{"id":31474,"date":"2019-03-26T08:18:23","date_gmt":"2019-03-26T07:18:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31474"},"modified":"2019-03-26T08:18:23","modified_gmt":"2019-03-26T07:18:23","slug":"tagebuch-montag-25-marz-2019-erstes-kapitel-und-butterreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31474","title":{"rendered":"Tagebuch Montag, 25. M\u00e4rz 2019 \u2013 Erstes Kapitel und Butterreis"},"content":{"rendered":"<p>Schreibtischtag. Ich holte die ganzen Unterlagen hervor, die ich im letzten Sommer im Lenbachhaus-Archiv eingesehen hatte und die ich mir kopieren durfte. Einiges darin konnte ich mit den bereits bearbeiteten Bildern aus dem Nachlass kombinieren. Ich erg\u00e4nzte meine bisherige Liste von Ausstellungen, in denen Protzen zwischen 1927 und 1956 vertreten war, aus nunmehr vier unterschiedlichen Quellen und konnte nun auch Werknummern erg\u00e4nzen. So langsam bekomme ich eine \u00dcbersicht, was wann wo hing.<\/p>\n<p>Ich stellte allerdings auch zum wiederholten Male fest, dass die Dinge, die ich jetzt erarbeite, teilweise auch schon von den Kurator*innen im Lenbachhaus zur Ged\u00e4chtnisausstellung 1976 von Protzen und seiner Frau Henny Protzen-Kundm\u00fcller erarbeitet worden waren \u2013 und ich ahne, dass viele von den Ausstellungsst\u00fccken in den Vitrinen wie Zeichnungen oder Unterlagen inzwischen vernichtet worden sind, weil das Ehepaar f\u00fcr zu unwichtig f\u00fcr die Kunstgeschichte gehalten worden war. Inzwischen schauen wir aber anders auf die k\u00fcnstlerische Produktion der NS-Zeit, und jetzt w\u00e4ren sie wieder wichtig.<\/p>\n<p>Danach bestellte ich Archivalien im M\u00fcnchner Stadtarchiv vor, da m\u00f6chte ich Mittwoch hin. Soweit ich das online erkennen kann, gibt es zu Protzen \u00e4u\u00dferst wenig bis kaum was. Mpf. Unterst\u00fctzt allerdings ein winziges bisschen meine Theorie, dass er nicht die gro\u00dfe Nummer war, zu der ihn die bundesdeutschen Ausstellungen zur NS-Kunst gemacht haben.<\/p>\n<p>Dann r\u00e4tselte ich wieder, wie ich an die Nachkommen der Leihgeber rankommen k\u00f6nnte, die ich aus den Lenbachhaus-Unterlagen wenigstens namentlich kenne, denn die Ausstellung war wie gesagt 1976, die Herren leben aller Wahrscheinlichkeit bzw. ganz sicher nicht mehr. Google hilft nur teilweise, und ich ahne, dass das Einwohnermeldeamt auch komisch guckt, wenn ich nachfrage. Ich frage mal die freundlichen Archivare, wenn ich Mittwoch eh vor Ort bin, was die so f\u00fcr Ideen haben.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich legte ich das erste Dokument f\u00fcr ein Kapitel in der Dissertation an. (In Word, nicht in LaTeX, das ist mir noch zu umst\u00e4ndlich.) Das Expos\u00e9, das ich an den Doktorvater geschickt habe, wird ein Teil der Einleitung werden, das wei\u00df ich jetzt schon. Aber jetzt liegt daneben im Ordner \u201eText\u201c auch noch ein weiteres Dokument, in dem ich biografische Notizen und Ausstellungen auff\u00fchren werde. Als kleiner Reinkommer in die Arbeit und als Grundlage f\u00fcr die n\u00e4chsten Kapitel. Ich wei\u00df, es ist albern, aber ich fand das doch aufregender als gedacht, dieses Dokument anzulegen, weil es eben keine Zweitverwertung ist, sondern bewusst der erste richtige Schritt zur schriftlichen Diss. Ich f\u00e4chele mir bei derartigen S\u00e4tzen immer noch imagin\u00e4r Luft zu. Die mitlesenden Doktores d\u00fcrfen das gerne niedlich finde. Auch wenn Dr. F. immer mit den Augen rollt \u2013 noch habe ich au\u00dferordentlichen Respekt vor diesem Titel und dem Weg dorthin.<\/p>\n<p>Beim Schreiben merkte ich den erwarteten Unterschied zu den bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten. Bei denen habe ich wochenlang Stoff gesammelt, exzerpiert und notiert, bis ich irgendwann das Gef\u00fchl hatte, so, jetzt kann ich das aus dem Handgelenk runterschreiben. Und so ungef\u00e4hr habe ich das dann auch immer gemacht. Nat\u00fcrlich fiel mir mittendrin immer auf, oh, hier w\u00e4re eine Quelle noch schick, und oh, dieses Werk k\u00f6nnte ich auch noch aufnehmen, und schon war ich wieder zwei Tage auf einem Nebenschauplatz unterwegs, aber der rote Faden war immer fest in meiner Hand, und irgendwann war der Kram dann halt fertig.<\/p>\n<p>Dieser rote Faden existiert f\u00fcr die Diss bisher nur als sehr d\u00fcnnes imagin\u00e4res F\u00e4dchen irgendwo in meinem unaufger\u00e4umten Kopf. Ich beginne zum ersten Mal mit dem Aufschreiben, ohne den Weg zum Ziel zu kennen. Das Ziel ist da, aber ich werde jetzt vermutlich ein paar Umwege laufen, \u00f6fter in die Irre gehen oder irgendwo lange Pause machen, bevor ich weitergehe, weil ich schlicht vieles noch nicht wei\u00df. Das ist sehr ungewohnt, und ich tippe gef\u00fchlt langsamer als sonst, weil ich die S\u00e4tze noch nicht im Kopf habe, die aus den Fingern kommen sollen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Mittags in die Stadtbibliothek gefahren, um B\u00fccher zur\u00fcckzugeben. Keine neuen ausgeliehen, es liegen gerade noch genug zuhause herum. Mal nicht den Kendi als \u00d6ffi-Buch dabeigehabt, der ist arg unhandlich, stattdessen 900 Seiten Dostojewski, viel handlicher, \u00e4hem. Ich bin jetzt auf Seite 60 von \u201eDer Idiot\u201c und muss mir dringend ein Personendiagramm malen, ich wei\u00df schon wieder nicht, wo wer hingeh\u00f6rt. Das hat bei \u201eKrieg und Frieden\u201c sehr geholfen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg eingekauft und ein sch\u00f6nes Mittagessen gezaubert, das erstmal sehr schmucklos aussieht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4571.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"487\" class=\"alignnone size-full wp-image-31478\" \/><\/p>\n<p>Seit F. und ich auf der documenta in Kassel waren, schw\u00e4rmen wir von &#8230; einem syrischen Imbiss, bei dem wir unglaublich leckeren Reis gegessen haben. (Kein libanesischer, wie ich gestern auf Instagram schrieb.) Ja, die Kunst war auch nett und dieses <a href=\"http:\/\/www.voit-restaurant.de\/\">Restaurant<\/a>, das seitdem einen Michelin-Stern gekriegt hat, alles toll, aber meine G\u00fcte, dieser Reis! Ich habe ewig nach einem guten Rezept gesucht und ich glaube, ich bin endlich <a href=\"https:\/\/bistrobadia.de\/butterreis\/\">f\u00fcndig<\/a> geworden.<\/p>\n<p>Der gr\u00fcne Klecks dazu geh\u00f6rt dann in die afghanische K\u00fcche. Unser liebstes afghanisches Restaurant hat schon vor l\u00e4ngerer Zeit geschlossen, was wir sehr bedauern. Das Essen war immer solide und gut, und wir bestellten zu allem diese scharf-frische gr\u00fcne Sauce. Hier googelte ich nach \u201eafghan green sauce\u201c oder \u201eafghanisches Chutney\u201c, woraufhin man bergeweise Kram findet, der nie ganz gleich ist, mal mit Essig, mal mit Limette, mal mit Mandeln, mal mit N\u00fcssen, einmal sogar mit Tomaten. Ich bin <a href=\"http:\/\/afghankitchenrecipes.blogspot.com\/2013\/01\/serves-1-ingredients-1-cup-of-roughly.html\">noch nicht ganz da<\/a>, wo wir im Restaurant waren \u2013 ich glaube, da muss noch Minze rein! \u2013, aber ich bin nah dran.<\/p>\n<p>Ich habe gestern die H\u00e4lfte des untenstehenden Reisrezepts alleine verspeist; die Mengenangabe \u201eF\u00fcr vier Personen\u201c im Originalrezept gilt vermutlich eher, wenn man noch Fleisch dazu isst. Beim Chatni habe ich frei Schnauze zubereitet bzw. mich an der Menge Koriander orientiert, die ich hatte. Die untenstehende Menge reicht genau f\u00fcr den halben Reisberg, wie praktisch. So gute drei \u00fcppig geh\u00e4ufte Essl\u00f6ffel kamen bei mir raus.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Butterreis<\/p>\n<p>230 g <strong>Basmatireis<\/strong> waschen, bis das Wasser halbwegs klar ist.<br \/>\nIn einem Topf<br \/>\n2 EL <strong>Butter<\/strong> bei mittlerer Hitze schmelzen. Hitze hochdrehen und<br \/>\n35 g <strong>Fadennudeln<\/strong> goldbraun anr\u00f6sten. Die Butter wird dabei braun, das duftet schon herrlich. Den Reis dazugeben, kurz mitr\u00f6sten und mit<br \/>\n400 ml <strong>Gem\u00fcsebr\u00fche<\/strong> abl\u00f6schen. Alles eine Minute kochen lassen, dann den Herd auf kleinste Stufe stellen, einen Deckel auf den Topf setzen und den Reis vor sich hinquellen lassen. Zwischendurch mal umr\u00fchren. Nach zehn bis 15 Minuten ist er fertig; ich musste noch etwas nachsalzen.<\/p>\n<p>PS: Fadennudeln \u2013 die kleinen Nudeln, die wir sonst in Eint\u00f6pfe werfen, \u00e4hnlich wie Vermicelli. Geht nur um das Knuspern, vermutlich kann man auch Buchstabennudeln r\u00f6sten. (Au ja!)<\/p>\n<p>F\u00fcr das Chatni Gashneez<\/p>\n<p>25 g <strong>frischen Koriander<\/strong> mit Stielen und allem grob hacken und in einen Mixer geben. Dazu noch<br \/>\n2 gesch\u00e4lte <strong>Knoblauchzehen<\/strong>,<br \/>\n1 <strong>gr\u00fcne Chili<\/strong>, in Ringe geschnitten, bei mir mit Kernen,<br \/>\n15 g <strong>Waln\u00fcsse<\/strong> (das sind so f\u00fcnf St\u00fcck) und<br \/>\n1 gro\u00dfz\u00fcgigen EL <strong>Wei\u00dfweinessig<\/strong>. (Wer mag: Zitronensaft. Oder beides.)<\/p>\n<p>Alles p\u00fcrieren. Bei mir war es noch nicht so fl\u00fcssig, wie ich es gerne gehabt h\u00e4tte, daher gab&#8217;s bei mir noch einen EL Oliven\u00f6l dazu. Auch mit dem Mixer war ich nicht gl\u00fccklich, aber das liegt an meinem Mixer, der kann irgendwie nur grob, weswegen ich alles nochmal im M\u00f6rser zu Paste verarbeitet habe. Mir fehlt noch etwas die Frische, daher meine Vermutung oben, dass noch Minze mit drin ist, aber Sch\u00e4rfe und Mundgef\u00fchl gefallen mir schon sehr gut. Und mit dem Reis zusammen ist es wirklich gro\u00dfartig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schreibtischtag. 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