{"id":36784,"date":"2021-05-07T09:15:00","date_gmt":"2021-05-07T08:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=36784"},"modified":"2021-05-07T09:16:40","modified_gmt":"2021-05-07T08:16:40","slug":"tagebuch-mittwoch-5-mai-2021-mehltau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=36784","title":{"rendered":"Tagebuch Mittwoch\/Donnerstag, 5.\/6. Mai 2021 \u2013 Mehltau"},"content":{"rendered":"<p>Ich schwanke derzeit fast t\u00e4glich zwischen \u201eAlles super\u201c und \u201eAlles schei\u00dfe\u201c. Mir fehlen etwas die Zwischent\u00f6ne, und das macht mich sehr nerv\u00f6s.<\/p>\n<p>An guten Tagen klappt alles, Sport, Ern\u00e4hrung, Kommunikation, Schreibtisch, w\u00e4hrend ich an schlechten nur denke, ich bleibe einfach so lange im Bett, bis es dunkel ist, dann muss ich nicht mehr aufstehen. Seltsamerweise hat die Erstimpfung diesen Zustand nur verst\u00e4rkt \u2013 oder er wird mir jetzt erst bewusst, weil ich durch sie eine innere Ziellinie habe. Vor der Impfung \u2013 und vor allem nach der Abgabe der Diss, ihrer Verteidigung, ihrer \u00dcberarbeitung f\u00fcr den Druck \u2013 war alles ein Brei, ein Waten durch den Nebel, man hatte kein Ziel, weil es schlicht nicht zu sehen war, man guckte auf die eigenen F\u00fc\u00dfe, um nicht unterzugehen und das war&#8217;s. Das war einerseits f\u00fcrchterlich, weil man eben nur auf die eigenen F\u00fc\u00dfe geguckt hat, aber andererseits war es auch erleichternd: Der eigene Spielraum war quasi winzig bzw. positiv formuliert: \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p>Seit der Erstimpfung ist mir die Fragilit\u00e4t meiner Gesamtsituation erst richtig bewusst. Ich bin noch vorsichter als vorher, obwohl ich inzwischen ja \u00fcber einen gewissen Schutz verf\u00fcge. In zwei Wochen erhalte ich meine Zweitdosis, dann warte ich noch weitere zwei Wochen ab, bis der vollst\u00e4ndige Schutz da ist \u2013 und dann kann ich theoretisch wieder all die Dinge tun, die ich mir jetzt verkneife, obwohl sie m\u00f6glich w\u00e4ren: acht Stunden im ZI sitzen. Oder im Giftschranksaal der Stabi. Oder endlich die Archivtermine wahrnehmen, die noch sein m\u00fcssen, um mein Manuskript zu vervollst\u00e4ndigen. Aber ich sitze eben keine acht Stunden im ZI, weil ich noch nicht vollst\u00e4ndig geimpft bin und ich es nicht auf den letzten Meter noch rei\u00dfen will.<\/p>\n<p>Gestern konnte ich mich ewig nicht aufraffen, \u00fcberhaupt irgendwas zu machen und war schon stolz darauf, mein Altglas weggebracht zu haben. Derartig super motiviert ging ich dann wieder an den Schreibtisch und las besinnungslos die B\u00fccher, die ich mir in den letzten Wochen aus der Stabi geliehen, in die ich aber bisher nur sehr kursorisch reingeguckt hatte. Das tat sehr gut. Es war nicht das gleiche wie im ZI zu sitzen und mich von Regal zu Regal treiben zu lassen, aber es war okay und vor allem besser als der bl\u00f6de Mehltau, der gef\u00fchlt \u00fcber mir liegt und den ich nicht von mir runterkriege.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sport hat die Selbstdisziplin gestern nicht gereicht, aber immerhin f\u00fcr eine ordentliche Portion Tofu mit dem lustigen orangefarbenen Achuete-\u00d6l, das vom <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/tag-fuer-tag.885.de.html\">Kare-Kare<\/a> \u00fcbriggeblieben ist. Und jetzt backe ich f\u00fcnf Kuchen und heute abend kommt F. Wieder ne Woche geschafft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schwanke derzeit fast t\u00e4glich zwischen \u201eAlles super\u201c und \u201eAlles schei\u00dfe\u201c. Mir fehlen etwas die Zwischent\u00f6ne, und das macht mich sehr nerv\u00f6s. 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