{"id":31250,"date":"2019-02-24T11:12:08","date_gmt":"2019-02-24T10:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31250"},"modified":"2019-02-24T11:34:45","modified_gmt":"2019-02-24T10:34:45","slug":"tagebuch-samstag-23-februar-2019-frisch-gestrichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31250","title":{"rendered":"Tagebuch Samstag, 23. Februar 2019 &#8211; Frisch gestrichen"},"content":{"rendered":"<p>Die K\u00fcche war trotz neuer Lampe weiterhin mein Sorgenkind. Wenn man zur T\u00fcr reinkommt, ist linkerhand die wei\u00dfe K\u00fcchenzeile, die die gesamte Raumbreite einnimmt und an deren widersinniger Anordnung ich leider nichts machen kann. Beispiel: einzige wirklich gro\u00dfe Arbeitsfl\u00e4che \u2013 ganz rechts direkt am Fenster. Einzige Besteckschublade \u2013 ganz links direkt an der T\u00fcr, weswegen mein Besteck jetzt offen in einem Korb aufrecht an der Arbeitsfl\u00e4che steht anstatt brav versteckt in der Schublade zu liegen, denn sonst werde ich beim Vorbereiten von jeder Mahlzeit wahnsinnig.<\/p>\n<p>Klingt oben schon an, direkt gegen\u00fcber der T\u00fcr sind zwei Fenster, die rechte Wand ist bis auf die Heizung in der rechten Ecke leer und bisher steht an ihr nur mein gro\u00dfer Edelstahl-K\u00fchlschrank. Einige Wochen stand hier noch ein schwarzes Kallax aufrecht, aber das liegt inzwischen waagerecht, was mir weitaus besser gef\u00e4llt, auch wenn ich an einige F\u00e4cher jetzt nur noch mit M\u00fche rankomme; in denen liegen aber eh nur Teller, die ich nur benutze, wenn wirklich alle anderen dreckig sind (also nie) oder K\u00fcchenger\u00e4te, f\u00fcr die ich zu faul bin, auf die Leiter zu klettern, um sie vom Flurschrank zu holen, weil ich sie doch etwas h\u00e4ufiger nutze, die aber auch nicht rumstehen sollen (Mixer, Toaster). Vor dem Kallax steht der schwarze Esstisch mit St\u00fchlen, daher die M\u00fche, an einige F\u00e4cher zu kommen.<\/p>\n<p>An der Wand rechts neben der T\u00fcr steht meine Edelstahlablage mit schwarzen Schubladen, die ich auch schon in der alten Wohnung hatte, dar\u00fcber ist ein schwarzes Regalbrett, auf dem Tee und Kaffee in grauen Boxen lagern.<\/p>\n<p>Das Sorgenkind war vor allem die Kallaxwand. Sie wirkte immer undefiniert, Heizung und K\u00fchlschrank waren zwar optische Grenzpfosten, aber die Mitte faserte irgendwie aus und das aufrechte Kallax verst\u00e4rkte eher die Leere, weil ich pl\u00f6tzlich gef\u00fchlt drei Dinge an der Wand hatte, die den Blick auf sich zogen, die aber nirgends angedockt waren, alles stand einfach so rum. Ich dachte dar\u00fcber nach, den Tisch weiter in den Raum zu ziehen, aber das machte alles noch mehr zu Inseln, dann dachte ich an viele Bilder an der Wand, ahnte aber, dass das ebenso unruhig sein w\u00fcrde und keinen Bezug zum Kallax herstellen w\u00fcrde. Auch ein einzelner gro\u00dfer Kunstdruck, den ich probehalber mal aufs Kallax stellte, war unbefriedigend, und schlie\u00dflich war ich bei Farbe, um der Wand einen geschlossenen Eindruck zu geben.<\/p>\n<p>Die K\u00fcche war wei\u00df geblieben, auch weil alle anderen R\u00e4ume au\u00dfer Flur und Bad mit grau, dunkelgrau und blau sehr kr\u00e4ftigfarbig sind. Eigentlich wollte ich keine zwei R\u00e4ume in der gleichen Farbe haben (ich h\u00f6re meinen alten Kunstlehrer: \u201eWei\u00df ist keine Farbe, es ist die Abwesenheit jeder Farbe.\u201c) und dachte daher an: schwarz. Nur eine Wand. Nur die doofe Wand. In der K\u00fcche liegt graues Laminat von der Vormieterin, das ist nicht superh\u00fcbsch, aber h\u00fcbsch genug und immer noch besser als das 80er-Jahre-quietschblau, was darunter w\u00e4re. K\u00fcchenzeile ist wie gesagt wei\u00df, Licht hab ich jetzt auch \u2013 wieso keine schwarze Wand?<\/p>\n<p>Auf Instagram folge ich diversen Einrichtungsfuzzis und -fuzzinen, Farb- und M\u00f6belfirmen, und so sah ich mir in den letzten Wochen sehr viele schwarze W\u00e4nde an. Ich h\u00e4tte lieber helle M\u00f6bel f\u00fcr einen Kontrast gehabt, aber das ist jetzt nicht drin, und irgendwie mag ich das ganze Schwarz in der K\u00fcche auch (findet sich sonst nirgends in der Wohnung). Ich traute mir auch durchaus zu, eine komplett dunkle K\u00fcche ohne Kontraste schick zu finden \u2013 bis mir auffiel, dass ich dann vermutlich noch drei Lampen and\u00fcbeln m\u00fcsste, denn das Licht jetzt reicht gerade gut aus. Bei einer so dunklen Wand sehr wahrscheinlich aber nicht mehr.<\/p>\n<p>Ich gr\u00fcbelte sinnlos hin und her, bis mir einfiel, dass ich noch Farbreste vom Grau aus der Bibliothek im Keller hatte. Und trotz der Farbgleichhheit dachte ich mir, egal, ich streiche die Wand jetzt erstmal grau, und wenn mir das noch zu hell ist, kann ich immer noch Schwarz dr\u00fcberdengeln. (Ich wei\u00df nie, wann Farben klein und wann gro\u00df geschrieben werden, dieser Absatz ist nach Gef\u00fchl getextet. Ja, daf\u00fcr geh\u00f6ren mir die Ohren langgezogen, ich wei\u00df. In jedem meiner <a href=\"http:\/\/work.ankegroener.de\/arbeiten.html\">Autokataloge<\/a> wusste ich bei den Lackfarben, dass das Lektorat mal wieder den Rotstift leerkorrigieren w\u00fcrde.)<\/p>\n<p>Lange Vorrede, kurzer Sinn: In 30 Minuten waren gestern der K\u00fchlschrank, der \u00fcberraschend leicht war, verschoben, das Edelstahlding leerger\u00e4umt und ebenfalls verschoben, Kallax und die Kaffeeboxen vom Regal ins Nachbarzimmer gezerrt, das Regal mit Zeitungspapier abgeklebt, genau wie die Heizung, und die Fl\u00e4che rund um die Sp\u00fcle weitr\u00e4umig leerger\u00e4umt, weil ich da ja sp\u00e4ter Pinsel und Rolle aussp\u00fclen musste, wobei ich aus Erfahrung gerne rumspritze.<\/p>\n<p>Ich holte alte Klamotten, Abdeckmatte, Farben und Arbeitsmittel aus dem Keller, saugte nochmal alles brav aus, klebte dann die Wand ab und strich mit Wei\u00df vor. Das lie\u00df ich ein St\u00fcndchen trocknen, strich dann die Kanten mit Grau nach und f\u00fcllte die Fl\u00e4che gleich zweimal mit der Farbe, bis der Eimer so gut wie leer war. Aus der Bibliothek wusste ich, dass diese Drecksfarbe am liebsten sieben Anstriche gehabt h\u00e4tte, aber hier reichte es so gerade aus. Ich zog die Klebestreifen noch feucht ab und stellte begeistert fest, dass ich eine durchg\u00e4ngige Deckenkante produziert hatte. Also keine ganz gerade, ich bin immer noch ich, aber zwischen den einzelnen Klebestreifen waren keine Spr\u00fcnge! <a href=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31239\">Gestern<\/a> im Blog noch dar\u00fcber geschrieben, dass ich keine vern\u00fcnftigen Kanten streichen kann, ha! Jetzt wo ich wei\u00df, dass ich es kann, \u00fcberlege ich nat\u00fcrlich, ob ich das in den anderen Zimmer auch noch machen sollte, aber dann m\u00fcsste ich ja einen Blogeintrag \u00e4ndern und das ist viel zu viel Arbeit.<\/p>\n<p>Ich lie\u00df die Wand trocknen, es war eh gerade Mittagsruhe, aber Punkt drei Uhr schob ich wieder alle M\u00f6bel da hin, wo sie hingeh\u00f6rten und h\u00e4mmerte zwei N\u00e4gel in die Wand, um meine <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BrSzv3YnNvA\/\">Alugrafie von Leo von Welden<\/a> aufzuh\u00e4ngen sowie das Foto meiner Oma. Die beiden hingen bisher im Flur, da h\u00e4ngt jetzt etwas anderes. Ich wei\u00df noch nicht, ob ich das so lasse oder die Bilder noch etwas tiefer m\u00fcssten \u2013\u00a0ich hatte sie auf der H\u00f6he des K\u00fchlschranks geh\u00e4ngt, bewusst etwas h\u00f6her als mein Gef\u00fchl mir sagte, weil auf dem Kallax immer viel unruhiger Kleinkram steht, meist drei Stapel aus Teller und Sch\u00fcsseln. Ich ahne, dass ich die Bilder wieder etwas tiefer h\u00e4ngen werde, aber ich gucke mir das mal ein paar Tage an. Vielleicht kommen sie auch wieder in den Flur, denn die K\u00fcche nebele ich gerne mit Wasserdampf und fettigem Rauch ein und ich ahne, dass das beiden Werken vielleicht nicht ganz so gut gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die K\u00fcche ist also immer noch Work in Progress, aber sie gef\u00e4llt mir schon deutlich besser.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4464.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"675\" class=\"alignnone size-full wp-image-31253\" \/><\/p>\n<p>Im Flur h\u00e4ngt jetzt die <a href=\"https:\/\/www.typewriters.ch\/blog\/2017\/03\/olivetti-praxis-48\/\">Bedienungsanleitung<\/a> der Schreibmaschine meiner Mutter, der <a href=\"https:\/\/www.massmadesoul.com\/olivetti-praxis-48\">Olivetti Praxis 48<\/a>, auf der ich als gelangweiltes Kind in den Sommerferien das Zehn-Finger-Schreiben erlernt habe. Ich wei\u00df nicht, ob das Exemplar meiner Mutter schon von <a href=\"https:\/\/it.wikipedia.org\/wiki\/Olivetti_Praxis_48\">1964<\/a> war, ich tippe (haha) eher auf Ende 60er Jahre.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4466.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"346\" class=\"alignnone size-full wp-image-31254\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die K\u00fcche war trotz neuer Lampe weiterhin mein Sorgenkind. Wenn man zur T\u00fcr reinkommt, ist linkerhand die wei\u00dfe K\u00fcchenzeile, die die gesamte Raumbreite einnimmt und an deren widersinniger Anordnung ich leider nichts machen kann. Beispiel: einzige wirklich gro\u00dfe Arbeitsfl\u00e4che \u2013 ganz rechts direkt am Fenster. 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