{"id":34745,"date":"2020-07-08T09:01:58","date_gmt":"2020-07-08T08:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=34745"},"modified":"2020-07-08T09:33:07","modified_gmt":"2020-07-08T08:33:07","slug":"was-schon-war-dienstag-7-juli-2020-die-marz-reservierung-aus-dem-broeding-nachholen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=34745","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Dienstag, 7. Juli 2020 \u2013 Die M\u00e4rz-Reservierung aus dem Broeding nachholen"},"content":{"rendered":"<p>Ausgeschlafen, <em>Masterchef Australia<\/em> geguckt, Hamilton-Biografie weitergelesen, wie vorgestern dauernd auf dem Sofa eingenickt.<\/p>\n<p>Zwischendurch an die N\u00e4hmaschine gesetzt (von freundlichen Leser:innen <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/ankegroener\">finanziert<\/a>, vielen Dank, ich nehme es als Diss-Geschenk) und meinen ersten Mund-Nasen-Schutz mit B\u00e4ndern gen\u00e4ht, die man hinter dem Kopf verknoten kann. Ich musste bisher nur einmal meine Maske l\u00e4nger tragen als die 20 Minuten im Supermarkt, n\u00e4mlich einmal im Archiv und einmal auf der einst\u00fcndigen Zugfahrt nach N\u00fcrnberg. Da nervten die Gummib\u00e4nder schon irgendwann, also wollte ich mal B\u00e4nder ausprobieren.<\/p>\n<p>Wie auf Insta jemand kommentierte: Gut geb\u00fcgelt ist halb gen\u00e4ht. Das hatte ich vorher schon geahnt und auch bei meinen h\u00e4ndisch erstellten Masken alles, was ging, geb\u00fcgelt, aber ich ahne, dass das beim Maschinenn\u00e4hen noch wichtiger ist. Die B\u00e4nder sehen aus wie ein Projekt aus Zwangsarbeiterlagern, aber f\u00fcr die Zugfahrt wird&#8217;s reichen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends trauten F. und ich uns in einen geschlossenen Raum, wenn auch mit ge\u00f6ffneten Fenstern. Wir hatten zu meinem Geburtstag im M\u00e4rz standesgem\u00e4\u00df im <a href=\"https:\/\/www.broeding.de\/restaurant.html\">Broeding<\/a>, unserem Lieblingsrestaurant, reserviert, aber selbst abgesagt \u2013 nur wenige Tage vor der angeordneten Ausgangssperre. Jetzt feierten wir nachtr\u00e4glich Geburtstag und zeitlich korrekt die abgegebene Diss. Ein wenig nerv\u00f6s waren wir beide, aber mit Blick auf die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-coronavirus-infektionen-vorsicht-1.4953989\">derzeitigen Infiziertenzahlen<\/a> glaubten wir das Risiko einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Ich wei\u00df immer noch nicht, ob das die korrekte Lebensweise w\u00e4hrend der Pandemie ist, ich pers\u00f6nlich f\u00fcrchte mich mehr vor der Zugfahrt in den Norden, aber das \u00e4ndert sich auch alle f\u00fcnf Minuten. F. ist weiter im Home Office, auch ich bleibe inzwischen fast komplett zuhause, weil ich ja nicht einmal mehr in Bibliotheken oder Archive muss, und gehe nur zum Einkaufen vor die T\u00fcr. Das halten wir auch weiterhin so; der Biergarten am Sonntag war meine erste private Begegnung mit anderen Menschen au\u00dfer F. seit M\u00e4rz, wenn ich mich richtig erinnere.<\/p>\n<p>Das Broeding hat ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der normalen Tische entfernt und man kann sich auch in den Garten setzen; wir entschieden uns f\u00fcr drinnen, wo wir zun\u00e4chst die einzigen G\u00e4ste waren, bis noch ein zweites Paar hinzukam, die sich brav weit von uns wegsetzten. Es war sehr sch\u00f6n, wieder dort zu sein und zu essen und sich Weine erkl\u00e4ren zu lassen, aber so ganz das alte Broeding ist es nat\u00fcrlich \u2013 leider \u2013 noch nicht. Ich kenne den Laden nur voll bis ganz voll, und so nett das war, nicht so laut sprechen zu m\u00fcssen, so sehr hat es mir doch gefehlt, zusammen mit der \u00fcblichen Restaurant-Ger\u00e4uschkulisse. Aber das Essen war wie immer wunderbar, ich habe mich sehr gefreut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7018.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"613\" class=\"alignnone size-full wp-image-34753\" \/><\/p>\n<p>Der Gru\u00df aus der K\u00fcche war Saibling mit Kohlrabisprossen, knackig-fein und zitronig-frisch. Als Aperitif hatten wir uns f\u00fcr einen 2018er Kraemer <a href=\"https:\/\/www.webweinschule.de\/pet-nat-petillant-naturel-petnat\/\">Pet Nat<\/a> (M\u00fcller-Thurgau, Franken) entschieden. Die Wein-Notation \u00fcbernahm wie immer F., ich vergesse alles, sobald der Sommelier vom Tisch weg ist, aber ich h\u00f6re ihm immer gerne zu. Der Pet Nat war einen Hauch hefig, aber ansonsten knochentrocken und herrlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7020.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"582\" class=\"alignnone size-full wp-image-34754\" \/><\/p>\n<p>Erster Gang: Salade \u201eNicoise\u201c mit Makrele, die Anf\u00fchrungszeichen stammen von der Restaurantswebsite und deuten vermutlich an, dass kein Thunfisch im Salat ist. Egal, hervorragend. Tolles Dressing. Dazu gab&#8217;s einen 2018er Lichtenberger Gonzalez Muskat Ottonel, ebenfalls sch\u00f6n trocken. \u00dcberhaupt waren wir gestern recht trocken und unschwer unterwegs, perfekt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7021.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-34755\" \/><\/p>\n<p>Kalte Gurken-Melonensuppe mit Feta. Die Gurke war angenehm pfeffrig, das kenne ich von meinen \u00fcblichen Supermarktgurken gar nicht mehr. Dazu gab&#8217;s einen 2018er Kikelet Tokaji Lonyai Furmint (Berecz Stephanie).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7022.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"583\" class=\"alignnone size-full wp-image-34749\" \/><\/p>\n<p>Mein Lieblingsgang: Loup de Mer mit Roter Bete, Kartoffeln, Mais und Verjus. Dazu ein paar kleine K\u00fcgelchen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Microcitrus_australasica\">Fingerlimette<\/a>, die uns erkl\u00e4rt wurde, w\u00e4hrend bei mir innerlich Homer Simpson Fahrrad fuhr und sang: \u201eKenn ich aus Masterchef Australia, kenn ich aus Masterchef Australia.\u201c Der Mais war zuckers\u00fc\u00df, die Bete wunderten mich etwas, weil sie noch nicht Saison haben (oder gibt&#8217;s welche, die jetzt schon bei uns rumliegen?), sie waren daher nur leicht erdig am Gaumen, und alles zusammen war genau meins. Dazu gab es einen \u00fcberraschenden 2015er Heinrich Chardonnay Leithaberg. <a href=\"https:\/\/www.heinrich.at\/\">Heinrich<\/a> ist eins meiner liebsten Weing\u00fcter aus \u00d6sterreich, aber ich habe davon, soweit ich mich erinnere, bisher nur Rotweine getrunken und <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CCEeoWQq5At\/\">neulich mit F. auf dem Balkon<\/a> einen <em>natural<\/em> Ros\u00e9. Von denen kann man anscheinend wirklich alles trinken, sogar Chardonnay, den ich eher selten freiwillig bestelle.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7024.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"562\" class=\"alignnone size-full wp-image-34747\" \/><\/p>\n<p>Eine Riesenportion Zweierlei vom Bauerngockel mit Romanesco, Karotten und Pfifferlingen. Die Karotten waren eingelegt, aber knackig, die Pfifferlinge schmolzen dahin, und einmal im Leben m\u00f6chte ich so eine H\u00fchnerbrust braten k\u00f6nnen. (Vielleicht doch noch auf K\u00f6chin umschulen?) Dazu den ersten Roten: ein 2009er Loimer Terrassen Pinot Noir, auch trocken, gerne wieder. (Marzipankirsche ganz hinten im Gaumen.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7025.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"485\" class=\"alignnone size-full wp-image-34748\" \/><\/p>\n<p>Den K\u00e4segang hatte ich begonnen, bevor mir einfiel, dass ich noch fotografieren muss. Es gab \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 K\u00e4se vom Jamei, den wir uns derzeit dauernd aus Kempten mitbringen lassen. Daher schmausten wir hier nur wissend vor uns hin und freuten uns \u00fcber Apfelgelee und einen kleinen Salat. Dazu ein S\u00fc\u00dfwein, von dem sich F. gleich ein Fl\u00e4schchen zum Mitnehmen g\u00f6nnte, genau wie vom Muskat Ottonel: 2016er Corte Sant\u2018Alda Recioto Recioto della Valpolicella.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7026.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-34750\" \/><\/p>\n<p>Als Zwischengang vor dem Dessert gab&#8217;s noch ein kleines Irgendwas, das ich weinselig schon wieder vergessen habe. Mandelt\u00f6rtchen, der Rest ist verfressene Seligkeit. An die frischen Zitronenverbene-Bl\u00e4ttchen erinnere ich mich noch. (Pfirsich?)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_7027.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"636\" class=\"alignnone size-full wp-image-34752\" \/><\/p>\n<p>Zum Abschluss ein Zitronent\u00f6rtchen mit Himbeeren und ich vermisste nicht mal Schokolade, so sch\u00f6n war alles. Dazu eine 2009er Kracher Zwischen den Seen Welschriesling Trockenbeerenauslese Nummer 3 und als Rausschmei\u00dfer noch ein Schn\u00e4pschen von der schwarzen Johannisbeere, Kirsche f\u00fcr den Herrn.<\/p>\n<p>Das war herrlich, mal wieder tafeln zu k\u00f6nnen, und ich entspannte mich auch relativ schnell, was vielleicht auch daran lag, dass wir fast alleine im Gastraum waren. Es ist trotzdem noch alles komisch, aber von mir aus kann das auch noch so lange komisch bleiben, bis wir einen Impfstoff haben. Das Abstandhalten funktioniert in der Stadt schon nicht mehr ganz so gut, ich trage inzwischen auch drau\u00dfen \u00f6fter die Maske, um mich an Menschen vorbeizuschl\u00e4ngeln. So auch gestern, als wir zur Tram gehen wollten und durch eine ganze Horde Polizist:innen durchmussten, die gerade eine U-Bahn-Station absperrten, keine Ahnung, warum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgeschlafen, Masterchef Australia geguckt, Hamilton-Biografie weitergelesen, wie vorgestern dauernd auf dem Sofa eingenickt. Zwischendurch an die N\u00e4hmaschine gesetzt (von freundlichen Leser:innen finanziert, vielen Dank, ich nehme es als Diss-Geschenk) und meinen ersten Mund-Nasen-Schutz mit B\u00e4ndern gen\u00e4ht, die man hinter dem Kopf verknoten kann. 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