{"id":31445,"date":"2019-03-20T09:41:10","date_gmt":"2019-03-20T08:41:10","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31445"},"modified":"2019-03-20T09:41:10","modified_gmt":"2019-03-20T08:41:10","slug":"tagebuch-dienstag-19-marz-2019-soooo-mude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31445","title":{"rendered":"Tagebuch Dienstag, 19. M\u00e4rz 2019 \u2013 Soooo m\u00fcde"},"content":{"rendered":"<p>Der Abend mit Schwester und Schwager war deutlich l\u00e4nger als geplant, ich war erst um 2 im Bett, stellte aber brav den Wecker auf immerhin 8, weil ich ab 9 f\u00fcr Kund*innen erreichbar sein will und das m\u00f6glichst unverschlafen und schon mit Kaffee im Bauch. Das Aufstehen war dann hektischer als es mir lieb ist, aber hey, p\u00fcnktlich am Schreibtisch, \u00fcber einen Job dr\u00fcbergelesen, f\u00fcr gut gefunden, weggeschickt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend war ich den halben Tag damit besch\u00e4ftigt, die wirklich letzten Spuren der rauschenden Ballnacht zu verr\u00e4umen. Die geschenkten acht Kilo Espresso- und Kaffeebohnen (Sch\u00e4tzwert) waren zuviel f\u00fcr meine kleine Kaffeekiste, weswegen ich sie malerisch in der N\u00e4he drapierte und mir vermutlich noch eine Box kaufen muss, so geht das ja nicht und so schnell trinke ich auch nicht. Die ganzen Fl\u00e4schchen passten immerhin in die Wein- und K\u00fcchenregale, die nach Samstag auch leerer waren als vorher. Die letzten Essensreste wurden jetzt verklappt, die mochte ich auch nicht mehr verspeisen, Verpackungen wurden zerrissen und gleich ins Altpapier gebracht, nochmal durchsaugen, obwohl ich das schon Sonntag erledigt hatte (sorry, Nachbarn), sonst h\u00e4tte ich zuviele Chipskr\u00fcmel in der Wohnung verteilt, und dann sah alles aus wie vorher.<\/p>\n<p>Abends hatten F. und ich dann nach Sonntag morgen auch endlich mal wieder ein paar Augenblicke f\u00fcr uns alleine, wir waren aber beide m\u00fcde und fielen ziemlich schnell ins Bett.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/287324\/lesen\">Aus Politik und Zeitgeschichte: Lesen<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung gibt gerne Hefte f\u00fcr umsonst weg. Ich erinnere mich noch, wie ich damals mit 16 oder so am Hannoverschen Hauptbahnhof stand, weil da eins dieser irre modernen BTX-Terminals stand, mit denen man sich stapelweise <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/informationen-zur-politischen-bildung\/\">Informationen zur politischen Bildung<\/a> bestellen konnte. Ja, genau die, mit denen man im Geschichts- und Sozialkundeunterricht immer genervt wurde. Ich habe die gerne gelesen.<\/p>\n<p>Das Heft aus der \u00dcberschrift befasst sich mit dem Thema Lesen (man h\u00e4tte es ahnen k\u00f6nnen) und kann <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/287324\/lesen\">hier<\/a> als PDF heruntergeladen oder postalisch bestellt worden. Ich hab&#8217;s noch nicht durch, gebe diesen Tipp aber mal weiter, wie sich das in diesem irre modernen Interweb geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/outlook\/2019\/03\/19\/when-bad-actors-twist-history-historians-take-twitter-thats-good-thing\/?utm_term=.7cbd2a134e33\">When bad actors twist history, historians take to Twitter. That\u2019s a good thing.<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der Historiker Waitman Wade Beorn schreibt in der Washington Post, warum es wichtig ist, auf Twitter ahistorischem Quatsch zu widersprechen. Gerade als Experte. Und nein, das ist kein Besserwissen, sondern eben Expertenwissen. Dass man das \u00fcberhaupt noch erw\u00e4hnen muss, macht mich schon wieder irre.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eOnline media sites like Twitter allow scholars to reach thousands of people they may never have reached in an accessible way. Academic engagement on Twitter has been called \u201cshallow scholarship,\u201d but precisely the opposite is true; the very medium requires concision, structure and clarity. We are forced to address historical abuses directly, simply and publicly \u2014 not always our strong suit \u2014 but the form does not simplify the content or the message, only its delivery. Our history threads are time-consuming to write and research, but they string together multiple tweets in a narrative form that includes references and is easily digestible.<\/p>\n<p>By dismantling bad history, brick by brick, historians online are modeling for readers the kind of critical interaction with sources we so desperately need. We confront black and white polemic with nuance, complexity and historical context while documenting our interpretations: We provide scholarly and primary sources for interested readers to follow. In a world of both alleged and real fake news, the ascendance of the publicly engaged scholar benefits the public arena. Few Twitter historians seek fame or self-aggrandizement \u2014 and we are certainly not \u201c<a href=\"https:\/\/www.chronicle.com\/article\/The-Rise-of-the-Pedantic\/245808\">clinging to shreds of authority<\/a>,\u201d as Sam Fallon wrote in his Chronicle article. Legitimate scholars acting in good faith are authorities and experts. Sharing that knowledge with the world does not make them condescending. Why would historians, so often accused of existing aloof from society, buried in esoterica, be condemned for reaching out to the public while avoiding unintelligible jargon?\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Im WP-Artikel wird ein <a href=\"https:\/\/hyperallergic.com\/383776\/why-we-need-to-start-seeing-the-classical-world-in-color\/\">Artikel<\/a> der Historikerin <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sarah_Bond\">Sarah Bond<\/a> angesprochen, in dem sie darauf hinwies, wie wichtig es sei, klassische Statuen, die wir nur wei\u00df kennen, endlich als bunt neu zu sehen, wie sie urspr\u00fcnglich waren. In diesem Artikel wird der Godfather of Kunstgeschichte, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Joachim_Winckelmann\">Johann Joachim Winckelmann<\/a>, erw\u00e4hnt, der sich ausgiebig mit antiken griechischen und r\u00f6mischen Statuen befasste und so den Klassizismus begr\u00fcndete. Dummerweise begr\u00fcndeten seine Schriften auch die Idee, dass wei\u00dfe Sch\u00f6nheit die einzig wahre sei \u2013 oder zumindest die, an der sich Nicht-Wei\u00dfe messen lassen m\u00fcssen. Gerade gestern stolperte ich in Ibram X. Kendis <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/1847924956\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=1847924956&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=6334839f02ec697eedb55c946c3eff64\">Buch<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=1847924956\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> \u00fcber Rassismusgeschichte \u00fcber ein Zitat von ihm, von dem ich schon bef\u00fcrchtet hatte, dass es mir in diesem Werk begegnen w\u00fcrde: \u201eA beautiful body will be all the more beautiful the whiter it is.\u201c (S. 86.)<\/p>\n<p>Ein anderes Zitat hingegen kannte ich noch nicht und ich w\u00e4re froh, wenn es nicht vorhanden gewesen w\u00e4re. Kendi beschreibt einige F\u00e4lle von gebildeten Schwarzen in den Kolonien bzw. im England des 18. Jahrhunderts. Diese wurden von Abolitionisten als Beleg daf\u00fcr angef\u00fchrt, dass Schwarze Wei\u00dfen geistig eben nicht unterlegen waren, was das Lieblingsargument der Sklavenhalter war: Man m\u00fcsse sich als guter, christlicher, gebildeter Wei\u00dfer um die armen Barbaren k\u00fcmmern; Kendi erw\u00e4hnt zum Beispiel <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Phillis_Wheatley\">Phillis Wheatley<\/a> oder <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Francis_Williams_(poet)\">Francis Williams<\/a>.<\/p>\n<p>Auf Williams bezog sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/David_Hume\">David Hume<\/a> in \u201eOf Natural Characters\u201c (1753) mit der laut Kendi \u201emost infamous footnote in the history of racist ideas\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eI am apt to suspect the negroes and in general all the other species of men (for there are four or five different kinds) to be naturally inferior to the whites. There never was a civilized nation fo any other complexion than white, nor even any individual eminent either in action or speculation. On the other hand, the most rude and barbarous of the Whites &#8230; have still something eminent about them. &#8230; Such a uniform and constant difference could not happen, in so many countries and ages, if nature had not made an original distinction between these breeds of men. &#8230; In Jamaica, indeed, they talk of one Negro as a man of parts and learning, but it is likely he is admired for slender accomplishments, like a parrot who speaks a few words plainly.\u201c (Kendi, S. 95\/96.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Laut dem Aufsatz \u201e<a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/2709889?seq=1#page_scan_tab_contents\">Hume&#8217;s Revised Racism<\/a>\u201c von John Immerwahr (1996) hat Hume die Fu\u00dfnote kurz vor seinem Tod noch ge\u00e4ndert. Es fehlt jetzt der Hinweis auf die verschiedenen Menschenarten (eine damals weit verbreitete Theorie, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Polygenism\">Polygenism<\/a>), und aus \u201eThere never was\u201c wurde \u201eThere scarcely ever was\u201c. Die Passage mit dem plappernden Schwarzen blieb allerdings unver\u00e4ndert. Immerwahr verweist auf James Beattie (1735\u20131803), der Hume auf die Zivilisationen in Mexiko und Peru aufmerksam machte, die wohl kaum von Wei\u00dfen gelenkt worden waren. Arron Garrett argumentierte 2000 in \u201e<a href=\"http:\/\/www.humesociety.org\/hs\/issues\/v26n1\/garrett\/garrett-v26n1.pdf\">Hume&#8217;s Revised Racisms Revisited<\/a>\u201c hingegen, dass Hume sich nicht von Beattie h\u00e4tte beeinflussen lassen. Mir ist nicht ganz klar, was der Punkt des letzten Aufsatzes ist \u2013 es \u00e4ndert nichts am rassistischen Gehalt des Zitats, ganz egal, auf wen die \u00c4nderungen zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Ich lege euch einfach mal wieder Kendi ans Herz. Das Buch entpuppt sich bisher als sehr gutes Sprungbrett zum wilden akademischen Rumgoogeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Abend mit Schwester und Schwager war deutlich l\u00e4nger als geplant, ich war erst um 2 im Bett, stellte aber brav den Wecker auf immerhin 8, weil ich ab 9 f\u00fcr Kund*innen erreichbar sein will und das m\u00f6glichst unverschlafen und schon mit Kaffee im Bauch. 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