{"id":32990,"date":"2019-10-20T08:32:36","date_gmt":"2019-10-20T07:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32990"},"modified":"2019-10-20T08:54:56","modified_gmt":"2019-10-20T07:54:56","slug":"tagebuch-sonntag-13-bis-samstag-19-oktober-2019-pflegedienst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=32990","title":{"rendered":"Tagebuch, Sonntag, 13. bis Samstag, 19. Oktober 2019 \u2013 Pflegedienst"},"content":{"rendered":"<p>Auf der fr\u00fchen Zugfahrt von M\u00fcnchen nach Hannover fast komplett im Halbschlaf unter den Noise-Cancelling-Kopfh\u00f6rern verschwunden; <a href=\"https:\/\/detektor.fm\/kultur\/monopol-podcast-neues-deutschland-ost-west-kosmopolitisch\">diese Folge \u00fcber Kunst in Ost- und Westdeutschland<\/a> vom Monopol-Podcast gerne geh\u00f6rt, <a href=\"https:\/\/www.staatsbuergerkunde-podcast.de\/2016\/05\/08\/sbk072-ddr-sprech-3\/\">diese hier \u00fcber DDR-Sprech<\/a> vom Staatsb\u00fcrgerkunde-Podcast nur so halb, weil mir das Gespr\u00e4ch fast durchgehend zu weit abschweifte. War vielleicht nicht die beste Reinkommerfolge, keine Ahnung. H\u00e4tte ich mir etwas konzentrierter aufs Thema gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Papa hat mich die ganze Woche lang erkannt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ich bin seit Jahren kein Auto mehr gefahren. In dieser Woche war das ab und zu n\u00f6tig weil Dorf und keine \u00d6ffis und kein passendes Fahrrad f\u00fcr mich und ich mies zu Fu\u00df auf l\u00e4ngeren Strecken mit schwerem Einkaufskorb. Die ersten 100 Meter im elterlichen Golf fragte ich mich hysterisch OMG WAS TUE ICH HIER, AUTOFAHREN WAAHH, aber dann war es, Achtung, Super-Kalauer, wie Fahrradfahren \u2013 das verlernt man anscheinend nicht. Ba-dumm-tsss. Sch\u00f6n den Arm aus dem Fenster h\u00e4ngengelassen bei Tempo 30 durchs Wohngebiet. Queen of the road!<\/p>\n<p>Ich hatte allerdings \u00fcberhaupt kein Gef\u00fchl f\u00fcr die gefahrene Geschwindigkeit, was nat\u00fcrlich auch am Auto gelegen haben k\u00f6nnte, das neuer ist als alle Karren, die ich jemals besessen habe. Ich wusste nie, ob ich 30 oder 50 fahre und musste alle 20 Sekunden auf den Tacho gucken. (Habe <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=14896\">Rocky<\/a> ein bisschen vermisst, den konnte ich ohne Tacho fahren. Brrmmbrrrm.)<\/p>\n<p>Nach einem Einkaufstrip wollte ich vom Supermarktparkplatz runterfahren und wartete auf eine L\u00fccke im Stra\u00dfenverkehr. \u201eOh, ein blauer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/VW_Karmann-Ghia_Typ_14\">Karmann Ghia<\/a>! &#8230; Oh, der sieht aus wie der von meiner Schwester! &#8230; Oh, das IST meine Schwester!\u201c Hektisch gewunken, weil ich die Hupe nicht instinktiv fand, Schwesterchen sah mich, winkte hektisch und breit grinsend zur\u00fcck. Schwester im Dorf treffen habe ich auch seit 30 Jahren nicht mehr gemacht.<\/p>\n<p>Meine Schwester liest mein Blog nicht, aber ich bin mir sicher, sie w\u00fcrde euch darauf hinweisen wollen, dass die Karre Gia ausgesprochen wird und nicht Dschia.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Das Frikadellenrezept von meiner Mama ist von meiner Omi und viel besser als meins. Wird in den eigenen Vorrat \u00fcbernommen. Das Geheimnis: ZWEI Eier auf ein Pfund Th\u00fcringer Mett, nicht nur eins. So fluffig!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Abl\u00e4ufe mit den Pflegekr\u00e4ften haben sich automatisiert, alles geht deutlich besser und runder als beim ersten Mal, als ich da war, um meine Mutter zu unterst\u00fctzen. Es ist trotzdem irre, wie fremdbestimmt man rumrennt. Keine einzige Buchseite gelesen, mal kurz in die Diss geguckt, aber nicht so wirklich, immerhin den <em>Spiegel<\/em> durchgekriegt, den ich auf der Zugfahrt begonnen hatte.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>F\u00fcnfmal <em><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/hallo_niedersachsen\/index.html\">Hallo Niedersachsen<\/a><\/em> gesehen und diverse Dokumentationen \u00fcber den Norden, weil Papa das gerne sieht. Totales Heimweh bekommen. Ja, Laugenbrezn, ja, Leberk\u00e4s, aber: Wir haben trotzdem den sch\u00f6neren Dialekt. Und die sch\u00f6neren Fachwerkh\u00e4user. Au\u00dferdem gelernt, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/die_nordstory\/Das-Tor-zum-Himmel,dienordstory718.html\">dass die Profis einen A320 in 14 Minuten reinigen<\/a>. Alter!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Jeden Morgen f\u00fcr Papa Thiele-Tee gekocht. Als beinharte B\u00fcnting-Trinkerin kann ich das nat\u00fcrlich nur als fiese Pl\u00f6rre bezeichnen. Der Riss geht durch die Familie! Habe trotzdem jeden Morgen zwei Tassen davon genossen. (Sch\u00f6ner <a href=\"https:\/\/taz.de\/!512439\/\">taz-Artikel<\/a> zum Ostfriesentee.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Am dritten Tag Auto gefahren als h\u00e4tte ich nie Pause gemacht. Das ist schon sch\u00f6n, dieses einsame Rumgurken. Zumindest auf dem Dorf. Autobahn muss ich nicht wieder haben, ICE ist netter. F\u00fcrs Protokoll: Beide Zugfahrten waren ereignislos und p\u00fcnktlich.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends zum Runterkommen das t\u00e4gliche 24-Stunden-Unbegrenztes-Internet-Paket meines Handyproviders zum Tethern genutzt und eine Serienfolge auf dem Laptop geguckt. Man kann also auch mit LTE-Geschwindigkeit streamen! Nein, meine Eltern haben immer noch kein Internet.<\/p>\n<p>Meiner Mutter den Anfang <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32965\">unserer letzten Podcast-Folge<\/a> auf dem Handy vorgespielt (ich hatte ihr den <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32738\">Artikel aus der SZ<\/a> ausgeschnitten und zugeschickt). Ich rede wirklich zu schnell! F\u00e4llt mir beim H\u00f6ren am Rechner nie auf, mit den miesen iPhone-Lautsprechern aber schon; da habe ich mich selbst manchmal nicht verstanden. Mist.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Der Dorf-Supermarkt hat Desinfektionst\u00fccher aus einem riesigen Spender f\u00fcr die Einkaufswagengriffe. Will ich auch in M\u00fcnchen haben! Erste Assoziation war nat\u00fcrlich nicht Grippe, sondern Schweinepest und Maul- und Klauenseuche. (Eben zuerst Mail- und Klauenseuche getippt.)<\/p>\n<p>Musste mich immer zusammenrei\u00dfen, nicht \u201eServus\u201c an der Supermarktkasse zu sagen. Das \u201eWiederschaun\u201c ist mir dann aber doch rausgerutscht. Bei <em>Hallo Niedersachsen<\/em> wird man mit \u201eMoin und Guten Abend\u201c begr\u00fc\u00dft and I think that&#8217;s beautiful.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Habe Papa zu einer Partie Bauernskat \u00fcberreden k\u00f6nnen. Fr\u00fcher hat er fast w\u00f6chentlich mit meiner Schwester Preisskat gespielt. Er wusste noch, was Trumpf bedeutet und kannte die Farben, aber ich musste ihm quasi soufflieren, welche Karte er aufnehmen und wie herum er sie wieder ablegen muss. Aber als ich beim Z\u00e4hlen seiner Stiche \u201e62\u201c sagte, wusste er, dass er gewonnen hatte. Ich habe mich quasi selbst geschlagen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nicht ganz so geschlaucht und geistig fertig gewesen wie <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32517\">beim ersten Mal<\/a>, weil ich schon wusste, was mich ungef\u00e4hr erwartet. Trotzdem war die Woche anstrengender als jeder Werbejob und jeder Archivtag, nach denen ich auch immer hirntot bin.<\/p>\n<p>Werde jetzt \u00f6fter hochfahren, um meiner Mutter zu helfen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Auf der Heimfahrt lauschte ich wieder der <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=30625\">Jahresklassikliste<\/a> und fand <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pjZPHW0qVvo\">Danz\u00f3n No. 2<\/a><\/em> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arturo_M%C3%A1rquez\">Arturo M\u00e1rquez<\/a> besonders spannend.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und kaum bin ich nicht im Stadion, spielt Augsburg gegen Bayern unentschieden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der fr\u00fchen Zugfahrt von M\u00fcnchen nach Hannover fast komplett im Halbschlaf unter den Noise-Cancelling-Kopfh\u00f6rern verschwunden; diese Folge \u00fcber Kunst in Ost- und Westdeutschland vom Monopol-Podcast gerne geh\u00f6rt, diese hier \u00fcber DDR-Sprech vom Staatsb\u00fcrgerkunde-Podcast nur so halb, weil mir das Gespr\u00e4ch fast durchgehend zu weit abschweifte. 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