{"id":31494,"date":"2019-03-28T08:22:51","date_gmt":"2019-03-28T07:22:51","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31494"},"modified":"2019-03-28T08:30:43","modified_gmt":"2019-03-28T07:30:43","slug":"tagebuch-mittwoch-27-marz-2019-archivarbeit-und-champions-league","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31494","title":{"rendered":"Tagebuch Mittwoch, 27. M\u00e4rz 2019 \u2013 Archivarbeit und Champions League"},"content":{"rendered":"<p>Hurra, Archivtag, wo-hoo! Auf mich warteten zwar nur vier von f\u00fcnf angefragten Archivalien, aber mit denen hatte ich auch genug zu tun. Da das Stadtarchiv am Mittwoch nur von 9 bis 12 ge\u00f6ffnet hat, habe ich auch nicht alles geschafft und muss, oh Mist, ey, echt jetzt, heute nochmal hin. Schlimm!<\/p>\n<p>Ich hatte mir die Presseartikelsammlungen zu Protzen und seiner Frau herauslegen lassen, in denen ich aber nur einen langen Artikel von 1932 fand, den ich schon aus dem Nachlass kannte. Schlauerweise hatte ich mir dazu auch noch bergeweise Zeitungsartikel von der M\u00fcnchner K\u00fcnstlergenossenschaft zur\u00fccklegen lassen, in der Protzen Mitglied war. Er war noch in gef\u00fchlt zwei Dutzend anderen K\u00fcnstlervereinigungen Mitglied, danach muss ich noch suchen, aber die MKG war die erste Anlaufstelle. Dort wollte ich nachschauen, ob er irgendwann in einem Ausstellungsbericht erw\u00e4hnt wurde oder in einer Funktion, denn er war, laut seines Spruchkammerbogens, als Schriftwart im Vorstand. Das fand ich auch mehrfach best\u00e4tigt. Au\u00dferdem fand ich diverse Ausstellungsbesprechungen, bei denen es mich interessierte, ob er \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt wurde (hei\u00dft: war er wichtig genug? War er gut genug?) und wenn ja, ob vielleicht auch ein bestimmtes Werk erw\u00e4hnt wurde; das hilft mir dabei festzulegen, welche Bilder er selber f\u00fcr ausstellungsw\u00fcrdig befunden hatte.<\/p>\n<p>Da ich nur so wenig Zeit hatte, las ich zwar gr\u00fcndlich, tippte aber relativ besinnungslos ab (fotografieren darf man nat\u00fcrlich nicht), sobald ich seinen Namen fand \u2013 oder eben genau nicht. Wenn er in einem ausf\u00fchrlichen Artikel nicht erw\u00e4hnt wird, aber 25 andere K\u00fcnstler*innen, ist das f\u00fcr mich genauso interessant. Ich muss mir meine Aufzeichnungen nochmal in Ruhe durchlesen, ich habe, wie gesagt, eher runtergeschrieben als schon Kontext hergestellt. Einen Artikel fand ich aber doch sehr bemerkenswert, ausgerechnet aus dem <em>V\u00f6lkischen Beobachter<\/em>. Da schreibt am 11. M\u00e4rz 1939 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_R%C3%BCdiger\">Wilhelm R\u00fcdiger<\/a> in einem l\u00e4ngeren Artikel \u00fcber eine \u201eR\u00fcckschau der M\u00fcnchener K\u00fcnstlergenossenschaft\u201c, also \u00fcber eine Ausstellung, die \u00e4ltere Werke pr\u00e4sentiert statt aktuelle:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMan kommt auf ketzerische, gef\u00e4hrliche Gedanken vor den Bildern und \u00fcberlegt: Wie werden wir in 50 oder 70 Jahren wirken mit unserer heutigen Malerei? Und man w\u00fcnscht in freudigstem Optimismus: genau so gut, so geschlossen, genau so reich und vielgestaltig und genau so absolut k\u00fcnstlerisch wie diese oft als b\u00fcrgerlich und bequem verl\u00e4sterte Zeit.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und ich dachte ebenso ketzerisch: Junge, du wusstest ganz genau, dass ihr eher schnarchigen Schrott an der Wand habt, der genauso b\u00fcrgerlich und bequem ist, wie du bef\u00fcrchtest, und \u00fcber den wir heute noch mehr l\u00e4stern als du dir das jemals h\u00e4ttest vorstellen k\u00f6nnen, sonst w\u00fcrdest du hier nicht so eine Welle machen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags Zeitung gelesen und Orgakram erledigt. Ich hatte erst vor Kurzem mitgekriegt, dass unser labberiger Studiausweis endlich gegen eine Plastikkarte eingetauscht wird, die dann auch den Bibliotheksausweis ersetzt. Man solle doch bitte auf die Mail vom Studierendenwerk warten, um den Ausweis zu beantragen und ihn dann innerhalb von f\u00fcnf Tagen abholen, denn so wird verhindert, dass alle 50.000 LMU-Schnuckis auf einmal zum IT-Helpdesk rennen. Diese Mail kam gestern bei mir an, ich beantragte brav meinen Ausweis und werde ihn morgen abholen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und dann sp\u00fclte mir der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/el_loko74\">Herr Loko<\/a> einen Hinweis in die Twitter-Timeline, dass abends die Frauen des FC Bayern ihr Viertelfinalr\u00fcckspiel in der Champions League gegen SK Slavia Prag h\u00e4tten. Das fand am <a href=\"https:\/\/fcbayern.com\/de\/club\/fc-bayern-campus\/der-fc-bayern-campus\">Bayern-Campus<\/a> statt, an dem ich noch nie war, aber ein Blick in die MVV-App zeigte mir, dass ich da mit einmal Umsteigen hervorragend hink\u00e4me. <\/p>\n<p>Das Hinspiel war mit 1:1 anscheinend recht eng gewesen, daher hoffte ich auf ein spannendes und kampfbetontes R\u00fcckspiel. Das war&#8217;s nicht so ganz: Bis auf zehn Minuten kurz vor Schluss hatte Prag \u00fcberhaupt nichts zu melden, die <a href=\"https:\/\/fcbayern.com\/de\/news\/spielberichte\/2019\/03\/spielbericht-uwcl-viertelfinale-rueckspiel-fcb-frauen---sk-slavia-prag\">Bayerinnen gewannen mit 5:1<\/a>, aber ich hatte trotzdem einen \u00e4u\u00dferst netten Abend. Wenn ich auch ab Minute 70 dachte, die Winterstiefel w\u00e4ren echt die bessere Idee zu den Turnschuhen gewesen, bitte pfeif p\u00fcnktlich ab, mir ist kalt.<\/p>\n<p>Beim Rausgehen zuhause h\u00e4tte ich fast aus Gewohnheit zum FCA-Schal gegriffen, aber mir fiel noch rechtzeitig ein, dass ich vielleicht lieber den Bayern-Schal mitnehmen sollte. Der war auch ein prima Erkennungszeichen; beim Umsteigen von U-Bahn auf Bus war ich mir nicht sicher, zu welcher Haltestelle ich sollte, aber an den vielen Schals konnte ich erkennen, wo ich hinmusste.<\/p>\n<p>Im Vorfeld hatte ich \u00fcberlegt, wo ich sitzen wollte in diesem unbekannten Stadion, aber das h\u00e4tte ich mir sparen k\u00f6nnen: Es gab nur die Osttrib\u00fcne, alles Sitzpl\u00e4tze, acht l\u00e4cherliche Euro f\u00fcr ein Viertelfinale in der Champions League \u2013\u00a0ACHT EURO F\u00dcR DIE CHAMPIONS LEAGUE, selten wurde mir der Unterschied in der Wertsch\u00e4tzung von M\u00e4nner- und Frauenfu\u00dfball so deutlich vor Augen gef\u00fchrt \u2013, keine Taschenkontrolle, keine Schlangen, keine festen Pl\u00e4tze. Ich setzte mich, ebenfalls aus Gewohnheit, ungef\u00e4hr da hin, wo ich auch in Augsburg sitze, zwischen Mittelkreis und Strafraum, eher n\u00e4her zum Strafraum. Gute Wahl, denn die ersten drei Tore fielen genau vor meinen Augen. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4575.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-31496\" \/><br \/>\n(Ich fotografiere sehr ungern w\u00e4hrend Fu\u00dfballspielen und vergesse dabei auch immer, dem iPhone zu sagen, es m\u00f6ge bitte auf irgendwas auf dem Rasen scharfstellen und nicht auf die Frisuren meiner Vorderleute. Daher ist dieses Foto nur zu Dokumentationszwecken hier im Blog, nicht weil es gut ist. Im Gegenteil. Mpf.)<\/p>\n<p>Ich \u00fcberlege seit gestern, wie man den folgenden Satz formulieren kann, dass er nicht komisch klingt, aber mir f\u00e4llt nichts ein, also dann: Fu\u00dfballspielende Frauen sehen so gro\u00dfartig aus! Fu\u00dfballspielende M\u00e4nner auch, da bin ich ja dann doch durch und durch hetero, aber: Das lie\u00df sich alles hervorragend gucken. Mehr Technik, weniger Gehacke, weitaus weniger Fouls. Ich freute mich \u00fcber auch weibliche Linienrichterinnen; in der 1. Bundesliga haben wir ja immerhin eine einzige Schiedsrichterin, aber keine Frau an der Linie, warum auch immer.<\/p>\n<p>Ich mochte auch die Unterst\u00fctzung von den R\u00e4ngen, die mit gut 1000 Zuschauer*innen besetzt waren. Das h\u00f6rte sich etwas zaghafter an als bei 30.000 in Augsburg oder 75.000 in der Allianz-Arena, aber daf\u00fcr haben die Damen anscheinend eine Trommlertruppe, die ich toll fand. Die machte n\u00e4mlich nicht in einer Tour Krach, wie das die Kurven halt 90 Minuten lang machen und was ich teilweise schon gar nicht mehr h\u00f6re, sondern sie ging auf die jeweiligen Spielsituationen ein. Alleine daf\u00fcr m\u00f6chte ich mir noch ein Spiel der Bayern-Frauen anschauen, auch wenn das jetzt fies klingt.<\/p>\n<p>Mein Herz verloren habe ich an die Nummern 14 und 18, die ich in der ersten H\u00e4lfte direkt vor meiner Nase hatte, und ich musste ernsthaft auf der FCB-Website nach ihren Namen gucken, denn ich kannte, bis auf wenige deutsche Nationalspielerinnen, keine einzige Bundesliga-Fu\u00dfballerin. Jetzt kenne ich zwei: <a href=\"https:\/\/fcbayern.com\/de\/teams\/frauen\/teams\/kader-erste-mannschaft\/fridolina-rolfo\">Fridolina Rolf\u00f6<\/a> und <a href=\"https:\/\/fcbayern.com\/de\/teams\/frauen\/teams\/kader-erste-mannschaft\/dominika-skorvankova\">Dominika Skorvankova<\/a>. Rolf\u00f6 gibt als Hobby unter anderem \u201eEssen\u201c an, und damit hat sie nat\u00fcrlich endg\u00fcltig gewonnen. Brauche ein neues Trikot.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hurra, Archivtag, wo-hoo! 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