{"id":41158,"date":"2024-05-06T08:32:03","date_gmt":"2024-05-06T07:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=41158"},"modified":"2024-05-06T08:43:35","modified_gmt":"2024-05-06T07:43:35","slug":"sonntag-5-mai-2024-ein-halbes-klavier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=41158","title":{"rendered":"Sonntag, 5. Mai 2024 \u2013 Ein halbes Klavier"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten Konzertkarten f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grigori_Lipmanowitsch_Sokolow\">Grigory Sokolov<\/a>. Auf den <a href=\"https:\/\/www.bellarte-muenchen.de\/Konzerte\/i\/Grigory--Sokolov\/1049\">Abend<\/a> hatte ich mich schon l\u00e4nger gefreut, denn, warum auch immer, das Publikum ist bei Sokolov eindeutig disziplinierter als bei allen anderen Interpret*innen. Der olle Herkulessaal ist sch\u00f6n runtergedimmt, der einzige wirkliche Lichtpunkt ist der Kegel \u00fcber dem Fl\u00fcgel, an dem Sokolov sehr unfeierlich Platz nimmt, sein Ding macht, sich nach vorne und hinten verbeugt (auf der B\u00fchne stehen auch St\u00fchle f\u00fcrs Publikum) und wieder abgeht. Nach dem eigentlich Programm gibt es immer sechs Zugaben, jeweils zwei Verbeugungen und dann ist Schluss. Und weil der Pianist gef\u00fchlt so abgezirkelt seinen Stiefel durchzieht, hustet kaum jemand, kein Handy flackert (wobei gestern eins klingelte) und sobald das Saallicht gedimmt wird, ist Ruhe im Laden.<\/p>\n<p>Leider war ich noch nicht ganz optimal fit, ich merkte im ersten Teil, der komplett aus Bach bestand, dass alles an mir vorbeilief, ich konnte mich \u00fcberhaupt nicht konzentrieren, mein Kopf war noch im Bett oder wollte da wieder hin. Au\u00dferdem muss ich mir Bach immer erarbeiten, das klingt f\u00fcr mich stets wie vertonte Mathematik, das bewundere ich intellektuell, aber ich lasse mich dann doch lieber von osteurop\u00e4ischen Komponist*innen emotional hinwegsp\u00fclen. Gestern war mir alles eine Nummer zu gro\u00df und ich musste in der Pause gehen, schon vom Rumsitzen und konzentrierten Zuh\u00f6ren angeschwitzt und \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>Es gab zun\u00e4chst Bachs \u201eVier Duette BWV 802\u2013805\u201c, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/OTHkGHoWBj4?si=BrWUDnAakmwMqJLU\">hier<\/a> mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tatjana_Petrowna_Nikolajewa\">Tatiana Nikolayeva<\/a>, und anschlie\u00dfend, von Sokolov ohne Pause gespielt, die \u201ePartita Nr. 2 in c-Moll BWV 826\u201c, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/VgIT8bZsIcA?si=WfO7eC5FkTRLUS_c\">hier<\/a> mit Sokolov. Die <a href=\"https:\/\/youtu.be\/VgIT8bZsIcA?si=AsFIyeXV-EAOVxZ1&#038;t=700\">Sarabande<\/a> war der einzige Teil, bei dem ich merkte, dass ich mitging und fasziniert war, der Rest war Arbeit und damit f\u00fcr mich nicht das richtige gestern. Sonst gerne, aber mir fehlte die Kraft.<\/p>\n<p>Nach der Pause h\u00e4tte ich gesehen: Chopins \u201eVier Mazurken op. 30\u201c, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/H3s-NCcC8sM?si=XPnySLSHf86nAM-u\">hier<\/a> mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julianna_Andrejewna_Awdejewa\">Julianna Avdejeva<\/a>, danach seine \u201eDrei Mazurken op. 50\u201c, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/h0BjbU9upFI?si=fepywyyxtp7C7cb_\">hier<\/a> mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wladimir_Dawidowitsch_Aschkenasi\">Wladimir Aschkenasi<\/a>. Abschlie\u00dfend noch Schumanns \u201eWaldszenen\u201c op. 82, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/nCZBpqhOlr0?si=J7cEQXxSEEeSlsn2\">hier<\/a> mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Igor_Michailowitsch_Schukow\">Igor Schukow<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/E0dRxx_AO7o?si=RM8AJit15phKI5L8\">Hier<\/a> ist ein total illegaler Smartphone-Mitschnitt vom kompletten Konzert vom Februar in Sevilla mit demselben Programm, wie ich gerade auf YouTube sehe. Mal sehen, wie lange das online bleibt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten Konzertkarten f\u00fcr Grigory Sokolov. Auf den Abend hatte ich mich schon l\u00e4nger gefreut, denn, warum auch immer, das Publikum ist bei Sokolov eindeutig disziplinierter als bei allen anderen Interpret*innen. 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