{"id":409,"date":"2004-11-30T07:51:54","date_gmt":"2004-11-30T06:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=409"},"modified":"2004-11-30T07:52:17","modified_gmt":"2004-11-30T06:52:17","slug":"larmoyantes-gejammer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=409","title":{"rendered":"&#8220;Larmoyantes Gejammer&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Der <em>Tagesspiegel<\/em> rezensiert gleich drei B\u00fccher auf einmal: die \u201eBeinahe-Autobiografien\u201c von Robbie Williams, Paul McCartney und Lemmy: <em><a href=\"http:\/\/archiv.tagesspiegel.de\/archiv\/27.11.2004\/1503877.asp\">Was mir der Ruhm zu leiden gab<\/a><\/em>.<\/p>\n<blockquote><p> So werden Pop-Heroen zu Protagonisten einer neurotischen Selbstzerrei\u00dfung \u2013 und keiner waidet dies so gen\u00fcsslich aus wie Williams. Dass er sich seine Karriere, von der er schon als Kind \u00fcberzeugt war, wie einen Promi-Rausch vorstellte, hat er in <em>I Will Talk, Hollywood Will Listen<\/em> besungen. \u201eI wouldn\u2019t be so alone\/If they knew my name in every home\u201c, fantasierte er und glaubte, dass Schauspielstars wie Kevin Spacey bei ihm anrufen w\u00fcrden (\u201eaber ich bin zu besch\u00e4ftigt\u201c). Das ist ein Traum-Comic, die Karikatur dessen, was Williams wenig sp\u00e4ter tats\u00e4chlich erlebt, als er sich deprimiert in sein abgeschiedenes Privatreich zur\u00fcckzieht, weil er zu niemandem Vertrauen fasst. Ist der Popsong wom\u00f6glich kein geeignetes Medium, um die Ern\u00fcchterung auszudr\u00fccken, die einsetzt, wenn man all diese wunderbaren Leute pl\u00f6tzlich kennen gelernt hat? Williams hat es in <em>Monsoon<\/em> versucht. Das Ergebnis: \u201eOh Lord, I feel nothing\/ I know much smarter men \/ never got this far.\u201c Larmoyantes Gejammer.<\/p>\n<p>Es ist also nicht verwunderlich, dass Popstars als die Meister der Drei-Minuten-Emotion irgendwann das Bed\u00fcrfnis nach der gro\u00dfen Erz\u00e4hlung versp\u00fcren. Auch Ex-Beatle Paul McCartney holt mit <em>Now &#038; then<\/em> nach, was er bislang nicht f\u00fcr n\u00f6tig gehalten hat: eine autobiografische S\u00e9ance (Rockbuch Verlag). Nicht, dass es dieser \u2013 besch\u00e4mend blassen \u2013 Selbsthuldigung bedurft h\u00e4tte. Ist doch kaum ein Mysterium so ersch\u00f6pfend durchleuchtet worden wie das der Lennon\/McCartney-Ehe. <\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Zum Meister der Legendenbildung aber avanciert bei dieser j\u00fcngsten Bio-Pop-Welle ein zahnloser Trunkenbold. Lemmy alias Ian Fraser Kilmister, wie Robbie Williams im mittelenglischen Stoke-on-Trent geboren, und zwar bereits 1945: \u201emit sch\u00f6nem goldenen Haar, das mir zur Freude meiner schrulligen Mutter, ausfiel\u201c, wie er nun in seiner Autobiografie <em>White Line Fever<\/em> erz\u00e4hlt (IP Verlag Jeske\/Mader). \u201eMeine fr\u00fcheste Erinnerung ist, dass ich geschrien habe \u2013 aus welchem Grund, wei\u00df ich nicht. Vermutlich ein Wutanfall. Oder ich habe schon mal geprobt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tagesspiegel rezensiert gleich drei B\u00fccher auf einmal: die \u201eBeinahe-Autobiografien\u201c von Robbie Williams, Paul McCartney und Lemmy: Was mir der Ruhm zu leiden gab. So werden Pop-Heroen zu Protagonisten einer neurotischen Selbstzerrei\u00dfung \u2013 und keiner waidet dies so gen\u00fcsslich aus wie Williams. 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