{"id":38535,"date":"2022-10-24T08:39:20","date_gmt":"2022-10-24T07:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=38535"},"modified":"2022-10-24T08:41:53","modified_gmt":"2022-10-24T07:41:53","slug":"kunst-und-leben-1918-bis-1955-mix-match-und-die-tagung-zu-fritz-bayerlein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=38535","title":{"rendered":"\u201eKunst und Leben 1918 bis 1955\u201c, \u201eMix &#038; Match\u201c und die Tagung zu Fritz Bayerlein"},"content":{"rendered":"<p>Im Lenbachhaus wurde vor Kurzem die Ausstellung \u201e<a href=\"https:\/\/www.lenbachhaus.de\/entdecken\/ausstellungen\/detail\/kunst-und-leben-1918-bis-1955\">Kunst und Leben 1918 bis 1955<\/a>\u201c er\u00f6ffnet, ich sah sie am vergangenen Donnerstag. Freitag und Samstag war ich dann in Bamberg auf einer <a href=\"https:\/\/www.uni-bamberg.de\/iadk\/kunstgeschichte\/news-kunstgeschichte\/artikel\/die-stunde-der-heimatmaler-fritz-bayerlein-die-gottbegnadeten-und-die-ns-kulturpolitik\/\">Tagung<\/a> zum Maler <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_Bayerlein_(Maler)\">Fritz Bayerlein<\/a> (1872\u20131955) und hielt einen kurzen Vortrag zu <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/detail\/index\/sArticle\/57320\">Protzen<\/a> bzw. dem Thema Autobahnmalerei. Und noch eine dritte Ebene f\u00fcr diesen Eintrag: In der Pinakothek der Moderne wurde die Sammlung umgeh\u00e4ngt (<a href=\"https:\/\/www.pinakothek.de\/mixandmatch\">Mix &#038; Match<\/a>) und kontrastiert nun eher anstatt brav chronologisch Dinge abzuarbeiten. <\/p>\n<p>Ein Werk entz\u00fcndet gerade die Leserbriefspalten oder alte M\u00e4nner wie Georg \u201eFrauen k\u00f6nnen nicht so gut malen\u201c <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Georg_Baselitz\">Baselitz<\/a>, dem ich seit dieser Bemerkung nicht mehr so richtig zuh\u00f6re. Inmitten von Werken moderner K\u00fcnstler zeigt die Pinakothek weiterhin das Gem\u00e4lde \u201e<a href=\"https:\/\/www.pinakothek.de\/kunst\/adolf-ziegler\/die-vier-elemente-erde-und-wassertriptychon-mittelteil\">Die vier Elemente<\/a>\u201c (vor 1937) von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_Ziegler_(Maler)\">Adolf Ziegler<\/a>, das tausendfach auf Postkarten zur NS-Zeit Verbreitung fand und im sogenannten \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BChrerbau\">F\u00fchrerbau<\/a>\u201c in M\u00fcnchen im Kaminzimmer hing. Baselitz <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/baselitz-nationalsozialismus-pinakothek-kunst-1.5667198\">fordert<\/a> die Abh\u00e4ngung und unterstellt der Pinakothek eine \u201ens-propagandistische Wirkung\u201c durch die H\u00e4ngung (Zitat aus dem SZ-Artikel, <a href=\"http:\/\/archive.today\/ZM2iL\">hier<\/a> \u00fcber archive zu lesen). <\/p>\n<p>In Bamberg wurden vier gro\u00dfformatige Gem\u00e4lde vom \u00fcberzeugten Nationalsozialisten Bayerlein nach jahrzehntelanger Diskussion endlich aus dem Rats- und Trauungssaal der Stadt abgeh\u00e4ngt. Hier m\u00f6chten diverse Leserbriefschreiber*innen, dass die Werke wieder aufgeh\u00e4ngt werden, in M\u00fcnchen sollen andere Werke aber abgeh\u00e4ngt werden. Und auch dem Lenbachhaus wird von einigen Besuchern und Besucherinnen der Ausstellung zugetragen, dass die H\u00e4ngung von NS-T\u00e4tern und -Opfern nebeneinander nicht angemessen sei. Wie denn nun?<\/p>\n<p>Die drei Schaupl\u00e4tze machen den schwierigen Umgang mit sogenannter NS-Kunst gut deutlich. Bayerleins Landschaften m\u00f6gen zun\u00e4chst einfach nur heimelig sein, aber die Abbildung einer stillenden Mutter und eines Mannes, der seine Sense sch\u00e4rft, im Bild \u201eArbeit, Heimat, Familiengl\u00fcck und Fruchtbarkeit\u201c, 1944 aufgeh\u00e4ngt, weist dann doch auf staatlich sanktionierte Geschlechterentw\u00fcrfe bzw. ihre Darstellung in der Kunst hin, und ob das noch zeitgem\u00e4\u00df ist, darf bezweifelt werden, vor allem wenn der Maler \u00fcberzeuger Nazi und Antisemit war wie Bayerlein. Es ist fast peinlich, dass erst 30 Jahre dar\u00fcber diskutiert werden musste und es einen Aufsatz eines Historikers brauchte (ist im Wiki-Artikel aufgef\u00fchrt), der Bayerleins Lebensaufzeichnungen im Stadtarchiv Bamberg transkribierte und dabei Dinge zitierte wie \u201eDann folgte die sogenannte Entnazifizierung, f\u00fcr die ich 7000 M zahlen mu\u00dfte, aber trotzdem kein Demokrat wurde. Man kann seine Gesinnung nicht von heute auf morgen wechseln wie ein Hemd.\u201c <\/p>\n<p>Dass ein Werk von Ziegler in der Pinakothek h\u00e4ngt, ist jetzt auch nicht gerade neu. 2016 wurde der Saal 13 komplett mit Bildern aus der NS-Zeit gestaltet, was damals eine kleine Revolution war: Die Pinakothek der Moderne war das erste Kunstmuseum in Deutschland, das derartige Werke als Teil der Dauerausstellung pr\u00e4sentierte. 2018 wurde der Saal umgestaltet, nun hingen nur noch zwei Werke von Ziegler und ja, genau, Carl Theodor Protzen im Saal und wurden als \u201eNS-Kunst\u201c pr\u00e4sentiert. Schon damals gab es Diskussionen, aber die Bilder blieben h\u00e4ngen. 2020 wurde zumindest Protzens \u201eDonaubr\u00fccke bei Leipheim\u201c (1936) entfernt, bei Ziegler bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube, auch er verschwand wieder im Depot oder war, wie seit Jahren, auf Sonderausstellungen unterwegs.<\/p>\n<p>Seit Kurzem h\u00e4ngt nun die neue Sammlungspr\u00e4sentation, wo die R\u00e4ume nach Themen oder \u00dcberbegriffen geordnet sind und nicht mehr nach Stilen oder Epochen. Ziegler h\u00e4ngt im Saal mit dem in meinen Augen ungl\u00fccklichen Titel \u201ePanoptikum\u201c \u2013 ungl\u00fccklich, denn neben ihm h\u00e4ngen und stehen unter anderem zwei Werke von Picasso, Henrik Olesen, der sich mit Theorien von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magnus_Hirschfeld\">Magnus Hirschfeld<\/a> befasst, sowie eine gro\u00dfe Skulptur von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otto_Freundlich\">Otto Freundlich<\/a>, dem K\u00fcnstler, dessen Werk \u201eGro\u00dfer Kopf\u201c in bewusst verzerrter Perspektive fotografiert das Titelbild der Feme-Ausstellung \u201eEntartete Kunst\u201c, M\u00fcnchen 1937, zierte. Freundlich wurde 1943 im Konzentrationslager ermordet. Ich habe noch keine finale Meinung zu diesem Raum, aber gerade der Kontrast mit Freundlich tut schon weh. Die hohe, massige, tiefschwarze Skulptur kann den zarten nackten Damen von Ziegler sehr souver\u00e4n Kontra geben, aber ich hadere trotzdem. (Die Pinakothek hat \u00fcber die Kontroverse <a href=\"https:\/\/www.pinakothek.de\/blog\/2022-10\/diskussion-um-raum-panoptikum\">gebloggt<\/a>.)<\/p>\n<p>Ich war gestern zum ersten Mal in der Neuh\u00e4ngung und lungerte recht lange beim Ziegler rum, einfach um zu schauen, wie Menschen darauf reagieren; bei einigen h\u00f6rte ich nur zu, was sie so sagten, zwei Frauen sprach ich einfach mal an. Die meisten waren eher verst\u00e4ndnislos, warum dieses Werk nun so ein Skandal sei, es sei doch eher langweilig, und wenn sie nicht in der \u201eS\u00fcddeutschen\u201c was \u00fcber Baselitz gelesen h\u00e4tten, w\u00e4ren sie vermutlich daran vorbeigegangen. Die beiden Damen unterhielten sich recht lange mit mir; sie meinten, die Infos, die ich ihnen noch zum Werk gegeben h\u00e4tte \u2013 hing im F\u00fchrerbau, war als Wandteppich 1937 im Deutschen Pavillon auf der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltfachausstellung_Paris_1937\">Weltausstellung<\/a> \u2013 h\u00e4tten sie gerne im Wandtext gelesen. Dort wird das Werk zwar deutlich als systemkonforme Kunst des NS positioniert, aber es wird nicht ganz klar, warum nun ausgerechnet dieses Bild und nicht eins der anderen, ich meine mich zu erinnern, knapp 900 Bilder aus ehemaligem Staatsbesitz im Depot hier h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Womit ich gestern auch haderte, war ein launiger \u00e4lterer Herr, der seiner vielk\u00f6pfigen Familie oder Freundesschar den Picasso pr\u00e4sentierte mit den unsterblichen Worten: \u201eMan sagt ja auch, lieber vom Leben gezeichnet als vom Picasso gemalt, jaha, Panoptikum, das trifft&#8217;s, haha.\u201c <\/p>\n<p>Ich ging dann dringend weiter, sah meine geliebten <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/0vxomlVDG2\/carl-grossberg\/weisse-roehren-weisse-tanks-harburger-oelwerke\">Grossbergs<\/a>, vermisste Herrn <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/Dn4ZY02GaK\/wilhelm-lachnit\/maedchen-mit-schmuck\">Lachnit<\/a> und \u00fcberhaupt die gesamte Neue Sachlichkeit, sah dann in einer Raumflucht den von mir verehrten \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Lehmbruck#\/media\/Datei:Lehmbruck_-_die_Gest%C3%BCrzte.jpg\">Gest\u00fcrzten<\/a>\u201c von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Lehmbruck\">Lehmbruck<\/a> \u2013 und dahinter Protzens \u201eDonaubr\u00fccke\u201c. Das wusste ich nicht, dass die wieder h\u00e4ngt, und meine erste Reaktion war, das muss ich leider zugeben: \u201eDiese verdammte Autobahn IN EINEM RAUM MIT LEHMBRUCK!\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_1267.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"384\" class=\"alignnone size-full wp-image-38540\" \/><\/p>\n<p>Lehmbrucks \u201e<a href=\"https:\/\/lehmbruckmuseum.de\/museum\/wilhelm-lehmbruck\/werk\/\">Kniende<\/a>\u201c wurde 1937 auf der Schau \u201eEntartete Kunst\u201c verh\u00f6hnt und stand 1955 auf der ersten documenta recht zentral, quasi als winzige Wiedergutmachung. Protzens Gem\u00e4lde wird \u00fcbrigens im Wandtext nicht so exorbinant als NS-Kunst ausgewiesen, da steht im Kleingedruckten nur was von \u201eehemaligem NS-Besitz\u201c, aber das war&#8217;s. Neben ihm h\u00e4ngt noch eine Landschaft von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Radziwill\">Radziwill<\/a>, passt wunderbar, aber was der Raumtitel \u201eContinuous Fire Polar Circle\u201c, in dem ein Komma nach \u201eFire\u201c fehlt und der sich auf das gleichnamige <a href=\"https:\/\/www.artsy.net\/artwork\/lewis-baltz-continuous-fire-polar-circle\">Werk<\/a> von Lewis Baltz im Raum bezieht, mit Lehmbruck oder Protzen zu tun hat, wei\u00df ich nicht. Die wenigen anderen Besucher*innen anscheinend auch nicht; wo bei Ziegler eigentlich immer wer stand und sprach oder mindestens ein Handyfoto machte, gingen am Protzen die meisten einfach vorbei, da wunderte sich niemand, auch Herr Baselitz vermutlich nicht, dass da ein ausgemachtes NS-Propagandabild h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Ich finde es im Prinzip in Ordnung, dass diese Werke h\u00e4ngen, denn ein Museum ist etwas anderes als ein Trauungszimmer oder gar ein Ratssaal eines demokratischen Staates, wo wirklich, wirklich kein Nazischei\u00df h\u00e4ngen sollte. Ich muss aber auch zugeben, dass die Kombinationen etwas schmerzhaft sind. Wobei, und mit dem Gedanken bin ich immer noch nicht fertig: Vielleicht sorgen genau diese Schmerzen daf\u00fcr, dass die Werke wahrgenommen werden und man endlich \u00fcber sie spricht. Es bringt niemanden weiter, die NS-konforme Kunst weiter in Depots vergammeln zu lassen. Sie geh\u00f6rt leider zur deutschen Kunstgeschichte, also geh\u00f6rt sie auch in ein Museum. Aber vielleicht braucht es da noch gr\u00f6\u00dfere Tafeln, noch mehr Erkl\u00e4rungen, noch mehr Einordnungen? Ich wei\u00df es selbst nicht.<\/p>\n<p>In der Ausstellung \u201eKunst und Leben 1918 bis 1955\u201c hat mich die H\u00e4ngung \u00e4hnlich \u00fcberrascht wie die Neuh\u00e4ngung in der Pinakothek: Auch sie ist nicht chronologisch oder sortiert brav in Nazikunst und Nicht-Nazikunst \u2013 was bei den vielen, teilweise ambivalenten Biografien auch schwierig geworden w\u00e4re \u2013, sondern h\u00e4ngt ernsthaft alphabetisch. Das hat mich zwei Minuten lang sehr irritiert, weil man eben nicht mal nach Zusammenh\u00e4ngen suchen konnte wie in der Pinakothek mit der thematischen H\u00e4ngung (oder ihrem Versuch). Nein, man stolpert kreuz und quer durch Jahrzehnte, Nationen, Stile und Biografien \u2013 aber nach diesen zwei irritierenden Minuten passt das komischerweise. Eben weil die erste H\u00e4lfte des Jahrhunderts ein einziges Chaos war, in dem vielleicht das Alphabet eine der wenigen Konstanten blieb. Beim Tippen dachte ich allerdings an die Buchstabiertafel, bei der die Nationalsozialisten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/buchstabiernorm-alphabet-nationalsozialismus-1.4671203\">aus \u201eDavid\u201c \u201eDora\u201c und aus \u201eSamuel\u201c \u201eSiegfried\u201c<\/a> machten. Ziehe hiermit das Alphabet als Konstante auch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Trotzdem fand ich die Ausstellung gelungen, eben weil sie zun\u00e4chst so willk\u00fcrlich wirkte. Man war schlicht gezwungen, die Texte zur Biografie zu lesen, um zu verstehen, wen und was man da vor sich hat. Man traf auf bekannte Namen (auch hier sind Otto Freundlich und Franz Radziwill zu sehen), aber eben auch auf viele eher Unbekannte (Protzen). Den Katalogtext zu ihm und seiner Frau Henny Protzen-Kundm\u00fcller durfte ich schreiben, und direkt nach dem Ausstellungsbesuch bzw. nachdem ich den Katalog nach Hause trug, erweitere ich meinen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Henny_Protzen-Kundm%C3%BCller\">Wiki-Eintrag zu Henny<\/a> noch um ein paar Details; die hatte ich bewusst dort noch nicht ver\u00f6ffentlicht, damit es nicht so aussieht, als h\u00e4tte ich f\u00fcr den Katalog aus der Wikipedia abgeschrieben. Es ist kompliziert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_1253.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"378\" class=\"alignnone size-full wp-image-38539\" \/><\/p>\n<p>Auch hier sind, wie in der Pinakothek, Werke von NS-T\u00e4tern neben denen von NS-Opfern zu sehen, was \u00e4hnlich schmerzhaft ist wie Freundlich und Ziegler in direkter Nachbarschaft. Ich pers\u00f6nlich fand den Kontrast hier nicht so anstrengend oder moralisch problematisch wie in der Pinakothek, weil alleine der Zeitrahmen der Ausstellung einen schon ahnen l\u00e4sst, auf was man trifft. Ich kann aber auch hier absolut nachvollziehen, wenn Besucher*innen es  unangemessen finden, diese Werke auf gleicher Augenh\u00f6he und ohne Wertung nebeneinander zu zeigen. Aber auch hier gilt: Es \u00f6ffnet den Raum f\u00fcr Diskussionen. Wir k\u00f6nnen \u00fcber diese Kunst und diese K\u00fcnstler*innen nur angemessen sprechen, wenn die Werke zu sehen sind. Ich glaube, die Diskussion ist eher im Lenbachhaus m\u00f6glich, auch weil dort ein Glossar ausliegt, das NS-Terminologie erkl\u00e4rt und Hintergr\u00fcnde zur Kunststadt M\u00fcnchen aufzeigt. Man erspart sich damit schlicht 1000 Zeilen Text neben jedem Bild, aber wer will, kann sich durchaus gr\u00fcndlich mit dem ganzen Komplex befassen. Das sprach auch ein \u00e4lteres Ehepaar an, dem ich ein bisschen durch die Ausstellung gefolgt bin. Die Dame meinte: \u201eIch finde die Ausstellung gut \u2013 man versteht die Geschichte.\u201c Ein gro\u00dfes und in meinen Augen korrektes Lob: Die vielen Biografien machen sehr deutlich, dass es eben kein Schwarzwei\u00df gibt, sondern ein fast un\u00fcbersichtliches Grau an Lebensl\u00e4ufen und politischen Einstellungen.<\/p>\n<p>Auf der Bayerlein-Tagung waren \u00fcbrigens auch nicht alle einer Meinung, auch hier gab es deutliche Ablehnung der H\u00e4ngung in der Pinakothek wie auch Zustimmung. Es sind sich also nicht einmal die Fachleute einig dar\u00fcber, wie genau man diese Kunst jetzt pr\u00e4sentiert oder in welchen Werken oder H\u00e4ngungen. Wir werden wohl noch l\u00e4nger dar\u00fcber reden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Lenbachhaus wurde vor Kurzem die Ausstellung \u201eKunst und Leben 1918 bis 1955\u201c er\u00f6ffnet, ich sah sie am vergangenen Donnerstag. Freitag und Samstag war ich dann in Bamberg auf einer Tagung zum Maler Fritz Bayerlein (1872\u20131955) und hielt einen kurzen Vortrag zu Protzen bzw. dem Thema Autobahnmalerei. Und noch eine dritte Ebene f\u00fcr diesen Eintrag: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-38535","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38535"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38550,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38535\/revisions\/38550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}