{"id":39922,"date":"2023-08-07T07:26:19","date_gmt":"2023-08-07T06:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=39922"},"modified":"2023-08-07T07:51:32","modified_gmt":"2023-08-07T06:51:32","slug":"tagebuch-sonntag-6-august-2023-sofatag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=39922","title":{"rendered":"Tagebuch Sonntag, 6. August 2023 \u2013 Sofatag"},"content":{"rendered":"<p>Schon vor 6 wach gewesen. Auch gut, kann ich schon im Bett lesen. Das Bild auf der Kommode ist die Bedienungsanleitung der Schreibmaschine meiner Mutter aus den 1960er Jahren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_3146.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"543\" class=\"alignnone size-full wp-image-39924\" \/><\/p>\n<p>Vom morgendlichen Spaziergang eine Zimtschnecke mitgebracht. Guter Tagesbeginn. Danach mit frischem Kaffee auf dem Sofa versackt und weiter gelesen.<\/p>\n<p>Ausgelesen: Michiko Aoyama (Sabine Mangold, \u00dcbers.), \u201e<a href=\"https:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/michiko-aoyama-frau-komachi-empfiehlt-ein-buch-9783463000404\">Frau Komachi empfiehlt ein Buch<\/a>\u201c. Keine Weltliteratur, aber ein kleines, freundliches Ding, das mich ein paar Tage liebevoll begleitet hat. Mochte ich.<\/p>\n<p>Weitergelesen: <a href=\"https:\/\/www.wallstein-verlag.de\/9783835352612-mitspieler-der-volksgemeinschaft.html\">das NS-Buch zum FC Bayern<\/a>, aus dem ich dauernd zitiere, weil es halt so zitierw\u00fcrdig ist. Seit dem letzten Zitat habe ich Details zu Vereinswechseln w\u00e4hrend des Kriegs gelernt. Auch etwas, wor\u00fcber ich noch nie nachgedacht habe.<\/p>\n<p>Im Kapitel \u201eDer FC Bayern im Zweiten Weltkrieg (1939\u20131945)\u201c las ich zum Beispiel, dass \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 viele Spieler zur Wehrmacht verpflichtet wurden. Davon ausgenommen waren Spieler, die in sogenannten kriegswichtigen Betrieben arbeiteten. F\u00fcr die M\u00fcnchner Vereine wirkte sich positiv aus, dass Firmen wie BMW, Krauss-Maffei oder Dornier hier Standorte unterhielten, so dass viele Vereinsspieler immerhin \u201eheimatnah\u201c untergebracht werden konnten und sie so noch am Ligabetrieb teilnehmen konnten, wenn auch nur au\u00dferhalb ihrer Arbeitszeit oder im Urlaub. (Die Liga hatte damals noch Amateurstatus, wenn ich mich richtig erinnere.) F\u00fcr die wenigen noch ausgetragenen L\u00e4nderspiele wurde manchmal Urlaub von der Front erwirkt, aber das scheint eher eine Ausnahme gewesen zu sein. Sp\u00e4testens ab Winter 1942\/43 bzw. der Niederlage bei Stalingrad wurden den jungen Sportlern an der Front keine Verg\u00fcnstigungen mehr gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Was ich nicht auf dem Schirm hatte: wer damals &#8230; ich wollte gerade Bundestrainer schreiben &#8230; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichstrainer\">Reichstrainer<\/a> war: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sepp_Herberger\">Sepp Herberger<\/a>. Noch nie dar\u00fcber nachgedacht, aber nat\u00fcrlich kam der Weltmeistertrainer von 1954 nicht aus dem Nichts, sondern hatte diesen Job auch schon in einem anderen Regime. Stunde Null, my fucking ass, wie ich so ziemlich aus jeder Quelle lerne, aber ich vergesse es dann anscheinend auch gerne wieder.<\/p>\n<p>Dass der FC Bayern, wie auch andere Vereine, \u00fcberhaupt noch Spielst\u00e4rke hatte, lag auch an den Gastspielern. W\u00e4hrend des Kriegs waren Spielerwechsel verboten, aber es war erlaubt, als Gastspieler in einem Verein anzutreten, der in der N\u00e4he des eigenen Standorts lag. Wie oben schon angedeutet, kam es M\u00fcnchen zugute, dass hier viele R\u00fcstungsbetriebe ans\u00e4ssig waren bzw. M\u00fcnchen eine Garnisonsstadt war.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gelernt (bzw. wieder daran erinnert worden), dass die Stadt M\u00fcnchen Zwangsarbeiter besch\u00e4ftigte, im Juli 1941 waren es 286, meist franz\u00f6sische Kriegsgefangene. Sie wurden auch daf\u00fcr eingesetzt, im Winter im Dante- sowie im Gr\u00fcnwalder Stadion den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, also zum Beispiel Aufg\u00e4nge zu enteisen. Bei Hertha BSC mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bram_Appel\">\u201eBram\u201c Appel<\/a> und dem 1. FC N\u00fcrnberg mit Rudolf Koros spielten Kriegsgefangene zeitweilig in der ersten Mannschaft.<\/p>\n<p>Gestern vor dem Einschlafen noch gelesen: F\u00fcr eine der liebsten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurt_Landauer\">Landauer<\/a>-Anekdoten \u2013 der j\u00fcdische Ex-Pr\u00e4sident wird von seinen Bayern-Spielern bei einem Gastspiel in Z\u00fcrich 1943 auf der Trib\u00fcne begr\u00fc\u00dft \u2013 gibt es keine gesicherte Quelle. Im Wikipedia-Eintrag steht zudem noch 1940. <strike>Ich gehe mal etwas korrigieren.<\/strike> (Erledigt.)<\/p>\n<p>(Alle Inhalte auf den S. 269\u2013290.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon vor 6 wach gewesen. Auch gut, kann ich schon im Bett lesen. Das Bild auf der Kommode ist die Bedienungsanleitung der Schreibmaschine meiner Mutter aus den 1960er Jahren. Vom morgendlichen Spaziergang eine Zimtschnecke mitgebracht. Guter Tagesbeginn. Danach mit frischem Kaffee auf dem Sofa versackt und weiter gelesen. 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