{"id":32928,"date":"2019-09-26T07:09:26","date_gmt":"2019-09-26T06:09:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32928"},"modified":"2019-09-26T07:09:26","modified_gmt":"2019-09-26T06:09:26","slug":"was-schon-war-mittwoch-25-september-2019-uber-die-diss-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=32928","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Mittwoch, 25. September 2019 \u2013 \u00dcber die Diss sprechen"},"content":{"rendered":"<p>Vormittags war ich mit einer Doktorandin verabredet, mit der mich mein Doktorvater per Mail verkuppelt hatte. Eigentlich wollten wir uns schon fr\u00fcher treffen, aber das hatte sich aus Gr\u00fcnden immer verz\u00f6gert \u2013 die Dame wohnt nicht in M\u00fcnchen \u2013, und gestern klappte es endlich. Wir sa\u00dfen <a href=\"https:\/\/www.yelp.de\/biz\/konditorei-kaffee-schneller-m%C3%BCnchen\">bei Hildegard<\/a>, ich fr\u00fchst\u00fcckte ein bisschen Vanillecremetorte, ein, wie ich jetzt wei\u00df, \u00e4u\u00dferst s\u00e4ttigendes Backwerk, wir tranken Milchkaffee und Cappuccino und sprachen, von den Umsitzenden vermutlich etwas argw\u00f6hnisch be\u00e4ugt, \u00fcber Kunst im NS, Hitlerreden, Goebbels\u2019 Tageb\u00fccher, ob Protzen ambitioniert war oder nicht, ob man das seinen Bildern ansieht und wo man noch sch\u00f6ne Archivalien finden k\u00f6nne, um unsere Thesen und Ideen zu belegen. Das tat wie auch schon beim Kolloquium sehr gut, mit jemandem zu sprechen, der einen \u00e4hnlichen Wissenshintergrund hat. Wir konnten uns beide noch Neues erz\u00e4hlen, ich bekam wichtige Denkanst\u00f6\u00dfe und hatte generell eine sehr gute Zeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5671.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"467\" class=\"alignnone size-full wp-image-32932\" \/><\/p>\n<p>Und bis abends keinen Hunger mehr. (Muss \u2013 diesen \u2013 fluffigen \u2013 Biskuit \u2013 nachbacken!)<\/p>\n<p>Abends sa\u00df ich mal wieder mit F. am K\u00fcchentisch und wir kamen generell auf das Thema Promotion. Meine Gespr\u00e4chspartnerin ist wie ich Einzelk\u00e4mpferin, nicht in einer Forschungsgruppe eingebunden und vermutlich wird ihr der zu erlangende Titel auch nicht mehr viel in der Karriere bringen. Sie ist auch schon etwas l\u00e4nger als ich dabei und will dringend fertigwerden; sie erz\u00e4hlte, dass sie Fragen von anderen, ob man promovieren sollte oder nicht, inzwischen mit \u201eNur wenn du dich qu\u00e4len willst\u201c beantwortet. Und F., der ja auch ein \u201eDr.\u201c vor dem Namen tragen darf, meinte \u00e4hnlich: \u201eWas Forschung wirklich bedeutet, merkst du erst, wenn du richtig forschst. Und bei aller Liebe: Eine Masterarbeit ist keine richtige Forschung.\u201c Womit niemand den Titel des MA schlecht machen will, aber ich neige inzwischen dazu, ihm zuzustimmen: Das Ausma\u00df an Suchen, Denken und Schreiben, das eine Dissertation erfordert, geht \u00fcber das Ma\u00df einer MA-Arbeit deutlich hinaus, und das verstehe ich auch erst so langsam.<\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen bekam ich eine Mail, die sich auf einen meiner alten Blogeintr\u00e4ge zur BA-Arbeit bezog, weswegen ich in den Eintr\u00e4gen noch einmal rumlas und mich an meine damalige Situation erinnerte, in der ich nicht recht zum Ziel kommen konnte und alles f\u00fcrchterlich fand. Mir fielen auch meine Screenshots wieder ein, die ich von den erreichten Seiten- und Zeichenzahlen machte und die mir wie eine irre Errungenschaft vorkamen. Das waren sie zum damaligen Zeitpunkt auch, aber heute wei\u00df ich: Eine BA-Arbeit ist nicht mal ein lausiges Kurzkapitel in einer Diss. Die Menge an Stoff, die man sich daf\u00fcr anliest oder erarbeitet, hat eine v\u00f6llig andere Dimension, die Tiefen, in die man gedanklich vordringt, kann man vorher gar nicht erreichen, weil man immer eine Deadline und eine nicht zu \u00fcberschreitende Textmenge vorgegeben bekommen hat. Und das ist auch der Grund, warum sowohl meine Gespr\u00e4chspartnerin und F. und ich weitermachen bzw. abgeschlossen haben: weil man diese Gelegenheit eben nie wieder bekommt, sich so tief und so lange in ein Thema hineinzufressen, wie man will. Der Fluch des Ganzen ist gleichzeitig sein Segen.<\/p>\n<p>Ich erinnerte mich auch an die vielen Mails, die ich bekam, als ich als Doktorandin angenommen wurde; da waren viele dabei, die mir sagten, ich habe promoviert, ich wei\u00df, wie&#8217;s dir geht und hey, wenn du irgendwann feststeckst, noch kein Ende siehst und den Anfang schon nicht mehr, sag Bescheid, das kennen wir alle. Das habe ich damals nat\u00fcrlich nicht geglaubt, dass wir das alle kennen, aber auch dazu kann ich inzwischen sagen: Ja, das scheint auch normal zu sein, dass man irgendwann an den Punkt kommt, an dem man sich fragt, was das alles soll und ob in den 100 Seiten, die man schon hat, \u00fcberhaupt eine einzige gute ist. Den hatte ich vor einiger Zeit schon mal, der kommt auch anscheinend gerne nochmal um die Ecke, aber auch das habe ich inzwischen kapiert: mit anderen dar\u00fcber reden, die das kennen, hilft wirklich.<\/p>\n<p>Insofern, an alle Promovierenden da drau\u00dfen: Ich sehe euch. Sagt Bescheid, wenn ihr einen Ghost Hug braucht oder eine Entschuldigung daf\u00fcr, mal eben eine Serie wegzubingen, weil der Kopf nicht mehr wei\u00df, was er eigentlich machen soll.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.espn.com\/nhl\/story\/_\/id\/27681058\/from-mascot-meme-megastar-how-gritty-took-world\">Lustige sechsmin\u00fctige Filme<\/a> \u00fcber amerikanische Maskottchen helfen \u00fcbrigens auch: Happy First Birthday, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/sport\/2018\/nov\/27\/gritty-flyers-mascot-antifa-pepe-the-frog\">Gritty, the Antifa Hero<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vormittags war ich mit einer Doktorandin verabredet, mit der mich mein Doktorvater per Mail verkuppelt hatte. Eigentlich wollten wir uns schon fr\u00fcher treffen, aber das hatte sich aus Gr\u00fcnden immer verz\u00f6gert \u2013 die Dame wohnt nicht in M\u00fcnchen \u2013, und gestern klappte es endlich. 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