzimmerfenster und direkt danach in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone die Gleise der Schwebebahn. Die <a href=\"https:\/\/schwebebahn.de\/stationen\/hauptbahnhof\">Station am Hauptbahnhof<\/a> f\u00e4hrt n\u00e4mlich \u201edurch ein gro\u00dfes Tor ins K\u00f6bo-Haus ein\u201c. (Staunendes Emoji, das f\u00fcr alles gilt, was mit der Schwebebahn zusammenh\u00e4ngt.) Aber in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone lag zun\u00e4chst ein anderes Ziel, bevor ich mich \u00fcber die Wupper schaukeln lie\u00df: das <a href=\"https:\/\/von-der-heydt-museum.de\/\">Von-der-Heydt-Museum<\/a>. Dort h\u00e4ngt n\u00e4mlich ein Hauptwerk meines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_Grossberg\">allerliebsten Lieblingsk\u00fcnstlers<\/a>, das ich noch nie im Original gesehen habe.<\/p>\n<p>Aber erstmal ging&#8217;s zu den Alten Meistern, den Stillleben und dem 19. Jahrhundert, wo ich mich \u00fcber das fieseste Museumsglas ever aufregen musste.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5240.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"566\" class=\"alignnone size-full wp-image-41309\" \/><br \/>\nWilhelm Leibl: \u201e<a href=\"https:\/\/sammlung.von-der-heydt-museum.de\/Details\/Index\/1462\">Der Spargroschen<\/a>\u201c (1877), 39,5 x 32 cm.<\/p>\n<p>Ausgerechnet bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Leibl\">Wilhelm Leibl<\/a>, bei dem jede Falte wichtig ist. Gucke ich es mir halt in der Digitalen Sammlung auf der Website des Museums genauer an. Trotzdem meh.<\/p>\n<p>Durch den franz\u00f6sischen Impressionismus h\u00fcpfte ich recht schnell und staunte \u00fcber viele Werke von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_von_Mar%C3%A9es\">Hans von Mare\u00e9s<\/a>, den ich immer nach M\u00fcnchen verortet hatte, der aber aus Wuppertal stammte (bzw. dem damaligen Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal). Ich mochte den <a href=\"https:\/\/sammlung.von-der-heydt-museum.de\/Details\/Index\/1714\">Knaben auf dem Kahn<\/a>. Viel von Paula Modersohn-Becker, das war sch\u00f6n. Dann kam die klassische Moderne, das ganze Umfeld vom Blauen Reiter, auch daran ging ich so halbwegs schnell vorbei, alles h\u00fcbsch, aber ich wusste ja, wenn hier schon Marc und M\u00fcnter und Kandinsky h\u00e4ngen, dann m\u00fcssten im n\u00e4chsten Raum die Zeit und die Werke kommen, die mich noch mehr interessieren. War dann auch so.<\/p>\n<p>Vor diesem Bild stand ich zehn Minuten und wollte auch gar nicht wieder weg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5255-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"638\" class=\"alignnone size-full wp-image-41312\" \/><br \/>\nCarl Grossberg: \u201e<a href=\"https:\/\/sammlung.von-der-heydt-museum.de\/Details\/Index\/3034\">Der gelbe Kessel<\/a>\u201c (1933), 90 x 70 cm.<\/p>\n<p>Direkt daneben hing noch der \u201eMaschinensaal\u201c, kannte ich nat\u00fcrlich, hatte ich aber auch noch nicht im Original gesehen. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5258.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"580\" class=\"alignnone size-full wp-image-41313\" \/><br \/>\nCarl Grossberg: \u201eMaschinensaal\u201c (1925), 70 x 60 cm.<\/p>\n<p>Ich mag von Grossberg mehr die etwas sp\u00e4teren Sachen, die auf surrealistische Elemente verzichten. Ich finde Gorillas auf Druckmaschinen zwar lustig, aber ich liebe Grossbergs absolut sachliche, k\u00fchle Maschinen- und Architekturdarstellungen, denen ich mich nie entziehen kann, warum auch immer. Wie ich eben in der Sammlung Online gesehen habe, geh\u00f6rt dem Museum auch \u201e<a href=\"https:\/\/sammlung.von-der-heydt-museum.de\/Details\/Index\/3617\">Br\u00fccke \u00fcber die Schwarzbachstra\u00dfe in Wuppertal<\/a>\u201c, logisch. Das kannte ich aus der ollen Ausstellung zu \u201e<a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27488\">Kunst und Politik im Nationalsozialismus<\/a>\u201c (Bochum, Rostock, Regensburg 2016\/17), wo es in der N\u00e4he von Protzens \u201eStra\u00dfen des F\u00fchrers\u201c hing, weswegen ich auf die geniale Idee kam, die beiden Maler in der Diss miteinander zu vergleichen. Aus Gr\u00fcnden wurde daraus nichts, was der Diss sehr gut getan hat. Das Werk ist leider nicht ausgestellt, was ich nat\u00fcrlich total anprangere. Mehr Grossberg!<\/p>\n<p>Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die Provenienzampel am Gro\u00dfteil der Werke, hier Feininger.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5253-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"610\" class=\"alignnone size-full wp-image-41310\" \/><br \/>\nLyonal Feininger: \u201eDie Marktkirche in Halle\u201c (1931), 100,5 x 80 cm.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5254.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"772\" class=\"alignnone size-full wp-image-41311\" \/><\/p>\n<p>Weil auf Insta danach gefragt wurde: Gr\u00fcn bedeutet unverd\u00e4chtige Provenienz, rot bedeutet Raubkunst (\u201eNS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut\u201c). Gelb bedeutet: eher unverd\u00e4chtig, orange bedeutet: Verdacht auf Raubkunst. Ich habe nur gr\u00fcne und gelbe Punkte gesehen, alles andere h\u00e4tte mich auch sehr erstaunt.<\/p>\n<p>Nach dem Museum und dem Kessel und den Ampeln war ich platt und gl\u00fccklich, hatte aber noch was vor.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5272.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41315\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wuppertaler_Schwebebahn\">SCHWEBEBAHN<\/a> FAHREN! Ich stieg am Bahnhof in die Bahn ein, danke Deutschlandticket, fuhr bis zur einen Endstation, stieg aus, stieg auf der anderen Seite wieder ein und fuhr bis zur anderen Endstation. Das ganze dauerte, wenn ich mich richtig erinnere, eine gute Stunde, und ich war mit allem zufrieden. Und hatte sofort einen fiesen <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/C71-Al3MXtQ\/\">Ohrwurm<\/a>. Ich wusste nicht, dass die Bahn auch \u00fcber Stra\u00dfen f\u00fchrte, ich dachte, die sei nur \u00fcber dem Fluss, aber nein. Das ist mal nett, einfach so \u00fcber dem Stra\u00dfenverkehr zu schweben. Aber \u00fcber dem Fluss ist es nat\u00fcrlich sch\u00f6ner.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5268-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41314\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5276.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41316\" \/><\/p>\n<p>Auch den St\u00f6rstein f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tuffi#Tuffi_in_der_Erinnerung\">Tuffi<\/a> konnte ich im Fluss sehen. Und ich erfuhr durch die Ansagen, dass es in Wuppertal ein <a href=\"https:\/\/www.mi-wuppertal.de\/\">Museum f\u00fcr Industriekultur<\/a> gibt! Das steht auf der Liste f\u00fcr den n\u00e4chsten Besuch. Genau wie das <a href=\"https:\/\/www.mi-wuppertal.de\/museum\/engelshaus\">Engels-Haus<\/a>. Ich komme wieder, Wuppertal!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Am Donnerstag dann zun\u00e4chst ein gutes Hotelfr\u00fchst\u00fcck, eine problemlose S-Bahn-Fahrt, und ich fand sogar noch ein freies Schlie\u00dffach am Hauptbahnhof D\u00fcdo, wo ich mein K\u00f6fferchen lassen konnte, blitzschnelle U-Bahn-Fahrt zur Uni, sehr motivierender Unterricht. Ein bisschen zu fr\u00fch fertig geworden, daher g\u00f6nnte ich mir meine Schnittlauch-Breze auf einer Bank mit Blick auf die D\u00fcssel. Dann fuhr ich wieder zum Bahnhof, holte den Koffer und sa\u00df \u00e4u\u00dferst gut gelaunt rum, bis mein Zug kommen sollte. Der dann 15 Minuten vor Ankunft als \u201ef\u00e4llt aus\u201c angezeigt wurde. Bis hierhin ein perfekter Tag, aber dann kamen drei extrem beschissene Stunden.<\/p>\n<p>Irgendwas war zwischen K\u00f6ln und Frankfurt, und wenn man von D\u00fcsseldorf aus nach S\u00fcden will, kommt man an den beiden St\u00e4dten schwer vorbei. Die Anzeige am Bahnhof zeigte bereits den eine Stunde sp\u00e4ter fahrenden Zug ebenfalls als Ausfall an, w\u00e4hrend er in der App noch als planm\u00e4\u00dfig stand. Dort stand aber auch, dass derzeit nichts ginge, vielleicht demn\u00e4chst, bitte mit mindestens 90 Minuten Versp\u00e4tung rechnen. Wenn denn ein Zug f\u00fchre. Alle Z\u00fcge, die noch in der App waren, bzw. deren Sitzpl\u00e4tze waren blitzartig ausgebucht, ich \u00fcberlegte, ob ich statt f\u00fcnf Stunden eventuell acht stehen wollte (K\u00f6ln, Frankfurt, bayerisches Hochwasser), suchte Alternativrouten, von denen eine mich \u00fcber Kassel f\u00fchren k\u00f6nnte. Dort fuhr sogar gerade ein Zug: Ich stieg in einen ICE nach Hannover, wo ich in zweieinhalb Stunden umsteigen k\u00f6nnte, um dann noch vier in Richtung S\u00fcden zu fahren. (Plus Hochwasser ab N\u00fcrnberg, also f\u00fcnf.) Bereits in Duisburg war mir klar, dass der Plan total bescheuert war. Ich \u00fcberlegte kurz, in Hannover in die S-Bahn zu steigen, um zum M\u00fctterchen zu fahren, dort zu \u00fcbernachen und am Freitag nach M\u00fcnchen zu fahren, fand die Idee aber auch albern. Ich fuhr also wieder nach D\u00fcsseldorf zur\u00fcck, kenne jetzt immerhin den Bahnhof von Duisburg, auch sch\u00f6n, googelte w\u00e4hrenddessen nach Fl\u00fcgen, aber vermutlich wegen der Messe gab es ernsthaft keinen Direktflug von D\u00fcdo nach M\u00fcnchen, ich h\u00e4tte immer in Frankfurt umsteigen m\u00fcssen und es kostete nat\u00fcrlich eine halbe Monatsmiete. Inzwischen war ich von allem total genervt und \u00fcberreizt, aber hatte dann immerhin die rettende Idee: Fahr einfach zur\u00fcck nach Wuppertal, check ins selbe Hotel ein, wo du vor wenigen Stunden ausgecheckt hast, und geh sch\u00f6n essen und viel Wein trinken. Du hast, nat\u00fcrlich, noch ein Extraset Klamotten dabei, morgen fr\u00fch wird alles wieder in Ordnung sein und du kannst im Zug schlafen.<\/p>\n<p>Ja, mach nur einen Plan.<\/p>\n<p>Immerhin das Hotel klappte, die wollten nicht mal mehr Messepreise haben, ich zahlte 70 Euro. (Looking at you, Motel One, das immer noch 300 haben wollte.) Die <a href=\"https:\/\/guide.michelin.com\/de\/de\/nordrhein-westfalen\/wuppertal\/restaurant\/79-%C2%B0\">Michelin-Website<\/a> wies mich auf das <a href=\"https:\/\/www.79grad.com\/\">79 Grad<\/a> hin, wo man sch\u00f6n speisen k\u00f6nne, der Laden hatte noch Platz f\u00fcr mich, und so sa\u00df ich um 18.15 Uhr nur leicht angeschwitzt, aber halbwegs entspannt wieder in Wuppertal und lie\u00df mich mit sechs G\u00e4ngen plus Weinbegleitung bepuscheln. Das hatte ich mir alles hart verdient.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5300.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"637\" class=\"alignnone size-full wp-image-41317\" \/><br \/>\nErstmal einen Ros\u00e9-Cremant, dazu die derzeitige Lekt\u00fcre. (Beides zu empfehlen.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5301.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"546\" class=\"alignnone size-full wp-image-41318\" \/><br \/>\nKnusperchip mit Wachtelei und Yuzu-Mayonnaise, weckte gut auf.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5302.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41319\" \/><br \/>\nSalat aus gr\u00fcnem und wei\u00dfem Spargel, gelber Zucchini, Melone und Ziegenfrischk\u00e4se. Wei\u00dfer Spargel geht mit Ziegenfrischk\u00e4se! Dazu einen Riesling, der bei mir schon wegen des Namens gewonnen hatte: \u201e<a href=\"https:\/\/www.weingut-franzen.de\/produkt\/der-sommer-war-sehr-gross-riesling-2022\/\">Der Sommer war sehr gro\u00df<\/a>\u201c. Ansonsten waren die Weine, um es vorsichtig auszudr\u00fccken, nicht in den Regionen anzutreffen, in denen F. und ich uns gerade warmtrinken. Mir fehlte bei allem eine gewisse Raffinesse, aber f\u00fcr den Preis war alles sehr ordentlich und vor allem gut trinkbar. Das passte schon.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5303.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"493\" class=\"alignnone size-full wp-image-41320\" \/><br \/>\nScharfes, asiatisch gew\u00fcrztes Fried Chicken mit Kimchi, dazu einen Riesling Kabinett. Der totale Gute-Laune-Gang! Fried Chicken geht ja immer, die Sch\u00e4rfe war perfekt dosiert, deutlich zu sp\u00fcren, killte aber nicht alles, und der sehr fruchtbetonte Kabinett passte hervorragend. Wie ich F. per DM mitteilte: Zwei G\u00e4nge in and I&#8217;m happy.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5305.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41321\" \/><br \/>\nDas Wildgarnelen-Tatar mit Avocadocreme knabberte ich an, bevor mir einfiel, dass ich ein Foto machen wollte. Dazu freute ich mich \u00fcber einen Sauvignon Blanc aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pouilly-Fum%C3%A9\">Poilly-Fum\u00e9<\/a>. K\u00f6nnte ich auch mal wieder \u00f6fter trinken. Das war ewig mein Standard-Wei\u00dfwein, bis die ollen Chardonnays aus dem Burgund mich alles vergessen lie\u00dfen. Aber so f\u00fcr abends auf dem Balkon &#8230; *notier*<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5306.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41322\" \/><br \/>\nNoch ein Kracher-Gang: Gr\u00fcner Spargel in der Kr\u00e4uterkruste, dazu, Achtung, Mango, Passionsfrucht und Koriander. Spargel und Mango? Echt jetzt? Ja, echt jetzt. Hervorragend. Weiterhin gute Laune, nun mit einem Silvaner. Im Hintergrund steht \u00fcbrigens Pizzabrot \u2013 der Laden hat noch eine Pizzeria direkt gegen\u00fcber \u2013 mit Orangen\u00f6l.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5307.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41323\" \/><br \/>\nAls Hauptgang hatte ich mir Kalbsr\u00fccken ausgesucht statt den Fisch des Tages oder ein vegetarisches Risotto. Dazu herrlich cremiges Kartoffelp\u00fcree, Morcheln, schon wieder Spargel, aber mei, es ist halt Saison, und wilder Brokkoli, mit dem man mich immer gl\u00fccklich macht. Alles, was mit Brokkoli oder Blumenkohl zu tun hat, immer zu mir. Dazu den einzigen Rotwein, ein Cuvee, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, von wem oder was, aber der war zu heftig. Das war einer von den Weinen, von denen ich vor zwei Jahren noch gesagt h\u00e4tte, oh, sch\u00f6n schwer, muss wohl so sein. Heute sch\u00e4tze ich eher die eleganteren, komplexeren Rotweine. Damn you, Burgund. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5310.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"610\" class=\"alignnone size-full wp-image-41324\" \/><br \/>\nDas Dessert nannte sich dekonstruierte Yogurette und war gut. Den S\u00fc\u00dfwein h\u00e4tte ich stehenlassen sollen, ich hatte eigentlich genug getrunken, aber wenn&#8217;s da ist, ist es halt weg. Noch schnell einen Espresso hinterher, bezahlen, danke sagen, \u00fcber einen Urlaub in Wuppertal nachdenken.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sehr zufrieden kugelte ich wieder zur Schwebebahn, lie\u00df mich eine Station chauffieren, buchte noch flugs einen Sitzplatz im Zug um 8 Uhr morgens und fiel erledigt ins Bett. Wo ich um 2 Uhr wieder wach wurde, auf die Toilette ging und dann die brillante Idee hatte, doch mal in der DB-App zu schauen, ob mein Zug um 8 denn p\u00fcnktlich w\u00e4re. War er nicht. \u201eZug f\u00e4llt aus.\u201c<\/p>\n<p>Nun war ich hellwach, guckte nach anderen Z\u00fcgen, die \u00e4hnlich irrational wie noch am Nachmittag mal fuhren, mal nicht, ich konnte kein System erkennen, ob jetzt die \u00fcber Stuttgart oder die \u00fcber N\u00fcrnberg immer oder gar nicht fuhren, es war anscheinend weiterhin Chaos. Immerhin wusste ich jetzt, dass die Strecke Frankfurt-K\u00f6ln nur eingleisig befahrbar war, es also ordentlich Versp\u00e4tung geben w\u00fcrde (plus Hochwasser-Versp\u00e4tung). <\/p>\n<p>Jetzt war mir alles egal, Lufthansa-Website aufgerufen, es gab wieder bezahlbare Direktfl\u00fcge ab D\u00fcsseldorf, kurz \u00fcber den 6.30-Uhr-Flug nachgedacht, aber der w\u00e4re mit der S-Bahn aus Wuppertal ein bisschen knapp geworden, daher den 7.30-Uhr-Flug gebucht. Es war inzwischen drei Uhr morgens; ich h\u00e4tte noch ein St\u00fcndchen schlafen k\u00f6nnen, aber ich ahnte, dass ich beim Weckerklingeln um 4 Uhr komplett ger\u00e4dert sein w\u00fcrde. Also blieb ich einfach wach, guckte ein bisschen Serien, duschte dann entspannt und hatte sogar noch locker Zeit f\u00fcrs Schminken, was ich mir eigentlich geschenkt h\u00e4tte. Dann rollerte ich um halb f\u00fcnf zum Bahnhof, nahm die 4.38-Uhr-S-Bahn nach D\u00fcdo, wartete dort kurz auf einen Regionalzug, der mich in f\u00fcnf Minuten, ich komme dar\u00fcber immer noch nicht hinweg, in f\u00fcnf Minuten vom Hbf zur Haltestelle Flughafen brachte. Das kannte ich ja schon aus fr\u00fcheren Fl\u00fcgen, aber dar\u00fcber freue ich mich immer noch. Hallo, M\u00fcnchen, du Spackenstadt, wo man immer 45 Minuten in der S-Bahn sitzt.<\/p>\n<p>Am Flughafen stieg ich in den Skytrain und fuhr so innerhalb von zwei Tagen in zwei unterschiedlichen Schwebebahnen. Das war sch\u00f6n. Bis auf die demonstrativ gut gelauten Malle-Tourist*innen, die sich nach uns stummen Businesskasper*innen noch ins Z\u00fcglein dr\u00e4ngten, als der am Parkhaus zwischen Bahnhof und Terminal hielt, anstatt einfach f\u00fcnf Minuten auf die n\u00e4chste Bahn zu warten. Aber nun gut. Pl\u00f6tzlich vibrierte meine Hosentasche, ich so innerlich, wer ruft mich denn um diese gottlose Zeit an, aber es war der 5.45-Uhr-Wecker, den ich mir f\u00fcr den 8-Uhr-Zug aus D\u00fcdo gestellt und nat\u00fcrlich vergessen hatte.<\/p>\n<p>Beim Kofferaufkleber-Ausdrucken fragte mich die Lufthansa-Dame, ob die Rimowa-Koffer denn wirklich so gut seien, sie \u00fcberlegte schon l\u00e4nger, aber &#8230; woraufhin ich totale Werbung f\u00fcr die Koffer machte. Ja, fies teuer, aber ein totales Vergn\u00fcgen, damit zu verreisen. Selbst wenn <a href=\"https:\/\/www.rimowa.com\/de\/de\/luggage\/collection\/essential\/essential\/83263831.html\">mein mittelgro\u00dfer Koffer<\/a> bis an den Rand zugeballert ist mit Klamotten, Schokolade und Ausstellungskatalogen aus Wien, kann ich das Ding mit einem Finger bewegen, so leichtg\u00e4ngig ist er. Noch keine Sekunde bereut, den Kauf. Die Cabin-Gr\u00f6\u00dfe, mit der ich vorgestern verreist war, nenne ich liebevoll Baby Rimowa. Ich lie\u00df sie ein paar Meter damit gehen, was ihr ziemlich gut gefiel. Das war ein netter Kontakt.<\/p>\n<p>Im Flieger hatte ich nat\u00fcrlich nur noch einen Mittelplatz bekommen, auf den ich mich als dicker Mensch immer seelisch vorbereiten muss. Aber: Am Fenster sa\u00df ein eher kleiner junger Mann, am Gang eine schlanke junge Dame, beide waren in ihre Handys vertieft, und kein anderer Oberschenkel ber\u00fchrte meine. Selten so entspannt geflogen.<\/p>\n<p>Baby Rimowa war gef\u00fchlt 15 Minuten nach der Landung auf dem Kofferband, die S-Bahn stand schon bereit, ich war wieder mit der Welt vers\u00f6hnt \u2013 aber dann musste die Bahn irgendwo zehn Minuten auf freier Strecke rumstehen wegen einer Signalst\u00f6rung. Bin ab sofort Fan der komplett bescheuerten Flugtaxen.<\/p>\n<p>Um kurz nach 10 Uhr morgens war ich wieder zuhause, schaute als erstes nach dem Balkonpflanzen, denen zwei liebevolle W\u00e4sserungsvorg\u00e4nge fehlten, aber sie hatten sich wacker gehalten. Dann nickte ich kurz auf dem Sofa weg, bis F. vorbeikam, um mir Goodies aus Wien vorbeizubringen, wo er die letzten Tage verbracht hatte. Eine sch\u00f6ne E-Mail erfreute mich sehr, weswegen ich das M\u00fctterchen gegen 14 Uhr anrief, um ihr davon zu erz\u00e4hlen. Eigentlich wollte ich dann ins Bett, aber dort war ich wieder wach, also blieb ich wach, bis ich abends beim Fu\u00dfballspiel gegen Griechenland wieder wegnickte, woraufhin ich nun aber wirklich endlich ins Bett ging und wie ein Stein schlief.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren bis ungef\u00e4hr 2021, 2022 hatte ich eigentlich meist Gl\u00fcck mit Bahnfahrten; auch die vielen Fahrten in den Norden, um mich um Papa zu k\u00fcmmern, gingen fast immer problemlos oder mit nur wenigen Minuten Versp\u00e4tung. Aber seit dieser Zeit habe ich das Gef\u00fchl, dass wirklich dauernd irgendwas ist und ich eher Fahrten bemerke, die ohne Zwischenf\u00e4lle ablaufen, als diejenigen, wo irgendwas schief l\u00e4uft. Das Zauberwort \u201eFahrgastrechteformular\u201c kann ich inzwischen im Schlaf. Ich bin sehr gespannt, wie die Z\u00fcge sich in den n\u00e4chsten Wochen schlagen, wo Fu\u00dfballfans aus ganz Europa im Land sind. Ich dr\u00fccke uns allen die Daumen. Die EM hatte ich bei der Semesterplanung \u00fcbrigens allen Ernstes auch vergessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag unterrichtete ich wieder im sch\u00f6nen D\u00fcsseldorf, weswegen ich einen Tag vorher anreiste. Dieses Mal fuhr mein Zug aber bis Wuppertal, weil alle Hotels in D\u00fcdo gerade Mondpreise haben wollen: Die Drupa war nach acht langen Jahren wieder in der Stadt. Diese anscheinend total wichtige Messe findet nur alle vier Jahre statt, fiel 2020 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-41304","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41304"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41304\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41335,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41304\/revisions\/41335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}