{"id":41210,"date":"2024-05-21T09:43:25","date_gmt":"2024-05-21T08:43:25","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=41210"},"modified":"2024-05-21T09:51:04","modified_gmt":"2024-05-21T08:51:04","slug":"mittwoch-bis-montag-15-bis-20-mai-2024-konigin-und-trottelinchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=41210","title":{"rendered":"Mittwoch bis Montag, 15. bis 20. Mai 2024 \u2013 K\u00f6nigin und Trottelinchen"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch fuhr ich nach D\u00fcsseldorf, wo ich am Donnerstag sehr lange unterrichtete. <\/p>\n<p>In den letzten beiden Semestern war meine Veranstaltung immer montags. Im ersten Semester gingen nur Montag oder Freitag als Unterrichtstage, weil ich von Dienstag bis Donnerstag im sch\u00f6nen Lenbachhaus arbeitete. Also setzte ich mich am sp\u00e4ten Sonntagnachmittag in den Zug und n\u00f6lte innerlich vor mich hin, dass alle Wochenende h\u00e4tten, nur ich nicht. Im letzten Wintersemester hatte ich das irgendwie gar nicht \u00fcberrissen, dass ich den Termin h\u00e4tte \u00e4ndern k\u00f6nnen. Aber in diesem Semester dachte ich daran, nahm den Donnerstag, weil dann schon fast Wochenende ist, wenn ich fertig bin, aber noch nicht ganz, weswegen ich noch auf eine okaye Anwesenheitsquote der Studis hoffen konnte. Ich fange im Sommer immer morgens gegen 8 oder 8.30 Uhr an, was ich als Studi gehasst habe, aber einer meiner Dozenten, der auch immer den fr\u00fchen Slot hatte, meinte mal: \u201eUm diese Uhrzeit sind nur die Leute hier, die wirklich hier sein wollen.\u201c Das fand ich \u00fcberzeugend, und wenn ich die Mitarbeit meiner Studis so ansehe, scheint das immer noch zu stimmen.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr einen Unterschied das f\u00fcr das eigene Wohlbefinden macht, sich vormittags in einen sauberen Zug zu setzen sowie den halben Nachmittag f\u00fcr sch\u00f6ne Dinge zu haben, hat mich selbst \u00fcberrascht. Memo to me: Falls ich nochmal angefragt werde, weiterhin diesen Termin nehmen. Im Winter dann aber erst wieder um 10, denn um 8 ist es noch dunkel und das mag ich so gar nicht. <\/p>\n<p>Einziger Nachteil: Wenn man wochentags fr\u00fcher im Zug sitzt, sind da auch die \u00fcblichen Businesskasper. Ich hatte schr\u00e4g vor mir einen Herren, der per Zoom eine Pr\u00e4sentation hielt. Ich h\u00f6rte selbstverst\u00e4ndlich interessiert zu, wusste aber auch nach zehn Minuten noch nicht, worum es eigentlich ging; irgendwas mit \u201eIT-Prozessen\u201c. Ich halte Beratungskram inzwischen fast immer f\u00fcr Powerpoint-Karaoke.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5121-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41217\" \/><\/p>\n<p>Mittwoch hatte ich dementsprechend noch so gerade Zeit, die tolle <a href=\"https:\/\/www.kunstpalast.de\/de\/event\/tony-cragg\/\">Ausstellung<\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tony_Cragg\">Tony Cragg<\/a> im Kunstpalast anzuschauen \u2013 und vor allem anzufassen OMG! Ich hatte die herrlichen Skulpturen von Cragg schon mal <a href=\"https:\/\/www.albertina.at\/ausstellungen\/tony-cragg\/\">in der Albertina<\/a> gesehen und wollte nichts mehr als sie anzufassen, was man nat\u00fcrlich nicht durfte. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5119-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"814\" class=\"alignnone size-full wp-image-41216\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5119-2.jpg 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5119-2-491x800.jpg 491w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>In D\u00fcsseldorf darf man das aber bzw. das ist der ganze Witz an der Ausstellung. Und so reihte ich mich in die kleine Menge an Besucher*innen ein, die genau wie ich mit leuchtenden Augen alles angrabschten, was rumstand. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5115-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41215\" \/><\/p>\n<p>Bei einer Bronzeskulptur sah man sehr deutlich, welches die beliebtesten Stellen des Publikums waren. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5112-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"627\" class=\"alignnone size-full wp-image-41231\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5118-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"640\" class=\"alignnone size-full wp-image-41232\" \/><\/p>\n<p>Ein Kind zeigte seinem Stoffhasen ewig eine Spiegels\u00e4ule, die mit dem Angrabschen optisch nicht ganz so gut klargekommen war, was mich daran denken lie\u00df, dass die Putzkolonne hier \u00dcberstunden machen musste. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5110-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41213\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5111-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"566\" class=\"alignnone size-full wp-image-41214\" \/><\/p>\n<p>Ein Schild wies darauf hin, dass man die Werke bitte wirklich nur mit den H\u00e4nden ber\u00fchrten sollte und das vorsichtig. Bei dieser Skulptur (Fiberglas?) verstand ich das \u201evorsichtig\u201c \u2013 sie bewegte sich ein bisschen unter meinen H\u00e4nden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5129-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41219\" \/><\/p>\n<p>An diesen Marmorblock h\u00e4tte ich sehr gerne meine Stirn gelehnt, so weich und anschmiegsam war der Stein, aber ich war brav und lie\u00df das bleiben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5125-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41218\" \/><\/p>\n<p>Ich war v\u00f6llig fasziniert davon, wie k\u00fchl Bronze war. Irgendwie hatte ich immer erwartet, sie warm vorzufinden. (Ausgerechnet an diesem Tag mit Pflaster unterwegs.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5117-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41233\" \/><\/p>\n<p>Da ich von einem Katalog ausgegangen war, fotografierte ich kein einziges Werkschild, weswegen die Bilder hier keine Titel haben. Es gab n\u00e4mlich keinen Katalog, ich habe keine Ahnung, was ich alles angefasst und bewundert habe. War mir aber relativ schnell egal, denn das war wie ein Spa Day. So entspannt bin ich noch aus keiner Ausstellung gekommen. Herrlich. Bitte noch schnell hingehen und Kunst anfassen, die Schau l\u00e4uft nur noch diese Woche.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Der Donnerstag war anstrengend, aber gro\u00dfartig, und ich kam mit einem totalen Hochgef\u00fchl aus dem langen, langen Unterricht. Das versaute mir dann aber die Bahn, weil mein gem\u00fctlich gebuchter 16.22-Uhr-Zug ausfiel und ich gerade noch so total abgehetzt und verschwitzt die 15.22-Uhr-Verbindung erwischte. Innerlich entschuldigte ich mich bei allen Mitreisenden, ich hoffe, ich habe nicht zu sehr gestunken. Ab Frankfurt war&#8217;s aber egal, da sa\u00df jemand vor mir, der dem Geruch nach zu urteilen ungef\u00e4hr ein Kilo Cannabis in seinen Haaren verteilt hatte.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Freitag hatte ich einen erst Dienstag angesetzten Termin, zu dem ich nur so halb gut vorbereitet kam, weil ich schlicht nicht genug Zeit f\u00fcr eine anst\u00e4ndige Vorbereitung gehabt hatte. Den setzte ich dann auch gef\u00fchlt komplett in den Sand und war danach stundenlang mies drauf. Gestern noch eine K\u00f6nigin, heute der Depp mit Hut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5174-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-41221\" \/><\/p>\n<p>Abends gab&#8217;s immerhin einen hervorragenden Rotwein und einen eher pferdestalligen Burgunder, der ernsthaft eine knappe Stunde an der Luft brauchte, bis ich ihn trinken wollte und nicht n\u00f6lig vom Glas wegzuckte. Dazu gab&#8217;s viel K\u00e4se und noch mehr gute Gespr\u00e4che und vor allem sehr viel Musik. F. und ich sind inzwischen fast neun Jahre zusammen und wir kl\u00e4rten JETZT endlich mal die Dinge, die man sonst so beim zweiten Date abfragt: \u201eHey, was h\u00f6rst du eigentlich seit 30 Jahren f\u00fcr Musik?\u201c Bin jetzt auf dem neuesten Stand aller Gitarrenbands der USA und der Herr kennt nun \u201e<a href=\"https:\/\/song.link\/y\/6etM3FWwEZo\">Tanz den Mussolini<\/a>\u201c von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsch_Amerikanische_Freundschaft\">DAF<\/a>. Wir waren um 4 im Bett, nachdem wir am K\u00fcchentisch diverse Songs mitgesungen hatten, als Abschluss meine ich, war es \u201e<a href=\"https:\/\/song.link\/s\/1FkoVC85Ds3mFoK0fVqEqP\">Self Esteem<\/a>\u201c von The Offspring, deren CD jetzt auch gerade beim Bloggen mitl\u00e4uft. Schon ewig nicht mehr geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5164-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"574\" class=\"alignnone size-full wp-image-41220\" \/><\/p>\n<p>Samstag gleich <a href=\"https:\/\/eres-stiftung.de\/programm\/the-bird-show\">noch eine Ausstellung<\/a> weggeguckt. Noch mehr Rotwein getrunken und K\u00e4se gegessen. Und mit Champagner angesto\u00dfen, aus Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5175-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"580\" class=\"alignnone size-full wp-image-41222\" \/><br \/>\nSonntag ewig gemeinsam rumgelungert. Kuchen gebacken. Pflaumen mussten weg, es hilft ja nichts, alles ganz schlimm.<\/p>\n<p>Abends spontan auf ein kleines Bierchen in der Stammkneipe eingekehrt. Die ersten 20 Minuten eines fiesen Regenschauers noch unter der Markise drau\u00dfen genossen, aber irgendwann kam das Wasser nicht mehr von oben, sondern seitw\u00e4rts. F\u00fcr f\u00fcnf Minuten reingegangen und im Stehen getrunken, dann wieder rausgesetzt und das komische Licht angeschaut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5176-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"584\" class=\"alignnone size-full wp-image-41223\" \/><\/p>\n<p>Gestern auf dem Balkon endlich \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franziska_Linkerhand\">Franziska Linkerhand<\/a>\u201c ausgelesen; das zog sich zum Schluss doch ein bisschen. Ich mochte das Buch sehr, kann aber ein paar S\u00e4tze aus dem Nachwort meiner Ausgabe nachvollziehen: \u201eDie \u00dcberladung einzelner Figuren mit einer F\u00fclle von Geschichten stellt ein Grundproblem des Romans dar. Brigitte Reimann besa\u00df die Gabe, Menschen zuzuh\u00f6ren, und sie konnte Geschichten erz\u00e4hlen. Doch ihr stand in ihrem Roman nur ein begrenzter Personenkreis zur Verf\u00fcgung, der diese F\u00fclle von Geschichten tragen musste.\u201c Ja. Wahnsinnig viel Biografie, sehr wenig Handlung. Trotzdem: ganz gro\u00dfe Empfehlung. Vielleicht ab und zu mal zehn Seiten quer lesen, das passt schon.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Hatte ganz vergessen, wie gern ich \u201e<a href=\"https:\/\/song.link\/s\/0vQPY1VCcvZa2Mm6QM63Le\">Gotta get away<\/a>\u201c mag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch fuhr ich nach D\u00fcsseldorf, wo ich am Donnerstag sehr lange unterrichtete. In den letzten beiden Semestern war meine Veranstaltung immer montags. Im ersten Semester gingen nur Montag oder Freitag als Unterrichtstage, weil ich von Dienstag bis Donnerstag im sch\u00f6nen Lenbachhaus arbeitete. 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