{"id":39129,"date":"2023-01-08T12:06:13","date_gmt":"2023-01-08T11:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=39129"},"modified":"2023-01-08T12:06:13","modified_gmt":"2023-01-08T11:06:13","slug":"montag-bis-samstag-2-bis-7-januar-2023-the-week-of-blergh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=39129","title":{"rendered":"Montag bis Samstag, 2. bis 7. Januar 2023 \u2013 The week of blergh"},"content":{"rendered":"<p>So lange hatte ich noch nie mit Magen und Darm zu tun und ich w\u00fcrde mich freuen, wenn diese Woche die einzige in meinem Leben bliebe, in der ich so viel Zeit im Bad verbringen muss.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Team Reiskocher. Mit meinem Reiskocher kamen nicht nur Topf und Messbecher, wie es sich geh\u00f6rt, sondern auch ein D\u00e4mpfeinsatz f\u00fcr Gem\u00fcse. Bisher habe ich den noch nie verwendet, weil ich Gem\u00fcse lieber anbrate als matschig zu garen, aber was tut man nicht alles f\u00fcr die kleine Diva in der K\u00f6rpermitte. (*googelt wo genau ist eigentlich der magen*) Meine erste Mahlzeit, nachdem ich das Gef\u00fchl hatte, jetzt ist WIRKLICH nichts mehr in mir drin, was aus irgendeiner K\u00f6rper\u00f6ffnung aus mir raus m\u00f6chte, war ein Berg Reis mit ged\u00e4mpften Karotten, beides elegant im Reiskocher zubereitet, w\u00e4hrend ich ermattet vom Karottenschneiden schwitzend auf dem Sofa lag. Mit einem Schwung Ketjap Manis gar nicht so \u00fcbel. Ich habe selten Ingwer und Chili so vermisst, aber Google sagt, bei Magendarmkram vielleicht mal weniger scharf w\u00fcrzen. Meh.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bevor ich den Silvesterfisch einfror, teilte ich ihn in drei St\u00fccke. Zwei a\u00dfen F. und ich am Montag, wobei seiner bei ihm blieb, w\u00e4hrend meiner &#8230; seufz. Am Donnerstag wagte ich mich an das dritte St\u00fcckchen, erneut mit Sobanudeln und einem Hauch Yuzudressing. DAS IST NICHT SCHARF! Blieb auch drin. Ich mag anscheinend Lachsforelle sehr gern.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Freitag war der erste Tag, an dem ich das Gef\u00fchl hatte, es ginge mir wieder fast wie fr\u00fcher. Nach einer Woche traute ich mich wieder vor die T\u00fcr aka weiter als 15 Meter von meinem Bad weg, um mal M\u00fcll runterzubringen. Au\u00dferdem ging ich f\u00fcr 30 Minuten Mobilit\u00e4tstraining auf die Yogamatte, um nicht v\u00f6llig einzurosten. Ging auch.<\/p>\n<p>Dann hatte ich Lust auf Kuchenbacken, nat\u00fcrlich nur f\u00fcr die Seele. Carrot Cake ist schlie\u00dflich quasi Rohkost und blieb auch brav drin. Ich betrachtete mich als geheilt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Gestern ging ich daher endlich wieder etwas l\u00e4nger vor die T\u00fcr, n\u00e4mlich in die Pinakothek der Moderne. F. und sahen uns <a href=\"https:\/\/www.pinakothek-der-moderne.de\/ausstellungen\/max-beckmann-departure\/\">Max Beckmann<\/a> an; ich hadere noch ein bisschen mit der Ausstellung, muss ich mir nochmal anschauen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Trauerkarte gekauft. Ich bin anscheinend jetzt in diesem Alter.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Heute habe ich ernsthaft Muskelkater vom Fu\u00dfweg zur Pinakothek und zur\u00fcck. Eine Woche rumliegen, keine Kondition mehr.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ich lese gerade die <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3Qof0Xi\">Biografie<\/a> von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Barbara_Bloemink\">Barbara Bloemink<\/a> \u00fcber <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Florine_Stettheimer\">Florine Stettheimer<\/a>; ich verlinke bewusst den englischen Wiki-Eintrag, denn der deutsche ist noch nicht so der Bringer. Es fehlen wichtige Details, zum Beispiel, dass Stettheimer die erste K\u00fcnstlerin war, der das MoMA zu Lebzeiten 1946 eine Retrospektive widmete. Gerade der Abschnitt zu ihrer Rezeption ist im englischen Artikel empfehlenswert.<\/p>\n<p>Bis jetzt mag ich die Biografie sehr gerne, auch wenn ich der Autorin unterstelle, einen Hauch zu viel Sympathie f\u00fcr ihr Subjekt zu haben. Gerade wenn Stettheimers Tageb\u00fccher oder Gedichte zitiert werden, schrecke ich manchmal vor einigen unh\u00f6flichen oder unversch\u00e4mten \u00c4u\u00dferungen zur\u00fcck, die Bloemink als \u201escharfz\u00fcngig\u201c oder \u201efreim\u00fctig\u201c beschreibt. Aber vielleicht bin ich inzwischen einfach eine Prusseliese. <\/p>\n<p>Was allerdings nervt, sind die anscheinend heute \u00fcblichen Fehlerchen, weil kein Verlag mehr Geld f\u00fcr Lektorate ausgeben will; ich habe keine Ahnung, ich stelle das nur immer \u00f6fter fest, dass ich in immer mehr neuen Publikationen immer mehr Fl\u00fcchtigkeitsfehler finde, mein eigenes Buch eingeschlossen, herrgottnochmal. Okay, hier wollte ICH kein Geld f\u00fcr ein Lektorat ausgeben, weil 7000 Euro genug waren f\u00fcr den Spa\u00df, meinen Namen auf einem Buchdeckel zu sehen. F\u00fcr das Korrektorat habe ich 1000 Euro springen lassen, und danach habe ich lustig weiterhin Fehler gefunden. So, haben wir dar\u00fcber auch mal gesprochen.<\/p>\n<p>Was ich sagen wollte: Es kann sein, dass es inzwischen an meiner NS-Brille liegt, wenn mir hier Fehler oder Auslassungen auffallen. Aber wenn Maler wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raffael_Schuster-Woldan\">Raffael Schuster-Woldan<\/a> erw\u00e4hnt werden, den Stettheimer in ihren Tageb\u00fcchern kurz als Lehrer anf\u00fchrt, dann w\u00fcrde ich mir etwas mehr Infos zu ihm w\u00fcnschen als diese Fu\u00dfnote mit Schreibfehler: \u201eShuster-Woldan [sic] is best known for a mixture of painting styles between dark, warmish brown colored portraits in Rembrandt-like tones and mythical paintings of naked women and men.\u201c Hier taugt der deutsche Wiki-Eintrag was. Bitte keine Post wegen \u201eDANN SCHREIB DOCH SELBER WIKI.\u201c Mach ich ja. Gerade zu diesem Thema.<\/p>\n<p>Und wieder zur\u00fcck zu was Sch\u00f6nem:<\/p>\n<p>Momentan bin ich zwischen 1890 und 1915 unterwegs, die Zeit, die die Frauen Stettheimer \u00fcberwiegend in Europa verbrachten, unter anderem in M\u00fcnchen. Florine nahm Mal- und Zeichenunterricht bei verschiedenen Lehrkr\u00e4ften, unter anderem bei jemandem, den sie in ihren Tagebucheintr\u00e4gen und Gedichten \u201eHerr Apotheker F.\u201c nannt. Ein Gedicht mochte ich sehr gerne; sie lernte gerade das Material <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaseinfarbe\">Kasein<\/a> kennen. Gerade \u00fcber den ersten Absatz musste ich sehr lachen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eCasein was once milk<br \/>\nAnd then it was cheese<br \/>\nAnd now it is pictures<br \/>\nHow wonderful<\/p>\n<p>At noon came my &#8216;Meister&#8217;<br \/>\nIn white tie and tails<br \/>\nTo look at my work<br \/>\nHow wonderful<\/p>\n<p>Casein looks like fresco<br \/>\nAnd Herr Apotheker F. said<br \/>\n&#8216;red vill last foreffer&#8217;<br \/>\nHow vonterfool<\/p>\n<p>I shall paint the walls<br \/>\nFor tout New York<br \/>\nOn my return<br \/>\nMost wonderful\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Barbara Bloemink: <em>Florine Stettheimer. A Biography<\/em>, M\u00fcnchen 2021, S. 56.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lange hatte ich noch nie mit Magen und Darm zu tun und ich w\u00fcrde mich freuen, wenn diese Woche die einzige in meinem Leben bliebe, in der ich so viel Zeit im Bad verbringen muss. &#8212; Team Reiskocher. 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