{"id":31550,"date":"2019-04-03T09:20:15","date_gmt":"2019-04-03T08:20:15","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31550"},"modified":"2019-04-07T09:01:55","modified_gmt":"2019-04-07T08:01:55","slug":"tagebuch-dienstag-2-april-2019-mpf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31550","title":{"rendered":"Tagebuch Dienstag, 2. April 2019 \u2013 Mpf"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich den Blogeintrag gestern vorgeschrieben h\u00e4tte, bevor wir nach Augsburg zum Pokalviertelfinale gegen die Dosen aus Leipzig gefahren sind, kl\u00e4nge er vermutlich netter, aber ich bin immer noch gnatzig.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Vormittags sa\u00df ich in der Stabi, wo ich mir drei Filmrollen mit dem <em>V\u00f6lkischen Beobachter<\/em> zur\u00fccklegen hatte lassen \u2013 noch ins alte Abholregal, yay. Ich habe gar keine Gedenkminute beim Abholen eingelegt, wie mir jetzt auff\u00e4llt. Der sch\u00f6ne, der einzige Platz im hellen gro\u00dfen Lesesaal an den komischen Filmabspielger\u00e4ten, deren Name ich nicht kenne, war leider besetzt, also musste ich ins fiese Kabuff unter der Treppe hinter den Klos, und ja, da ist es genauso gem\u00fctlich wie das jetzt klingt. Die St\u00fchle dort sind richtig mies, und ich hasse Film eh, weil man 20 Zentimeter vom Bildschirm wegsitzt, um die Rollen weiterzubewegen, aber eigentlich einen Meter Abstand br\u00e4uchte, um vern\u00fcnftig lesen zu k\u00f6nnen. Das ist immer ein bisschen nervige Gymnastik.<\/p>\n<p>Ich hatte den <em>Beobachter<\/em> schon mal auf Papier in der Stabi, ich wei\u00df nicht, ob da eine Systematik drin ist, was auf Film und was auf Papier ist, egal, ich besonn mich auf uralte Filmvorf\u00fchrerinnenqualit\u00e4ten und fieselte Plastik \u00fcber F\u00fchrungsrollen, nat\u00fcrlich immer erst einmal verkehrherum, dann auf dem Kopf, dann richtig, und bis dahin hatte ich schon Kopfschmerzen, weil ich so nah am Bildschirm sa\u00df. Au\u00dferdem hatten sich irgendwelche Pollen gegen mich verschworen und ich schniefte in einer Tour.<\/p>\n<p>Dann fand ich auch nicht das, was ich gesucht hatte: Im Nachlass war ein Zeitungsausschnitt, der mit dem Zeitungsnamen und einem Datum im April 1936 beschriftet war; dazu wollte ich schlicht den Kontext haben, also welchen Artikel es bebildert hat. Ich fand weder in der s\u00fcddeutschen noch in der M\u00fcnchner Ausgabe etwas, die Reichsausgabe hatte ich mir gar nicht rauslegen lassen, und da das Bild von Henny ist und nicht von Carl Theodor, kommt das jetzt auf die Liste \u201eWenn ich fertig bin und noch Lust und Zeit habe\u201c.<\/p>\n<p>Die dritte Filmrolle enthielt den <em>Beobachter<\/em> Mitte 1940, da wollte ich gucken, ob die Gro\u00dfe Deutsche Kunstausstellung erw\u00e4hnt wird und vor allem Protzens \u201e<a href=\"http:\/\/www.gdk-research.de\/de\/obj19405473.html\">Stra\u00dfen des F\u00fchrers<\/a>\u201c, das der Dreh- und Angelpunkt meiner Arbeit ist. Ich hatte aber so gar keine Lust, durch die Filmrollen zu scrollen und gab sie erst einmal wieder ab. Auf die Liste.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags weiter in Dateien und Unterlagen gew\u00fchlt, wenig geschrieben, leicht unkonzentriert gewesen. Schlie\u00dflich aufgegeben, Brot gegessen und mich mal wieder in f\u00fcnf Lagen Stadionklamotten gew\u00fcrgt. <\/p>\n<p>Gestern war es zwar knapp 20 Grad warm, aber abends sollten es in Augsburg nur so 8 bis 10 werden, und genau bei den Temperaturen hatte ich bei den Bayern-Damen letzte Woche arg gefroren. Also: Thermotights und -Oberteil, zwei Paar Socken und die dicke Winterwolljacke. Die nahm ich erstmal \u00fcber den Arm, als ich schwitzend zur U-Bahn ging, um in den S\u00fcdwesten von M\u00fcnchen zu fahren, wo mich F. mit dem Auto seiner Eltern aufgabelte. Denn das Pokalspiel fing erst um 20.45 Uhr an, und da es eben kein Bundesligaspiel ist, das brav nach 90 Minuten zu Ende ist, sondern eventuell noch 30 Minuten Verl\u00e4ngerung draufkommen oder sogar Elfmeterschie\u00dfen, war die Regionalbahn raus \u2013 so sp\u00e4t kommt man unter der Woche nicht mehr nach M\u00fcnchen. F.s M\u00fctterchen hatte uns sogar Verpflegung eingepackt, Getr\u00e4nke und Leberkassemmeln, und letztere musste ich nat\u00fcrlich sofort antesten. Als ich gerade mit dicken Backen vor mich hinfutterte, klingelte mein Handy: Die Kundin mochte mein Angebot, ich habe einen neuen Auftrag, geht vermutlich n\u00e4chste Woche los. So fuhren wir gutgelaunt und entspannt nach Augschburg, wo uns das Spiel eigentlich egal war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/F961A450-8D19-4969-93CC-B8E67D58F257.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-31553\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/F961A450-8D19-4969-93CC-B8E67D58F257.jpg 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/F961A450-8D19-4969-93CC-B8E67D58F257-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Erst im Stadion fiel mir auf, dass die Semmel vermutlich keine gute Idee war, denn ich musste, MUSSTE, schlie\u00dflich meine heilige Pre-Game-Wurst essen, ohne die ist Fu\u00dfball kein Fu\u00dfball. Ehe Augsburg jetzt verliert, weil ich keinen FCA-Knacker in der Laugensemmel gegessen habe \u2013 es hilft ja nix. Dazu eine Apfelschorle.<\/p>\n<p>Im Stadion waren um uns herum gef\u00fchlt nur die H\u00e4lfte der \u00fcblichen Dauerkarten-Besitzer (kein Femininum) am Platz, der Rest f\u00fcllte sich aber auch gut. Zu meinem Schrecken nahm neben mir jemand Platz, der ungef\u00e4hr 2 Meter 20 gro\u00df und fast so breit war. Der Herr war nicht dick, das \u00fcbernahm ich f\u00fcr uns beide, aber bei der Gr\u00f6\u00dfe war er halt stattlich. Das f\u00fchrte dazu, dass ich meine linke Schulter den ganzen Abend komisch nach vorne schob, um sie ihm nicht dauernd in die Rippen zu dengeln. Oder in die Niere. Er war wirklich sehr gro\u00df. Er versuchte sich aber schmal zu machen, genau wie ich, und so haben wir beide vermutlich eher unbequem gesessen.<\/p>\n<p>War aber erstmal egal, denn die Choreo von Augsburg war ziemlich toll. <a href=\"https:\/\/sport.sky.de\/fussball\/artikel\/augsburg-und-leipzig-liefern-sich-choreo-fight\/11682601\/34117\">Bei Sky kann man sie besser sehen<\/a> als auf meinen Fotos, weil ich halt seitlich von der Kurve sitze.<\/p>\n<p>Da ist die Augsburger Puppenkiste &#8230;<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4622.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-31554\" \/><\/p>\n<p>&#8230; jetzt geht sie auf &#8230;<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4623.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-31555\" \/><\/p>\n<p>&#8230; und da ist der Kasper mit dem DFB-Pokal im Arm, um ihn herum Ballons und Konfetti und ein laut klatschendes Stadion.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4625.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-31556\" \/><\/p>\n<p>Wer will, kann sich den <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RwV02lU_qxY\">nichtssagenden Dreimin\u00fcter von Sky<\/a> auf YouTube \u00fcber das Spielgeschehen angucken. F\u00fcr mich sah das im Stadion und TOTAL OBJEKTIV nat\u00fcrlich anders aus. Mir kam Leipzig deutlich unfairer vor als ich sie sonst gesehen hatte, gef\u00fchlt dauernd beschwerte sich irgendwer, und bei manchen Schiedsrichter-Entscheidungen (oder Nicht-Entscheidungen) bin ich mir auch nicht so sicher, aber was wei\u00df denn ich. Ich meinte vor dem Spiel noch zu F.: \u201eWahrscheinlich wird&#8217;s ein schlimmes Gew\u00fcrge, und in der 80. schie\u00dft dann halt irgendwer ein Tor.\u201c Fast richtig. Gew\u00fcrge ja (Augsburg halt), aber Leipzig traf bereits in der 74. Minute zum 1:0. Zu diesem Zeitpunkt war ich griffig genug um zu p\u00f6beln. Vor dem Spiel, ich schrieb es bereits, waren wir beide recht entspannt und erwarteten nichts. Nach der ersten nickeligen Halbzeit wollten wir Augsburg zum Sieg br\u00fcllen, denn sie waren absolut auf Augenh\u00f6he. <\/p>\n<p>Nach dem 0:1 warf der FCA auch noch alles nach vorne, aber die Minuten liefen fies und ohne Tor runter, die Nachspielzeit wurde angesagt, Leipzig tat, was alle Mannschaften tun, die kurz vor Schluss knapp f\u00fchren, sie hielten den Ball, tanzten ewig um die Eckfahnen, wechselten, der \u00fcbliche Kram halt. Aber als ich schon fast dabei war, den Schal in die Jackentasche zu stopfen, gab es einen Einwurf, einen sch\u00f6nen Doppelpass, und dann schlenzte der Herr Finnbogason mit seiner Fu\u00dfspitze in letzter Sekunde noch den Ball ins Dosentor und das Stadion eskalierte total. Alles br\u00fcllte und jubelte, als ob der FCA schon gewonnen h\u00e4tte, F. klatschte sogar mit den nervigen Labernasen hinter uns ab, es war so gro\u00dfartig! Fu\u00dfball, ey. So geil! Und wie gut, dass wir mit dem verdammten Auto da waren!<\/p>\n<p>In der Verl\u00e4ngerung ging es weiter hin und her, Chancen auf beiden Seiten, aber nichts, und wieder kurz vor Schluss, als wir alle schon im Kopf beim Elfmeterschie\u00dfen waren, beging Gregoritsch im Strafraum ein Handspiel (aka der Ball sprang ihm an den Oberarm, als er zum Kopfball hochging und das ist dann halt Hand und ich hasse diese Handregel ja sowieso SCHON IMMER), dem Schiedsrichter blieb nicht anderes \u00fcbrig, als auf den Elfmeterpunkt zu deuten, irgendein Leipziger verwandelte, und Augsburg war raus. Fu\u00dfball, ey. So schei\u00dfe!<\/p>\n<p>Wir sammelten noch unsere weitere Mitfahrerin ein, die mit dem Zug in die Stadt gekommen war, und n\u00f6lten in einer Tour auf dem Weg zur Tram, wie vermutlich 25.000 um uns rum auch. Dann n\u00f6lten wir im Auto noch bis kurz vor M\u00fcnchen, und erst dann redeten wir \u00fcber nette Dinge, w\u00e4hrend ich die Getr\u00e4nke von F.s Mutter pl\u00fcnderte und mir eine Leberkassemmel f\u00fcr heute morgen zum Fr\u00fchst\u00fcck mitnahm. F. brachte mich vor die Haust\u00fcr, ich war um halb zwei im Bett, meine Schulter tat weh, ich war heiser, und die Schei\u00dfpollen hatten auch abends keine Ruhe gegeben, weswegen meine Jackentaschen mit nassen Taschent\u00fcchern voll waren. Verschwitzt war ich nat\u00fcrlich auch; acht Grad im April sind anscheinend was anderes als acht Grad im M\u00e4rz, ich war viel zu dick angezogen und beende jetzt hiermit offiziell die Winterklamottensaison im Stadion.<\/p>\n<p>Heute morgen bin ich immer noch stinkig, was mich noch mehr stinkig macht. Wie gesagt, eigentlich war mir das Spiel egal, ich hatte eh mit einer Niederlage gerechnet, aber die Art und Weise war halt schei\u00dfe. Ich h\u00e4tte nie mit dem Quatsch anfangen sollen. Sagte sie und legte schon mal den Schal f\u00fcr Sonntag raus, wenn Hoffenheim nach Augsburg kommt.<\/p>\n<p>(VERFICKTE KACKSCHEISSE!)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich den Blogeintrag gestern vorgeschrieben h\u00e4tte, bevor wir nach Augsburg zum Pokalviertelfinale gegen die Dosen aus Leipzig gefahren sind, kl\u00e4nge er vermutlich netter, aber ich bin immer noch gnatzig. &#8212; Vormittags sa\u00df ich in der Stabi, wo ich mir drei Filmrollen mit dem V\u00f6lkischen Beobachter zur\u00fccklegen hatte lassen \u2013 noch ins alte Abholregal, yay. 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