{"id":41240,"date":"2024-05-22T09:20:48","date_gmt":"2024-05-22T08:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=41240"},"modified":"2024-05-23T10:03:36","modified_gmt":"2024-05-23T09:03:36","slug":"dienstag-21-mai-2024-gutes-futter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=41240","title":{"rendered":"Dienstag, 21. Mai 2024 \u2013 Gutes Futter"},"content":{"rendered":"<p>Als wir am Wochenende so gegen 12 Uhr mittags fr\u00fchst\u00fcckten, fiel mir beim Tischdecken wieder auf, wie sch\u00f6n das ist, einfach gutes Zeug im Haus zu haben. <\/p>\n<p>Eigentlich wollten wir nur Brot und K\u00e4se essen, was vom Vorabend als Weinbegleitung \u00fcbrig geblieben war. F. wollte keinen Kaffee, daher konnte ich mir aussuchen, welche der vielen m\u00f6glichen Zubereitungsarten ich f\u00fcr mein morgendliches Hei\u00dfgetr\u00e4nk anwenden wollte. Ich z\u00fcckte <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27786\">Opas gute alte Kaffeem\u00fchle<\/a>, zerhackte frische Bohnen und goss hei\u00dfes Wasser durch den liebevoll best\u00fcckten Kaffeefilter. Nur K\u00e4se und Brot schienen mir dann doch zu frugal, ich fragte, ob hier noch jemand R\u00fchrei wolle, es wollte jemand, also schlug ich zwei Eier auf. Dann merkte ich, dass mir irgendwie was Gem\u00fcsiges zu Brot und Ei fehlte und warf schnell ein paar Tom\u00e4tchen und Gurkenscheiben in ein Dressing und teilte eine Avocado. Aber w\u00e4hrend der Kaffee durchlief und ich Servietten bereitlegte, merkte ich, dass ich eigentlich warmes Gem\u00fcse m\u00f6chte. Also lie\u00df ich meine Pfanne sch\u00f6n hei\u00df werden und briet blitzschnell ein paar Brokkolir\u00f6schen und gr\u00fcne Spargelstangen in Oliven\u00f6l an. W\u00e4hrenddessen schob ich das R\u00fchrei in einer zweiten Pfanne launig hin und her, brachte alles halbwegs gleichzeitig auf den Teller und freute mich \u00fcber alles.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5172.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"612\" class=\"alignnone size-full wp-image-41244\" \/><\/p>\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter freute ich mich \u00fcber Pflaumenkuchen zum Fr\u00fchst\u00fcck, der dann auch mein Hauptnahrungsmittel \u00fcber den Tag verteilt blieb. Auch hierf\u00fcr deckte ich den Tisch, nahm die Stoffservietten, die Silbergabel und z\u00fcndete eine Kerze an, einfach weil sie dekorativ auf dem K\u00fcchentisch rumstand und ich in Laune war. Das postete ich als Insta-Story, bis mir einfiel, was f\u00fcr Reaktionen ich gerne auf solche K\u00fcchenstillleben bekomme: \u201eDas sieht immer so h\u00fcbsch bei dir aus! F\u00fcr mich allein mache ich mir die M\u00fche nie.\u201c<\/p>\n<p>Erstens: Das sieht nicht immer so h\u00fcbsch bei mir aus, Pflaumenkuchen schmeckt auch ohne Kerze direkt aus der Tupperdose. Auf Insta ist meist alles toll, aber ich poste auch nicht jedes K\u00e4sebrot oder Snickers, das ich esse.<\/p>\n<p>Zweitens: Wenn ich das nicht f\u00fcr mich h\u00fcbsch mache, f\u00fcr wen denn sonst? Du ziehst dir vielleicht ein besonderes Kleidungsst\u00fcck an oder tr\u00e4gst die geerbten Ohrringe, um dich gut zu f\u00fchlen \u2013 ich z\u00fcnde Kerzen an und nutze Stoffservietten und gebe Geld f\u00fcr Geschirr aus, von dem ich schon viel zu viel im Schrank habe. Weil ich mich immer und immer wieder \u00fcber sch\u00f6nes Geschirr freue. Aber weil vieles nicht in den Geschirrsp\u00fcler darf, esse ich durchaus auch von den guten, alten wei\u00dfen Ikeatellern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5180.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"546\" class=\"alignnone size-full wp-image-41242\" \/><\/p>\n<p>Im SZ-Magazin stand ein <a href=\"http:\/\/Einmal im Sternelokal essen \u2013 aber wie geht's entspannt?\">Artikel<\/a> dar\u00fcber, wie man in Sternerestaurants essen geht. F\u00fcr mich war nicht viel Neues dabei, aber ich mochte den Ton des Artikels, der einen nochmal daran erinnert, dass es beim Essen um Genuss und Wohlf\u00fchlen geht. (Beim <a href=\"https:\/\/archive.ph\/fpbJU\">Artikel<\/a> ohne Paywall lautet die \u00dcberschrift lustigerweise \u201eKleckern oder Kr\u00fcmeln ist menschlich\u201c, w\u00e4hrend im Magazin \u201eEinmal im Sternelokal essen \u2013 aber wie geht&#8217;s entspannt?\u201c steht.)<\/p>\n<p>Ein paar S\u00e4tze, die ich mochte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEin Mittag- oder Abendessen in einem Sterne-Restaurant kostet mehr als eine gew\u00f6hnliche Mahlzeit beim Italiener um die Ecke. Daf\u00fcr ist ein Men\u00fc im Sterne-Restaurant ein Erlebnis, an das man sich lange, vielleicht sein Leben lang erinnert.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja. Ich erw\u00e4hne das dauernd, aber F. und ich sprechen noch von einem <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27772\">Lamm mit Polenta<\/a> vom Oktober 2017.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBei vielen Restaurants kann man bereits bei der Reservierung angeben, ob man mit Fisch und\/oder Fleisch, vegetarisch oder vegan essen m\u00f6chte. Die meisten Restaurants haben ihr aktuelles oder ein Beispiel-Men\u00fc auf ihrer Webseite. Wenn man ein bestimmtes Lebensmittel partout nicht mag, das dort auftaucht, kann man das sagen. \u00bbWir \u00fcberreden niemanden, etwas zu probieren. Aber wenn wir eine Grundneugier sp\u00fcren und das Gef\u00fchl haben, dass wir da minimal konfrontationstherapeutisch rank\u00f6nnen, dann ermutigen wir die Leute schon\u00ab, sagt Ilona Scholl. \u00bbG\u00e4ste, die die Konsistenz von Pilzen nicht m\u00f6gen, haben es n\u00e4mlich trotzdem schon gerne, wenn sie einer Sauce eine sch\u00f6ne Umami-Tiefe verleihen.\u00ab\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir sagen grunds\u00e4tzlich, dass wir alles essen. Bei mir pers\u00f6nlich sind Austern oder generell Meeresfr\u00fcchte totale Tagesform, vor allem letztere bestelle ich extrem selten von allein. Wenn ich sie dann auf dem Teller habe, finde ich sie aber meistens toll. Daher bin ich ganz froh, wenn mich jemand ein winziges bisschen aus der Komfortzone schmei\u00dft.<\/p>\n<p>Noch was zu Dresscode und \u00e4hnlichem, das fand ich sch\u00f6n auf den Punkt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWas andere Leute in der U-Bahn st\u00f6rt, st\u00f6rt auch im Restaurant. Das bedeutet, man sollte weder ungeduscht noch nach zu viel Parfum riechen, schlie\u00dflich geht es um die Aromen auf dem Teller, nicht um die vom Nachbartisch.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich verzichte inzwischen bei Restaurants v\u00f6llig auf Parfum, weil ich wei\u00df, wie intensiv wie uns inzwischen mit Wein besch\u00e4ftigen. Und ja, wir sind die seltsamen Menschen, die ihre Nase sehr dicht \u00fcber den Teller halten, sobald der vor uns steht.<\/p>\n<p>Und was gelernt habe ich auch:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSobald alle G\u00e4ste Platz genommen haben, legt man die Serviette einmal quer gefaltet auf den Scho\u00df, mit der offenen Seite zum K\u00f6rper. Man benutzt nur die Innenseite, damit die Serviette au\u00dfen sauber bleibt. \u00bbVor dem Verlassen des Tisches l\u00e4sst man die Serviette gefaltet neben dem Teller zur\u00fcck. Niemals putzt man sich damit die Nase oder legt sie auf den Teller mit Sauce\u00ab, sagt Vincent Moissonnier. \u00bbF\u00fcr einen Teller Spaghetti darf man die Serviette ins Hemd oder die Bluse stecken, damit die Kleidung sauber bleibt.\u00ab\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das mit der Innenseite wusste ich noch nicht, das haben wir gleich mal am K\u00fcchentisch ge\u00fcbt, wobei F.s Falttechnik dem schon sehr entgegenkam. Meine ist jetzt neu.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5185.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41243\" \/><\/p>\n<p>Mittach von gestern. Ohne Serviette auf dem Sofa genossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als wir am Wochenende so gegen 12 Uhr mittags fr\u00fchst\u00fcckten, fiel mir beim Tischdecken wieder auf, wie sch\u00f6n das ist, einfach gutes Zeug im Haus zu haben. Eigentlich wollten wir nur Brot und K\u00e4se essen, was vom Vorabend als Weinbegleitung \u00fcbrig geblieben war. 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