{"id":37112,"date":"2021-09-05T06:00:05","date_gmt":"2021-09-05T05:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=37112"},"modified":"2021-09-05T06:05:27","modified_gmt":"2021-09-05T05:05:27","slug":"was-schon-war-kw-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=37112","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, KW 35 \u2013 Alles irgendwie"},"content":{"rendered":"<p>Fenster geputzt mit dem \u00fcblichen Effekt: Wow, ist das auf einmal hell hier.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Am vergangenen Sonntag gingen F. und ich in die Ausstellung von Matt Black im Kunstfoyer, \u201e<a href=\"https:\/\/www.versicherungskammer-kulturstiftung.de\/kunstfoyer\/ausstellungen\/matt-black-american-geography\/\">American Geography<\/a>\u201c (<a href=\"https:\/\/www.mattblack.com\/american-geography\/gcxn34kjumgll3lqkzfbe2zcnwlp0m\">hier<\/a> die Seite des K\u00fcnstlers mit Bildbeispielen). Sie l\u00e4uft nur noch bis zum 12. September \u2013 wer noch Gelegenheit dazu hat, m\u00f6ge bitte reingehen. Kostet auch nichts.<\/p>\n<p>Mir haben besonders die, ich nenne sie mal so, Cinemascope-Panoramen gefallen. Sie kamen mir vor wie eine gro\u00dfe Erz\u00e4hlung, ein Epos, das mir mitteilt, was bisher geschah. Indem man am Bild entlang ging, las man die Story, die allerdings meist von Verfall und Verzweiflung berichtete.<\/p>\n<p>Ich mochte die vielen Stromleitungen, die Blacks Fotos zerschneiden, und ich mochte bis zu einem gewissen Grad seine Eigenheit, Bilder kippen zu lassen, also den Horizont eben nicht horizontal zu zeigen. Simple Lesart: Alles ist in Bewegung, nichts ist sicher.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ich sah das erste Triell und muss mir die anderen beiden vermutlich nicht mehr anschauen. An meiner Wahlentscheidung hat der Schlagabtausch nichts ge\u00e4ndert, ganz im Gegenteil. Mein Wahlbrief ist schon im Kasten.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CTZlDM0LB9f\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.05.25.png\" alt=\"\" width=\"478\" height=\"597\" class=\"alignnone size-full wp-image-37132\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>In dieser Woche war ich gef\u00fchlt jeden Tag in der Uni-Bib oder an der Packstation oder in Postfilialen, in denen Pakete landen, die nicht mehr in die Packstation passen. Meine geliebte Station in fu\u00dfl\u00e4ufiger N\u00e4he ist leider seit Ende Juli abgebaut, daher radele ich jetzt durch die Gegend und lerne neue Packstationen kennen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Buch 1: Der <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/publikation\/die-liste-der-gottbegnadeten-kuenstler-des-nationalsozialismus-in-der-bundesrepublik\/\">Katalog<\/a> zur<a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/die-liste-der-gottbegnadeten-kuenstler-des-nationalsozialismus-in-der-bundesrepublik#\/\"> Ausstellung der Gottbegnadeten im DHM in Berlin<\/a>. Der Katalog ist weniger textlastig als ich gehofft hatte, aber er bildet viele der Werke von K\u00fcnstlern, die schon zur NS-Zeit erfolgreich waren und ihre Karriere launig in der Bundesrepublik fortsetzen konnten, ab, aus beiden Zeitperioden. Die <a href=\"https:\/\/storage.googleapis.com\/dhm-gottbegnadete\/6qv8WcJPDT9eaFVv\/index.html#\/\">Karte dieser Skulpturen<\/a> ist netterweise auch online.<\/p>\n<p>Im Vorwort stand ein Absatz, von dem ich mir w\u00fcnschte, er w\u00e4re mir zur Diss eingefallen, in der ich \u201eNS-Kunst\u201c immer in Anf\u00fchrungszeichen schreibe:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir haben uns bem\u00fcht, diese K\u00fcnstler nicht als \u201aNS-K\u00fcnstler\u2018 und ihre Werke nicht als \u201aNS-Kunst\u2018 zu bezeichnen. Wir wissen, welche Bedeutung sie f\u00fcr die NS-Herrschaft hatten; wie sehr sie zu dieser Herrschaft beigetragen haben. Aber indem man eine bestimmte Gruppe als \u201adie Nationalsozialisten\u2018 auszumachen versucht, entlastet man andere Gruppen und Str\u00f6mungen. Damit verkleinert sich das Problem der Mitwirkung und man wird den historischen Gegebenheiten nicht gerecht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(Raphael Gross: \u201eDie \u201aGottbegnadeten\u2018 und unsere visuelle Welt\u201c, in: Wolfgang Brauneis\/Ders. (Hrsg.): <em>Die Liste der \u201eGottbegnadeten\u201c \u2013 K\u00fcnstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik<\/em>, M\u00fcnchen 2021, S. 10\/11, hier S. 10.)<\/p>\n<p>Meine liebste Erkl\u00e4rung f\u00fcr \u201eNS-Kunst\u201c stammt von Joan Clinefelter, ich copypaste mal meine eigene Fu\u00dfnote: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eJoan L. Clinefelter schreibt, dass sich faschistische Kunst nicht durch bestimmte Motive oder einen einheitlichen Stil definiert, den es zudem nicht gegeben hat, sondern durch einen \u201einterpretive gloss placed on the works.\u201c Sobald ein Werk in einem Kontext auftaucht, der durch Partei oder Staat als zugeho\u0308rig oder offiziell definiert wird \u2013 Ausstellungen, Sammlungen, Publikationen \u2013, ist es \u201eNS-Kunst\u201c. Vgl. Clinefelter, Joan: <em>Artists for the Reich. Culture and Race from Weimar to Nazi Germany<\/em>, Oxford\/ New York 2005, S. 4.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der eben genannte Wolfgang Brauneis, einer der Kuratoren der Ausstellung, erw\u00e4hnte \u00fcbrigens Protzen in seiner <a href=\"http:\/\/www.dhm.de\/blog\/2021\/09\/01\/die-liste-der-gottbegnadeten-kuenstler-des-nationalsozialismus-in-der-bundesrepublik\/\">Er\u00f6ffnungsrede<\/a>. Im Katalog kommt er aber nicht mehr vor, danach suchte ich nat\u00fcrlich als erstes.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Buch 2 und 3 waren Leserinnengeschenke, vielen Dank! Von Brit Bennett <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=36876\">las ich<\/a> <em>The Vanishing Half<\/em> mit Begeisterung und freue mich daher sehr auf ihren Erstling, <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/0349701490\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0349701490&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=dff0118658ac5a71793f6fff837557f8\">The Mothers<\/a><\/em>. Im zweiten Buch, <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3570551016\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3570551016&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=dafbd9f0b04d7a2269f1f01d03513c41\">Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945<\/a><\/em> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andreas_Kossert\">Andreas Kossert<\/a> las ich bereits das Vorwort \u2013 und musste feststellen, dass ich, obwohl meine Mutter aus dem ehemaligen Ostpreu\u00dfen stammt, keine Ahnung von Vertriebenenpolitik nach 1945 habe. Alleine die Zahl der Geflohenen aus den ehemaligen Ostgebieten, die irgendwie im zerbombten \u201eAltreich\u201c integriert werden mussten, erstaunte mich: 14 Millionen. Vierzehn Millionen! Und heute quengeln die Pappnasen von Rechtsau\u00dfen wegen eines Fliegers aus Afghanistan.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVor 1953 findet man f\u00fcr die Heimatlosen Bezeichnungen aller Art. Man sprach von Aussiedlern und Vertriebenen, von Fl\u00fcchtlingen, Ostvertriebenen, Heimatvertriebenden, Ausgewiesenen und Heimatverwiesenen. 1947 setzte sich dann allm\u00e4hlich \u201aVertriebene\u2018 \u2013 <em>expellees<\/em> \u2013 durch, auch weil die amerikanische Besatzungsmacht das anordnete. Der Begriff sollte zum Ausdruck bringen, dass die Vertreibung endg\u00fcltig war und keine Hoffnung auf R\u00fcckkehr bestand.\u201c (S. 10) In der DDR wurde sp\u00e4testens 1950 \u201eaus dem \u201aUmsiedler\u2018 der \u201aNeub\u00fcrger\u2018.\u201c (S. 12) \u201eSeit den 1960er Jahren spielte das Schicksal der Vertriebenen in der bundesrepublikanischen \u00d6ffentlichkeit kaum noch eine Rolle, und auch die Erinnerung an das historische Ostdeutschland schwand zusehends, bewahrt nur noch in den landsmannschaftlichen Biotopen. [&#8230;] Vertriebene galten pauschal als Revanchisten, weshalb es unter Intellektuellen verp\u00f6nt war, sich mit Flucht und Vertreibung der Deutschen zu besch\u00e4ftigen.\u201c (S. 13)<\/p><\/blockquote>\n<p>Eigene Nase. Ich habe die Bewohner der ehemaligen Ostgebiete auch immer als nervige Konservative bzw. r\u00fcckst\u00e4ndige Nationalisten wahrgenommen. Erst seit Kurzem, seitdem ich \u00fcberlege, was es bei Omi eigentlich an ostpreu\u00dfischen Spezialit\u00e4ten auf dem Esstisch gab und ich seitdem nach Rezepten aus der Gegend googele (oder Mama frage), ahne ich, dass mein Urteil vorschnell war.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie oft gepriesene materielle Integration der Heimatlosen im Wirtschaftswunderland gelang letztlich, weil die Vertriebenen nicht in der Rolle der Betroffenen verharrten, sondern selbst Hand anlegten [&#8230;] \u00dcberliefert ist aber die Geschichte der Einheimischen, die angeblich ganz allein durch ihre gewaltigen Leistungen die Heimatlosen integriert haben. F\u00fcr die Historikerin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helga_Grebing\">Helga Grebing<\/a> geh\u00f6rt die Ignoranz gegen\u00fcber den Landsleuten aus dem Osten zu den deutschen Verdr\u00e4ngungsleistungen nach 1945, war gleichfalls eine \u201a<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Unf%C3%A4higkeit_zu_trauern\">Unf\u00e4higkeit zu trauern<\/a>.\u2018 [&#8230;] Dass die Aufnahme der 14 Millionen nicht zur politischen Dauermalaise wurde, die Radikalisierung ausblieb, daf\u00fcr zahlten die Vertriebenen mit Verleugnung ihres Schmerzes und kultureller Selbstaufgabe. Schlesier, Ostpreu\u00dfen, Pommern, Deutschb\u00f6hmen und Banater Schwaben, die \u00fcber Jahrhunderte beigetragen haben zur Vielfalt der deutschen Identit\u00e4t, hatten fern der Heimat nichts mehr zu melden.\u201c (S. 14 und 16)<\/p><\/blockquote>\n<p>Bin sehr gespannt auf den Rest des Buchs. Vielen Dank f\u00fcr beide Geschenke, ich habe mich sehr gefreut.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Dann schickte Lektorgirl noch Buch 4 vorbei: <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3498002155\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3498002155&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=63ec2cb8908eb06d6d3c6ae46e5a4922\">Wagnisse: 13 tragische Bauwerke und ihre Sch\u00f6pfer<\/a><\/em>. Klingt erstmal spannend und macht den Stapel noch h\u00f6her. \u00c4chz.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CTKho5Elwe4\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.04.34.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"499\" class=\"alignnone size-full wp-image-37133\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.04.34.png 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.04.34-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Denn aus der Uni-Bib holte ich dusseligerweise zeitgleich den Katalog zur Ausstellung im Bucerius-Kunstforum in Hamburg, \u201e<a href=\"https:\/\/www.buceriuskunstforum.de\/ausstellungen\/moderne-zeiten-industrie-im-blick-von-malerei-und-fotografie\">Moderne Zeiten \u2013 Industrie im Blick von Malerei und Fotografie<\/a>\u201c, die aber anscheinend ohne eine einzige Autobahn auskommt, sad. Und ohne einen Grossberg. Jetzt kann ich sie nicht mehr ernstnehmen.<\/p>\n<p>Auch hier gelang mir bisher nur ein schweifender Blick in die Aufs\u00e4tze, aber f\u00fcr diesen Absatz hat es sich schon gelohnt, weil ich innerlich nur so A-MEN, BROTHER, PREACH! vor mich hinbeckerfaustete.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIndustriefotografen pauschal zu den NS-Propagandisten zu z\u00e4hlen, w\u00fcrde den Ambivalenzen der historischen Wirklichkeit nicht gerecht. Auch wenn sich ein Mann wie [Albert] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albert_Renger-Patzsch\">Renger-Patzsch<\/a> mit dem Regime arrangierte, blieb er doch seiner Bildsprache der Neuen Sachlichkeit treu. Ohnehin sind die Kontinuit\u00e4tslinien zwischen den 20er Jahren und dem \u201aDritten Reich\u2018 st\u00e4rker als die Br\u00fcche oder Neuans\u00e4tze. Gemeinschaft zu visualisieren, war etwa lange vor 1933 ein Topos der Industriefotografie, und auch die Portr\u00e4ts kr\u00e4ftig-stolzer Arbeiter waren keine Neuerfindung, sondern kn\u00fcpften an \u00e4ltere Traditionen an.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ralf Stremmel: \u201eDokumentieren und Inszenieren. Industriefotografie im Ruhrgebiet von 1860 bis 1960\u201c, in: Kat. Ausst. <em>Moderne Zeiten \u2013 Industrie im Blick von Malerei und Fotografie, Bucerius Kunst Forum Hamburg 2021<\/em>, M\u00fcnchen 2021, S. 54\u201365, hier S. 62.<\/p>\n<p>Renger-Patzsch fand ich in den Unterlagen im Bundesarchiv zur Ausstellung \u201eDie Stra\u00dfe\u201c (1934), aber ich bin mir nicht sicher, ob seine Fotos schlussendlich ausgestellt oder nur angefragt wurden. Hat bei mir nur zu einer Fu\u00dfnote gereicht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und das letzte Buch: <em>Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der fr\u00fchen Nachkriegszeit<\/em> von Hanne Le\u00dfau. Ich sah die Autorin in einer YouTube-Veranstaltung, ich meine, vom Fritz-Bauer-Institut, aber der Link ist inzwischen auf privat gestellt. Daher verweise ich faul auf die <a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/publicationreview\/id\/reb-29575\">gute Besprechung bei hsozkult<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CTP-O4ohel1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.03.22.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-37131\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.03.22.png 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.03.22-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Wenn ich nicht gerade B\u00fccher durch die Gegend trug, war ich mit F. Bier trinken (Freitag), sa\u00df am Schreibtisch (die ganze Woche) oder baute (gestern) mit F. meinen neuen Kleiderschrank auf. Kleiderschr\u00e4nke sind die M\u00f6belst\u00fccke, die ich am garstigsten von allen finde, weswegen ich mich in jeder Wohnung \u00fcber Abstellkammern freue, denn da landen alle meine Klamotten. In dieser Wohnung nutzte ich Kommoden mit Schubladen und die Garderobe und einen Teil des leider zu kleinen integrierten Wandschranks und gef\u00fchlt noch das Bad, aber irgendwann musste ich mir eingestehen: Du brauchst einen Kleiderschrank. Hab ich jetzt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Vorletzte Woche entdeckte ich irgendwie die Serie \u201e<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Five_Bedrooms\">Five Bedrooms<\/a>\u201c, die es im irgendwo im Interweb gibt. Die zwei Staffeln lie\u00dfen sich sehr gut weggucken. Wenn Sie \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Please_Like_Me\">Please Like Me<\/a>\u201c mochten, m\u00f6gen Sie \u201eFive Bedrooms\u201c vermutlich auch.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Auf Netflix l\u00e4uft die zweite Staffel von \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Noch_nie_in_meinem_Leben_%E2%80%A6\">Never Have I Ever<\/a>\u201c. Darin nutzt die pubertierende Hauptperson die Sprachnachrichten ihres toten Vaters, um sich zu beruhigen. Und auf einmal fiel mir ein: So was \u00c4hnliches habe ich ja auch.<\/p>\n<p>Ich l\u00f6sche Sprachnachrichten nie, eher aus Faulheit denn aus Berechnung. Aber so h\u00f6rte ich vor ein paar Tagen, wie Papa mir nochmal im Vollbesitz seiner geistigen Kr\u00e4fte zum 49. Geburtstag gratulierte \u2013 \u201ewir melden uns dann sp\u00e4ter nochmal.\u201c Das war sehr seltsam, aber auch sehr sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Die Staffel endet mit diesem Song, der seitdem in meinen Ohren wurmt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/l73FJBnjp28\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Am Donnerstag hatte ich einen sehr, sehr, wirklich sehr w\u00fctenden Blogeintrag \u00fcber Impfgegner in den Fingern, aber netterweise <a href=\"https:\/\/www.mcsweeneys.net\/articles\/oh-my-fucking-god-get-the-fucking-vaccine-already-you-fucking-fucks\">hatte McSweeney&#8217;s den schon geschrieben<\/a>. (Via @<a href=\"https:\/\/twitter.com\/misscaro\/status\/1433730302539673613\">misscaro<\/a>)<\/p>\n<blockquote><p>\u201eOh, you\u2019re afraid of fucking side effects? Fuck you. You know what has fucking side effects? Fucking aspirin, fucking Tylenol. You could be fucking allergic to pineapple, you fucking fuckwit. Everything has side effects. You\u2019re being a big fucking baby with a huge diaper full of fucking diarrhea, complaining about maybe feeling slightly tired for a day or two while your asymptomatic COVID case you get and pass to some innocent fucking kid could wind up killing them or someone else. Fuck you, you fucking selfish fucking shit-banana, you unredeemable ass-caterpillar, you fucking fuck-knob with two fucks for eyes and a literal poop where your heart should be. You want a two-month-old to wind up on a fucking ventilator instead of you, a fucking adult, getting a fucking sore arm for a day? What are you, a pitcher for the Yankees? A fucking concert pianist? An arm model? Get the fuck out of here! Fuck you. Get vaccinated. Fuck. Fuck you!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, ich wei\u00df, mit Anschreien bringt man niemanden dazu, sich vern\u00fcnftig zu verhalten, aber nach anderthalb Jahren Nettsein, \u00dcberzeugen, Impfwerbung, Kanzlerinnenansprachen, Twitter-Threads und Drosten-Podcasts habe ich keine Lust mehr. Es war sehr beruhigend, den Artikel zu lesen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CTUaV3yrWc7\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.04.54.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-37134\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.04.54.png 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2021-09-04-um-20.04.54-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Bilder in diesem Beitrag stammen von den Insta-Accounts <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/francespalmer\/\">Frances Palmer<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/triplewrenfarms\/\">Triple Wren Farms<\/a>. Weil ich es sch\u00f6n finde, auf Insta lauter Blumen zu sehen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Als Rausschmei\u00dfer noch einen <a href=\"https:\/\/lareviewofbooks.org\/article\/cancellation-of-the-gods\/\">Artikel<\/a> aus der LA Book Review. Der j\u00fcdische Autor und Musiker Paul Festa schreibt \u00fcber den <a href=\"https:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/alex-ross-die-welt-nach-wagner-9783498001858\">Wagner-Brocken<\/a>, den ich noch ein paar Wochen lese. Lohnt sich alleine f\u00fcr die herrliche Zusammenfassung der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>: \u201eIn which Siegfried is drugged into cheating on Br\u00fcnnhilde, so she cancels everything with a torch, including him, herself, her horse, her father, his family, and the new construction.\u201c <\/p>\n<p>\u201eCancellation of the Gods\u201c n\u00e4hert sich Wagner aus verschiedenen Richtungen und ich habe jede Zeile gern gelesen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eI recently found myself accused of Jewish Wagner sympathy after asking on social media if anyone could recommend a production of <em>Tristan und Isolde<\/em> for my college seminar \u201cMusic for Masochists: Five Centuries of Difficult Listening in Western Classical Music.\u201d <em>Tristan<\/em> gave tonal music a hard shove toward a sheer cliff and as such plays a pivotal role in the story of difficult music.<\/p>\n<p>In response to my query, amid a few recommendations, someone deposited the hashtag #wagneriscancelled and assigned me to watch the Sarah Silverman music video about Jewish people who drive German cars. This stung: my first and most beloved car, the gift of my Jewish mother\u2019s Jewish second husband, was a blue 1967 Volkswagen Bug. When you turned on the radio the windshield wipers activated; it was too human to be a Nazi.<\/p>\n<p>I responded with a defense of <em>Tristan<\/em> that was heartfelt but also dishonest in a sense: I\u2019d already canceled Wagner, at the age of 14. I needed help choosing a <em>Tristan<\/em> because I barely knew the opera, and that\u2019s the Wagner opera I knew best. [&#8230;]<\/p>\n<p><em>Wagnerism<\/em> [der Wagner-Brocken von Alex Ross] is primarily a book about the composer\u2019s influence on nonmusical spheres. \u201cWagner\u2019s effect on music was enormous,\u201d Ross writes, \u201cbut it did not exceed that of Monteverdi, Bach, or Beethoven. His effect on neighboring arts was, however, unprecedented, and it has not been equaled since, even in the popular arena.\u201d This struck me as overstated before getting through the book \u2014 not after. The cumulative effect of Ross\u2019s survey is to suggest a kind of key to all modern mythologies: no significant political or aesthetic movement in the West seems to have escaped Wagner\u2019s influence. Another effect is to confirm Ross\u2019s status as a virtuoso generalist, equally at home in the harmonic thickets of the score as in the most unexpected corners of the literary fin de si\u00e8cle. \u201cWriting this book,\u201d Ross declares in his introduction, \u201chas been the great education of my life.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach der Einleitung folgt eine Art Tagebuch, in dem Festa elf Wagner-Opern auf Video anschaut und seine Gedanken wandern l\u00e4sst. Daraus kann ich kaum zitieren, weil alles aufeinander aufbaut, aber ich lege euch diesen Ritt sehr ans Herz. Und dieses Bernstein-Zitat f\u00fcr die Wagnerdooffinder: \u201cI hate Wagner,\u201d [Leonard] Bernstein said. \u201cBut I hate him on my knees.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fenster geputzt mit dem \u00fcblichen Effekt: Wow, ist das auf einmal hell hier. &#8212; Am vergangenen Sonntag gingen F. und ich in die Ausstellung von Matt Black im Kunstfoyer, \u201eAmerican Geography\u201c (hier die Seite des K\u00fcnstlers mit Bildbeispielen). Sie l\u00e4uft nur noch bis zum 12. September \u2013 wer noch Gelegenheit dazu hat, m\u00f6ge bitte reingehen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-37112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37112"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37112\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37142,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37112\/revisions\/37142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}