{"id":31632,"date":"2019-04-12T07:52:46","date_gmt":"2019-04-12T06:52:46","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31632"},"modified":"2019-04-12T08:30:44","modified_gmt":"2019-04-12T07:30:44","slug":"tagebuch-donnerstag-11-april-2019-noch-mal-after-work-konzert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31632","title":{"rendered":"Tagebuch Donnerstag, 11. April 2019 \u2013 Noch mal After-Work-Konzert"},"content":{"rendered":"<p>Gearbeitet. Das gibt selten was her f\u00fcrs Blog, wird mal wieder Zeit f\u00fcr die Diss!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Um halb f\u00fcnf noch einen Spontanjob reingebrieft bekommen, der auch heute schon abgegeben werden muss. Dazu sage ich ja nicht nein, aber ausgerechnet gestern hatte ich mir abends ein Konzert vorgenommen. Die M\u00fcncher Symphoniker spielen ab und zu sogenannte After-Work-Konzerte im Technikum, das hei\u00dft: Die gehen um 19 Uhr los, man kommt also direkt nach Feierabend und muss sich nicht erst zuhause wie ein Pinguin verkleiden, ab 18 Uhr ist die Bar ge\u00f6ffnet, man kann sich sein Getr\u00e4nk mit in den Saal nehmen, und \u00fcberhaupt ist alles etwas l\u00e4ssiger. Und g\u00fcnstiger: F\u00fcr 21 Euro kriegt man fast zwei Stunden Klassik \u2013 und ein Begleitprogramm. <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28096\">Beim letzten Mal<\/a> ging es um Musik aus den 1920er Jahren, gestern wurde uns das Dirigieren n\u00e4her gebracht. Denn ich arbeitete konzentriert ein gutes St\u00fcndchen, dann stieg ich in U- und S-Bahn und kam um halb sieben im Technikum an, wo eh alle noch an der Bar rumlungerten und ich mir einen guten Platz im Saal suchen konnte. Dann arbeite ich eben nach dem Konzert weiter, aber das wollte ich sehen und hatte mich vorgefreut.<\/p>\n<p>Das Orchester arbeitet, laut Intendantin, die wieder durch den Abend f\u00fchrte, schon 30 Jahre mit dem musikalischen Nachwuchs zusammen, und deshalb durften <a href=\"https:\/\/www.muenchner-symphoniker.de\/de\/node\/378\">gestern<\/a> drei junge Menschen dirigieren, die sich teilweise noch in der Ausbildung befanden. Auch die Soloparts an der Harfe und der Geige wurden von Studierenden \u00fcbernommen. Ich fand es spannend, den Damen und Herren dabei zuzugucken, wie sie Dinge tun, die sie eben noch nicht so ewig lange tun wie der Rest der Menschen auf und vor der B\u00fchne. Denn der Intendantin stand ein Professor der Musikhochschule bei, der uns ein bisschen was zum Dirigieren erl\u00e4uterte.<\/p>\n<p>Angeblich ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Felix_Mendelssohn_Bartholdy\">Mendelssohn-Bartholdy<\/a> die Blaupause gewesen f\u00fcr das, was wir uns heute unter einem Dirigenten (m\/w\/x) vorstellen, also die fuchtelnde Person mit dem Stock. Wir erfuhren auch, dass der kleine Taktstock aus einem viel gr\u00f6\u00dferen entstanden ist, mit dem fr\u00fcher, wie der Name schon sagt, der Takt geklopft wurde (es gab <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean-Baptiste_Lully#Der_Absturz_(1685%E2%80%931687)\">Todesf\u00e4lle<\/a>). Was ich schon geahnt hatte: Ein Taktstock ist deutlich preiswerter als ein professionell genutztes Instrument, man hat also den g\u00fcnstigsten Job im Orchester \u2013 und auch das Reisen damit ist eher angenehm. Gelernt habe ich, dass es <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlagfigur\">Schlagfiguren<\/a> gibt, worauf ich im Folgenden versucht habe zu achten, aber ich konnte es nicht wirklich erkennen. Beim n\u00e4chsten klassischen Konzert dann. So richtig erkl\u00e4ren, was die vielen Handbewegungen denn nun bedeuten oder was genau einen guten von einem halbguten Dirigenten unterscheidet, wei\u00df ich immer noch nicht, aber ich habe mir die sch\u00f6ne Phrase \u201edas ist wie \u00fcber ein gemaltes Mittagessen reden\u201c gemerkt, die ich abs sofort f\u00fcr \u201ekann ich jetzt auch nicht so wirklich erl\u00e4utern\u201c benutzen werde.<\/p>\n<p>Als kleinen Gag durfte sich auch jemand aus dem Publikum versuchen, den Hochzeitsmarsch haben wir ja alle drauf, und das sah schon sehr lustig aus, wie eine mutige Dame mit einer gro\u00dfen Stricknadel ins Orchester wedelte; scheint doch nicht so ganz beliebig zu sein, was man da vorne macht. Sie wurde recht schnell erl\u00f6st und wir lauschten Beethovens <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hKjE3fYqQgI\">Ouvert\u00fcre<\/a> zu <em>Coriolan<\/em>, Debussys <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BeeNQyuVT8U\">Danse sacr\u00e9e et danse profane<\/a><\/em> f\u00fcr Harfe und Streicher (hat mich in seiner Tolligkeit \u00fcberrascht, h\u00e4tte ich nicht gedacht, dass ich das mag, Debussy ist mir meist zu verkuschelt), Camille Saint-Sa\u00ebns\u2019 <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Scf3_BTL3WQ\">Rondo capriccioso<\/a><\/em> (vermutlich eines <em>der<\/em> Angeberst\u00fccke f\u00fcr Violinist*innen, hat bei mir jedenfalls funktioniert) und zum Schluss den schon angesprochenen Mendelssohn-Bartholdy mit Ouvert\u00fcre, Notturno, Intermezzo und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rIM5cWB2wmM\">Hochzeitsmarsch<\/a> aus dem <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ein_Sommernachtstraum_(Mendelssohn)\">Sommernachtstraum<\/a><\/em>. Ich wei\u00df gar nicht, ob ich den Hochzeitsmarsch jemals au\u00dferhalb eines Hollywoodfilms geh\u00f6rt habe. Jetzt ja. (Hach!) <\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AHJsCYScFOQ\">andere Hochzeitsmarsch<\/a> (\u201eTreulich gef\u00fchrt\u201c) kommt \u00fcbrigens aus dem <em>Lohengrin<\/em>. Aber das wisst ihr ja alle. Der Clip ist eine Bayreuth-Inszenierung, <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=13743\">die ich sehr gut fand<\/a>. Die YouTube-Kommentatoren eher nicht so, welche \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Mein liebster Twitter-Thread gestern: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/laurenthehough\/status\/1116204557015691264\">REMEMBER THE LESBIANS, STEVE!<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und mein liebster Artikel:<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/culture\/rabbit-holes\/watching-shelley-winters-go-rogue-in-debbie-reynoldss-1983-exercise-video-do-it-debbies-way\">Watching Shelley Winters Go Rogue in Debbie Reynolds\u2019s 1983 Exercise Video, \u201cDo It Debbie\u2019s Way\u201d<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Es beginnt mit Carrie Fisher und ihrem \u00e4u\u00dferst unbequemen, bescheuerten <em>Star-Wars<\/em>-Bikini, dann kommt ihre Mutter Debbie Reynolds vor, die sich 1983 mit 51 zu einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o_ghwNkljS0\">Fitness-Video<\/a> \u00fcberreden lie\u00df, das sie selbst nicht so ganz ernst nimmt. Aber dann:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eStill, the real star of the video is Reynolds\u2019s longtime friend (and sometimes foil) Shelley Winters. Once a studio-system regular herself, Winters decided to leave the strictures of contract work behind in order to return to New York and focus on method acting. By the nineteen-eighties, she was a famously irascible character, unabashedly herself at all times. (In her memoir, \u201cUnsinkable,\u201d Reynolds recalled how, when the two co-starred in the 1971 horror film \u201cWhat\u2019s the Matter with Helen?,\u201d Winters once \u201cripped off all her clothes, stomped out of the fitting room stark naked, and left the set\u201d after a row with the costume designer.) In Reynolds\u2019s video, Winters shows up wearing sweatpants and a sweatshirt that reads \u201cI\u2019m Only Doing This for Debbie,\u201d and then refuses to do exercises with the rest of the group. Instead, she sits in the back, behind rows of Olivia Newton-John look-alikes, goofing off and heckling Reynolds. \u201cHey, Debbie, are your bulges supposed to hurt?\u201d she asks. During some thrusting exercises, she jokes that she used to do similar moves in a motel; at another point, she asks how many of the women have slept with Howard Hughes. (Several, including Reynolds, casually raise their hands.) During an ab routine, she opts simply to lie on her belly.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gearbeitet. Das gibt selten was her f\u00fcrs Blog, wird mal wieder Zeit f\u00fcr die Diss! &#8212; Um halb f\u00fcnf noch einen Spontanjob reingebrieft bekommen, der auch heute schon abgegeben werden muss. Dazu sage ich ja nicht nein, aber ausgerechnet gestern hatte ich mir abends ein Konzert vorgenommen. 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