{"id":40172,"date":"2023-09-20T08:25:06","date_gmt":"2023-09-20T07:25:06","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=40172"},"modified":"2023-09-20T11:09:39","modified_gmt":"2023-09-20T10:09:39","slug":"tagebuch-dienstag-19-september-2023-500-miles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=40172","title":{"rendered":"Tagebuch Dienstag, 19. September 2023 \u2013 500 miles"},"content":{"rendered":"<p>Okay, es waren nur 500 Kilometer, aber ein Lied namens \u201e500 kilometers\u201c kenne ich halt nicht.<\/p>\n<p>Ich hatte einen Termin, der gute 250 Kilometer von M\u00fcnchen weg war, und aus Gr\u00fcnden (zweimal umsteigen, wenige Verbindungen, zu wichtiger Termin) buchte ich nach Ewigkeiten mal wieder einen Mietwagen anstatt mich gem\u00fctlich in den Zug zu setzen. <\/p>\n<p>Ich bestellte das Fahrzeugmodell, das das M\u00fctterchen f\u00e4hrt, denn so, dachte ich, w\u00fcsste ich immerhin halbwegs, wie die Karre funktioniert. Aber weil man ja wei\u00df, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, guckte ich ernsthaft am Vorabend ein paar YouTube-Videos \u00fcber Navigationssysteme der verschiedenen Hersteller \u2013 wie gehen die an, wo ist das Radio, muss man den Autoschl\u00fcssel irgendwo einstecken oder liegt der nur rum; halt den ganzen modernen Schnickschnack, von dem ich keine Ahnung habe. Wir erinnern uns: Das neueste Auto, das ich je selbst besessen habe, war ungef\u00e4hr Baujahr 1992, wei\u00df ich nicht mehr genau, und <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=14896\">mein letztes<\/a>, das ich immer noch vermisse, war sogar noch \u00e4lter.<\/p>\n<p>Es kam wie erwartet: \u201eMein\u201c Wagen war nicht da und so erhielt ich einen, <a href=\"https:\/\/www.cupraofficial.de\/fahrzeuge\/ateca\">dessen Marke<\/a> ich nicht mal kannte. Ich bin noch weiter raus aus der ganzen Autogeschichte als mir bisher bewusst war. Vom <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=17053\">letzten Mal Mietwagen<\/a> hatte ich mir immerhin gemerkt, dass das Navi erst funktioniert, wenn ich nicht mehr in der Parkgarage stehe. Also lie\u00df ich die gef\u00fchlt riesige Karre todesmutig an, erschrak ob es \u00e4u\u00dferst h\u00e4sslichen Displays (Star Trek f\u00fcr Arme in der chinesischen Fake-Version), erklomm die Auffahrt zur Ausfahrt sehr entspannt (ich hatte neben den YouTube-Videos auch \u201eAnfahren am Berg Automatik\u201c ergoogelt, weil ich wusste, dass mein Zielgebiet quasi nur aus H\u00fcgeln besteht) und fuhr drau\u00dfen sofort wieder rechts ran, um das Navi anzuwerfen. <\/p>\n<p>Es kannte nat\u00fcrlich die Adresse nicht, aber ich wusste eine, die reichen w\u00fcrde, um in die N\u00e4he zu kommen. Das Radio fand ich eher durch Raten und wildes Rumtippen und weil die G\u00f6ttinnen nett sind, war schon eine 80er-Jahre-Station eingestellt, die mir die Fahrt vers\u00fc\u00dfen w\u00fcrde. Beim Losfahren merkte ich dann, dass das Navi englisch mit mir sprach, aber das war okay, ich hatte keine Lust, mich in die Tiefen der Bedienung zu st\u00fcrzen, um auf Deutsch umzustellen.<\/p>\n<p>Ich war nerv\u00f6ser wegen der Fahrt als wegen des Termins an sich, weil ich schlicht schon ewig nicht mehr lange Strecken gefahren bin. Aber das ging alles wunderbar, das K\u00f6rperged\u00e4chtnis wusste noch, wie sich eine Autobahn anf\u00fchlt, und ich behaupte, die Leute rasen nicht mehr so wie fr\u00fcher. Ja, es gab die wenigen Fahrzeuge, die sehr pl\u00f6tzlich sehr nahe hinter mir waren, aber ansonsten zuckelte ich mit 120 bis 130 vor mich hin und alle anderen taten das auch. Geht doch. Tempolimit jetzt, hallo FDP, es scheinen nicht viele Menschen etwas dagegen zu haben.<\/p>\n<p>Mir fiel auch wieder auf, wie wenig moderne Autos mir als Fahrerin \u00fcbermitteln, wie schnell ich gerade bin, ich musste dauernd auf den Tacho gucken. F\u00fcr mich f\u00fchlten sich 80 und 120 nicht gro\u00dfartig anders an, was mich etwas unruhig machte. Das ist zwar nett, wie wenig man Geschwindigkeit sp\u00fcrt, aber eben auch sehr verf\u00fchrerisch und gef\u00e4hrlich. (Oma Gr\u00f6ner m\u00f6chte wieder in ihren ICE, wo sie bewundernd auf die Anzeige \u201e300 km\/h\u201c guckt.)<\/p>\n<p>Die Autofahrt hatte noch andere Vorteile neben der k\u00fcrzeren Fahrtzeit verglichen mit ICE, Regio und Bus, die meine Alternative gewesen w\u00e4ren, sowie der Flexibilit\u00e4t: Ich konnte mich auf nichts anderes konzentrieren als die Fahrt (und die Texte der 80er-Songs, die ich mitsang). Daher war ich halbwegs entspannt beim Termin, aber abends dann auch komplett platt. Nach Zugfahrten bin ich nicht so matschig, wobei mich da allerdings die anderen Menschen im Waggon stressen k\u00f6nnten. Private Salonwagen jetzt, hallo FDP, das m\u00fcsste doch genau euer Ding sein.<\/p>\n<p>(Sie d\u00fcrfen gerne Daumen dr\u00fccken f\u00fcr das Ergebnis des Termins.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okay, es waren nur 500 Kilometer, aber ein Lied namens \u201e500 kilometers\u201c kenne ich halt nicht. Ich hatte einen Termin, der gute 250 Kilometer von M\u00fcnchen weg war, und aus Gr\u00fcnden (zweimal umsteigen, wenige Verbindungen, zu wichtiger Termin) buchte ich nach Ewigkeiten mal wieder einen Mietwagen anstatt mich gem\u00fctlich in den Zug zu setzen. 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