{"id":37644,"date":"2021-12-08T10:07:30","date_gmt":"2021-12-08T09:07:30","guid":{"rendered":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=37644"},"modified":"2021-12-08T10:07:30","modified_gmt":"2021-12-08T09:07:30","slug":"was-schon-war-dienstag-7-dezember-2022-neues-handy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=37644","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Dienstag, 7. Dezember 2022 \u2013 Neues Handy"},"content":{"rendered":"<p>Mein altes iPhone 6 (SECHS!) verschlechterte sich in den letzten Monaten dramatisch, weswegen ich ein bisschen rechnete, mir Tarife anschaute, nochmal rechnete und gestern in den Telekomshop vor Ort ging, wo ich einen Termin gebucht hatte, um mein neues Handy abzuholen, ein paar Vertr\u00e4ge zu unterschreiben und gleich auch mal meinen Router erneuerte, der auch schon neun Jahre auf dem Buckel und ein im Vergleich zu dem hier m\u00f6glichen eher langsames Interweb hat. Das war ein sehr angenehmes Einkaufs- und Beratungserlebnis, gleich mal f\u00fcnf Sterne auf Google verliehen, worum mich der freundliche Verk\u00e4ufer gebeten hatte. Einen magenta-farbenen Schokonikolaus gab&#8217;s auch noch, was will frau mehr.<\/p>\n<p>Zuhause verbrachte ich staunend zehn Minuten, wo die meisten der Daten vom alten Handy drahtlos (aka per Zauberei) auf meinem neuen landeten, ohne dass ich viel machen musste. Danach verbrachte ich zwei Stunden damit, mich bei zahllosen Diensten wieder einzuloggen, die nicht automatisch mitkamen, was ich bei sensiblen Dingen wie ApplePay auch einsehe.<\/p>\n<p>Die Kamera des iPhone 12 hat mich mehr beeindruckt als alles andere. Das erste spontane Bild landete auf Insta und bekam den Untertitel \u201eHappy Place.\u201c Im schummerigen Kunstlicht sahen f\u00fcnf meiner acht B\u00fccherregale doch erstaunlich gut aus. Und es sieht aus, als ob ich in einer Turnhalle wohne; das tue ich nicht, ich sitze knappe zwei Meter vom Regal entfernt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/BD9E183C-CCDF-4DEF-BEB8-B0D24B157BBD.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"402\" class=\"alignnone size-full wp-image-37647\" \/><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Weiter in der <a href=\"https:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/andreas-platthaus-lyonel-feininger-9783737101165\">Feininger-Biografie<\/a> gelesen und dabei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Galka_Scheyer\">Galka Scheyer<\/a> kennengelernt, die mir bis dahin noch kein Begriff gewesen war. Sehr interessiert mehr \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Blaue_Vier\">Blaue Vier<\/a> gelernt, immerhin das hatte ich schon mal geh\u00f6rt. Dabei wurde mir erneut klar, wie viel mehr ich noch von den K\u00fcnstlern und K\u00fcnstlerinnen wissen muss, die im \u201eDritten Reich\u201c als \u201eentartet\u201c bezeichnet wurden. Ich wei\u00df viel mehr \u00fcber diese Seite, ich kenne Texte von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Schultze-Naumburg\">Schultze-Naumburg<\/a> und von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alfred_Rosenberg\">Rosenberg<\/a>, aber noch zu wenige von den Verfolgten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem dachte ich, oh, das Buch k\u00f6nnte ich bei der Literatur zu Scheyer in der Wikipedia anlegen, aber da steht es nat\u00fcrlich schon.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Wo wir grad beim Thema sind: Die FAZ <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/ausstellung-ueber-frankfurt-in-der-ns-zeit-im-historischen-museum-17672441.html\">bespricht<\/a> eine Ausstellung in Frankfurt sehr gut: <a href=\"https:\/\/www.historisches-museum-frankfurt.de\/eine-stadt-macht-mit\">Eine Stadt macht mit \u2013Frankfurt und der NS<\/a>. Die Ausstellung im Historischen Museum l\u00e4uft noch bis September 2022.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Historische Museum Frankfurt will mit einer gro\u00dfen Ausstellung diesen doppelten Mythos entkr\u00e4ften. Unter der \u00dcberschrift \u201eEine Stadt macht mit\u201c soll gezeigt werden, wie der Nationalsozialismus Frankfurt durchdrang. Entscheidend war das Verhalten der Stadtverwaltung, deren Mitarbeiter in \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit eifrig oder zumindest willig die Vorgaben der neuen Herrscher vollstreckten, mit besonders grauenhaften Folgen im Gesundheitsamt. Diesem Muster folgte nahezu das gesamte gesellschaftliche Leben, wie die Schau eindr\u00fccklich zeigt: eine Institution nach der anderen schaltete sich selbst gleich und huldigte fortan dem \u201eF\u00fchrerprinzip\u201c.<\/p>\n<p>Mit dieser These rennt die Ausstellung offene T\u00fcren ein, zumindest bei denjenigen, die die Ergebnisse der j\u00fcngeren historischen Forschung verfolgt haben. Zahlreiche Detailstudien zeigen, wie sich beispielsweise die F\u00fchrung von Eintracht Frankfurt und das Pr\u00e4sidium der vornehmen Gesellschaft f\u00fcr Handel, Industrie und Wissenschaft dem neuen Regime unterwarfen und j\u00fcdische Mitglieder entweder zum R\u00fcckzug n\u00f6tigten oder kurzerhand rauswarfen. Auch hat sich gezeigt, dass es zwar vereinzelte Beispiele von Widerstand und \u2013 bis in die Gestapo hinein \u2013 von Hilfsbereitschaft gegen\u00fcber Verfolgten gab, Frankfurt jedoch keineswegs besonders viele Helden hervorgebracht hat.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Wo wir leider immer noch beim Thema sind:<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/kultur\/lisa-eckhart-und-die-judenwitze\/\">Lisa Eckhart und die Judenwitze<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die J\u00fcdische Allgemeine ist allm\u00e4hlich fassungslos:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs ist etwas ins Rutschen geraten in der Bundesrepublik. Noch bis vor Kurzem w\u00e4re es undenkbar gewesen, dass auf der B\u00fchne unter dem Deckmantel der Satire Judenwitze erz\u00e4hlt werden, ohne dass es einen \u00f6ffentlichen Aufschrei gegeben h\u00e4tte. Der K\u00fcnstler w\u00e4re zur Persona non grata geworden \u2013 und zwar v\u00f6llig zu Recht.<\/p>\n<p>Die Kabarettistin Lisa Eckhart dagegen ist mit ebensolchen antisemitischen Pointen innerhalb kurzer Zeit zur erfolgreichsten deutschsprachigen K\u00fcnstlerin ihres Genres aufgestiegen. Gro\u00dfe Teile des deutschen Feuilletons feiern in irrwitzigen geistigen Verrenkungen mit Bezug auf die Meta-Ebene der Meta-Ebene Eckharts antisemitische Pointen als \u00bbhintergr\u00fcndig\u00ab, \u00bbgro\u00dfe Kunst\u00ab und \u00bbmutige Abrechnung\u00ab mit dem von der linken Identit\u00e4tspolitik dominierten Zeitgeist.<\/p>\n<p>Und mehr noch: Die Kritiker von Eckhart \u2013 bei ihnen handelt es sich \u00fcberwiegend um Juden \u2013 werden als \u00bbengstirnig\u00ab und \u00bbhumorlos\u00ab abgekanzelt, wie j\u00fcngst in der \u00bbWELT\u00ab.<\/p>\n<p>Eckharts Verteidiger sagen: Die K\u00fcnstlerin werde missverstanden. Sie entlarve schonungslos die antisemitischen Einstellungen ihres Publikums. Sollte dies, das vermeintliche Spiegeln ihrer Zuschauer, tats\u00e4chlich Eckharts kabarettistisches Konzept sein, w\u00e4re dies ein weiterer Beleg f\u00fcr die Hoffnungslosigkeit des deutschen Humorbetriebs. Braucht es wirklich \u00f6ffentlich aufgef\u00fchrte Judenwitze, um auf das Problem des Judenhasses in diesem Land hinzuweisen?\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Gute Frage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein altes iPhone 6 (SECHS!) verschlechterte sich in den letzten Monaten dramatisch, weswegen ich ein bisschen rechnete, mir Tarife anschaute, nochmal rechnete und gestern in den Telekomshop vor Ort ging, wo ich einen Termin gebucht hatte, um mein neues Handy abzuholen, ein paar Vertr\u00e4ge zu unterschreiben und gleich auch mal meinen Router erneuerte, der auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-37644","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37644"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37644\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37649,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37644\/revisions\/37649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}