{"id":33578,"date":"2020-01-15T08:32:35","date_gmt":"2020-01-15T07:32:35","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=33578"},"modified":"2020-01-15T08:35:15","modified_gmt":"2020-01-15T07:35:15","slug":"was-schon-war-dienstag-14-januar-2020-meilensteinchen-und-mohren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=33578","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Dienstag, 14. Januar 2020 \u2013 Meilensteinchen und M\u00f6hren"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war Stabi-Tag. Leider per Bus und nicht per Fahrrad, denn das hatte \u00fcberraschend einen platten Vorderreifen, ich keine Lust zum Aufpumpen und daher fuhr ich per Bus ins Paradies. In meinem Lesesaalfach warteten alle Kataloge der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Deutsche_Kunstausstellung\">Gro\u00dfen Deutschen Kunstausstellung<\/a> auf mich, die irritierenderweise nicht im Zentralinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte stehen. Die kann man nat\u00fcrlich auch <a href=\"https:\/\/www.digishelf.de\/inhaltsverzeichnis\/PPN605217890\/1\/LOG_0000\/\">online durchbl\u00e4ttern<\/a>, aber wenn mich etwas wahnsinnig macht, dann B\u00fccher zum digitalen Durchbl\u00e4ttern, bei denen das Bl\u00e4ttern viel l\u00e4nger dauert als das in Papierform, wo man deutlich komfortabler mal eben zum Buchstaben P wie Protzen kommt.<\/p>\n<p>Kleine Anmerkung zu den Erg\u00e4nzungsb\u00e4nden im Link: Die Kunstwerke der GDK wurden nach einigen Monaten ausgetauscht bzw. einige wurden entnommen und durch andere ersetzt. Das Ganze war eine Verkaufsschau, und daher war neue Ware immer super. Deswegen gab es Erg\u00e4nzungskataloge. Und noch eine Anmerkung zum Wikipedia-Artikel, an den ich mich irgendwann mal ransetzen werde: Die drei Zeilen zu von Hitler angekauften Werken kann man total knicken. Hitler bzw. NS-Organisationen waren die gr\u00f6\u00dften K\u00e4ufer der Ausstellung und machten daf\u00fcr auch richtig Geld locker, deswegen wollten die K\u00fcnstler dort ja ausstellen \u2013 die Chance zu verkaufen, war recht hoch, und da die K\u00fcnstler die Preise selbst festlegen durften, waren die Erl\u00f6se auch deutlich h\u00f6her als auf anderen Ausstellungen. Nochmal zum Wiki-Eintrag: S\u00e4tze wie \u201eDer \u201aF\u00fchrer\u2018 und Reichskanzler kaufte mehrere Werke w\u00e4hrend der Ausstellung an\u201c sind eher albern, weil sie die Gr\u00f6\u00dfenordnung verkennen. Hitler hatte Vorkaufsrecht vor Ausstellungsbeginn und kaufte zwischen 1937 und 1944 1324 Exponate im Wert von 6,8 Millionen RM. (Quelle: Brantl, Sabine: <em>Haus der Kunst, M\u00fcnchen. Ein Ort und seine Geschichte im Nationalsozialismus<\/em>, M\u00fcnchen 2015, 2. vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete und verbesserte Auflage, S. 102.)<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in die Stabi und zu den Originalkatalogen, in denen ich jetzt guckte, wer denn in welchem Jahr zwischen 1937 und 1944 was zum Thema Autobahn gemalt hatte. Das kann ich nat\u00fcrlich <a href=\"http:\/\/www.gdk-research.de\/db\/apsisa.dll\/ete\">auch online machen<\/a> \u2013 Stichwortsuche \u201eAutobahn\u201c \u2013, aber ich gucke halt lieber nochmal selbst. Und ich fand auch eine L\u00fccke in meiner liebsten Datenbank. Ausgerechnet das Bild \u201e<a href=\"http:\/\/www.gdk-research.de\/de\/obj19404245.html\">Limburg<\/a>\u201c von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oskar_Graf_(Maler)\">Oskar Graf<\/a>, das neben Protzens \u201e<a href=\"http:\/\/www.gdk-research.de\/de\/obj19405473.html\">Stra\u00dfen des F\u00fchrers<\/a>\u201c in Frankfurt 1974 hing, in der ersten gro\u00dfen Ausstellung von sogenannter NS-Kunst in der Bundesrepublik, war nicht mit \u201eAutobahn\u201c getaggt. Und f\u00fcr sowas bl\u00e4ttert man halt Kataloge durch.<\/p>\n<p>Das dauerte alles ewig lange, totale \u00dcberraschung, und ich jammerte F. per DM voll, mimimi, lange, viel, worauf der kleine Schlaumeier kommentierte: \u201eSonst h\u00e4tte sie ja Kleine Deutsche Kunstausstellung gehei\u00dfen.\u201c Mpf.<\/p>\n<p>(Mimimi: 1941 \u2013 1889 Kunstwerke! MI! MI! MI!)<\/p>\n<p>Genau wegen Katalogen mit eintausendachthundertneunundachtzig Kunstwerken (PLUS ERG\u00c4NZUNGSKATALOG!) hatte ich mich bis jetzt um die GDK gedr\u00fcckt. Die arbeitete ich jetzt aber ab, machte gegen 14 Uhr Mittagspause und fuhr nach Hause. <\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Dort kochte ich <a href=\"https:\/\/www.chestnutandsage.de\/gut-gesaettigt-linsen-mit-ras-el-hanout-moehren\/\">dieses Rezept von Julia<\/a> nach, allerdings ohne Granatapfel und Minze und noch irgendwas fehlte auch, also im Prinzip gab es bei mir Linsen, mit Thymian und Lorbeerblatt gekocht und mit Apfelessig und Zitronensaft abgeschmeckt, und dazu herrliche Ofenkarotten, die ich in Ras-el-Hanout gew\u00e4lzt hatte. Die schmorte ich aus Versehen deutlich l\u00e4nger als ich sonst M\u00f6hren im Ofen lasse, denn eigentlich mag ich sie bissfest, aber so mummelig weich und toll gew\u00fcrzt werde ich sie jetzt \u00f6fter machen. Das <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/B7TZuxzoAZ1\/\">Foto<\/a>, was ich gestern auf Insta postete, finde ich heute doof, und deswegen steht es hier auch nicht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den restlichen Nachmittag verbrachte ich wieder am Schreibtisch, nutzte nun die digitalen Erg\u00e4nzungskataloge, denn die hatten wir leider nicht auf Papier in der Stabi, und schaffte es bis gegen 20 Uhr bis ins Jahr 1944.<\/p>\n<p>Mir fehlen jetzt noch ein paar Ausstellungen, zu denen ich in M\u00fcnchen keine Kataloge gefunden habe, daher kommt nun eine Fernleihebestellung, die ich bewusst bis zum Ende aufgehoben hatte. Die landet n\u00e4mlich im Lesesaal der Uni-Bibliothek, der von allen Leses\u00e4len am langweiligsten, altmodischsten sowie luft- und akustikunfreundlichsten ist und daher meide ich ihn, wo ich kann.<\/p>\n<p>Dann fehlen mir noch Informationen zu einigen Anmerkungen Protzens im Werkverzeichnis \u2013 ich wei\u00df immer noch nicht, welche Ausstellung er mit \u201e38 Wien\u201c gemeint hat zum Beispiel. Dar\u00fcber gr\u00fcbele ich noch ein bisschen, aber wenn diese L\u00fccken auch geschlossen sind, habe ich endlich alle Ausstellungen bis zum Ende der NS-Zeit aufgearbeitet, also nicht nur notiert, sondern eingeordnet, Kontext geschaffen, das Werk erl\u00e4utert, und das ist ein kleines Meilensteinchen. Die Ausstellungen von 1945 bis 1956, seinem Todesjahr, sind mir weitaus egaler und die werde ich auch etwas stiefm\u00fctterlicher \u2013\u00a0aka k\u00fcrzer \u2013 behandeln als die von vor 1945.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends zwei Folgen \u201eChef&#8217;s Table\u201c geguckt und dabei einen Metzger aus Italien kennengelernt, der from nose to tail arbeitet. Das ist ja eine gute und richtige Idee, auch dass der Mann in seinem kleinen Restaurant den Leuten nicht nur Steaks serviert, sondern gegessen wird, was auf den Tisch kommt, und das sind dann eben auch Kopf und Arsch vom Rind, aber bei mir blieb nach der Folge eher h\u00e4ngen: Ehe ich das esse, esse ich lieber Linsen mit M\u00f6hren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war Stabi-Tag. Leider per Bus und nicht per Fahrrad, denn das hatte \u00fcberraschend einen platten Vorderreifen, ich keine Lust zum Aufpumpen und daher fuhr ich per Bus ins Paradies. 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