{"id":31065,"date":"2019-02-06T09:36:47","date_gmt":"2019-02-06T08:36:47","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=31065"},"modified":"2019-02-06T11:23:20","modified_gmt":"2019-02-06T10:23:20","slug":"tagebuch-dienstag-5-februar-2019-zweig-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=31065","title":{"rendered":"Tagebuch Dienstag, 5. Februar 2019 \u2013 Zweig durchgelesen"},"content":{"rendered":"<p>Mein Wecker klingelte ein paar Minuten vor F.s und ich sch\u00e4lte mich brav sofort aus dem Bett, stellte die Espressomaschine an, damit sie vorheizen konnte, ging duschen, tr\u00f6delte vorm Deutschlandfunk rum und konnte wieder ein Buch auf meine Leseliste werfen. (<em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3532628228\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3532628228&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=2c89617b6696aae2e5f89fd634e350b6\">\u00d6kumene um jeden Preis? Ein protestantischer Zwischenruf<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=3532628228\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em>) Es kann sein, dass ich \u00fcber das Buch schon am Montag was geh\u00f6rt habe, wo B5, mein Standard-Nachrichtensender f\u00fcrs Bad, mal wieder einen \u00e4u\u00dferst miesen Empfang hatte, weswegen ich der Konkurrenz lauschte.<\/p>\n<p>Ich bloggte ein bisschen, w\u00e4hrend F. noch gef\u00fchlt stundenlang wach wurde, trank meinen Cappuccino, verabschiedete den Herrn in den Tag, zog mir B\u00fcroklamotten an und begann den Abstieg in den Texterfl\u00f6z. Netterweise war ich mittags fertig mit dem Text, den ich heute zum Kunden schicken werde, und hatte nun entspannt Zeit, in die Unibibliothek zu fahren.<\/p>\n<p>Von dort holte ich mir vier B\u00fccher, nachdem ich misstrauisch die neuen Selbstverbuchungsterminals angeschaut hatte. Anscheinend traut die Bibliothek uns jetzt mehr als fr\u00fcher; sonst musste man alles, in dem man eventuell B\u00fccher aus dem Raum schmuggeln k\u00f6nnte \u2013 Jacken, Rucks\u00e4cke, Laptoph\u00fcllen \u2013 ins Schlie\u00dffach werfen, was aber 100 Meter weit weg war (viel zu weit!) oder den Kram in offenen Regalen ablegen, bevor man durchs Drehkreuz ging, sich die B\u00fccher aus dem Ablagefach holte und sie von einer Mitarbeiterin verbuchen lie\u00df. Wenn ich aus dem ZI kam, sah das meistens so aus, dass ich Jacke und Rucksack ins Regal stopfte, den Laptop aus der H\u00fclle nahm und so mit Portemonnaie und Rechner durchs Drehkreuz ging, den Rest h\u00e4tte man mir ruhig klauen k\u00f6nnen. (Hat netterweise nie jemand gemacht.)<\/p>\n<p>Jetzt darf man mit Jacke und Rucksack rein, muss durch kein Drehkreuz mehr, holt sich einfach seine B\u00fccher und geht dann ans eins von zwei Selbstbedienungsterminals, die ich so \u00e4hnlich aus der Stadtb\u00fccherei M\u00fcnchen kenne. Dort h\u00e4lt man seinen Ausweis vor irgendein Leseger\u00e4t, von dem ich immer noch nicht wei\u00df, wo es genau ist, ich glaube inzwischen, das Terminal ersp\u00e4ht den Ausweis schon in der Hosentasche. Dann legt man den kompletten Stapel auf einen ausgewiesenen Platz, wo das System durch lustige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RFID\">RFID<\/a>-Technologie (oder wie ich es nenne: Zauberei) alle B\u00fccher einliest, verbucht und dich fragt, ob du eine Quittung willst. Man muss nichts einzeln unter irgendwelche Leseger\u00e4te halten, es geht irre schnell, und ich kriege endlich keine nutzlose Quittung mehr, die ich fr\u00fcher sowieso gleich nach dem Drehkreuz weggeschmissen habe.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Leicht bepackt schlenderte ich dann durch die Ausleihhalle zum Ausgang und betrachtete wie immer die Vitrinen, in denen mal wieder eine Ausstellung einlud. Meist pr\u00e4sentiert die Bibliothek hier ihre Neuerwerbungen oder weist auf besondere Exemplare in ihrer Sammlung hin, manchmal gestalten aber auch Uni-Seminare die Vitrinen. In einem meiner Seminare haben wir die kunsthistorische Pr\u00e4senzbibliothek bei uns im Institut auf Raubkunst untersucht \u2013 das war mein erstes Seminar bei meinem jetzigen Doktorvater. Dazu hat jeder von uns, ich meine, f\u00fcnf oder so Regalmeter zugeteilt bekommen \u2013 also f\u00fcnf Regale, die alle zwei Meter hoch sind \u2013 und wir mussten nun jedes Buch aufschlagen, das vor 1945 gedruckt wurde, und nach Widmungen schauen, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Exlibris\">Exlibris<\/a>, irgendwelche Notizen vorne oder hinten im Deckel, die dar\u00fcber Aufschluss gaben, wem das Buch einmal geh\u00f6rt haben k\u00f6nnte und wie es in unsere Sammlung gelangt war.<\/p>\n<p>Ich hatte in meinen B\u00fcchern netterweise nichts, was irgendwie nach Raubgut aussah, wobei ich mir \u2013 und das Seminar mit mir \u2013\u00a0bei einem Buch \u00fcber Holbein den J\u00fcngeren von Hermann Knackfu\u00df nicht sicher war: In ihm fand sich die Zeile \u201eMax F\u00f6rster, Dora Cohen, Bonn, 95\u201c. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Max_F%C3%B6rster_(Anglist)\">Max F\u00f6rster<\/a> war ein Anglist, der auch an der Uni M\u00fcnchen gelehrt hatte und 1934 von den Nationalsozialisten zwangsemeritiert wurde. Er hatte <a href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz16595.html#ndbcontent\">1899 Dora Cohen geheiratet<\/a>. Deren j\u00fcdische Herkunft kann ich nur vermuten, ich finde online gerade nichts \u00fcber sie. Und wir konnten nicht nachweisen, ob das Buch nun eine sp\u00e4te Schenkung oder Raubkunst war.<\/p>\n<p>Ich habe gerade meine kleine Liste aus dem dritten Semester noch einmal durchgelesen; die einzigen prominenten Namen, die ich fand, waren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_von_Keyserling\">Eduard von Keyserling<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Bareiss\">Walter Bareiss<\/a> (im Buch war ein Aufkleber \u201eAus der Sammlung Bareiss\u201c) sowie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hermann_Mayrhofer\">Hermann Mayrhofer<\/a>, dessen Buch garantiert keine Raubkunst war, da er selbst am NS-System beteiligt war (\u201esein\u201c Buch stammte von 1944).<\/p>\n<p>Andere Teilnehmer*innen des Seminars wurden aber f\u00fcndig und so organisierten sie eine Vitrinenausstellung \u00fcber ihre B\u00fccher. Das war aber ein Folgeseminar, an dem ich nicht mehr teilnahm.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur <a href=\"https:\/\/www.ub.uni-muenchen.de\/aktuelles\/veranstaltungen\/ausstellung-renner\/index.html\">derzeitigen Ausstellung<\/a>: Bis April kann man dort etwas \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Renner\">Paul Renner<\/a> erfahren, dem Gestalter der wundersch\u00f6nen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Futura_(Schriftart)\">Futura<\/a>. Ich fand besonders seinen Grabstein sehenswert, der nat\u00fcrlich in welcher Schrift gestaltet wurde? Genau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4396.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"448\" class=\"alignnone size-full wp-image-31068\" \/><\/p>\n<p>Weil das Foto so mies war \u2013 halt durch das Vitrinenglas mit fieser Deckenlampenspiegelung \u2013, suchte ich im Interweb nach einem anderen Foto des Grabsteins, fand aber keins. Daf\u00fcr aber ein bestimmt interessantes Buch, dessen Titel mir sehr gefiel: \u201eNever use Futura unless you are &#8230;\u201c und wer das ist, lest ihr euch bitte selbst auf dem <a href=\"https:\/\/www.goodreads.com\/book\/show\/36491449-never-use-futura\">Cover<\/a> durch, denn das ist zu lang.<\/p>\n<p>Ich habe au\u00dferdem gelernt, dass die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Lunar_plaque\">Plakette<\/a>, die von den Apollo-11-Astronauten auf dem Mond hinterlassen wurde, auch in der Futura gestaltet ist.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nach den geliehenen B\u00fcchern brauchte ich dringend noch gekaufte. Am Samstag hatte ich sie vorbestellt, jetzt holte ich sie mir ab und trug so einen fast nur aus Suhrkamp-B\u00fcchern bestehenden Stapel nach Hause. Ich f\u00fchlte mich schon beim Schleppen schlau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4398.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-31069\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4398.jpg 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4398-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags betrieb ich ein bisschen digitalen Fr\u00fchjahrsputz, l\u00f6schte meinen Flickr-Account, die Podcast-Community auf Google+ und gef\u00fchlt 1000 Facebook-Posts. Der Account ist jetzt quasi leergefegt von allen Memes und lustigen Bildern, jetzt gibt es nur noch Links zu meinem Blog oder eigenh\u00e4ndig verfasste Eintr\u00e4ge. Wie ich missmutig feststellte, hatte ich 2009 und 2010 eine Weiterleitung von Twitter, das hei\u00dft, jeder Tweet wurde auch auf Facebook ver\u00f6ffentlicht. Die werde ich nicht l\u00f6schen, da werde ich ja irre.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Abend verbrachten F. und ich gemeinsam. Er begann mit einer minutenlangen DM-Diskussion, wo wir was essen wollten, und als wir uns endlich auf \u201ebodenst\u00e4ndig und warm\u201c geeinigt hatten, blieb uns quasi nichts anderes \u00fcbrig, als zum aus der Zeit gefallenen Dalmatinergrill zu fahren, wo ich mich immer wie in den 80er Jahren f\u00fchle und wo man noch Fleischberge mit Pommes und rohen Zwiebeln kriegt. Genau das, was ich gestern wollte.<\/p>\n<p>Wir fuhren mit der U-Bahn nach Hause, ich wusch noch ab, F. las das Internet leer, dann gingen wir ins Bett, wo ich Stefan Zweig auslas, w\u00e4hrend F. das Ende vom Dortmund-Bremen-Spiel auf dem Handy guckte; ich sah noch die letzten drei Elfer, aber das scheint ja gereicht zu haben. Bitte heute abend mal Augschburg die Daumen dr\u00fccken, die f\u00fcr den Pokal nach Kiel m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ich lasse euch mal wieder ein bisschen <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3596211522\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596211522&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=9db9dfc29d0730854f0b4c5461e6336d\">Welt von gestern<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=3596211522\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em> als Rausschmei\u00dfer da. Ja, ich copypaste den oft, aber jetzt habt ihr es hinter euch. Schade eigentlich, denn das Buch wandert schon mal dicke als erster Anw\u00e4rter f\u00fcrs beste Sachbuch auf die Jahresendliste. Mir hat die zus\u00e4tzliche, pers\u00f6nliche Ebene viel f\u00fcr die Zehner- und Zwanzigerjahre gegeben, in denen ich gerade wissenschaftlich rumh\u00e4nge, um vielleicht die ollen Drei\u00dfiger besser zu verstehen. Ich mochte seinen schlichten Stil sehr gerne, auch wenn es mich wahnsinnig gemacht hat, dass der Mann beim Plusquamperfekt meist auf das letzte W\u00f6rtchen verzichtete. Ein Beispiel, gerade einfach mal das Buch irgendwo aufgeschlagen, und zack, ein Beispielsatz f\u00fcr das, was ich meine: \u201eAber dann staunte er, als ich ihm haargenau in Farbe und Format die kleine literarische Zeitschrift beschrieb, in der wir 1898 in Wien seine ersten Verse gefunden.\u201c HATTEN! IST DAS SO SCHWER? HATTEN! Macht mich irre. Auf je-der Seite!<\/p>\n<p>Okay, abgeregt.<\/p>\n<p>Stefan Zweig, meine Damen und Herren, aus dem letzten <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/die-welt-von-gestern-6858\/18\">Kapitel<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Fall \u00d6sterreichs brachte in meiner privaten Existenz eine Ver\u00e4nderung mit sich, die ich zuerst als eine g\u00e4nzlich belanglose und blo\u00df formelle ansah; ich verlor damit meinen \u00f6sterreichischen Pa\u00df und mu\u00dfte von den englischen Beh\u00f6rden ein wei\u00dfes Ersatzpapier, einen Staatenlosenpa\u00df erbitten. Oft hatte ich in meinen kosmopolitischen Tr\u00e4umereien mir heimlich ausgemalt, wie herrlich es sein m\u00fcsse, wie eigentlich gem\u00e4\u00df meinem inneren Empfinden, staatenlos zu sein, keinem Lande verpflichtet und darum allen unterschiedslos zugeh\u00f6rig. Aber wieder einmal mu\u00dfte ich erkennen, wie unzul\u00e4nglich unsere irdische Phantasie ist, und da\u00df man gerade die wichtigsten Empfindungen erst versteht, sobald man sie selbst durchlitten hat. Zehn Jahre fr\u00fcher, als ich Dimitri Mereschkowskij einmal in Paris begegnete und er mir klagte, da\u00df seine B\u00fccher in Ru\u00dfland verboten seien, hatte ich Unerfahrener noch ziemlich gedankenlos ihn zu tr\u00f6sten versucht, das besage doch nicht viel gegen\u00fcber internationaler Weltverbreitung. Aber wie deutlich begriff ich, als dann meine eigenen B\u00fccher aus der deutschen Sprache verschwanden, seine Klage, nur in \u00dcbertragungen, in verd\u00fcnntem, ver\u00e4ndertem Medium das geschaffene Wort zur Erscheinung bringen zu k\u00f6nnen! Ebenso verstand ich erst in der Minute, da ich nach l\u00e4ngerem Warten auf der Bittstellerbank des Vorraums in die englische Amtsstube eingelassen wurde, was dieser Umtausch meines Passes gegen ein Fremdenpapier bedeutete. Denn auf meinen \u00f6sterreichischen Pa\u00df hatte ich ein Anrecht gehabt. Jeder \u00f6sterreichische Konsulatsbeamte oder Polizeioffizier war verpflichtet gewesen, ihn mir als vollberechtigtem B\u00fcrger auszustellen. Das englische Fremdenpapier dagegen, das ich erhielt, mu\u00dfte ich erbitten. Es war eine erbetene Gef\u00e4lligkeit und eine Gef\u00e4lligkeit \u00fcberdies, die mir jeden Augenblick entzogen werden konnte. \u00dcber Nacht war ich abermals eine Stufe hinuntergeglitten. Gestern noch ausl\u00e4ndischer Gast und gewisserma\u00dfen Gentleman, der hier sein internationales Einkommen verausgabte und seine Steuern bezahlte, war ich Emigrant geworden, ein \u203aRefugee\u2039. Ich war in eine mindere, wenn auch nicht unehrenhafte Kategorie hinabgedr\u00fcckt. Au\u00dferdem mu\u00dfte jedes ausl\u00e4ndische Visum auf diesem wei\u00dfen Blatt Papier von nun an besonders erbeten werden, denn man war mi\u00dftrauisch in allen L\u00e4ndern gegen die \u203aSorte\u2039 Mensch, zu der ich pl\u00f6tzlich geh\u00f6rte, gegen den Rechtlosen, den Vaterlandslosen, den man nicht notfalls abschieben und zur\u00fcckspedieren konnte in seine Heimat wie die andern, wenn er l\u00e4stig wurde und zu lange blieb. Und ich mu\u00dfte immer an das Wort denken, das mir vor Jahren ein exilierter Russe gesagt: \u00bbFr\u00fcher hatte der Mensch nur einen K\u00f6rper und eine Seele. Heute braucht er noch einen Pa\u00df dazu, sonst wird er nicht wie ein Mensch behandelt.\u00ab\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Wecker klingelte ein paar Minuten vor F.s und ich sch\u00e4lte mich brav sofort aus dem Bett, stellte die Espressomaschine an, damit sie vorheizen konnte, ging duschen, tr\u00f6delte vorm Deutschlandfunk rum und konnte wieder ein Buch auf meine Leseliste werfen. (\u00d6kumene um jeden Preis? Ein protestantischer Zwischenruf) Es kann sein, dass ich \u00fcber das Buch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31065","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31065"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31065\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31076,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31065\/revisions\/31076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}