{"id":36768,"date":"2021-05-04T07:42:19","date_gmt":"2021-05-04T06:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=36768"},"modified":"2021-05-04T08:16:27","modified_gmt":"2021-05-04T07:16:27","slug":"tagebuch-montag-3-mai-2021-abbvz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=36768","title":{"rendered":"Tagebuch Montag, 3. Mai 2021 \u2013 AbbVZ"},"content":{"rendered":"<p>Ich finalisierte (haha) das Abbildungsverzeichnis f\u00fcr den Druck der Diss: Von den der Uni angereichten 180 Bildern sind 106 \u00fcbrig geblieben, die ich jetzt k\u00e4uflich erwerben muss, um sie abbilden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gestern bekam das erste Museum die offizielle Anfrage nach druckf\u00e4higem Material. Von dort wusste ich bereits von einer alten Anfrage, dass es nicht von allen Werken Protzens im Bestand \u00fcberhaupt druckf\u00e4hige Abbildungen gibt, was mich schon damals hat verzweifeln lassen: Wenn ihr das Zeug schon in klein fotografiert, damit es zum Beispiel auf GDK-Research farbig angezeigt werden kann wie <a href=\"http:\/\/www.gdk-research.de\/de\/obj19403187.html\">hier eine der Br\u00fccken in Limburg<\/a> (1938) und ihr es daf\u00fcr schon aus dem Depot gezerrt habt, wieso erstellt ihr dann nicht gleich eine druckf\u00e4hige Datei? Diese Baustelle ist eins von sechs Bildern, die jetzt f\u00fcr mich in Berlin angefertigt werden, und jedes kostet 52 Euro. Yay. Nicht. Plus die Nutzungsgeb\u00fchren, die ich noch nicht einsch\u00e4tzen kann, weil ich noch nicht wei\u00df, wie gro\u00df das Bild schlussendlich im Buch abgebildet sein wird. Ich tippe auf halbseitig, was dann nochmal 55 Euro pro Bild kosten wird. Mein Doktorvater hatte mir vor der Ver\u00f6ffentlichung einen groben Sch\u00e4tzpreis genannt, der vermutlich auf mich zukommen wird f\u00fcr die Gnade, in einem wissenschaftlichen Verlag erscheinen zu d\u00fcrfen, und der erste Kostenvoranschlag war deutlich niedriger, was mich schon gefreut hatte. Ich ahne, dass ich im Endeffekt dann doch auf die Summe von Vati kommen werde und gehe jetzt Freunde und Verwandte anpumpen. Ich habe ernsthaft schon \u00fcber Crowdfunding nachgedacht, weil mich dieses System so ankotzt, aber irgendwie will ich das doch nicht.<\/p>\n<p>Ich hatte in den letzten Wochen auch schon \u00f6fter \u00fcber die deutlich g\u00fcnstigere Variante nachgedacht: als PDF <a href=\"https:\/\/edoc.ub.uni-muenchen.de\/\">auf den Uniserver<\/a> stellen, alle Abbildungen nur in Schwarzwei\u00df, nochmal 50 Bilder raushauen oder einfach gleich nur die 29 Autobahnen abbilden, fertig. Jede:r, dem oder der ich davon erz\u00e4hle, r\u00e4t mir allerdings davon ab, weil so ein schickes Buch in einem schicken Verlag in einer schicken Reihe doch schick w\u00e4re. Ich Egotante denke ja \u00e4hnlich, aber meine G\u00fcte ist das viel Geld daf\u00fcr, dass ich mich mal wichtig f\u00fchlen kann.<\/p>\n<p>(Edit: Ich h\u00f6re immer F. aus dem Hintergrund meckern: \u201eGutes Umfeld f\u00fcr aufwendige Forschung! Mach dich und deine Arbeit nicht klein!\u201c Ja. Schon gut. Schei\u00dfkohle.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>In other news gab es gestern einen Berg Tofu mit Gem\u00fcse aus der Pfanne, dazu die restliche Sauce vom <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=36738\">Kare-Kare<\/a> und dazu Gurkenscheibchen und Erdn\u00fcsse. Das Zeug ist so lecker, ich werde demn\u00e4chst einfach nur die Sauce kochen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nach gef\u00fchlten Monaten endlich Victor Klemperers \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/LTI_%E2%80%93_Notizbuch_eines_Philologen\">LTI<\/a>\u201c ausgelesen und auf den letzten Metern noch was Zitierw\u00fcrdiges gefunden, sehr sch\u00f6n. Am Text kann ich ja weiter kostenlos rumdengeln.<\/p>\n<p>Neue Lekt\u00fcre: \u201eRundgesang am Neujahrsmorgen\u201c von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gisela_Kraft\">Gisela Kraft<\/a>. Auf die Dame wurde ich durch den <a href=\"https:\/\/magdarine.substack.com\/p\/eine-uberraschende-widmung-ein-brunnen\">Newsletter \u201eMagda liest\u201c<\/a> aufmerksam gemacht, schaute bei Booklooker rum und fand eine signierte Ausgabe f\u00fcr f\u00fcnf Euro. Meins!<\/p>\n<p>Ich las vor kurzem Ilko-Sascha Kowalczuks \u201eDie \u00dcbernahme\u201c durch; das gibt es gerade f\u00fcr g\u00fcnstige <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/buecher\/schriftenreihe\/314011\/die-uebernahme-\">4,50 Euro bei der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/a> (eh immer eine gute Adresse). Bei Hsozkult findet sich eine <a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/review\/id\/reb-29011\">gute Rezension von Alexander Leistner<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eGegen das Diktatur- und Integrationsparadigma hat sich immer schon und zuletzt vehementer ein \u201eRepr\u00e4sentanzparadigma\u201c formiert. Kritisiert werden hegemoniale Deutungen (\u201ewestdeutscher Blick\u201c) und die Unsichtbarkeit der Transformationsfolgen. Beschleunigt wurde dies zuletzt durch die Berichterstattung \u00fcber die Wahlerfolge der AfD in Ostdeutschland. Etwas zugespitzt geht es in diesem recht jungen Diskurs um Repr\u00e4sentation (gegen die Dominanz westdeutscher Eliten und Perspektiven), um Sichtbarkeit (ostdeutscher Abwertungserfahrungen) und um Identit\u00e4t. So wird im 30. Gedenkjahr eine besonders rege Debatte um Ostdeutschland gef\u00fchrt, von der man sagen kann, dass in den letzten Jahren die Vergangenheit kaum gegenw\u00e4rtiger war. Implizit lassen sich Kowalczuks zusammengetragene Befunde auf diese dominanten oder phasenweise dominierenden Paradigmen beziehen. Dergestalt zeichnet er engagiert und meinungsstark ein kritisches Bild der vergangenen 30 Jahre, aus dem die Sorge des Autors um die Zukunft Ostdeutschlands spricht. [&#8230;]<\/p>\n<p>Kowalczuks kritische Bestandsaufnahme der Wiedervereinigung ist schonungslos und taugt doch nicht dazu, auf seiner Grundlage ein ostdeutsches Opferkollektiv zu konstruieren und den Rechtsruck der letzten Jahre allein als Folge des Transformationsprozesses zu erkl\u00e4ren (oder zu entschuldigen). Ostdeutsche verbinde zwar ein gemeinsamer Erfahrungsraum vor und nach 1989. Die Erfahrungen seien aber vielf\u00e4ltig, heterogen und teilweise gegens\u00e4tzlich (S. 88). Die Rede von der ostdeutschen Identit\u00e4t sei somit letztlich eine (teilweise \u00fcbernommene und teilweise ausgrenzende) Zuschreibung (S. 90). Um die Resonanzen der extremen Rechten in Ostdeutschland zu verstehen, gen\u00fcge es nicht, nur die Entt\u00e4uschungen, Dem\u00fctigungen und sozialen Verwerfungen der 1990er-Jahre in den Blick zu nehmen. Spezifisch seien gleicherma\u00dfen sehr viel \u00e4ltere Traditionen von Rassismus, Illiberalismus und Nationalismus sowie Opfernarrative, die auch in der DDR fortwirkten (Kapitel 10). Diese Pr\u00e4gungen befeuern zudem aktuell Sehns\u00fcchte nach Homogenit\u00e4t und eine autorit\u00e4r-etatistische Grundhaltung (S. 245) bei vielen Ostdeutschen. Entsprechend fragil sei die politische Kultur: \u201eDie Demokratie steht hier mehr auf der Kippe als anderswo.\u201c (S. 263)\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/ilko-sascha-kowalczuk\/die-uebernahme.html\">beim Perlentaucher kann man Rezensionen<\/a> finden. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich finalisierte (haha) das Abbildungsverzeichnis f\u00fcr den Druck der Diss: Von den der Uni angereichten 180 Bildern sind 106 \u00fcbrig geblieben, die ich jetzt k\u00e4uflich erwerben muss, um sie abbilden zu k\u00f6nnen. Gestern bekam das erste Museum die offizielle Anfrage nach druckf\u00e4higem Material. Von dort wusste ich bereits von einer alten Anfrage, dass es nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-36768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36768"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36772,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36768\/revisions\/36772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}