{"id":37859,"date":"2022-02-06T11:05:11","date_gmt":"2022-02-06T10:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=37859"},"modified":"2022-02-07T09:19:34","modified_gmt":"2022-02-07T08:19:34","slug":"filmschule-mit-casey-neistat-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=37859","title":{"rendered":"Filmschule mit Casey Neistat, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Nach <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=37837\">den ersten zwei Wochen Filmschule<\/a> per vorgefertigten Videos von Neistat ging es an den zweiten Film. Wo der erste noch \u201espontaneous\u201c sein sollte, bezeichnete Neistat den zweiten nun als \u201epre-meditated\u201c. Also: \u00dcberleg dir vorher eine Geschichte und geh nicht einfach so mit der Kamera oder dem Handy raus. Drehe vielleicht an mehr als nur einer Location. Nutze, wenn du hast, mehr als nur dein Handy, sondern vielleicht eine bessere Kamera. Versuche, filmischer zu denken, weniger vloggig. \u00dcberleg dir vorher, was du aufnehmen willst anstatt das Geschehen um dich herum zu beobachten und spontan zu entscheiden, was wichtig ist. Oder wie die Kurswebsite es ausdr\u00fcckte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn this part of the class, you\u2019ll create a second film, this time a more ambitious and cinematic movie. Instead of choosing a story spontaneously, you\u2019ll try to create a movie based on something meaningful and important to you, and you\u2019ll elevate your story with more sophisticated filmmaking techniques. [&#8230;] You can make a movie about one of your hobbies or interests, a relationship, a personal struggle, an issue you care deeply about, or anything else that comes to mind while brainstorming.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die erste Idee, die ich hatte, war, etwas \u00fcber meine Beziehung zu B\u00fcchern zu machen. Dass sie mehr sind als Zeitvertreib oder Tapete und dass ich sie im Laufe des Studiums immer mehr und neu sch\u00e4tzen gelernt habe. Daf\u00fcr fielen mir aber nicht wirklich spannende filmische Perspektiven ein, also weg damit. Die zweite Idee war, fast klar, etwas \u00fcber Essen zu machen, Kochen, meine pers\u00f6nliche Reise zum Genuss. Die Idee scheiterte daran, dass ich mit meinen derzeitigen filmischen M\u00f6glichkeiten nicht mal ann\u00e4hernd in der Lage bin, die Bilder zu reproduzieren, die ich in 1000 Kochshows, Werbespots und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/qKqj85oo2wI\">Netflix-Specials<\/a> gesehen habe. Das f\u00e4ngt schon mit meiner unfassbar h\u00e4sslichen Mietwohnungsarbeitsplatte an, die ich auf Insta immer verdecke, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CZfGWNcsC-C\/\">au\u00dfer ich vergesse es<\/a>. Und das h\u00f6rt damit auf, dass ich zwar von oben auf meine H\u00e4nde filmen kann, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CZJ5tcTAyr0\/\">wie ich ausprobierte<\/a>, aber alle seitlichen Shots meinen Bauch und meine K\u00fcche zeigen und das ist beides eher langweilig, wenn&#8217;s l\u00e4nger als zehn Sekunden dauert. <\/p>\n<p>Also kam ich auf eine Idee zur\u00fcck, die ich schon f\u00fcr den ersten Film hatte \u2013 die Rekonstruktion der Alten Pinakothek nach Bombentreffern im Zweiten Weltkrieg \u2013 und die Hamburg mir f\u00fcr den Erstling ausgeredet hatte. Zum Gl\u00fcck, denn wie ambitioniert das Projekt war, merkte ich in den letzten Tagen. Ehrlich gesagt, erst beim Schneiden. Aber zu allem, woran ich haderte, hatte Casey in seinen Videos etwas zu sagen: &#8220;If you manage you get through your edit without getting frustrated \u2013 why didn&#8217;t I shoot it some other way \u2013, you&#8217;re probably doing it wrong.&#8221; Die S\u00e4tze, die ich in den letzten Tagen dauernd vor mich hinquengelte, waren erstens: \u201eHALT DOCH MAL DIE KAMERA RUHIG!\u201c Und zweitens: \u201eBLEIB DOCH MAL DRAUF!\u201c Weil ich es dauernd schaffte, Handy oder Kamera oder Kamera auf einem Stativ, verdammt, erstens nicht ruhig zu halten und zweitens die Aufnahme immer zu fr\u00fch abzubrechen anstatt das Schlussbild einfach mal fett f\u00fcnf Sekunden stehen zu lassen, wer wei\u00df, wozu man es noch mal brauchen kann. Zum Beispiel f\u00fcr ruhige Anschl\u00fcsse bzw. \u00dcberblendungen oder weniger hektische Voice-Overs, wie ich jetzt wei\u00df.<\/p>\n<p>Ich schrieb drei bis vier Textfassungen runter, bis ich auf Papier hatte, was ich sagen wollte. Dann schaute F., dessen amerikanisches und wissenschaftliches Englisch besser ist als meins, \u00fcber den Text und verbesserte an einigen Stellen. Ein paar Verbesserungen ignorierte ich, weil sie nicht mehr nach mir klangen, aber das meiste wurde freudig \u00fcbernommen. Mit diesem Script begann ich, mir Bilder zu \u00fcberlegen. Alte Pinakothek au\u00dfen \u2013 logisch. Weitere Au\u00dfenaufnahmen: Haus der Kunst, Front und R\u00fcckseite (weil da ein Kunstwerk steht, das ich brauchte), Universit\u00e4tsbibliothek au\u00dfen, Zentralinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte innen bzw. die Bibliothek, weil ich da in mindestens einem Buch bl\u00e4ttern wollte. Dann noch ein paar Dinge, die ich am heimischen Schreibtisch machen konnte. Und den Vorspann, der mir fast als erstes einfiel. Ich hatte schlie\u00dflich noch Casey im Ohr: Grab them. Hol die Leute irgendwie ins Video rein. Und da ich als Werberin ahnte, dass alle wegklicken, wenn ich das Video mit einer Aufnahme der Pinakothek beginne und total wissenswerte Fakten dr\u00fcberspreche, \u00fcberlegte ich mir etwas anderes. Der Anfang ist mit mein Favorit im Video, weil der ungef\u00e4hr so aussieht, wie ich ihn haben wollte. Mit dem Rest hadere ich, aber nach mehreren Tagen draufgucken immer weniger. Besser kann ich es halt noch nicht und dann ist das eben so. (Bitte stellen Sie sich hier vor, wie ich verzerrt grinse und so tue, als w\u00fcrde ich souver\u00e4n \u00fcber allem stehen.)<\/p>\n<p>Ich stellte beim Sichten des ersten Materials fest, dass mein iPhone 12 bessere Bilder macht als meine Sony Alpha 5000, trotz Stativ und vern\u00fcnftigem Zoom-Objektiv, das ich auch quasi nur in Zeitlupe bediente. Die Sony-Bilder sehen in meinen Augen total matschig aus, fast verpixelt, und haben nicht die tolle Farbigkeit des iPhones. Warum die Bilder trotz Stativ (ich komme da echt nicht dr\u00fcber weg) auch noch wackeln \u2013 keine Ahnung. Erstes Learning \u2013 oder eher eine Frage: schwereres, stabileres Stativ kaufen? Die Kamera NOCH ruhiger bewegen? Oder besser gar nicht? Oder einen <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/DJI-integrierter-Verl-C3-A4ngerungsstab-Vlog-Stabilisierung-TikTok-Videos-dp-B099ZXD27F\/dp\/B099ZXD27F\/\">Gimbal<\/a> f\u00fcrs Handy kaufen? Das Wort bzw. das Produkt habe ich im Monthly-Forum kennengelernt, ich wusste nicht mal, dass es sowas gibt, und im Prinzip habe ich mich schon damit abgefunden, daf\u00fcr Geld auszugeben.<\/p>\n<p>Immerhin nahm ich dieses Mal, trotz mehrerer Drehorte, nicht so irre viel Zeug auf wie beim ersten Video. Ich guckte besser vorher, bevor ich aufnahm, hatte aber nat\u00fcrlich trotzdem noch zu viel Material. Aber bl\u00f6derweise auch des \u00d6fteren genau das nicht, was ich beim Schneiden gerne haben wollte. Ich erwischte mich beim Dreh dabei, denselben Fehler zu machen wie beim Friedhofsvideo, n\u00e4mlich eher zu fotografieren als zu filmen. Also zwang ich mich, nach Bewegungen zu suchen oder eben selbst welche zu machen. Wobei die genau f\u00fcr die Wackelbilder sorgten, die mich jetzt im Film so wahnsinnig machen.<\/p>\n<p>Ich habe es immerhin geschafft, mich wirklich ans Skript zu halten. Meine Voice-overs bzw. die Sprachaufnahmen, die ich vor Ort machte, sind genau die, die im Word-Dok stehen. Zweites Learning: Wenn du vor Ort Ton aufnimmst, sorg daf\u00fcr, dass es in M\u00fcnchen nicht gerade schei\u00dfwindig ist. Oder nimm halt nicht drau\u00dfen auf. Oder kauf dir ein Richtmikrofon. Ich habe den Rausschmei\u00dfertext, also die letzten Zeilen im Film, an mehreren Orten aufgenommen, weil ich sie zusammenschneiden wollte, um eine sch\u00f6ne Location-Schleife um alles zu binden. Es ist dann doch fast nur eine Location geworden, weil alle anderen schlicht zu laut waren. Drittes Learning: Nimm das gesamte Voice-Over, was du am Schreibtisch einsprichst, in einem Rutsch auf. Die Tonspur auseinanderzuschneiden ist kein Problem, aber an 25 Schnipseln den Ton einzeln einzustellen, weil ich am Dienstag die Kopfh\u00f6rer mit dem Mikrofon anders halte als am Mittwoch, hat schwer genervt. Und es ist immer noch nicht einheitlich, aber besser habe ich es nicht hinbekommen.<\/p>\n<p>Viertes Learning: Ja, das ist super und toll, dass du so ambitioniert bist, nach gerade einem Video von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IMovie\">iMovie<\/a> auf die Trial-Version von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Final_Cut_Pro\">Final Cut Pro X<\/a> umzusteigen. Es ist aber gleichzeitig total bescheuert, weil du das erste Programm wenigstens so halbwegs kapiert hast, w\u00e4hrend du beim zweiten wieder von Null anf\u00e4ngt. Oder von Drei bis Vier, ein paar Dinge kennst du ja. Final Cut kann so viele Dinge, von denen ich nicht mal wei\u00df, was sie sind; ich habe gef\u00fchlt 90 Prozent des Drop-Down-Men\u00fcs bzw. der vielen, vielen Buttons und Icons nicht verstanden. <\/p>\n<p>Es hatte aber seinen Grund, warum ich umgestiegen bin. Ich wusste, ich w\u00fcrde an mindestens einer Stelle im Film Texteinblendungen brauchen, und die sind in iMovie f\u00fcrchterlich umst\u00e4ndlich. Ich habe dazu einen Umweg \u00fcber Keynote genommen, also die Texte auf eine Art Greenscreen geschrieben und die dann in iMovie eingef\u00fcgt. Die Texte zu schreiben, zu formatieren und dann an beliebige Stellen im Bild (nicht im Film, im Bild) einzuf\u00fcgen, ist in Final Cut ein Kinderspiel. Aber im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob es nicht auch die h\u00e4sslichen Untertitel in iMovie getan h\u00e4tten. Ich musste mir sehr vieles ergoogeln, was ich mir schon f\u00fcr iMovie ergoogelt hatte. Dabei habe ich zwar viel gelernt, aber trotzdem ist dieses Programm f\u00fcr meinen derzeitigen Kenntnis- und F\u00e4higkeitsstand komplett \u00fcberdimensioniert.<\/p>\n<p>Mein Verh\u00e4ltnis zum eigenen Film war ein ganz anderes als beim ersten. Beim ersten Video hatte ich quasi Narrenfreiheit, weil ich wusste, ich kann eh noch nix, also kann es auch f\u00fcrchterlich aussehen. Das will ich zwar nicht, aber das Ding steht auch deshalb auf YouTube, weil ich es wirklich \u2013 f\u00fcr einen Erstling \u2013 gut finde. Beim zweiten Video hatte ich von vornherein eingeplant, es auf YouTube zu posten, jetzt wei\u00df ich ja, was ich kann, ich Supertopchecker. Und beim Schneiden merkte ich nat\u00fcrlich: einen Schei\u00df kann ich. Zwischenzeitig haderte ich so sehr, dass ich einen neuen Film drehen wollte. Auch weil ich mich fragte, wer au\u00dfer mir sich bitte f\u00fcr die Fassade der Alten Pinakothek interessieren sollte. Aber hier hatte Casey genau die richtigen S\u00e4tze im richtigen Moment:<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/youtu.be\/PF3iysOyelg\">zweite Video<\/a>, bei dessen Erstellung wir ihm folgten, ist auf den ersten Blick eine Tech Review zu der Ray-Ban-Sonnenbrille, die filmen kann. Aber er selbst meinte: Nobody wants to watch tech reviews. Was er macht, damit die Leute ihm zuschauen, und das fiel mir wirklich erst bei seinem Video auf, ist dasselbe, was jede halbwegs erfolgreiche Bloggerin und jeder YouTuber genauso machen: Er wird pers\u00f6nlich. Und so funktioniert auch mein Video: Ich erz\u00e4hle zwar was \u00fcber eine Fassade, aber im Prinzip erz\u00e4hle ich, warum ich pers\u00f6nlich das spannend und wichtig finde. Also versuche ich, die wackeligen Bilder, den lauter und leiser werdenden Ton und den handwerklich eher rustikalen Schnitt zu ignorieren und hoffe, dass noch jemand au\u00dfer mir sich das Ding bis zum Schluss anschauen m\u00f6chte. Ich glaube, ich kann eine interessante Geschichte erz\u00e4hlen, ich finde den Text gut, und die Reaktionen im Monthly-Forum waren auch eher positiv. Dort standen auch viele Verbesserungsvorschl\u00e4ge, die ich aber vermutlich erst beim n\u00e4chsten Video umsetzen werde. Das hier bleibt jetzt so.<\/p>\n<p>Vielleicht generell noch was zum nun beendeten Kurs und ob sich das Geld gelohnt hat. Meine Meinung: f\u00fcr mich pers\u00f6nlich schon, aber generell hat das Konzept Macken. Ich habe ein neues Medium in unfassbarer Geschwindigkeit kennengelernt \u2013 kennenlernen m\u00fcssen, weil wir halt Deadlines hatten. Die h\u00e4tte ich nat\u00fcrlich ignorieren k\u00f6nnen, aber dann h\u00e4tte ich auch gleich das Geld verbrennen k\u00f6nnen. Mein ambitionierter Kopf konnte ernsthaft vier Wochen Pandemie halbwegs ausblenden, weil er mit etwas ganz anderem sehr ausf\u00fchrlich besch\u00e4ftigt war. Ich pers\u00f6nlich habe auch Caseys Videos gerne angesehen, in denen er einfach anhand seines eigenen Videos erz\u00e4hlt, wie er sich Storylines \u00fcberlegt, warum er wie schneidet, auf was er bei der Musik achtet und sehr oft, warum er bestimmte Dinge nicht macht. W\u00e4hrend er redete, tippte ich brav Notizen in ein Word-Dokument, fast wie in der Uni. Wir haben weiterhin Zugriff auf alle Videos, aber ich bin mit der Verschriftlichung der wichtigsten Punkte zufrieden.<\/p>\n<p>Der Kurs funktioniert nur durch das Feedback der anderen Teilnehmer in deinem jeweiligen Classroom, also das, was ich hier Forum nenne. Von den 20 Peers, mit denen ich anfing, haben 14, wenn ich richtig gez\u00e4hlt habe, das erste Video ver\u00f6ffentlicht und sich an Diskussionen und Reviews beteiligt. Beim zweiten Film passierte im Forum deutlich weniger, es gab kaum noch Feedback auf einzelne Posts und wenn, dann meistens von immer denselben Teilnehmern. Das Feedback selbst war gemischt: Manche Anmerkungen zu meinen Videos fand ich \u00e4u\u00dferst hilfreich, andere weniger, wenige komplett nutzlos. Ich habe auch immer bei den anderen mitgelesen, um dort Kritikpunkte nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Das Ganze war also eher ein angeleitetes Selbstlernen, womit ich eigentlich klarkomme. Aber gerade als komplette Anf\u00e4ngerin war das Projekt vielleicht doch etwas zu \u00fcberambitioniert; ich merkte beim zweiten Film, dass ich bei den wirklichen Grundbegriffen des Filmens und Schneidens gerne jemanden gehabt h\u00e4tte, der mir quasi auf jede Szene Feedback gibt bzw. bei jedem Schnitt Vorschl\u00e4ge macht. Insofern ist der Kurs, wie so vieles, das, was du draus machst. <a href=\"https:\/\/monthly.com\/casey-neistat-filmmaking\">Der n\u00e4chste Kurs<\/a> startet am 21. Februar, bis zum 18. k\u00f6nnt ihr euch einschreiben.<\/p>\n<p>Ich bin sehr angefixt von diesem neuen Medium, aber gleichzeitig auch froh, erstmal nicht wieder vor eine Kamera zu m\u00fcssen. Und: Der Zeitaufwand erschl\u00e4gt mich. Ja, Schreiben ist auch aufwendig, aber daf\u00fcr braucht man theoretisch nur Stift und Zettel und man sollte mal das Alphabet gelernt haben. F\u00fcr ein filmisches Projekt brauche ich von vornherein eine gewisse Ausr\u00fcstung und damit es irgendwie ansehnlich wird, am besten gleich noch mehr davon. Und auch die Korrektur bzw. das schlichte Anfertigen des schlussendlichen Produkts ist ungleich aufwendiger. Wo mir beim Texten die Backspace-Taste oder notfalls ein Radiergummi reicht, muss ich hier eventuell nochmal nachdrehen, was wieder viel Zeit kostet.<\/p>\n<p>Wer nach der langen, laaaangen Vorrede mein zweites Video sehen m\u00f6chte: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/OPXmECNhcko\">Hier geht&#8217;s lang<\/a>. Wer noch mehr lange, laaaange Anmerkungen zum Video lesen will \u2013 quasi der Regiekommentar auf DVD \u2013, kann das unterhalb des folgenden Fotos tun.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_9694_500.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"alignnone size-full wp-image-37867\" \/><\/p>\n<p>Der Film beginnt mit einer Montage von M\u00fcnchen-Klischees: die erleuchtete Allianz-Arena, das Olympia-Gel\u00e4nde, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eisbach_(Isar)#Eisbachwellen\">Eisbachsurfer<\/a>, die BMW-Welt, das Hofbr\u00e4uhaus und nat\u00fcrlich das Oktoberfest. Alles endet mit meinem Satz: Nee, Kinnings, das ist nicht das M\u00fcnchen, \u00fcber das ich reden will. Ich hoffe, dass die lustige Bilderflut neugierig macht \u2013 und die dr\u00e4uende Musik aber verdeutlicht, dass es eben genau nicht um was Lustiges geht. F. findet den Ton total doof, ich finde ihn gro\u00dfartig.<\/p>\n<p>Ich wollte mich eigentlich mit dem Handy eine halbe Stunde an die Arena stellen, um eine Zeitrafferaufnahme zu machen, und Freund*innen fragen, ob sie Videos vom Oktoberfest haben, ich selber habe n\u00e4mlich nur Fotos, aber damit waren meine anderen Motive noch nicht gekl\u00e4rt: Woher bekomme ich Aufnahmen vom Olympiagel\u00e4nde, die besser aussehen als das, was ich vom Olympiaberg produziere, und muss ich jetzt echt noch ins Hofbr\u00e4uhaus? Beim Rumsuchen nach Oktoberfest-Footage auf YouTube kam mir der naheliegende Gedanke: Wenn das Oktifest auf YouTube ist, dann vermutlich auch alles andere. Und nat\u00fcrlich ist alles da. Immerhin den Eisbach-Surfer habe ich selbst gefilmt, denn ich war ja eh am Haus der Kunst. Ich bin mir nicht sicher, ob die dort fehlende YouTube-Optik die Sequenz verkompliziert oder st\u00f6rt oder total egal ist.<\/p>\n<p>Ich mag die Sequenz auch deshalb, weil ich dort erstmal mit externen Sounds gearbeitet habe. Wenn man einen YouTube-Kanal hat, kann man auf das dortige, sogenannte Studio zugreifen, das ein paar Toneffekte bereit h\u00e4lt. Ich habe mich au\u00dferdem bei <a href=\"https:\/\/www.audiyou.de\/home\/\">AudiYou<\/a> bedient, was aber eher unkomfortabel ist. Unter dem Clip der BMW-Welt liegt ein Motorenger\u00e4usch, unter dem Hofbr\u00e4uhaus Humtatamusik, und das Wo-hoo beim Oktoberfest ist eigentlich eine Zuschauerin eines Hamburger Konzerts, die gerade das Ende eines Auftritts bejubelt.<\/p>\n<p>Was mich an den 15 Sekunden wahnsinnig gemacht hat: Ich habe es auch in tagelanger Arbeit nicht geschafft, die Schnitte perfekt an den Beat der Musik anzugleichen. Also dass sich das Bild auf einem Taktschlag \u00e4ndert. Keine Ahnung warum. Ich kann Markierungen setzen und ich behaupte von mir, Taktgef\u00fchl zu haben, aber ich hab&#8217;s einfach nicht hingekriegt. Es ist nah dran, aber nicht so perfekt, wie meine Kollegen das im Forum bei ihren Filmchen hinkriegen. Ich bin sehr neidisch, wei\u00df aber jetzt, was ich als n\u00e4chstes mache: auf den Beat schneiden \u00fcben.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die l\u00e4ngere Sequenz mit den B\u00fcchern, die ich auf meinem wackeligen Ikea-Schreibtisch gefilmt habe, wollte ich eigentlich noch mit irgendwas aufpeppen, aber mir ist partout nichts eingefallen, was sie sinnvoll besser gemacht h\u00e4tte. Nat\u00fcrlich w\u00e4ren alte Aufnahmen von mir toll gewesen \u2013 die kleine Anke in bunten Werbeagenturen und die gro\u00dfe Anke an der Uni \u2013, aber die habe ich schlicht nicht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Von Casey habe ich gelernt, dass Ortswechsel prima durch Fahrten visualiert werden k\u00f6nnen; so wei\u00df die Zuschauerin, dass wir anscheinend nicht mehr am heimischen Schreibtisch sind. Zeitraffer ist herausfordernder, als ich dachte, und ein Handy am Fahrradlenker anzubringen, war auch mit dem kleinen <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Joby-GripTight-ONE-Stand-schwarz\/dp\/B01NGTBA3E\/ref=sr_1_3\">\u00c4ffchenstativ<\/a> schwieriger als erwartet. Die meisten meiner Bilder zeigen eher den Radweg als die Umgebung, daher hatte ich trotz mehreren Fahrten kaum Bilder, die ich gerne sehen oder zeigen wollte. Die Sequenz, wo ich dem Auto ausweiche, ist nicht besonders h\u00fcbsch, aber links ist die Mauer vom Alten Nordfriedhof, wo das erste Video spielte. Wei\u00df niemand au\u00dfer mir, aber ich mochte das. (Na gut, ihr wisst das jetzt auch.) Und generell wollte ich Aufnahmen von mir und dem Fahrrad bzw. einer U-Bahn, weil in den meisten Videos aus den USA die ewig gleichen Bilder von \u201eAutot\u00fcr auf, irgendein Blick auf Mittelkonsole oder Instrumententafel, Blick auf die Stra\u00dfe \u00fcber die Motorhaube\u201c sind.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>In der Sequenz mit der Alten Pinakothek sehe ich den Unterschied zwischen iPhone und Sony massiv, aber vielleicht nur, weil ich es wei\u00df. Die Aufnahmen von der Front mit der Eingangst\u00fcr sind das iPhone, die lange R\u00fcckseite ist die wackelige Sony auf dem wackeligen Stativ. Okay, es war sehr windig. Direkt danach der Schwenk \u00fcber das Hauptgeb\u00e4ude der Uni, der so richtig sch\u00f6n unwackelig ist? iPhone ohne Stativ. Knurr. Und hier mag ich besonders den \u00dcbergang von Pinakothek zu Uni, das sieht fast wie ein genau so gemeinter, l\u00e4ngerer Rechtsschwenk aus. War aber reines Gl\u00fcck, \u00fcber Anschl\u00fcsse habe ich vorher nicht nachgedacht. (Was denn noch?!?)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bei der kurzen Einblendung meines Buchs h\u00e4tte ich gerne mein Buch gehabt, aber es ist noch f\u00fcr wenige Tage im Druck. Und danach sind wir in der sch\u00f6nsten Bibliothek aller Bibliotheken, n\u00e4mlich meinem B\u00e4llebad im ZI. Ich stolpere selbst dar\u00fcber, dass ich \u00fcber M\u00fcnchen als Hauptstadt der Bewegung spreche und wir Buchreihen sehen, aber ich wollte partout keine historischen Schwarzwei\u00dfaufnahmen haben. So sind diese Bilder schlicht der Weg zur Kunst, die wir am Ende der Sequenz sehen. Und ja, das ist Absicht, dass der Ausstellungskatalog, in dem ich bl\u00e4ttere, auf dem Kopf steht. Ich will diese Bilder nicht ohne Kontext im Netz haben. Wobei mir durchaus klar ist, dass die Hakenkreuze auch auf dem Kopf deutlich sichtbar sind. <\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Dann gibt&#8217;s wieder Unterwegs-Bilder, die ich beide sehr mag. Das erste, weil die Ludwigstra\u00dfe mit den goldenen Geb\u00e4uden und dem knallblauen Himmel einfach toll aussieht und die Dame auf dem Trottinette so malerisch an der Filmenden vorbeif\u00e4hrt, die brav an einem Sonntagmorgen an der roten Fu\u00dfg\u00e4ngerampel wartet. Das Bild ist schr\u00e4g, weil ich nicht fahre, sondern mein Rad schr\u00e4g an mir lehnt. Sieht aber so gerade noch okay aus, finde ich.<\/p>\n<p>Die Aufnahme an der Ampel mit dem Haus der Kunst im Hintergrund war sehr spontan und Beleg meiner totalen Unerfahrenheit, mich selbst zu filmen. Ich wollte gerne eine Aufnahme von mir, wie ich auf dem Rad irgendwo langfahre. Dazu muss ich mein Handy irgendwo hinstellen, was mir ein bisschen unsympathisch ist, weil ich alleine unterwegs bin und niemand auf das gute St\u00fcck aufpasst. Es war Sonntagmorgen, bis auf die Dame im Bild war niemand in der N\u00e4he, und an der Ampel stand ein Streusandkasten. Handy auf dem Stativ abgestellt, geguckt, ob das Haus der Kunst im Bild ist, denn darum ging&#8217;s mir ja, und gerade noch die gr\u00fcne Ampel erwischt. Dann auf der anderen Stra\u00dfenseite den totalen geistigen Aussetzer gehabt, denn dort stellte ich das Fahrrad ab, h\u00fcpfte \u00fcber die Stra\u00dfe, um das Handy wieder an mich zu nehmen \u2013 und dann wurde die Ampel rot. Jetzt hatte ich mein Handy wieder, aber bibberte nun 30 Sekunden, ob dr\u00fcben jemand mein Fahrrad klauen w\u00fcrde, was nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, wenn ich einfach wieder zur\u00fcckgefahren w\u00e4re, ich Huhn.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>F\u00fcr die zw\u00f6lf Sekunden Text auf der Eingangstreppe des Museums habe ich ungef\u00e4hr 20 Minuten gebraucht. Ich habe den Text mehrfach eingesprochen und den Rest der Zeit auf eine Verkehrspause <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/1487741690123362305\">gewartet<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bei den Radfahrenden habe ich \u00fcberlegt, ob die erste Szene n\u00f6tig ist, aber ich fand die ganze Sequenz von der L\u00e4nge her gut. Was ich von Caseys Edits mitgenommen und hoffentlich beherzigt habe: immer sch\u00f6n abwechseln in Tempo, Bild und Musik. Nachdem ich eben recht viel Text hatte und demn\u00e4chst noch ein Berg Text kommt, darf die Zuschauerin gerne kurz Luft holen. Die halbe Sekunde g\u00f6nne ich ihr, auch wenn sie filmisch nicht n\u00f6tig w\u00e4re. Und ich mochte die Vespa gerne, auf die ich auffahre und die mich dann \u00fcberholt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Beim Er\u00f6ffnungsshot f\u00fcr die lange Pinakothekssequenz habe ich brav darauf geachtet, nicht wieder schlicht den Eingang zu filmen, sondern mir eine Position zu suchen, wo ich vielleicht ein interessantes Detail habe, das die Zuschauerin noch nicht kennt. In diesem Fall die Skulptur, die ich mir kurz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skulpturenpark_Pinakothek\">ergoogeln<\/a> muss: Sie sehen Fritz K\u00f6nigs \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Biga\">Gro\u00dfe Biga<\/a>\u201c von 2000. Dann kommt wieder bl\u00f6der Pixelmatsch, damn you, Sony.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und noch eine B\u00fcchersequenz bzw. eine mit Fotos. Das antiquarische Buch \u201eH\u00e4user zeichnen\u201c (1957) von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_D%C3%B6llgast\">Hans D\u00f6llgast<\/a>, dem Architekt, der die Pinakothek restaurierte und f\u00fcr das herrliche Treppenhaus verantwortlich ist, hatte mir F. mal zu Weihnachten geschenkt; ihm liegen mehrere Fotos bei, von denen eins eine Seitenansicht der Pinakothek von 1957 zeigt, die bei mir gerahmt im Schlafzimmer steht. Die anderen beiden Ansichten sind im Film zu sehen. Im Buch liegt au\u00dferdem eine von D\u00f6llgast unterschriebene Karte: \u201eLieber Kollege! Aug um Aug, Buch um Buch. Um milde Beurteilung wird gebeten.\u201c Ich wei\u00df leider nicht, welchem Kollegen das Buch mal geh\u00f6rte, aber ich liebe es sehr. Es steht, wenn ich es nicht gerade abfilme, neben dem Foto auf einer Bilderleiste, obwohl Orange \u00fc-ber-haupt nicht in das Farbkonzept des Schlafzimmers passt. Bei der Sequenz f\u00e4llt mir leider immer auf, dass ich meinen schlumpfigen Ringelpulli trage und nicht mein \u00fcbliches Dunkelblau. Die abschlie\u00dfenden Bilder von der Pinakothek sind auf halbe Geschwindigkeit verlangsamt, damit DAS VERDAMMTE WACKELN nicht so nervt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Jetzt kommt die zweite Lieblingssequenz nach dem Einstieg: Sch\u00f6ne iPhone-Farben, neue Musik und dann geht&#8217;s endlich mal irgendwo rein, wo es Gem\u00e4lde zu sehen gibt. Die Pinakothek wurde in den vergangenen Jahren renoviert und das hat sich total gelohnt. Das Rot der W\u00e4nde knackt so super, das Licht ist toll, ach herrlich. Mir ist zum ersten Mal aufgefallen, dass die Metallschn\u00fcre (?), an denen die Werke h\u00e4ngen, f\u00fcr eine gewisse L\u00e4nge mit farbigem Stoff ummantelt sind, damit es keinen Kontrast zur farbigen Wand gibt. Auch hier h\u00e4tte ich noch ein paar Sekunden rausschneiden k\u00f6nnen, aber ich wollte die <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/k2xnB69xPd\">Raffaels<\/a> so lange wie m\u00f6glich im Bild haben, und <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/Dj4mkQbL5A\">Rubens<\/a> schadet ja auch nie. Mein geliebter <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/PdxzE3V4w5\/lorenzo-lotto\/die-mystische-vermaehlung-der-hl-katharina\">Lotto<\/a> ist gerade ausgeliehen oder abgeh\u00e4ngt, der <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/jWLpO7nxKY\/rogier-van-der-weyden\/columba-altar-anbetung-der-koenige\">Columba-Altar<\/a> schien mir zu kleinteilig, das \u201e<a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/01G1P9YLkE\/pieter-bruegel-d-ae\/das-schlaraffenland\">Schlaraffenland<\/a>\u201c ist in ein Seitenkabinett verbannt und spiegelt, der <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/Y0GRlo7xRX\/sandro-botticelli\/beweinung-christi\">Botticelli<\/a> hatte irgendwie komisches Licht und vorm <a href=\"https:\/\/www.sammlung.pinakothek.de\/de\/artwork\/Qlx2QpQ4Xq\/albrecht-duerer\/selbstbildnis-im-pelzrock\">D\u00fcrer<\/a> standen Leute, daher gibt&#8217;s nur Raffael und Rubens. Und: Hier habe ich es endlich mal geschafft, auf den Beat zu schneiden: Das Bild wechselt, wenn sich die Musik danach anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im Forum kam die Anmerkung, die Raumflucht s\u00e4he total nach Kubrick aus, ob da nicht auch \u201e epic Kubrick music\u201c drunter passen w\u00fcrde? Das mag sein, aber ich wollte die Musik so unaufdringlich wie m\u00f6glich haben, eher einen Plink-Plonk-Klangteppich, nichts Episches. Als weitere Anmerkung zum generellen Film kam, dass ich etwas \u201eteachy\u201c klingen w\u00fcrde; ob es nicht auch m\u00f6glich w\u00e4re, quasi gemeinsam mit der Zuschauerin die Dinge zu entdecken, die ich pr\u00e4sentiere? Also: \u201eIch komme aus Hamburg, ich wusste vorher nicht, dass es in M\u00fcnchen dies und das gibt.\u201c Oder: \u201eIch frage mich, warum die Steine an der Fassade verschiedene Farben haben.\u201c Klingt nach einer guten Idee, aber sie ist, meine ich derzeit, nicht f\u00fcr mich. Ich wei\u00df ja, was ich wei\u00df und will daher auch nicht so tun, als ob ich es nicht w\u00fcsste. Aber ich finde die Idee gut, auf eine Reise zu gehen und die Zuschauerin mitzunehmen.<\/p>\n<p>Vom tollsten Treppenhaus der Welt wollte ich eigentlich eine Zeitrafferaufnahme machen, wie die Menschenmengen dort hoch- und runterwogen, aber es ist Pandemie und in meinem Fall war es Mittwochmittag, da waren einfach nicht so irre viele Menschen im Treppenhaus unterwegs. Genauer gesagt, habe ich lausige vier Personen auf mehrere Aufnahmen verteilt einfangen k\u00f6nnen und mich dann doch lieber f\u00fcr eine komplett leere Treppe entschieden.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Skulptur nenne ich im Film nicht namentlich, h\u00e4tte ich vielleicht als Einblendung machen sollen, aber ich wollte das nicht \u00fcberfrachten. Wir sehen den \u201eRosseb\u00e4ndiger\u201c (1931) von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernhard_Bleeker\">Bernhard Bleeker<\/a>.<\/p>\n<p>Bei den drei Tafeln zu den \u201eWunden der Erinnerung\u201c ist mir aufgefallen, dass die Zuschauerin nichts mit der Ortsangabe der Universit\u00e4tsbibliothek anfangen kann. Daher ist der Schwenk zur Uni vorhin im Video drin, damit wenigstens der Begriff \u201eUniversit\u00e4t\u201c schon mal gefallen ist. Das Bild fiel mir spontan ein, als ich auf dem Weg zum Haus der Kunst war; der Himmel war so toll blau, das Licht gut und ich dachte, vielleicht kann ich die Unibilder vorne in die erste B\u00fcchersequenz schieben, wenn ich \u00fcber mein Studium spreche. Habe ich dann nicht gemacht, aber beim Schnitt war ich froh \u00fcber diese Eingebung, weil die Szenen sp\u00e4ter gut passten.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Sequenz mit der U-Bahn ist nat\u00fcrlich nicht der richtige Anschluss; vom Haus der Kunst kommt man nicht so direkt mit der U-Bahn weg, aber Fahrrad hatten wir jetzt genug. Ihr fahrt jetzt von meiner Heimathaltestelle mit mir zum geliebten K\u00f6nigsplatz, weil ich ins ZI muss. Und mir ist jede Ausrede recht, den Platz zu zeigen. Die Bilder von dort sind \u00fcbrigens nicht im Zeitraffer aufgenommen, ich schwenke mal wieder zu hektisch. Verlangsamen wollte ich die Sequenz aber auch nicht, weil sie mir dann zu lang wurde.<\/p>\n<p>Mit der kompletten Sequenz ab dem K\u00f6nigsplatz hadere ich, ich finde sie zu wackelig, vor allem die abschlie\u00dfenden Aufnahmen des ZIs. Die habe ich ewig umgeschnitten und mich zum Schluss in mein Schicksal ergeben, dass diese Bilder halt sehr meh sind. Auch die Szenen, in der wir gemeinsam wieder nach dem Bl\u00e4ttern aus dem ZI rausgehen, gef\u00e4llt mir nicht, aber hier hatte ich nur diese eine Aufnahme. W\u00e4hrend ich f\u00fcr das erste Video insgesamt viermal losgezogen bin, um an einer Location zu filmen, habe ich mir hier untersagt, irgendwas nachzudrehen. Deal with it, move on.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Dass der gro\u00dfe Schwenk zum Schluss so perfekt in der L\u00e4nge zum Voice-over passt, ist reines Gl\u00fcck. Nichts geschnitten, keinen Text gek\u00fcrzt oder verl\u00e4ngert, das passte einfach. Und hier sind dann endlich die Texteinblendungen, f\u00fcr die ich mich an Final Cut gewagt habe. Hat sich total gelohnt. Inneres Augenrollen, aber dann doch nicht, weil die Worte \u201eAlte Pinakothek\u201c so sch\u00f6n einfach in die Ecke zu schieben waren. Ich hatte kurz \u00fcberlegt, die Schriftgr\u00f6\u00dfe zu verkleinern, damit es perspektivisch besser stimmt, aber das war mir zu albern.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Rausschmei\u00dfertext habe ich, wie oben erw\u00e4hnt, an mehreren Orten eingesprochen: am Haus der Kunst, vor dem ZI, in der ZI-Bibliothek und zuhause am Schreibtisch. In der Pinakothek war mir das zu peinlich, ich hatte den Text aber in der Hosentasche. Schlussendlich geworden ist es die ZI-Bib, weil dort der Ton am besten war, aber ich wollte zum Schluss nochmal das Bild davor aufgreifen, also das Haus der Kunst, und deswegen ist der letzte Satz dann wieder mit Verkehr und Wind.<\/p>\n<p>Und jetzt legen wir den Film zu den Akten und machen den n\u00e4chsten, wo ich wieder brav alles Gelernte anwende. Und danach mit allem hadere. Also alles wie immer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den ersten zwei Wochen Filmschule per vorgefertigten Videos von Neistat ging es an den zweiten Film. Wo der erste noch \u201espontaneous\u201c sein sollte, bezeichnete Neistat den zweiten nun als \u201epre-meditated\u201c. Also: \u00dcberleg dir vorher eine Geschichte und geh nicht einfach so mit der Kamera oder dem Handy raus. Drehe vielleicht an mehr als nur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-37859","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37859","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37859"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37859\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37888,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37859\/revisions\/37888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}