{"id":31321,"date":"2019-03-02T10:53:01","date_gmt":"2019-03-02T09:53:01","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31321"},"modified":"2019-03-02T20:58:32","modified_gmt":"2019-03-02T19:58:32","slug":"tagebuch-freitag-1-marz-2019-not-today-motherfucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31321","title":{"rendered":"Tagebuch Freitag, 1. M\u00e4rz 2019 \u2013 Not today, motherfucker!"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinsam aufgewacht. Und gemeinsam wieder wegged\u00f6st. \u00c4hem. Der Mann kam trotzdem rechtzeitig zur Arbeit und ich hatte eh keinen Termin am Schreibtisch. Stattdessen daddelte ich ein bisschen in der Wohnung rum, irgendwas ist ja immer, bis sich ein Briefing ank\u00fcndigte, auf das ich leider vergeblich wartete. Schade, den Job h\u00e4tte ich gerne gleich gestern erledigt, denn am Montag wollte ich Punkt 9 im ZI sitzen, um die L\u00fccken im Expos\u00e9 zu f\u00fcllen, die sich beim Schreiben auftaten. Also keine richtigen Wissensl\u00fccken, sondern eher Belegl\u00fccken. Ich konnte formulieren, was ich sagen wollte, wusste auch, wo die Belege zu finden waren, hatte sie aber schlicht nicht als perfekt formulierte Fu\u00dfnote parat. So werde ich zwar Montag trotzdem um 9 im ZI sitzen, aber die ganze Zeit auf mein Mailfach schielen m\u00fcssen, ob da ein Job wartet. Dann werde ich das Expos\u00e9 zur Diss notgedrungen auch mal wieder \u00f6ffnen m\u00fcssen, was ich seit dem Schreiben am Mittwoch nicht mehr gemacht habe, aus Angst, nur Quatsch getippt zu haben.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>K\u00e4sebrot zu Mittag, nicht richtig Appetit auf irgendwas, das Abendspiel in Augsburg lag mir etwas im Magen. <\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Um halb sechs auf den Weg zum Bahnhof gemacht, bockig ohne Deckentasche, weil ich keine Lust auf die Einlassschikane hatte, und bei sechs, sieben Grad m\u00fcsste es auch nur mit Thermotights und Jeans auszuhalten sein, die letzten Tage waren ja warm gewesen.<\/p>\n<p>Im Zug war schon ein bisschen Dortmunder Schwarzgelb zu sehen, aber nicht so \u00fcppig wie erwartet. Mir fiel zum ersten Mal auf, wie unterschiedlich gelaunt die beiden Fangruppen waren, die sich die Tram zur Arena teilten: Die Dortmunder waren sehr gut drauf und vorfreudig, die Augsburger ergeben eher so \u201eAls 15. im Abstiegskampf gegen den Tabellenersten spielen, yay. Nicht\u201c. Ohne Taschenschlange war ich in einer Minute durch die Kontrolle, auf den Klos war noch nichts los, auch das Anstehen, um die Fresskarte mit frischem Geld aufzuladen, hielt sich sehr in Grenzen. Nach dem obligatorischen FCA-Knacker (\u201erote Bratwurst im Laugenspitz\u201c, wie der Kiosk es formuliert) und einer Apfelschorle war ich f\u00fcrs Spiel ger\u00fcstet. Eine richtig fiese Klatsche erwartete ich nicht, die holen wir uns ja lieber gegen gleichwertige Gegner wie beim ekligen 1:5 gegen Freiburg (fucking FREIBURG HERRGOTTNOCHMAL), aber dass wir verlieren, war ziemlich sicher. Ich tippte innerlich ein 2:2, weil ich halt nicht gegen den eigenen Verein tippe, auch wenn ich selbst nicht an das Ergebnis glaube.<\/p>\n<p>Die Kurve machte Krach wie immer, der G\u00e4steblock eh, Dortmund ist irre laut (Frankfurt auch), aber sobald der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AnkfwnEMNVo\">Kasper<\/a> auf der Leinwand war, war auch von dort Ruhe, was ich immer sehr putzig finde. Wenn eine Marionette spricht, halten echt alle mal kurz die Klappe. Nie wirklich lange, weil die Holznase schwer zu verstehen ist (Dialekt, Lautst\u00e4rke), aber immerhin. Auch beim Rundgang des Kids Club winkten wieder alle freundlich, wie sich das geh\u00f6rt, und ich mag das jedesmal wieder gerne.<\/p>\n<p>Das Spiel selbst &#8230; ach, das sollen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/bundesliga-bvb-fc-augsburg-1.4351848\">andere<\/a> <a href=\"https:\/\/fcaugsburg.de\/wns\/sieg-gegen-dortmund-fca-ueberrascht-den-tabellenfuehrer\/\">beschreiben<\/a>. Es war kein herausragendes Spiel wie das Hinspiel in Dortmund, wo Augsburg erst in der letzten Minute der Nachspielzeit geschlagen wurde und bis dorthin, wenn ich mich richtig erinnere, ebenb\u00fcrtig gewesen war. Es war eher das \u00fcbliche giftige Spielzerst\u00f6ren des Gegners, was Augsburg halt als einziges halbwegs kann. Das sehe ich aber inzwischen wirklich gerne und habe deswegen sehr viel geklatscht und gebr\u00fcllt. Zwischendurch stand es unglaubliche 2:0 f\u00fcr Augsburg, wir riefen den Namen des <a href=\"https:\/\/www.transfermarkt.de\/dong-won-ji\/profil\/spieler\/164265\">Torsch\u00fctzen<\/a> gleich zweimal in die Nacht, das einzige Gegentor war doof, aber nicht unerwartet, aber die letzten f\u00fcnfzehn Minuten waren gro\u00dfartig. <\/p>\n<p>Nicht nur die Kurve, sondern auch der Rest des Stadtions stand und schrie und klatschte die Mannschaft dazu, das Ergebnis verfickt nochmal zu halten. Und: Selbst die beiden obernervigen Pappk\u00f6pfe hinter uns waren dabei. Die Herren sitzen sonst blasiert-humorig rum und kommentieren das ganze Spiel, jedes Spiel, je.des ver.damm.te Spiel ironisch und distanziert. Ich frage mich jedesmal, wieso sie \u00fcberhaupt im Stadion sind, wenn ihnen das alles egal ist, das Sofa ist echt bequemer. Niederlagen werden sp\u00f6ttisch mit \u201eMei, Augschburg hoid\u201c kommentiert, Siege mit \u201eDes war etzt Gl\u00fcck, gell\u201c (oder wie immer das in diesem seltsamen Augsburger Schw\u00e4bisch hei\u00dft, ich scheitere daran immer noch, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedersachsenlied\">sturmfest und erdverwachsen<\/a>), die Jungs sind nie sauer oder euphorisch, sondern immer h\u00fcbsch distanziert. Gestern nicht. Gestern standen sie wie alle anderen und br\u00fcllten in einer Tour.<\/p>\n<p>Nach dem grandiosen 2:1-Endstand feierte das Stadion einfach weiter, was ich so zum ersten Mal miterleben konnte. Die Jungs gehen nach jedem Spiel in Richtung Kurve, klar, machen alle Mannschaften, aber dieses Mal sa\u00dfen sie rum, Ji wurde pers\u00f6nlich beklatscht, dann wurde der Torwart Kobel auf den Zaun gerufen, der den Sieg noch mehr festgehalten hatte als die anderen, und Kurve und Trib\u00fcne klatschen und br\u00fcllten, ich habe heute schmerzende H\u00e4nde und bin heiser und das muss so. F\u00fcr dieses Spiel und diese Atmosph\u00e4re habe ich gef\u00fchlt 80 Gr\u00fctzkicks geguckt und auch das war in Ordnung. Aber dieser Sieg war unglaublich \u2013 und f\u00fchlte sich auch erst kurz vor Schluss gef\u00e4hrdet an, weswegen halt alle mithalfen, so gut es ging. Not today, motherfucker. Not today.<\/p>\n<p>Wir waren erst um halb zwei zuhause, aber das war&#8217;s wert. Der arme F. musste heute fr\u00fch aufstehen, weswegen wir getrennt schliefen. Ich konnte ausschlafen, weswegen der Blogeintrag viel zu sp\u00e4t online ist, aber den wollte ich gestern wirklich nicht vorformulieren. Und jetzt geh ich immer noch siegestrunken fr\u00fchst\u00fccken. Mimosas f\u00fcr alle!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam aufgewacht. Und gemeinsam wieder wegged\u00f6st. \u00c4hem. Der Mann kam trotzdem rechtzeitig zur Arbeit und ich hatte eh keinen Termin am Schreibtisch. Stattdessen daddelte ich ein bisschen in der Wohnung rum, irgendwas ist ja immer, bis sich ein Briefing ank\u00fcndigte, auf das ich leider vergeblich wartete. 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