{"id":35441,"date":"2020-11-15T10:21:09","date_gmt":"2020-11-15T09:21:09","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=35441"},"modified":"2020-11-15T10:21:09","modified_gmt":"2020-11-15T09:21:09","slug":"tagebuch-samstag-14-november-2020-schreibtischtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=35441","title":{"rendered":"Tagebuch Samstag, 14. November 2020 \u2013 Schreibtischtag"},"content":{"rendered":"<p>Die Diss fertig gelesen, viele Notizen gemacht. Einiges auf Karteikarten \u00fcbertragen, die ich jetzt auswendig lerne. Das meiste wei\u00df ich eh, aber dann habe ich das Gef\u00fchl, mich anst\u00e4ndig vorzubereiten. Das Skript f\u00fcr den Vortrag pr\u00e4zisiert und gek\u00fcrzt, die Pr\u00e4sentation finalisiert.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>In meiner Diss zitiere ich den aus \u00d6sterreich stammenden Komponisten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ernst_Krenek\">Ernst Krenek<\/a> (1900\u20131991), der 1938 in die USA emigrierte, mit folgendem Satz von 1935: \u201eMan k\u00f6nne mit dem Nationalsozialismus nicht teilweise sympathisieren, denn er strebe danach, ein allumfassendes totalit\u00e4res System zu sein, und er sei es auch schon.\u201c Das wird auch in der Dauerausstellung des <a href=\"https:\/\/www.ns-dokuzentrum-muenchen.de\/home\/\">NS-Dokumentationszentrums hier in M\u00fcnchen<\/a> sehr deutlich, wenn es wieder ge\u00f6ffnet hat, empfehle ich immer einen Besuch.<\/p>\n<p>Gestern musste ich an diesen Satz denken, als ich folgenden Artikel las:<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/wie-die-nazis-ein-kochbuch-stahlen-17035767.html?GEPC=s3\">Wie die Nazis ein Kochbuch stahlen<\/a><\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eIm Sommer 1949, elf Jahre nach ihrer Flucht vor den Nazis, kehrte die j\u00fcdische Wienerin Alice Urbach erstmals in ihre Heimatstadt zur\u00fcck. Sie streifte durch Wiens Gassen, stand weinend vor einem Haus, das einst eine Synagoge gewesen war, in der sie viele Jahre zuvor Hochzeiten gefeiert hatte, und kam irgendwann an einem Buchladen vorbei. Im Schaufenster lag ein Buch: \u201eSo kocht man in Wien!\u201c Es sprang ihr sofort ins Auge. Der Grund: Sie hatte das Buch verfasst. Doch auf dem Umschlag stand ein anderer Name: Rudolf R\u00f6sch. Wie konnte das sein?<\/p>\n<p>Diese Frage stellte sich die K\u00f6chin bis zu ihrem Tod im Jahr 1983. Und noch heute fragt es sich ihre Enkelin Karina Urbach. Die Historikerin forscht in Princeton und lehrt in London, im Streit um das Verm\u00f6gen der Hohenzollern f\u00f6rderte sie wichtige Quellen zutage. Nun hat sie die Geschichte ihrer Gro\u00dfmutter aufgeschrieben. Daf\u00fcr durchforstete sie alte Tageb\u00fccher und Briefe, und in Archiven in Wien, London und Washington fand sie l\u00e4ngst verloren geglaubte Schriften, Tonb\u00e4nder und Filme. Aus den Recherchen ergibt sich das Bild einer Frau, die es ihr Leben lang nicht \u00fcbers Herz brachte, \u00fcber das Schicksal ihrer drei Schwestern zu sprechen, die im Getto von Lodz und im Konzentrationslager von Treblinka ermordet wurden, aber bis ins hohe Alter immer wieder ihr Kochbuch zur\u00fcckforderte. \u201eDahinter steckte wohl die Hoffnung, wieder Kontrolle \u00fcber ihr Leben zu erlangen\u201c, sagt Karina Urbach, \u201eals eine Art Wiedergutmachung.\u201c Alice Urbach war diese Kompensation Zeit ihres Lebens nicht geg\u00f6nnt. Ihre Enkelin hat sie nun doch noch erreicht, fast 40 Jahre sp\u00e4ter.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diss fertig gelesen, viele Notizen gemacht. Einiges auf Karteikarten \u00fcbertragen, die ich jetzt auswendig lerne. Das meiste wei\u00df ich eh, aber dann habe ich das Gef\u00fchl, mich anst\u00e4ndig vorzubereiten. 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