{"id":31458,"date":"2019-03-22T08:58:33","date_gmt":"2019-03-22T07:58:33","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31458"},"modified":"2019-03-22T08:58:33","modified_gmt":"2019-03-22T07:58:33","slug":"tagebuch-donnerstag-21-marz-2019-autobahnen-und-schafe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31458","title":{"rendered":"Tagebuch Donnerstag, 21. M\u00e4rz 2019 \u2013\u00a0Autobahnen und Schafe"},"content":{"rendered":"<p>Wieder Sofakaffee mit Blick ins Gr\u00fcne. Auch wenn ich manchmal noch mit der hohen Miete f\u00fcr die neue Wohnung hadere, gerade wenn die Auftragsb\u00fccher nicht \u00fcberquellen \u2013 alleine f\u00fcr diese t\u00e4glichen f\u00fcnf Minuten Ruhe und Ausblick hat sich der Umzug gelohnt. <\/p>\n<p>Vielleicht lande ich doch irgendwann in einem Vorort, wo der Weg nach ganz drau\u00dfen nicht so weit ist. Kann ich mir noch nicht vorstellen, aber fragt mich zum 25-j\u00e4hrigen Blogjubil\u00e4um noch mal.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Gro\u00dfteil des Tages verbrachte ich am Schreibtisch und hatte meine Nase in B\u00fcchern \u00fcber die Reichsautobahn bzw. deren k\u00fcnstlerische Verarbeitung. Eine grundlegende <a href=\"https:\/\/opacplus.bsb-muenchen.de\/search?oclcno=165716919&#038;db=100&#038;View=default\">Dissertation<\/a>, die sich seit ihrem Erscheinen 1989 in so ziemlich jedem Aufsatz oder Buch \u00fcber das Thema wiederfindet, hatte ich im letzten Sommer schon durchgelesen, aber nicht exzerpiert, das war die Zeit, wo ich eigentlich mit Grossberg besch\u00e4ftigt war. Das holte ich jetzt nach. Gleichzeitig folgte ich vielen Fu\u00dfnoten, die mich in B\u00fccher f\u00fchrten, die ich seit einiger Zeit mein eigen nenne; viele grundlegende Werke habe ich mir antiquarisch geg\u00f6nnt, um erstens in ihren rummalen zu k\u00f6nnen und zweitens, um nicht dauernd daf\u00fcr in eine Bibliothek zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Jetzt wo es wirklich ans Schreiben geht, denke ich wieder \u00fcber einen festen Platz in der Stabi nach. Ich will noch diverse Zeitungen und Zeitschriften durcharbeiten, und gerade die w\u00fcrde ich gerne in Ruhe lesen und sie vor allem nicht dauernd durch den Lesesaal schleppen m\u00fcssen. &#8230; Habe die letzten zehn Minuten damit zugebracht, dieses Angebot eines festen Platzes mit abschlie\u00dfbarem Schr\u00e4nkchen voller B\u00fccher auf der BSB-Website wiederzufinden, leider erfolglos. Daf\u00fcr habe ich interessiert festgestellt, dass es ab dem Sommersemester eine <a href=\"https:\/\/www.it-servicedesk.uni-muenchen.de\/lmucard\/index.html\">LMU-Card<\/a> gibt, die unseren alten labberigen Studiausweis und den Plastik-Bibliotheksausweis vereint \u2013 und ersetzt. Ich bekomme eine neue Bibliotheksnummer! Ich muss mir jetzt kurz vor Schluss noch neue Abholregalnummern merken? ICH BIN ZU UNFLEXIBEL F\u00dcR SOWAS!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ein bisschen in LaTeX rumgewurschtelt, nur zum Warmwerden.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags fuhr ich kurz zu F., der seit einigen N\u00e4chten an Schlaflosigkeit leidet. Ich dachte \u00fcber ein kleines K\u00f6rbchen mit Einschlafhilfen nach, Milch, Honig, Tee, langweilige H\u00f6rb\u00fccher mit schlimmen Stimmen, aber dann griff ich zu Papier und Schere, faltete, malte und bastelte lange Ketten mit kleinen Schafen, die ich nummerierte und bei ihm im Bett platzierte.<\/p>\n<p>Heute haben wir getrennt geschlafen und F.s morgendliche DM, die sonst immer um kurz nach 8 Uhr hier aufschl\u00e4gt, kam erst um viertel vor 9 an. Ich gehe also davon aus, dass meine Schafarmee geholfen hat.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2019\/03\/20\/us\/slave-photographs-harvard.html\">Who Should Own Photos of Slaves? The Descendants, not Harvard, a Lawsuit Says<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Nachkommin eines Sklaven, dessen Foto seit \u00fcber 170 Jahren genutzt wird, klagt auf die Herausgabe eben dieses Fotos. Spannende Frage zu den Themen Reparationen und dem Erbe vieler amerikanischer Institutionen. Also \u201espannend\u201c nicht im Sinne von \u201eIch hol mir mal Popcorn\u201c, sondern \u201eWie wird Unrecht wieder gutgemacht oder es wenigstens versucht\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eThe images of the father and daughter, identified by their first names, Renty and Delia, were commissioned by a professor at Harvard and are now stored in a museum on campus as precious cultural artifacts.<\/p>\n<p>But to the Lanier family, they are records of a personal family history. \u201cThese were our bedtime stories,\u201d Shonrael Lanier said.<\/p>\n<p>On Wednesday, Ms. Lanier\u2019s mother, Tamara, 54, filed a lawsuit in Massachusetts saying that she is a direct descendant of Renty and Delia, and that the valuable photographs are rightfully hers. The case renews focus on the role that the country\u2019s oldest universities played in slavery, and comes amid a growing debate over whether the descendants of enslaved people <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2019\/02\/21\/us\/politics\/2020-democrats-race-policy.html\">are entitled to reparations<\/a> \u2014 and what those reparations might look like.<\/p>\n<p>\u201cIt is unprecedented in terms of legal theory and reclaiming property that was wrongfully taken,\u201d Benjamin Crump, one of Ms. Lanier\u2019s lawyers, said. \u201cRenty\u2019s descendants may be the first descendants of slave ancestors to be able to get their property rights.\u201d\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder Sofakaffee mit Blick ins Gr\u00fcne. 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