{"id":40905,"date":"2024-03-19T10:12:05","date_gmt":"2024-03-19T09:12:05","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=40905"},"modified":"2024-03-19T11:31:52","modified_gmt":"2024-03-19T10:31:52","slug":"montag-18-marz-2024-kirchner-und-kein-kokos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=40905","title":{"rendered":"Montag, 18. M\u00e4rz 2024 \u2013 Kirchner und kein Kokos"},"content":{"rendered":"<p>Einen netten Termin gehabt, \u00fcberraschend einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_Grossberg\">Grossberg<\/a> gesehen, hach, sowie einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Hofer\">Hofer<\/a> und einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ernst_Ludwig_Kirchner\">Kirchner<\/a>.<\/p>\n<p>Meal Prep gemacht, daf\u00fcr eingekauft \u2013 und erst zuhause gemerkt, dass ich keine Kokosmilch mehr im Schrank hatte. Wie kann das bitte passieren? Daher also wieder mit eingeweichten Cashews und N\u00e4hrhefe gearbeitet, was zwar okay ist, aber eine Dose Kokosmilch \u00f6ffnet sich schneller. <\/p>\n<p>Rest der Bohnensuppe von Sonntag verspeist, weiterhin hervorragend, auch wenn ich jetzt wei\u00df, dass ich auf Artischockenherzen verzichten kann. Ich lerne jeden Tag etwas Neues.<\/p>\n<p>Eine Verabredung getroffen, ansonsten am Schreibtisch vor mich hingepuschelt. Abends K\u00e4sebrot, weil K\u00e4sebrot gro\u00dfartig ist, vor allem wenn man im Schrank noch Gew\u00fcrzg\u00fcrkchen findet, wo man die Kokosmilch vermutet hatte.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Igor Levit war <a href=\"https:\/\/youtu.be\/VFh2sjINQto?si=4QC0TE6yTZvDQ_wV\">zu Gast im Hotel Matze<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ich habe zu Weihnachten ein vermutlich sehr empfehlenswertes Buch bekommen, mit dem ich Schwierigkeiten habe, es durchzulesen, weil ich mich dauernd \u00fcber den Inhalt aufrege. Es geht um <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norbert_Frei\">Norbert Frei<\/a>s <em>Im Namen der Deutschen. Die Bundespr\u00e4sidenten und die NS-Vergangenheit 1949\u20131994<\/em>. Jetzt gerade h\u00e4nge ich auf der lausigen Seite 25 oder so fest, weil ich immer noch stinkig auf die Seiten 21\/22 bin. Nicht wegen Frei, nicht wegen seines Schreibstils, sondern wegen der beschriebenen Geistesverfassung der jungen Bundesrepublik. Die mir ja klar ist, logisch, aber genau wie zur Zeit der Diss, wo mich jede NS-Quelle umgehauen hat, obwohl ich wusste, was in ihr drinsteht, hauen mich derzeit Quellen aus den Nachkriegsjahren um.<\/p>\n<p>Im Buch geht es um die \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundespr%C3%A4sident_(Deutschland)\">Bundespr\u00e4sidenten<\/a>, hier muss man nicht gendern, was Frei kurz im Vorwort anspricht: \u201eSeit dem Amtsantritt von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theodor_Heuss\">Theodor Heuss<\/a> im September 1949 ist die \u00f6ffentliche Rede das zentrale politische Instrument des deutschen Staatsoberhaupts, und dabei wird es auch bleiben, wenn irgendwann eine Bundespr\u00e4sidentin das Wort ergreift. Der Bundespr\u00e4sident handelt, indem er spricht.\u201c (S. 7)<\/p>\n<p>Frei l\u00e4sst sein Buch mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_von_Weizs%C3%A4cker\">Richard von Weizs\u00e4cker<\/a> enden, \u201eder, ebenso wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Scheel\">Scheel<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Carstens\">Carstens<\/a>, die Jahre des Zweiten Weltkriegs als Soldat erlebt hatte\u201c, mit ihm \u201eging die Zeit der NS-Zeitgenossenschaft im Pr\u00e4sidialamt 1994 zu Ende; alle sp\u00e4teren Bundespr\u00e4sidenten waren bei Kriegsende noch nicht erwachsen oder noch gar nicht geboren.\u201c (S. 8)<\/p>\n<p>Auf S. 21\/22 geht es um die N\u00fcrnberger Prozesse; Frei zitiert hier Heuss, der zur \u201ekleinen Gruppe handverlesener Journalisten\u201c geh\u00f6rte, die sich nach Kriegsende in Zeitungen \u00e4u\u00dfern durften, nachdem der sogenannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pressegeschichte_in_Deutschland#Presse_in_der_Besatzungszeit_1945%E2%80%931949\">Blackout<\/a>, das vollst\u00e4ndige Verbot deutscher Zeitungen, im Sommer 1945 von den Alliierten aufgehoben wurde.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eZum Thema Nationalsozialismus hatte der Leitartikler Heuss erstaunlich wenig zu sagen; prinzipiell pr\u00e4sentierte er sich als die Stimme derer, die von sich glaubten, dem verflossenen Regime mit Distanz und Ablehnung begegnet zu sein. Entsprechend bekundete er angesichts des beginnenden N\u00fcrnberger Prozesses im Oktober 1945 \u201aEntt\u00e4uschung, dass diese Abrechnung nicht von Deutschen selbst vorgenommen werden kann\u2018. (Ganz \u00e4hnlich dachte, ohne dass er Gelegenheit gehabt h\u00e4tte, dies damals zu publizieren, der junge Richard von Weizs\u00e4cker.) Mit frappierender Direktheit nahm Heuss jene post-volksgemeinschaftliche Stimmung auf, die Besucher wie Hannah Arendt bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hannah_Arendt#Erste_Reisen_in_die_Bundesrepublik_und_Berichte_%C3%BCber_die_Nachwirkungen_des_NS-Regimes\">ihren Reisen im Nachkriegsdeutschland<\/a> so emp\u00f6rte: \u201aHat die \u201eWelt\u201c ein Interesse, ein Recht, Ruchlosigkeiten und Gesetzesverletzungen einer Bestrafung zuzuf\u00fchren, wie viel mehr das deutsche Volk, das in Einzelschicksalen und Massennot das eigentliche Opfer einer verderblichen Politik geworden ist. <em>Wir<\/em> m\u00fcssten die Ankl\u00e4ger sein, wir m\u00fcssten die Richter stellen!\u2018 (S. 21\/22)<\/p><\/blockquote>\n<p>Norbert Frei: <em><a href=\"https:\/\/www.chbeck.de\/frei-namen-deutschen\/product\/35572417\">Im Namen der Deutschen. Die Bundespr\u00e4sidenten und die NS-Vergangenheit 1949\u20131994<\/a><\/em>, M\u00fcnchen 2023.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen netten Termin gehabt, \u00fcberraschend einen Grossberg gesehen, hach, sowie einen Hofer und einen Kirchner. Meal Prep gemacht, daf\u00fcr eingekauft \u2013 und erst zuhause gemerkt, dass ich keine Kokosmilch mehr im Schrank hatte. Wie kann das bitte passieren? 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