{"id":36253,"date":"2021-03-01T09:50:36","date_gmt":"2021-03-01T08:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=36253"},"modified":"2021-03-01T09:50:36","modified_gmt":"2021-03-01T08:50:36","slug":"sonntag-28-februar-2021-beim-zugfahren-ansatzweise-heulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=36253","title":{"rendered":"Sonntag, 28. Februar 2021 \u2013 Beim Zugfahren ansatzweise heulen"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte tagelang Panik vor der Zugfahrt, weil ich es seit einem Jahr relativ konsequent vermeide, in geschlossenen R\u00e4umen mit mehreren Menschen l\u00e4nger zusammenzusein. Ich wei\u00df immer noch nicht, wie ich mich in den Tantris-Besuch im November reingequatscht habe. Vermutlich weil es das Tantris ist. <\/p>\n<p>Der ICE war netterweise leerer als die Sternebude, ich meine, wir waren nie mehr als zehn Menschlein im Gro\u00dfraumwagen (erste Klasse). Ich las Klemperer, bis mir einfiel, dass ich seit November nicht mehr Zug gefahren und auch seit dieser Zeit nicht aus M\u00fcnchen rausgekommen bin, also guckte ich aus dem Fenster, nachdem wir Ingolstadt hinter uns hatten. Das ist immer die erste und letzte H\u00fcrde auf der Fahrt nach Hannover: Bis Ingolstadt zieht sich&#8217;s, wo ich gef\u00fchlt schon in N\u00fcrnberg bin, und auf der R\u00fcckfahrt zieht sich&#8217;s, weil wir doch schon aus N\u00fcrnberg raus sind, da muss doch jetzt M\u00fcnchen kommen. Ingolstadt nervt immer. W\u00fcrzburg hingegen nervt nie: Obwohl es ungef\u00e4hr in der Mitte der Strecke liegt, denke ich in W\u00fcrzburg immer, egal ob Richtung Norden oder S\u00fcden, jetzt hab ich&#8217;s gleich geschafft, schon fast zuhause, keine Ahnung, warum. In Richtung Norden kommen danach die ganzen Halte im Halbstundentakt, Fulda, Kassel, G\u00f6ttingen, da hat man immer das Gef\u00fchl, voranzukommen. Auf dem R\u00fcckweg kommt nach W\u00fcrzburg nur noch N\u00fcrnberg (ich ignoriere Ingolstadt, bis wir da im Bahnhof stehen), das ist ja schon fast M\u00fcnchen. <\/p>\n<p>Mein Gehirn war vor der Pandemie auch schon so, was Entfernungen angeht, das liegt ausnahmsweise mal nicht am Virus.<\/p>\n<p>Wie immer im Zug h\u00f6rte ich den Beethoven-Podcast mit Herrn Levit, <a href=\"https:\/\/www.br.de\/mediathek\/podcast\/igor-levits-klavierpodcast-32-x-beethoven\/folge-22-die-skurrile-inspirierend-unnormal\/1796846\">gestern gab&#8217;s die Sonate Nummer 22<\/a>, und Levit spielte zwischendurch mal eben \u201edas Lied von der Teekanne\u201c aus Disney&#8217;s \u201eBeauty and the Beast\u201c, litt unter einem schlimmen Kalauer seines Gespr\u00e4chspartners \u2013 \u201eda erz\u00e4hle ich dir seit Jahren die besten j\u00fcdischen Witze und dann kommt sowas\u201c \u2013 und erkl\u00e4rte, dass er sich wie ein Tausendf\u00fc\u00dfler f\u00fchle, wenn er im zweiten Satz sei. Danach h\u00f6rte ich die Sonate ganz und musste v\u00f6llig unvermittelt meine Tr\u00e4nen unterdr\u00fccken. F. und ich haben theoretisch Karten f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.bellarte-muenchen.de\/Konzerte\/i\/Igor-Levit-\/804\">Levit Anfang April in M\u00fcnchen<\/a>, aber ich gehe davon aus, dass das Konzert verschoben wird. Damit rechnen wir seit Monaten, aber gestern erwischte die Traurigkeit dar\u00fcber mich ganz frisch.<\/p>\n<p>Schnell Popmusik h\u00f6ren, da werde ich anscheinend weniger sentimental. Mit 80er-Jahre-Kram auf den Ohren in Hannover eingefahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte tagelang Panik vor der Zugfahrt, weil ich es seit einem Jahr relativ konsequent vermeide, in geschlossenen R\u00e4umen mit mehreren Menschen l\u00e4nger zusammenzusein. Ich wei\u00df immer noch nicht, wie ich mich in den Tantris-Besuch im November reingequatscht habe. Vermutlich weil es das Tantris ist. 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