{"id":33103,"date":"2019-11-02T10:42:20","date_gmt":"2019-11-02T09:42:20","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=33103"},"modified":"2019-11-02T10:42:20","modified_gmt":"2019-11-02T09:42:20","slug":"was-schon-war-donnerstag-freitag-31-oktober-1-november-2019-all-things-grow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=33103","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Donnerstag\/Freitag, 31. Oktober\/1. November 2019 \u2013 All things grow"},"content":{"rendered":"<p>(Soundtrack zum Blogeintrag: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c_-cUdmdWgU\">Chicago<\/a><\/em> von Sufjan Stevens)<\/p>\n<p>Am eigenen Schreibtisch sitzen, schreiben k\u00f6nnen, lesen k\u00f6nnen, im Warmen sein k\u00f6nnen, ein Dach \u00fcber dem Kopf haben.<\/p>\n<p>Geld haben, um einzukaufen. Ist in diesem Jahr nicht ganz so \u00fcppig, aber es reicht. Das ist viel.<\/p>\n<p>DMs mit jemandem austauschen, den man liebt. Menschen auf Twitter und Insta zugucken, die man mag, sch\u00e4tzt, unterhaltsam findet, anregend, anstrengend auf eine gute Weise. Sich bilden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Geschenk von jemandem Wildfremden aus der Packstation holen. Gehen, im eigenen Tempo, in genau meinem Wetter (Team Herbst), in der geliebten Schnuffeljacke. Auf dem R\u00fcckweg ein St\u00fcck Kuchen vom B\u00e4cker holen. Geld f\u00fcr Kuchen haben, Zeit, dazu noch einen Kaffee aufzubr\u00fchen, beides genie\u00dfen, stumm und dankbar.<\/p>\n<p>Auf dem Sofa einschlafen k\u00f6nnen, weil gerade nichts gemacht werden muss. Gar nichts.<\/p>\n<p>Honigbrot, Tee, merken, dass die Blechpommes im Sonderangebot gar nicht so schlecht sind. Ich habe immer noch keine richtig guten selbstgemachten hingekriegt. Aber: Zeit und Lust dazu haben, es immer wieder zu probieren.<\/p>\n<p>Ausschlafen.<\/p>\n<p>Neue Folgen von <em>Queer Eye<\/em> auf Netflix, die bei mir immer den Effekt haben, mal wieder auf mich raufzugucken und zu merken, was ich alles habe, was ich alles kann, worin ich gut bin. Der gute alte Spruch, \u00fcber den viele sich lustig machen au\u00dfer denen, die ihn dauernd aufsagen m\u00fcssen, um nicht wahnsinnig zu werden: Selbstliebe ist ein radikaler Akt, wenn die Gesellschaft, die Medien, Facebook oder deine angeblichen Freunde dir dauernd sagt, du bist nicht gut genug.<\/p>\n<p>Den Artikel \u201e<a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000110521034\/was-ich-lernte-als-mein-vater-starb\">Was ich lernte, als mein Vater starb<\/a>\u201c lesen und genau das mitnehmen, was mich seit einigen Monaten auch besch\u00e4ftigt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn man Hinterbliebene wird, dann erkennt man (oder auch bereits in den \u00dcberg\u00e4ngen langer Krankheiten), wie Menschen ticken, wie sie gebaut waren. Wie bei Ruinen sieht man, wo die Stiegenh\u00e4user waren, wo die stabilen W\u00e4nde, wo die weniger belastbaren. Bei diesem schmerzhaften Prozess lernt man, wie man selbst gefertigt ist. Wo man W\u00e4nde verst\u00e4rken sollte. Welche man einrei\u00dfen k\u00f6nnte, weil man sie selbst dort gar nicht braucht. Und wo man eigentlich lieber einen Balkon h\u00e4tte. Beraubt der letzten Zeugen der eigenen Kindheit, verabschieden wir uns nicht nur von den Toten, sondern auch von den Menschen, die wir selbst fr\u00fcher waren. &#8220;Du sitzt jetzt erste Reihe fu\u00dffrei&#8221;, hat mir eine Freundin damals gesagt, und das klang knallhart, aber gut. Denn erste Reihe fu\u00dffrei bedeutet auch, dass es die eigenen Entscheidungen sind, die z\u00e4hlen und gelten, und das Bild von einem selbst, das man hat, nicht das, das ein anderer hatte, dem man wom\u00f6glich lange zu entsprechen suchte. Und pl\u00f6tzlich erkennt man, ganz vers\u00f6hnt, dass selbst dieser Mensch einmal versucht hat, jemand anderem zu entsprechen. Es ist die simple Erkenntnis: Auch die Eltern sind nur Menschen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und ganz dringend das hier:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e&#8221;Wird es mir am Totenbett Sorgen machen?&#8221;, frage ich mich seither, um herauszufinden, wie es um die Gr\u00f6\u00dfenordnung eines Problems tats\u00e4chlich bestellt ist. Da bleibt erstaunlich wenig \u00fcbrig. &#8220;Wir werden alle sterben&#8221; nicht als Trag\u00f6die, sondern als Befreiungsschlag.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich werde auf dem Sterbebett nicht denken, ach Mensch, h\u00e4tte ich doch diese zehn Kilo noch abgenommen, h\u00e4tte ich doch mehr Geld verdient, h\u00e4tte ich doch noch mehr Zeug angeh\u00e4uft. Ich werde denken, schei\u00dfe, die 100 Euro f\u00fcr diesen Rotwein h\u00e4ttest du doch ausgeben sollen. Und dann gebe ich sie jetzt aus. Und schreibe eine Dissertation, statt in der Agentur reich zu werden. Und werfe Zeug weg, weil ich genug Zeug habe.<\/p>\n<p>Genug Zeug haben.<\/p>\n<p>In der K\u00fcche beim Kochen zu Sufjan Stevens mitsingen.<\/p>\n<p>Abends \u00fcber Patisserie sprechen, \u00fcber gutes Essen, dazu einen Wein trinken, der keine 100 Euro gekostet hat, aber trotzdem sehr gut ist.<\/p>\n<p>Gemeinsam einschlafen und darauf vertrauen, dass Dinge wachsen, sich entwickeln und alles irgendwie gut wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Soundtrack zum Blogeintrag: Chicago von Sufjan Stevens) Am eigenen Schreibtisch sitzen, schreiben k\u00f6nnen, lesen k\u00f6nnen, im Warmen sein k\u00f6nnen, ein Dach \u00fcber dem Kopf haben. Geld haben, um einzukaufen. Ist in diesem Jahr nicht ganz so \u00fcppig, aber es reicht. Das ist viel. DMs mit jemandem austauschen, den man liebt. 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