{"id":36097,"date":"2021-02-07T10:53:24","date_gmt":"2021-02-07T09:53:24","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=36097"},"modified":"2021-02-11T21:57:12","modified_gmt":"2021-02-11T20:57:12","slug":"tagebuch-freitag-samstag-5-6-februar-2021-lemonbrot-und-leseputzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=36097","title":{"rendered":"Tagebuch Freitag\/Samstag, 5.\/6. Februar 2021 \u2013 Lemonbrot und Leseputzen"},"content":{"rendered":"<p>Zur freit\u00e4glichen Date Night koche ich oder F. schleppt Essen an, das andere gekocht haben. Dieses Mal w\u00fcnschte ich mir spontan Raclette \u2013 bis mir am Freitag, meinem Einkaufstag, einfiel, dass mein geliebter Karstadt um die Ecke ja vor Monaten geschlossen wurde. Dort war im Untergeschoss die Feinkostabteilung, bei der ich so irrwitzige Dinge wie Pastrami oder frischen Koriander erstehen konnte, den mein Edeka nie oder nur an ungeraden Dienstagen bei Vollmond hat. Oder eben Raclettek\u00e4se. <\/p>\n<p>Da ich es immer noch, trotz netterweise sinkender Inzidenzzahlen, so gut es geht vermeide, vor die T\u00fcr zu gehen, au\u00dfer es ist zu etwas menschenfreiem wie eine Packstation, b\u00fcndele ich Eink\u00e4ufe immer an einem Tag und m\u00f6glichst an einem Ort. Das klappt nicht immer; wenn ich Lust auf wirklich guten Aufschnitt habe, dann gehe ich eben zum Metzger, und wenn es die Lieblingsbr\u00f6tchen sein m\u00fcssen, M\u00dcSSEN, dann auch zum B\u00e4cker, wo ich sonst halt auf Aufschnitt verzichte oder meine Tiefk\u00fchlf\u00e4cher mit selbstgebackenem Brot leeresse. Da ich aber in den vergangenen Jahren gelernt habe, dass es mir gut geht, wenn ich gut esse, muss es eben auch ab und zu Aufschnitt sein WEIL PANDEMIE UND SELF-CARE. (Hervorragende Argumentation, um weiter Fleisch zu essen oder Dinge zu kaufen, die eigentlich nicht n\u00f6tig w\u00e4ren, weil Tiefk\u00fchler gut gef\u00fcllt.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/alsdnf.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"420\" class=\"alignnone size-full wp-image-36100\" \/><\/p>\n<p>Nun stand ich also vor der Entscheidung, zum K\u00e4seh\u00f6ker zu radeln \u2013\u00a0oder halt Gruy\u00e8re beim Edeka zu holen. Ratet, was es geworden ist.<\/p>\n<p>Ich kaufte f\u00fcr die Woche und den Freitagabend ein, sah auf dem R\u00fcckweg, dass die Altpapiertonnen leer waren, erledigte Altpapier, putzte dann die Wohnung einmal komplett durch, dann war es schon nachmittags, ich bearbeitete weiter den Brotteig, den ich am Donnerstag abend angesetzt hatte, buk nebenbei eine Lemon Tarte, die ich zum Nachtisch reichen wollte, als ob man nach Raclette noch irgendeinen Nachtisch braucht, dann schnipselte ich recht wenige Zutaten f\u00fcr die Pf\u00e4nnchen zurecht, kochte Pellkartoffeln, drapierte K\u00e4se, deckte den Tisch und freute mich vor.<\/p>\n<p>Wir genossen ein bisschen Rindfleisch, das hervorragend mit der japanischen Kewpie-Mayonnaise harmonierte, F. streute Furikake auf die Kartoffeln, ich w\u00fcrzte mein R\u00fchrei mit Siracha, wir nutzten nicht nur die \u00fcbliche Kr\u00e4uterbutter f\u00fcr die Pf\u00e4nnchen, sondern auch Misobutter, und \u00fcber alles gab es einen Koriander-Minz-Dip, den wir bei unserem liebsten afghanischen Restaurant zum ersten Mal gegessen hatten. Den Laden gibt es leider nicht mehr, und das <a href=\"https:\/\/www.bistrobadia.de\/zhug-chili-koriander-sauce\/\">Rezept f\u00fcr Zhug<\/a> ist auch nicht ganz dasselbe, aber es ist sehr nah dran. Dazu gab es kalifornischen Chardonnay und f\u00fcr mich ein winziges St\u00fcck Lemon Tarte hinterher. Crossover-K\u00e4sepf\u00e4nnchen for the win!<\/p>\n<p>Gemeinsam eingeschlafen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>F. war fr\u00fcher wach, l\u00f6ste vermutlich schon das NYT-Crossword, w\u00e4hrend ich noch schnarchte. Dann d\u00f6ste er wieder weg und ich buk das Teigklumpen, der seit Donnerstag abend ein Brot geworden war.<\/p>\n<p>Gestern mittag gab es logischerweise die \u00fcbliche Raclette-Restepfanne, sehr schmackhaft. Von unseren Au\u00dfer-Haus-gekochten Speisen bringt F. am liebsten was vom <a href=\"https:\/\/www.broeding.de\/restaurant.html\">Broeding<\/a> an den Tisch; die verpacken ihre K\u00f6stlichkeiten in Pappschachteln oder flache Weckgl\u00e4ser, die man einfach so in den Ofen schieben kann, um die Speisen aufzuw\u00e4rmen. Die Gl\u00e4ser kann man zur\u00fcckbringen, man darf sie aber auch behalten, und ich bewahre jetzt Hefew\u00fcrfel, halbe Riesenzwiebeln oder \u00fcbrig gebliebenen Korianderdip nicht mehr in ollen Tupperd\u00f6schen auf, sondern habe eine Batterie an wundersch\u00f6nen Weckgl\u00e4schen in allen Gr\u00f6\u00dfen im K\u00fchlschrank stehen. Das freut mich neuerdings noch mehr, den K\u00fchlschrank zu \u00f6ffnen als eh schon, es ist jetzt sehr h\u00fcbsch da.<\/p>\n<p>Ich verbrachte den restlichen Tag damit, die <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3895614939\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3895614939&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=e24fd4be7460d0eb40ddb04e2931caf7\">Effingers<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=3895614939\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em> weiter zu lesen. (Zwischendurch schlief ich beim Augsburg-Spiel ein, es langweilt inzwischen nur noch, Fuppes am Laptop zu gucken, Stadion or bust, keine Lust mehr.) Je weiter ich im Buch voranschreite, desto mehr warte ich auf f\u00fcnf Staffeln davon auf Netflix, das ist quasi schon wie eine Drehbuchskizze geschrieben, das muss nur noch ausformuliert werden. Ich mag dieses Buch in seiner totalen Atemlosigkeit sehr, die aber trotzdem nie das Gef\u00fchl hinterl\u00e4sst, dass mir gerade Wichtiges vorenthalten wird. Man bekommt zum Beispiel das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dreikaiserjahr\">Dreikaiserjahr<\/a> (meine innere Orientierung bei deutscher Geschichte) und dessen Umbr\u00fcche auf zwei Seiten mit, und danach schwingt es durch weitere Zeilen, um Generationenkonflikte und das Nebeneinander von alten und neuen Einstellungen und Ordnungen zu erl\u00e4utern. Ich bin v\u00f6llig verliebt in diese Sprache und ihre Knappheit, mit der gro\u00dfe Familiengeschichten mal eben so nebenbei runtererz\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/science\/archive\/2019\/02\/opportunity-rover-nasa-mars\/582691\/\">NASA Declares a Beloved Mars Mission Over<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der Artikel ist schon von Februar 2019, aber ich war erneut anger\u00fchrt von den kleinen, gro\u00dfen Mars-Robotern. In wenigen Tagen soll der Planet \u00fcbrigens Nachschub bekommen, ist v\u00f6llig an mir vorbeigegangen.<\/p>\n<p>Der Artikel war Teil eines Newsletters vom <em>Atlantic<\/em>, der mit \u201eStories That Made Us Think Again \u2013 Four Atlantic writers on pieces that challenged their assumptions\u201c umschrieben wurde. Zum Artikel von <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/author\/marina-koren\/\">Marina Koren<\/a> schrieb <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/author\/adam-harris\/\">Adam Harris<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eSpace has always felt distant, cold. The things floating around in it\u2014not just rocks and dust, but also our satellites and rovers\u2014seemed fundamentally disconnected from my experience. Sure, I understood intellectually that some of the information gathered by these machines exploring space had an impact on my life here on Earth. But I never expected to find myself crying over them when they went away.<\/p>\n<p>Yet Marina Koren\u2019s masterfully written piece \u201cNASA Declares a Beloved Mars Mission Over\u201d made me do just that. The story was an obituary for the Opportunity rover, sent to Mars in search of water. The rover had been rolling around the red planet for more than a decade, sending back signals of what it found. The work was patient and precise and important. \u201cThen,\u201d Marina wrote, \u201cit stopped.\u201d Scientists sent up commands, but Opportunity didn\u2019t respond. I actually cried reading that, and it was strange. When I was done with the piece, I learned that she\u2019d written another explaining <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/technology\/archive\/2017\/04\/cassini-robot-sad\/522159\/\">why we mourn when space robots die<\/a>.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Ausschnitt aus dem Artikel:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eThe end of Opportunity leaves only one functioning rover on Mars: Curiosity. Curiosity arrived on the planet in 2012 and, despite <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/science\/archive\/2018\/09\/curiosity-opportunity-nasa-rover-problems\/570769\/\">some technical problems<\/a> of its own last year, is in good health. The rover is on the opposite side of the planet, and with Opportunity shut down, \u201cwe basically lost our surface presence on one half of Mars,\u201d says Mike Seibert, a former Opportunity flight director. (Seibert was around for the last massive dust storm on Mars, in 2007, which the rover survived just fine.)<\/p>\n<p>Curiosity doesn\u2019t have the time or speed to trundle over and check on its friend. The only views NASA has of Opportunity come from robotic spacecraft that orbit Mars, like satellites circle the Earth. From here, <a href=\"https:\/\/www.jpl.nasa.gov\/news\/opportunity-emerges-in-a-dusty-picture\">Opportunity is a fuzzy smudge against a vast, rugged landscape<\/a>.<\/p>\n<p>For engineers and scientists, the pain of the mission\u2019s demise is softened by this fact: Opportunity was supposed to die years ago. It was one of two rovers NASA landed on Mars in 2004. The other, named Spirit, touched down on the other side of the planet. The missions were expected to last three months, but they kept going for years.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Am 18. Februar landet (hoffentlich) <a href=\"https:\/\/mars.nasa.gov\/mars2020\/mission\/overview\/\">Perseverance<\/a>, der im Laufe des Jahres noch durch <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/Science_Exploration\/Human_and_Robotic_Exploration\/Exploration\/ExoMars\/ESA_s_Mars_rover_has_a_name_Rosalind_Franklin\">Rosalind Franklin<\/a> Verst\u00e4rkung bekommt. <\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndung der ESA, den Rover nach Franklin zu nennen, fand ich sch\u00f6n: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eRosalind Elsie Franklin was a British chemist and X-ray crystallographer who contributed to unravelling the double helix structure of our DNA. She also made enduring contributions to the study of coal, carbon and graphite. ESA has a long tradition of naming its missions for great scientists, including Newton, Planck and Euclid.<\/p>\n<p>\u201cThis name reminds us that it is in the human genes to explore. Science is in our DNA, and in everything we do at ESA. Rosalind the rover captures this spirit and carries us all to the forefront of space exploration,\u201d says ESA Director General Jan Woerner.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur freit\u00e4glichen Date Night koche ich oder F. schleppt Essen an, das andere gekocht haben. Dieses Mal w\u00fcnschte ich mir spontan Raclette \u2013 bis mir am Freitag, meinem Einkaufstag, einfiel, dass mein geliebter Karstadt um die Ecke ja vor Monaten geschlossen wurde. Dort war im Untergeschoss die Feinkostabteilung, bei der ich so irrwitzige Dinge wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-36097","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36097"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36097\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36155,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36097\/revisions\/36155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}